Sehr geehrter Her Yildiz,
im Berliner Abgeordnetenhaus-Wahlkampf ist Ihre Partei durch eine homophobe Kampagne aufgefallen. Siehe:
www.berliner-kurier.de
Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich habe in der Schule niemals einen Dildo in die Hand bekommen. Und selbst wenn, es hätte mich nicht umgebracht. Ich verbuche dieses Zitat deswegen einmal unter missglückte Wahlkampf-Polemik.
Aber mal im Ernst: Halten auch Sie es für falsch, Kinder in der Schule von Anfang an über Homosexualität und Bisexualität aufzuklären?
Sicherlich ist Ihnen bewusst, dass nach seriösen Schätzungen 10 bis 15 Prozent der deutschen Bevölkerung homosexuell sind. Ist es da nicht eine Aufgabe von Schule, über alle vorkommenden Formen von Liebe, Sexualität und Zusammenleben aufzuklären?
Ist Ihnen auch bewusst, dass die sexuelle Orientierung eines Kindes nichts mit den Werten oder der Erziehung der Eltern zu tun hat, sondern einfach entsteht und ein unveränderbarer Teil der Persönlichkeit eines Menschen wird?
Desweiteren möchte ich gerne von Ihnen erfahren, wie Sie angesichts einer stark erhöhten Selbstmordrate unter homosexuellen Jugendlichen und angesichts der nach wie vor starken Präsenz des Wortes "schwul" als Schimpfwort auf Schulhöfen gegen die Diskriminierung und Benachteiligung von Nicht-Heterosexuellen Lebensweisen vorgehen wollen.
Mich interessiert sowohl die grundsätzliche Meinung Ihrer Partei, als auch Ihre konkreten Vorstellungen für Bonn.
Ich freue mich auf Ihre Antwort!
Mit den besten Grüßen,
