Von:


Sehr geehrter Herr Ströbele,
Sie schreiben an anderer Stelle dieses Forums, ich zitiere:
"Die großen monotheistische Religionen stammen nicht aus demokratischen Gesellschaften. Kein Wunder, daß sie nicht für demokratische Gesellschaften gemacht scheinen und sich in der Geschichte nicht stets für demokratisch gestaltete Gesellschaften eingesetzt haben, um das mal zurückhaltend zu formulieren."
Hierzu meine Fragen:
1. Die großen monotheistischen Religionen als auch die östlichen Religionsphilosophien wie Hinduismus und Buddhismus sind im Zeitraum zwischen 5000 v.C und 500 n.C. entstanden, und zwar ganz richtig: in nicht demokratischen Gesellschaften. Welche demokratischen Gesellschaften dieses Zeitraumes würden Sie als vorbildhaft zitieren, und welche Religionen (egal ob monotheistisch oder nicht) trifft man in ihnen an?
2. Wenn Sie der Meinung sind, daß die Trennung von Staat und Religion wichtig ist (was ich auch glaube), dürfen wir dann annehmen, daß die "Staatsverträge" der Kirchen mit der BRD dem häßlichen Expansionsdrang des Christentums eine Mauer setzt:, salopp formuliert: "So! Bis hierher und nicht weiter, Ihr Christo-Faschisten!"
3. Sie sind der Meinung, daß es keinen Expansionsdrang des Islam gibt, darf ich daher annehmen, daß das Hissen von Nationalflaggen (türkische, saudi-arabische) auf neu gebauten Moscheen zwar ein Vergehen darstellt, weil nur Botschaften völkerrechtlich als nationale Enklaven im fremden Land zu betrachten sind, Sie das im Falle der Moscheen aber eher als folkloristische Eigenart des kulturbereichernden "Haus des Friedens" betrachten?
4. Abschließende Frage: Würden Sie jemandem, der Ihnen und Ihrer Generation unterstellt, die demonstrierte politische Wachsamkeit während der frühen westdeutschen Jahrzehnte gegen eine denkfaule, fast korrupt zu nennende Abwiegelung vor religiös-proto-faschistischen Tendenzen eingetauscht zu haben, grundsätzlich sein Recht auf Meinungsfreiheit absprechen?
Dankbar für Ihre Antworten,


, Düsseldorf