Von:


Guten Tag Herr Ströbele
Griechenland bewegt mich. Viele Leute dort werden komplett dem sozialen Ruin überlassen.
Ich habe Europa immer bejaht und habe es auch immer als Idee des Zusammenwachsens aufgefasst. Diese Idee geht leider verloren. Mich treibt in letzter Zeit eine recht naive Idee um.
Soweit ich die Geschehnisse richtig verstanden habe, hat Deutschland sehr von Europa profitiert und auch gerade davon dass durch schwächere Staaten im Euro-Verbund die Währung für Deutschland künstlich auf einem Niveau gehalten wurde dass das Export-Wunder erst ermöglicht hat. Ergo haben die Firmen in Deutschland und auch die Arbeitnehmer gerade von den schwächeren Staaten in Europa profitiert.
In einer solchen Position verstehe ich nicht dass gerade nur die vielen kleinen Leute in Griechenland, aber auch in Portugal, darunter leiden müssen dass es so viele unehrliche Mitglieder in der Gesellschaft gibt. Auch das sollte man nicht verschweigen dass diese unehrlichkeit geduldet wurde und wie auch hier in Deutschland vermehrt zu einem Charakterzug geworden ist der auch noch "bewundert" wird.
Was ich aber erst recht nicht verstehen kann ist eine geradezu unglaubliche Reduzierung des Mindestlohnes in Griechenland um sage und schreibe 22% und eine hier wachsende Diskussion über ordentliche Lohnzuwächse von mind. 6,5%. Die halte ich angesichts der Gewinne in den Firmen tatsächlich auch für gerechtfertigt, aber leider auch für höchst unmoralisch angesichts des sozialen Leids in Griechenland und nicht nur dort.
Warum begreifen und denken die Leute nicht solidarisch und moralisch.
Nun zu der Idee: es ist naiv - ich weiss - aber warum werden nicht hohe Lohnzuwächse vereinbart und die Arbeitnehmer verzichten auf die Auszahlung. Stattdessen werden diese Gelder verwendet um entweder Arbeitsplätze in Griechenland zu schaffen oder aber eingezahlt in einen Fond zur sozialen Verwendung.
Ich weiss nicht wo ich es sonst loswerden kann...