Hans-Christian Ströbele (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Hans-Christian Ströbele
Jahrgang
1939
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost
Landeslistenplatz
keinen, Berlin
weitere Profile
(...) Vor allem die Grünen in Hessen haben vor wenigen Tagen die Zahlen der Stellenstreichungen im Land Hessen dargestellt, die Herr Koch zu verantworten hat, und damit seine Forderungen als heuchlerisch entlarvt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Hans-Christian Ströbele
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Soziales
07.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

meine weniger die Lokal- und Tagespolitik, als mehr die Frage der fundamentalen Grund-/Funktionsprinzipien der Demokratie betreffende Frage lautet: Kann Demokratie auf Dauer funktionieren, wenn die wirtschaftlichen (und damit auch persönlichen) Entwicklungsmöglichkeiten der "Teilnehmer" dieser Demokratie in die Nähe eines praktischen nicht länger gegeben seins rücken; und dies für eine signifikante Anzahl von Bürgern?

Setzt Demokratie nicht sinnlogisch voraus, dass jeder Bürger realistischerweise die Möglichkeit dieser Entwicklungsmöglichkeit für sich beanspruchen kann; zumindest wenn er die entsprechenden Anstrengungen dazu unternimmt?!

Nach meiner Beobachtung rückt unsere Gesellschaft – aus Sicht Ihrer "Teilnehmer" – zunehmend in einen Bereich, welcher sie das nicht länger Vorhandensein dieser Möglichkeiten – begründet –wahrnehmen lässt.

Bei allem Verständnis für die Nöte, Zwänge, …. der (Tages-) Politik; unsere Probleme sind fundamentaler!! Gleichzeitig vermisse ich jedoch Bemühen und Ansatz der Politik(-er/-innen) sich dieser (sich eher früher als später real werdenden) Probleme überhaupt stellen zu wollen.

Daher meine Zusatzfrage – bewusst an Sie, Herr Ströbele, gerichtet –: Sind 1) Sie, und 2) die politischen Vertreter unseres Staates wirklich NOCH, oder überhaupt UND SICHTBAR (aus Sicht eines Vier-Jahres-Wahlryhthmusses) gewillt sich derartiger Fragen praktisch und tatsächlich zu stellen und eine umsetzbare Antwort darauf zu finden?

Auf eine – sich auch in der Praxis bewahrheitend – positive Antwort hoffend

Ihr
Antwort von Hans-Christian Ströbele
3Empfehlungen
09.06.2008
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Sind Sie der auf den Personalausweisen ?

Ihre Frage verstehe ich nicht ganz. Richtig ist, daß jede und jeder die Möglichkeit haben muß, sich zu entwickeln, ein vergleichsweise reiches Land wie Deutschland muß die Voraussetzungen dafür schaffen. Dies zu organisieren und finanzieren, ist und bleibt staatliche Aufgabe. Wie das zu erreichen ist, darum streiten die politischen Parteien. Ich selbst und die übrigen Politiker stellen sich dieser Frage immer wieder.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Inneres und Justiz
08.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

ich habe soeben Ihren Essay im Tagesspiegel über die Deutschlandfahnen anlässlich der EM gelesen.

Ich finde es erstaunlich, dass die vielen Nationalfahnen Sie eher unbehaglich stimmen, denn ich glaube, dass man den Deutschen ein gewisses Nationalgefühl, was ja beileibe nicht gleich wieder in ein Extrem ausarten muss, nicht ständig aberziehen sollte.

Gerade dieser Versuch, krampfhaft nationale Gefühle unter den Teppich zu kehren oder ihnen den Hauch der Unredlichkeit, des Schlechtem einzugeben, ist m. E. der Grund für steigenden Rechtsextremismus. Ich halte es grundsätzlich für gefährlich, wenn man etwas durch Verkehrung ins Gegenteil zu eliminieren versucht.

Glauben Sie nicht, dass jede Nationalität von einem gewissen Nationalgefühl, und ich spreche hier bewusst nicht von Nationalstolz, lebt? Als was sollen sich denn junge Generationen fühlen, wenn sie nun zufälligerweise Deutsche sind? Als Niemandsland, als ewig Schuldbeladene? Mehr als die damaligen Vorkommnisse sehr genau zu betrachten, kann man als Nachkomme kaum tun.

Ich bin Jahrgang 1957 und merke, wie ich sogar beim Schreiben dieser Nachricht krampfhaft zu vermeiden versuche, irgendwie den Eindruck zu erwecken, mir könne an einem extremen Nationalismus gelegen sein. Leider wird man heute sehr rasch in die rechte Ecke geschoben. Und ich finde es bedauerlich, dass ich, die ja für die Verbrechen der Nazis nun überhaupt nichts kann, mit dieser Schuld beladen und daher so befangen bin.

Ist es denn nicht vorstellbar, dass es in Deutschland auch einen moderaten Nationalismus geben kann, so wie ihn andere Nationen pflegen?

Ihrer Nachricht sehe ich mit Interesse entgegen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Hans-Christian Ströbele
12Empfehlungen
11.06.2008
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrte Frau .

Wenn Sie den Artikel im Tagesspiegel vom Sonntag gelesen haben, wissen Sie, daß auch ich festgestellt habe, daß viele, vor allem junge Leute an die deutsche Fahne rangehen und sich keineswegs unwohl fühlen, wenn sie überall die Deutschlandfahnen und die Farben Schwarz-Rot-Gold sehen, und daß dies keineswegs Ausdruck von nationalistischer Gesinnung oder übertriebene nationaler Gefühle sein muß.
Ich sehe auch, daß andere eine andere Haltung zur Nation und zum Nationalen in Deutschland haben als ich und daß eine "Normalisierung" an Boden zu gewinnen scheint.

Aber ich halte nationale Gefühle auch nicht für notwendig und schon gar nicht in Deutschland. Wir sind nun mal "mit dieser Schuld beladen". Nationale Töne sind mir im übrigen auch in anderen Ländern unangenehm.
Es stellt sich auch die Frage, welche Bedeutung nationale Gefühle und Töne in einer Europäischen Union noch haben sollen.

Die meisten Reaktionen auf den Artikel im Tagesspiegel bestätigen meine unguten Gefühle.
So empfiehlt ein Dr. Bischof: "Gehen Sie mal zum Psyichiater! Was haben Sie eigentlich im Deutschen Bundestag zu suchen ?" oder Herr Batzella " Wandern Sie doch endlich in Ihre heißgeliebte Türkei .. Denn sollten Sie ihre letzte Ruhestätte (hoffentlich bald) in Deutschland finden, dann werde ich die Deutschlandfahne auf Ihrem Grab hissen." und ein Kurt schreibt, "ich wünsche mir sehnlichst ihren tod, sie deutschlandhatter und islamfehlgeleiteter" .

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Inneres und Justiz
09.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

in Ihrem Essay im Tagesspiegel
( www.tagesspiegel.de ) schreiben Sie, daß Sie von den Deutschlandfahnen, die man anläßlich der Fußball-EM wieder vermehrt sieht, Bauchschmerzen bekommen und auch ansonsten ein eher ambivalentes Verhältnis zur der Begeisterung vieler Deutscher für ihr Land haben.

Wie stehen Sie daher zu der folgenden Aussage unseres Bundespräsidenten, Horst Köhler: "Wer den Staat repräsentiert und von seinem Dienst an ihm lebt, sollte sich auch zum Staat und seinen Symbolen bekennen."
( www.bundespraesident.de )?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Hans-Christian Ströbele
1Empfehlung
26.12.2008
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Bei der Durchsicht der noch nicht beantworteten Fragen des vergangenen Jahres bin ich auf Ihre vom 10. Juni gestossen. Ich kannte das Interview des Bundespräsidenten im Focus des Jahres 2004 nicht. Deshalb danke ich für Ihren Hinweis. Ich habe den Text jetzt nachgelesen.

Auch der Bundespräsident verlangt wohl nicht, daß ich die Nationalflagge an meinem Fahrrad anbringe. Das schließe ich daraus, daß er vom damaligen Minister Trittin auch nicht verlangt hat, die Nationalhymne mitzusingen.
Aus dem Interview wird nicht ganz klar, was der Bundespräsident unter "bekennen zu den Symbolen des Staates" versteht. Wenn er ein öffentliches Bekenntnis zu den Symbolen durch Mitsingen oder Heraushängen wünscht, dann muß ich ihn enttäuschen. Das ist von mir so einfach nicht zu haben und schon gar nicht auf Verlangen von Oben.
Und das Unwohlsein angesichts eines demonstrativ zur Schau getragenen Flaggenmeers wird mir durch den Bundespräsidenten nicht genommen
Vielleicht war das Zitat ja auch etwas weniger fordernd gemeint. Sonst bin ich eben anderer Meinung als der Bundespräsident.
Wir werden damit leben können.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
11.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

Ihre Antwort auf meine am 07.06.08 veröffentlichte Frage enttäuscht mich, da ich gerade von Ihnen, der Sie zu den wenig verlässlich-standhaften Politik(-innen/er) gehören, wofür ich Sie sehr schätze, eine solche Antwort nicht erwartet hätte. Denn Ihnen ist bei meiner Frage sicherlich nicht entgangen, dass diese zugleich die zu beantwortende Behauptung enthält, dass Staat und Politik(-innen/er) die Notwendigkeit aus den Augen verloren haben, dem Bürger auch mittel- und langfristig den Rahmen zur Verfügung zu stellen, dass diese/-r nicht - trotz dass er/sie arbeitet - auf staatliche Hilfe angewiesen ist, oder mittel- und vorallem langfristig in Altersarmut fällt! Demokratie lebt auch von Hoffnung. Warum soll sich ein Bürger für die Ziele einer Wertegemeinschaft - worfür ja auch die BRD steht - einsetzen, und/oder wählen gehen, wenn diese Wertegemeinschaft ihm die notwendige Hoffnung (s.o.) nimmt?! Auch dies ist ein wichtiger Grund für die seit langem bekannte Politikverdrossenheit, was wiederum ein gewichtiger Grund für den leider festzustellenden Links-&Rechtsruck in die Extreme ist, welche doch nicht wirklich eine tragfähige Alternative bieten, egal was sie davon abweichend vollmundig versprechen. All dies ist Ihnen und anderen nicht neu, und man muss sicherlich kein "Überflieger" sein, um diese simplen Zusammenhänge zu verstehen. Umso mehr erstaunt es, dass der interessierte Bürger gezwungen ist festzustellen, dass sich Politik(-innen/er) betreffend dieses tatsächlich gegebenen Problems "verabschiedet" haben.
Bei allem Verständnis für die Ärgernisse und Bedürfnisse der (inter-) nat. Tagespolitik; als Bürger verlange ich auch Antworten auf Fragen wie die hier Gestellten. Ich, "Wessi", (anwaltlicher) Kollege, "Großverdiener".
Herzlichst Ihr (der von den Personalausweisen)
Antwort von Hans-Christian Ströbele
bisher keineEmpfehlungen
13.06.2008
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr Kollege .

Eigentlich befasse ich mich ungern mit anonymen Briefeschreibern.
Ich hatte Ihnen geschrieben, daß ich Ihre Frage in der Zuschrift vom 7.6. 2008 nicht verstanden habe. Das mag an mir liegen.
Soweit ich doch verstanden hatte, habe ich mich bemüht zu anworten.

Jetzt erläutern Sie Ihre Frage dahin, welche Behauptung sie enthalten soll.

Es ist nicht so, daß die Politiker die Notwendigkeit aus den Augen verloren haben, dem Bürger und der Bürgerin den Rahmen zur Verfügung zustellen, daß diese trotz Arbeit nicht auf staatliche Hilfe angewiesen sind und nicht in Altersarmut fallen. Sie haben dieses Ziel nicht aus den Augen verloren, nur wie dies zu erreichen ist, dazu haben viele viele -häufig widersprüchliche, ja sogar gegensätzliche - Vorschläge. Und bei den Versuchen, Vorschläge zu realisieren, mußten sie feststellen, daß das hehre Ziel nicht, jedenfalls nicht für alle erreicht werden konnte. Das Rezept Steuersenkungen für Unternehmen und Unternehmer war jedenfalls nicht der ausreichende Rahmen. Deshalb bleibt die Fragen, wie ein solcher Rahmen aussehen könnte und ob in unserer Gesellschaftsordnung Politik und Staat überhaupt in der Lage sind, einen Rahmen zu schaffen, der für alle Bürger und Bürgerinnen die Möglichkeit eröffnet, ohne staatliche Hilfe von der Arbeit leben zu können. Ohne Planwirtschaft sind die Möglichkeiten des Staates beschränkt, ausreichend angemessene Arbeitsplätze zu schaffen. Vielleicht sollte man es jetzt mal mit Investitionsprogrammen versuchen.
Es bleibt also viel im Auge zu behalten.
Ein Rahmen, der Altersarmut verhindert, scheint mir und vielen anderen Politikern die Einführung einer Bürgerversicherung. Aber Mehrheiten dafür sind derzeit nicht in Sicht und die SPD scheint dieses Wort sogar aus ihrem Wortschatz gestrichen zu haben. Vor der letzten Bundestagswahl war die Bürgerversicherung noch in aller SPD-Munde.

Grundsätzlich haben Sie aber recht, die Lösung dieser Fragen der wirtschaftlichen und sozialen Sicherheit ist die Voraussetzung für eine gedeihliche Entwicklung unserer Gesellschaft.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

2010 jährt sich nun bereits der 20. Jahrestag des Beitritts der 5 Bundesländer (Ost) zur BRD.Der Einigungsvertrag beinhaltet eine Reihe von Festlegungen, die einfach nicht umgesetzt werden. Als Beispiel nenne ich nur meine Rente, die 87.9% West beträgt und bei den enorm steigenden Lebensverhältnissen schon zu erheblichen Einschränkungen führt.Werden durch die Nichteinhaltung der Bestimmungen des Einigungsvertrages,so meine Frage, nicht elementare Bürgerrechte verletzt? Sind von Ihrer Fraktion diesbezügliche Aktivitäten zu erwarten, denn wir Rentner werden nicht jünger?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Hans-Christian Ströbele
1Empfehlung
13.06.2008
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Sie teilen nicht mit, welche konkreten Festlegungen des Einigungsvertrages nicht umgesetzt wurden. Sie nennen nur als Beispiel die Rente.
Soweit ich informiert bin, liegen die Rentenzahlungen in den neuen Bundesländern im Durchschnitt höher als im Westen.
Aber die Rentenpolitik gehört nicht zu den Fachgebieten, mit denen ich im Bundestag besonders befaßt bin. Deshalb bin ich über Einzelheiten der geltenden und für die Zukunft geplanten Regelungen nicht in formiert.

Ich werde mich bei den Fachpolitikern zur Problematik der Ostrenten kundig machen

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Hans-Christian Ströbele
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.