Hannelore Kraft (SPD)
Kandidatin Landtagswahl NRW 2010
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Hannelore Kraft
Geburtstag
12.06.1961
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ökonomin, Staatsministerin a.D.
Ausgeübte Tätigkeit
MdL
Wohnort
Mülheim an der Ruhr
Wahlkreis
Mülheim I , über Wahlkreis eingezogen
Landeslistenplatz
1
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(...) Mit der Einführung einer Börsenumsatzsteuer auf den Handel mit Wertpapieren wollen wir daher erreichen, dass diejenigen, die wesentlich zur weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise beigetragen haben jetzt auch an der Beseitigung der finanziellen Folgen dieser Krise beteiligt werden. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Hannelore Kraft hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 31 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Schulen
25.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Kraft!
1. Wie ist Ihre Position zu den Förderschulen, Kompetenzzentren und zu dem gemeinsamen Unterricht behinderter Kinder an allgemeinbildenden Schulen? Ich möchte den Fokus auf die Kinder lenken, die eine geistige Beeinträchtigung / Behinderung haben, wie z.B. bei der Lernbehinderung. Das z.B. rein körperlich behinderte Kinder, die im Rollstuhl sitzen müssen, aber dem Unterricht kognitiv folgen können nicht unbedingt in eine Förderschule müssen, stelle ich außer Frage!
2. Wie kann man jedes Kind tatsächlich adäquat und optimal fördern, wenn die Klassen im GU nicht kleiner werden können, da lieber Schulen geschlossen oder zusammengelegt werden anstatt darauf zu achten, dass die Rahmenbedingungen wirklich im GU besser werden? Stecken da Finanzprobleme hinter?
3. Bisher hat man, wenn Förderschulpädagogen an die allg. Schulen versetzt wurden, Lehrer/innen im allg. Unterricht abgezogen, damit der Schüler-Lehrer-Schlüssel gleich blieb und damit es nicht zu teuer wurde. Wird sich das ändern?
4. Förderschullehrer/innen sollen gezwungen werden, vielseitig zu arbeiten. Das kann keine optimale und adäquate Förderung des Kindes sein, wenn es keine Spezialisierungen auf max. zwei Förderbedarfe und der jeweilige Unterrichtsschwerpunkte mehr geben soll. Worauf soll ein Pädagoge sich noch konzentrieren ohne auszubrennen und andauernd überfordert zu sein?
5. Wie soll flächendeckend der GU umgesetzt werden, wenn an den Förderschulen der Unterricht nicht ausfallen darf, obwohl von da aus die Fach-Pädagogen zu den allg. Schulen geschickt werden sollen?
6. Können nicht vielmehr auch nur die "Grenzfälle" wirklich sinnvoll im GU unterrichtet werden?
7. Wo sollen die stärker behinderten Kinder hin, wenn auch deren Eltern sich nicht um diese richtig kümmern (soziale Vernachlässigung)?
8. Warum werden Kinder mit Förderbedarf zur Förderschule mit einem Fahrdienst gebracht, zum GU aber nicht? Die Behinderung ist doch die selbe beim selben Kind!
DANKE!
Antwort von Hannelore Kraft
2Empfehlungen
04.03.2010
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir wissen, dass es im Zusammenhang mit dem Gemeinsamen Unterricht (GU) Probleme gibt, an deren Lösung dringend gearbeitet werden muss. Wir werden das in der Regierung unverzüglich in Angriff nehmen..

Unser Programm zielt allerdings weiter: Die SPD setzt auf Inklusion im Sinne der ´UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen´. Ein solches inklusives Bildungssystem unterscheidet sich von einem integrativen System. Die integrative Pädagogik strebt die Eingliederung der aussortierten Schülerinnen und Schüler an. Eine inklusive Pädagogik hingegen sortiert erst gar nicht aus. Inklusion bedeutet, dass Strukturen und Didaktik von vornherein auf die Unterschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler und auf individuelles Fördern und Fordern ausgerichtet sind. Notwendig ist eine Neuorientierung in der sonderpädagogischen Förderung, die die gegenwärtige integrative Phase als Übergangsphase zu einem vollständig inklusiven Bildungssystem des gemeinsamen Lernens betrachtet.

Die SPD setzt sich für die folgenden Umsetzungsschritte ein:
Unter intensiver Einbeziehung aller Beteiligten (Kommunale Spitzenverbände, Ersatzschulträger, Landschaftsverbände, Sozialversicherungs- und Sozialhilfeträger, Kirchen, Eltern, Lehrerverbände, weitere gesellschaftliche Kräfte) und mit wissenschaftlicher Begleitung muss eine Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung zur Umsetzung der UN-Konvention im schulischen Bereich erfolgen;
Es muss ein Transformationskonzept zur Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung in NRW erarbeitet werden. Ziel ist es, den sonderpädagogischen Förderbedarf in den Regelschulen unter Einhaltung sonderpädagogischer Standards zu gewährleisten.

Notwendig ist die Schaffung der personellen und finanziellen Rahmenbedingungen für einen massiven Ausbau des Gemeinsamen Unterrichts an allen Schulformen. Dies muss durch eine entsprechende Fortbildungsinitiative begleitet werden;
Schulen und Schulträger müssen aktiv bei der Einrichtung des Gemeinsamen Unterrichts und von integrativen Lerngruppen beraten und unterstützt werden;
Die Kompetenzzentren werden in die Entwicklung hin zu einem inklusiven System einbezogen. Sie sollen zu Orten der Lehrerfortbildung und Beratung werden;
Es bedarf einer Initiative zur Förderung der Akzeptanz des Gemeinsamen Unterrichts an allen Schulformen und in der Öffentlichkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Hannelore Kraft
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Frage zum Thema Finanzen
25.02.2010
Von:

Haben Sie schon einmal mit einem Firmenvertreter gesprochen, von dessen Firma Sie zuvor oder im Nachgang eine Spende bekommen haben?
Antwort von Hannelore Kraft
4Empfehlungen
04.03.2010
Sehr geehrte Frau ,

bei uns muss niemand für ein Gespräch mit mir oder anderen Spitzen unserer Partei bezahlen.

Für die NRWSPD kann ich feststellen: Auch wir vermieten auf unseren Veranstaltungen an kommerzielle Aussteller Flächen zu sehr moderaten Preisen, damit sich diese präsentieren können. Gleichzeitig bieten wir jedoch auch einer Vielzahl von befreundeten Organisationen diese Möglichkeit kostenlos.

Die Spitzen unserer Partei bemühen sich immer, sich ein wenig Zeit zu nehmen, um im Rahmen der jeweiligen Veranstaltung den Ausstellern (egal ob kommerziell oder nicht) einen Besuch abzustatten und ein kurzes Gespräch zu führen. Das ist nichts ehrenrühriges, sondern vielmehr ein Ausdruck der Wertschätzung gegenüber den Ausstellern, die unsere Veranstaltungen mit ihrer Anwesenheit bereichern.

Mit freundlichen Grüßen

Hannelore Kraft
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
25.02.2010
Von:

Sehr geerte Frau Kraft,

die FDP setzt laut ihrem Walprogramm auf die Strasse als Hauptverkehrsträger in NRW.
Die SPD hat sich im Bundestagswahlkampf dafür eingesetzt das die DB AG zu 100% beim Bund bleiben soll.

Nun haben wir in NRW ein wichtiges Ziel vor Augen, was das DB Netz betrifft. Der Rhein Ruhr Express.

Wie stellt sich die SPD die Umsetzung dieses Projekts vor und wann könnten die ersten Züge rollen?

Ist mit der SPD eine Trendwende im ÖPNV zu erwarten? Ist es möglich ländliche Regionen z.B. durch Reaktivierung stillgelegtter Strecken (z.B. in der Eifel) besser an die Metropolen anzubinden?

Prüft die SPD Landstrassen und Autobahnprojekte auf ihre Notwendigkeit und gibt die SPD einem Schienenausbau ggf. den Vorrang?

Für Ihre Antworten vielen Dank
Antwort von Hannelore Kraft
3Empfehlungen
03.03.2010
Sehr geehrter Herr ,

für uns Sozialdemokraten in NRW hat die Schiene Vorrang. Aus diesem Grund wird sich die SPD dafür einsetzen, dass die wichtigen Schienenprojekte in NRW zügig realisiert werden. Wir werden in Berlin für sie kämpfen.

Die vor kurzem bekannt gewordene mutmaßliche Streichliste der DB AG ist für NRW alarmierend, denn danach wären alle großen Schienenausbauprojekte in NRW über lange Jahre nicht finanzierbar. Diese Situation wird noch mehr verschärft, wenn die Einnahmen aus der LKW-Maut zukünftig nur noch dem Straßenbau zur Verfügung gestellt werden, wie von CDU und FDP im Bund geplant.

Beim RRX darf es keine Hinhaltetaktik geben. Das heißt: Was jetzt vorangebracht werden kann, das muss auch mit allem Druck angegangen werden. Dafür muss die Landesregierung kontinuierlich kämpfen. Nur so wird man die notwendige Durchschlagskraft erreichen, um die Finanzierung und damit die Realisierung des RRX sicherzustellen. Dies hat uns das Projekt Stuttgart 21 deutlich vor Augen geführt, für das sich Ministerpräsident Oettinger persönlich eingesetzt hatte.

Da ich den RRX für das bedeutendste Projekt des Personenverkehrs in NRW halte, werde ich im Bund dafür kämpfen, dass der RRX schnellstmöglich realisiert wird. Das gilt für den RRX als Gesamtprojekt wie für einzelne Streckenabschnitte, die bereits eine konkrete Verbesserung für den ÖPNV bringen.

Mit freundlichen Grüßen

Hannelore Kraft
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Frage zum Thema Schulen
25.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Kraft.

Ein angestellter Lehrer verdient im Monat netto ca. 500 € weniger als ein verbeamteter Lehrer, obwohl er eine identische Qualifikation und Ausbildung besitzt und jeden Tag dieselben Lerngruppen unterrichtet wie der Kollege Beamte. Hier wird das Prinzip Gleicher Lohn für gleiche Arbeit,welches auch in der Landesverfassung niedergeschrieben ist mit Füßen getreten.
Was wollen sie konkret unternehmen,um diesen gesellschaftspolitischen Skandal zu beenden und die Gerechtigkeit für mehr als 30.000 angestellte Lehrer in NRW wiederherzustellen ?
Antwort von Hannelore Kraft
2Empfehlungen
04.03.2010
Sehr geehrter Herr ,

Sie fragen nach einem Einzelaspekt der dienstrechtlichen Situation von Lehrern. Wir sehen einen weitergehenden Regelungsbedarf: Es bedarf grundsätzlich der Schaffung eines flexibleren Regelwerks, das u. a. den unterschiedlichen Aufgaben, Funktionen und Belastungen in Schule und anderen pädagogischen Einrichtungen in besserer Weise gerecht wird. Angesichts der sehr heterogenen Schülerschaft, den fachlich verschiedenen Einsatzbereichen und den sich ständig verändernden hohen Qualifikationsanforderungen ist ein transparenteres, leistungsgerechteres Gesamtsystem der Bezahlung und Entlastung notwendig. Es müssen für alle Beschäftigten attraktive Anreize hinsichtlich Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten angeboten werden. Solange ein weiterentwickeltes, überzeugendes Gesamtsystem der Lehrerbesoldung nicht zur Verfügung steht, müssen "Übergangsregelungen" geschaffen werden, die den Regelungen in anderen Bundesländern nicht nachstehen. Dazu gehört insbesondere die Anhebung der Verbeamtungsgrenze auf 45 Jahre. Auch ist eine gleiche Eingangsbesoldung für alle Lehrämter und die Einführung aufgabenbezogener Beförderungsämter für alle weiterführenden Schulen notwendig.

Mit freundlichen Grüßen

Hannelore Kraft
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Frage zum Thema Arbeit
26.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Kraft,

bin nicht aus NRW sondern aus Hessen und SPD Wähler.
Haben Sie mal daran gedacht dass Herr Westerwelle mit seiner Polemik gegen die Hartz- Bezieher wieder einmal seine Klientelpolitik betreibt. Will er den Unternehmen billige Arbeitskräfte ( 1 € Jober) anbieten? Was er aber damit in Kauf nimmt, abbau von festen Arbeitsplätzen bei den Unternehmen, weiß er dass oder ist dies ihm egal? Wäre doch vielleicht ein Wahlkampfthema. Ich wünsche Ihnen und ihrer Partei viel Erfolg bei der Wahl und können damit im Bundesrat doch einiges der CDU und FDP Politik verhindern.

Mit freundlichen Grüßen



PS. Einige CDU Mitglieder sollten sich ein Beispiel an Frau Käßmann nehmen und bei Verfehlungen den gleichen Weg wählen.
Antwort von Hannelore Kraft
4Empfehlungen
02.03.2010
Sehr geehrter Herr ,

Danke, der von Ihnen angesprochene Punkt ist ein Wahlkampfthema und Gegenstand meiner Reden.

Mit freundlichen Grüßen

Hannelore Kraft
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Ihre Frage an Hannelore Kraft
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