Sehr geehrter Herr

,
Ich kenne das von Ihnen geschilderte Problem, von dem inzwischen viele BürgerInnen betroffen sind.
Grundsätzlich befürworten wir, dass alle Menschen krankenversichert sein sollen. Die im Rahmen des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes beschlossenen Regelungen weisen jedoch große Lücken auf, auf die die Bundesregierung bislang keine Antworten gefunden hat. Die Bundesgesundheitsministerin appelliert an die Krankenkassen, Nachzahlungsforderungen so zu gestalten, dass diese für die Versicherten auch bezahlbar sind. Dass diese Lösung oft nicht funktioniert, zeigt Ihr Beispiel.
Allerdings sprechen auch Argumente dafür, die Versicherungspflicht zu einem bestimmten Datum einzuführen (01.04.2007). Sofern BürgerInnen sich erst dann versichern würden, wenn ein Krankheitsfall eingetreten oder eine Krankheit absehbar ist, müssten die Kosten nahezu allein von der Versichertengemeinschaft getragen werden, ohne das die betroffenen Personen vorher in die gesetzliche Krankenversicherung eingezahlt hätten.
Eine befriedigende Lösung gibt es für Sie derzeit nicht. Sie sollten versuchen, mit Ihrer Krankenkasse Ratenzahlungen zu vereinbaren. In einzelnen Fällen erlassen die Krankenkassen die anstehenden Beiträge.
Wir Grünen sind der Auffassung, dass das deutsche Krankenversicherungssystem mit der gesetzlichen Krankenversicherung sowie einem Privatversicherungsmarkt ein Auslaufmodell ist. Die Trennung in eine Bevölkerungsmehrheit, die einkommensabhängige Beiträge zahlen muss und in eine Bevölkerungsminderheit, die nicht versicherungspflichtig ist bzw. nur ihr eigenes Gesundheitsrisiko absichert, ist sozial ungerecht und behindert den Wettbewerb zwischen den Krankenversicherern.
Wir wollen deshalb eine Bürgerversicherung einführen, die für Alle gilt, auch für gut Verdienende, Selbstständige, BeamtInnen und Abgeordnete.
Mit freundlichem Gruß
Ströbele
Ergänzung vom 19.10.2008
Sehr geehrter Herr

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es hat etwas gedauert mit der Beantwortung Ihrer Frage. Ich bitte um Nachsicht, aber ich habe zunächst eine Stellungnahme der Fachpolitikerin in der Fraktion eingeholt.
Danach ist uns das von Ihnen geschilderte Problem durchaus bekannt, von dem inzwischen viele BürgerInnen betroffen sind.
Grundsätzlich befürworten wir, dass alle Menschen krankenversichert sein sollen. Die im Rahmen des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes beschlossenen Regelungen weisen jedoch große Lücken auf, auf die die Bundesregierung bislang keine Antworten gefunden hat. Die Bundesgesundheitsministerin appelliert an die Krankenkassen, Nachzahlungsforderungen so zu gestalten, dass diese für die Versicherten auch bezahlbar sind. Dass diese Lösung oft nicht funktioniert, zeigt Ihr Beispiel.
Allerdings sprechen auch Argumente dafür, die Versicherungspflicht zu einem bestimmten Datum einzuführen (01.04.2007). Sofern BürgerInnen sich erst dann versichern würden, wenn ein Krankheitsfall eingetreten oder eine Krankheit absehbar ist, müssten die Kosten nahezu allein von der Versichertengemeinschaft getragen werden, ohne das die betroffenen Personen vorher in die gesetzliche Krankenversicherung eingezahlt hätten.
Eine befriedigende Lösung gibt es für Sie derzeit nicht. Sie sollten versuchen, mit Ihrer Krankenkasse Ratenzahlungen zu vereinbaren. In einzelnen Fällen erlassen die Krankenkassen die anstehenden Beiträge.
Wir Grünen sind der Auffassung, dass das deutsche Krankenversicherungssystem mit der gesetzlichen Krankenversicherung sowie einem Privatversicherungsmarkt ein Auslaufmodell ist. Die Trennung in eine Bevölkerungsmehrheit, die einkommensabhängige Beiträge zahlen muss und in eine Bevölkerungsminderheit, die nicht versicherungspflichtig ist bzw. nur ihr eigenes Gesundheitsrisiko absichert, ist sozial ungerecht und behindert den Wettbewerb zwischen den Krankenversicherern.
Wir wollen deshalb eine Bürgerversicherung einführen, die für Alle gilt, auch für gut Verdienende, Selbstständige, BeamtInnen und Abgeordnete.
Ich bin der Meinung, daß unabhängig von dieser Forderung kurzfristig Nachbesserungsbedarf besteht. Leider werden wir mit einer solchen Forderung angesichts der derzeitigen Mehrheiten im Bundestag wenig Aussicht auf Erfolg haben.
Mit freundlichem Gruß
Ströbele