Halina Wawzyniak (DIE LINKE)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Halina Wawzyniak
Jahrgang
1973
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwältin
Ausgeübte Tätigkeit
Justiziarin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Wohnort
Friedrichshain-Kreuzberg
Wahlkreis
Berlin-Friedrichshain - Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost
Ergebnis
17,5%
Landeslistenplatz
5, Berlin
(...) Mich als Fahrradfahrerin stören auch häufig die Ampelschaltungen und sicherlich sind Kreisinseln an der einen oder anderen Stelle eine bessere Lösung. Wo es sich anbietet, sollte auf eine Verkehrsinsel zurückgegriffen werden. Ich selbst würde jetzt aber nicht einen größeren Betrag Geldes in die Hand nehmen um überall Umbauten vorzunehmen. (...)
 
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Frage zum Thema Außenpolitik
18.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Wawzyniak

herzlichen Dank für Ihre Ausführungen ( www.abgeordnetenwatch.de )

Zum ersten Teil sei dies Ihre Ansicht, wenn dies auch bei jeder anderen Bank so ist.

Nachdem Sie bei zweiten Teil jedoch die Zielsetzung der Abkommen nach derzeitigem Stand dargestellt haben, noch einmal meine Frage: Was wollen Sie ändern?

Besten Gruss
Antwort von Halina Wawzyniak
1Empfehlung
19.08.2009
Halina Wawzyniak
Sehr geehrter Herr ,

es tut mir leid, dass ich Ihre Frage nicht zu ihrer vollsten Zufriedenheit beantwortet habe. Aus meiner Sicht gibt der Satz "Das Ziel dieser Abkommen ist u.a. die Abschaffung der Handelshemmnisse auf reziproker (gegenseitiger) Ebene, d.h. Sozial -und Umweltstandards könnten wegfallen, da sie unzulässige Handelsbarrieren sind." die Richtung vor, in welche Neuverhandlungen gehen sollten.

Ich will aber auch ganz ehrlich sein und Ihnen sagen, dass die benannten Verträge nicht mein Spezialgebiet sind und ich es für nicht sinnvoll halte, so zu tun, als sei ich Expertin für Alles. Da ich die Positionen meiner Partei teile, beziehe ich mich natürlich auf das, was von meiner Partei diesbezüglich gesagt und vorgeschlagen wird.

Die Fraktion DIE LINKE schließt sich dem Vorschlag vieler AKP-Regierungen und sozialer Organisationen an, die vorläufigen Abkommen neu zu verhandeln. Diese Abkommen müssen deren Entwicklungserfordernissen gerecht zu werden. Die AKP-Staaten müssen genügend Zeit bekommen, um mögliche Folgen der Abkommen abschätzen zu können. In die Verhandlungen müssen die Zivilgesellschaften, soziale Organisationen und Gewerkschaften aktiv einbezogen werden. Die ParlamentarierInnen in den beteiligten Ländern müssen umfassend informiert werden. Es darf keine "Schein-Gleichheit" hergestellt werden zwischen völlig ungleichen Partnern. Die LINKE fordert, die Entwicklungsunterschiede in den Verhandlungen zu berücksichtigen und politische Handlungsspielräume für die AKP-Regierungen zu bewahren.

Eine genauere Bestimmung unsere Position können sie im Antrag der Bundestagsfraktion zur Drucksache 16/7473 nachlesen dokumente.linksfraktion.net

Mit freundlichen Grüßen

Halina Wawzyniak
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Frage zum Thema Finanzpolitik
23.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Wawzyniak,

der unserem Wirtschaftssystem zugrunde liegende Mechanismus der Geldschöpfung bildet die Grundlage meiner Frage:

Geld wird in unserer Gesellschaft fast ausschließlich erschaffen, indem Schulden aufgenommen werden: Jedes Mal, wenn jemand bei einer Geschäftsbank einen Schuldschein unterschreibt (ein einzelner Mensch oder aber auch der Staat), wird Geld der gleichen Menge praktisch aus dem Nichts als Buchgeld neu geschaffen und in Umlauf gebracht.

Da die Schuldner aber sowohl diese Summe als auch die anfallenden Zinsen und Zinseszinsen zurückzahlen müssen, ist stets weniger Geld in Umlauf, als zurückgezahlt werden soll. Die Folde dieser Diskrepanz ist die Notwendigkeit, immer neue Schulden aufzunehmen, um die alten zu finanzieren.

Aus diesem Zusammenhang folgt sowohl der Wachstumszwang unseres Wirtschaftssystems, als auch die Zwangsläufigkeit von periodisch auftretenden Krisen wie der derzeitigen, weil diese ständig wachsenden Schuldenblasen irgendwann absurd groß werden und platzen müssen.

Die Frage an Sie:

Ist die hier geschilderte Praxis der Geldschöpfung durch Schuldenaufnahme im Zusammenhang mit der aktuellen Krise ein Thema für Sie persönlich oder in Ihrer Partei allgemein? Gibt es Stellungnahmen dazu?

Danke für Ihre Bemühungen und mit freundlichen Grüßen,

Dr. G.
Antwort von Halina Wawzyniak
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25.08.2009
Halina Wawzyniak
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Selbstverständlich sind gesamtwirtschaftlichen Aspekte unseres Landes Thema der LINKEN und für mich selbst. Da ich Juristin bin habe ich bei meiner Nominierung als Kandidatin der LINKEN erklärt, dass ich gern im Rechtsausschuss für DIE LINKE wirken würde. Ich will deutlich sagen, dass ich nicht auf jedem Gebiet die Fachexpertin bin und beziehe mich deshalb in der Antwort auf Ihre Frage auf die generellen Positionen der LINKEN.

Die Frage, ob es regelmäßig zu selbstreinigenden Prozessen wie der anhaltenden Krise kommen muss, kann ich nicht definitiv beantworten, unser gegenwärtiges Finanz- und Wirtschaftssystem scheint allerdings so aufgebaut zu sein, dass dies immer wieder geschieht. Es ist auf Geldvermehrung ausgerichtet und benötigt Kredite. Überschüsse sollen gewinnbringend angelegt werden. Die Geschäftsbanken konzentrieren das Geld auf sich und befriedigen die Geldnachfrage. Mit Hilfe der Kreditschöpfung werden die Grenzen des Verfügbaren überwunden. Einlagen dürfen am Markt mehrfach zirkulieren. Spekulationen auf Wertveränderungen von Finanzprodukten und riskante Unternehmungen sind mit dem Vertrauen der Anleger/innen eng verbunden. Das Vertrauen der Anleger/inen kann, ausgelöst durch bestimmte Ereignisse, entzogen werden und zur Zahlungsunfähigkeit von Finanzinstituten führen, wenn die Kunden ihre verliehenen Einlagen zurück haben wollen. So führte die starke Verflechtung des Marktes mit Finanzinstituten weltweit gepaart mit dem Vertrauensverlust zur globalen Finanzkrise. Mit frischem Geld und großer Inflationsgefahr interveniert der Staat, um den Zusammenbruch des Geldsystems zu verhindern. Durch die mit der Finanzkrise erlebbaren Zerstörungskraft wird die Fehlsteuerung der kapitalistischen Wirtschaftsform deutlich.

Die Europäische Zentralbank, die als unabhängiges Organ die Geldpolitik im Euroraum bestimmt, ist auch für die Überwachung der Geldmenge verantwortlich. Sie fühlt sich zuerst der Preisstabilität verpflichtet. Wachstum und Beschäftigung spielen dabei nachgeordnete Rollen. Die Geldmenge unter dem Eindruck der Kreditschöpfung ist immer ein Versprechen in die Zukunft auf mehr Wachstum. Nur vergisst die EZB dabei, dass die Menschen nichts von stabilen Preisen mit einhergehender Arbeitslosigkeit haben. Die LINKE fordert, dass auch die EZB Verantwortung für Wachstum und Beschäftigung wahrnimmt und ihre Zinssenkungsspielräume nutzt.

Darüber hinaus fordert die LINKE einen Umbau des Steuersystems der die öffentlichen Haushalte auf eine solide Grundlage stellt. Insbesondere die Kommunen brauchen eine stabile Einnahmebasis. Wichtigstes Prinzip für die LINKE in der Steuerpolitik ist neben der Orientierung an den staatlichen Aufgaben der Grundsatz der Verteilungsgerechtigkeit. Stichworte hierzu sind Erbschaftssteuer, Einkommenssteuer, Körperschaftssteuer, Gemeindewirtschaftssteuer, Börsenumsatzsteuer und Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität. Die Umsetzung unserer steuerpolitischen Forderungen könnte wirksam zu jährlichen Mehreinnahmen von mindestens 70 Milliarden Euro führen. Mehr Beschäftigung und Wachstum führen zu Selbstfinanzierungseffekten und Ausgabenreduzierungen. Eine Million weniger Arbeitssuchende bedeuteten etwa weitere 20 Milliarden Euro für die öffentlichen Haushalte.

Linke Finanz- und Wirtschaftspolitik steht nicht für schuldenfinanzierte Konzepte, sondern für Verteilungsgerechtigkeit und Solidarität unter allen WirtschaftsteilnehmerInnen.

Die Fraktion DIE LINKE hat im Deutschen Bundestag in der letzten Legislaturperiode umfassend zu diesem Thema gearbeitet. Genauere Informationen finden Sie unter www.linksfraktion.de

Mit freundlichen Grüßen

Halina Wawzyniak
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Frage zum Thema Wirtschaft
26.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Wawzyniak,

Befürworten Sie Ein-Euro-Jobs oder lehnen Sie sie ab? Wäre es nicht besser, anstelle dessen Arbeitsplätze zu schaffen? Aber wer soll das bezahlen? Und falls Sie die Ein-Euro-Jobs ablehnen, was konkret wollen Sie dagegen unternehmen, wenn Sie in den Bundestag kommen?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Halina Wawzyniak
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26.08.2009
Halina Wawzyniak
Sehr geehrte Frau ,

ich lehne die sog. 1 Euro-Jobs ab. Ich habe bei der Vorstellung der Ergebnisse der Hartz-Kommission im Jahr 2002 bereits protestiert und als Anwältin im Bereich der Beratung von Hartz IV-Betroffenen gearbeitet.

Von Arbeit muss man -und frau- leben können. Mit den sog. 1 Euro-Jobs werden Arbeinehmer/innen erpressbar und wird gesellschaftlich nützliche Arbeit entwertet.

DIE LINKE will Hartz IV überwinden. Es gibt gesellschaftliche Bereiche, in denen es absurd ist auf Rentabilität zu achten. So im Bereich der Gesundheit und der Bildung. DIE LINKE schlägt einen Öffentlich geförderten Beschäftigungssektor (ÖBS) vor, mit welchem gesellschaftlich sinnvolle Arbeit gerecht entlohnt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Halina Wawzyniak
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Frage zum Thema Außenpolitik
02.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Wawzyniak,

die Haltung der LINKEN im Nahost-Konflikt ist recht uneinheitlich. Auf der einen Seite fahren Politiker wie Lafontaine einen klar anti-israelischen Kurs, es gibt aber auch eine pro-zionistische Jugendorganisation (Bat Schalom) in der LINKEN. Auch Kandidat Lederer ließ sich schon einmal auf einer pro-israelischen Demonstration sehen (was der SDS.DieLINKE sofort zum Anlaß nahm, ihn zusammenzufalten).

Wie ist Ihre Haltung bezüglich Existenzrecht, Kampf gegen Hamas-Terroristen und Unterstützung Israels in diesem Kampf? Die antisemitischen Hetzparolen auf den Demonstrationen dieses Jahres (Gaza-Krieg), die von "Juden raus" bis "Kindermörder Israel" alles zu bieten hatten, bestärken mich in der Ansicht, daß eine klare Solidaritätshaltung zum Staat der Jüdinnen und Juden enorm wichtig ist.

Mit freundlichen Grüßen,

M.
Antwort von Halina Wawzyniak
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03.09.2009
Halina Wawzyniak
Sehr geehrte Frau ,

lassen Sie mich bitte zuerst erklären, dass ich Ihre Einschätzung zur Politik von Oskar Lafontaine nicht teile.

Die Position der LINKEN ist eindeutig: An dem Existenrecht Israels kann und darf es keinen Zweifel gebeben. Das Existenzreicht Israels ist die Grundlage aller Debatte, wie der Nahost-Konflikt gelöst werden kann. Andererseits ist es aber auch dringend erforderlich, dass Isreale seine Siedlungspolitik beendet. Am Ende muss eine Zwei-Staaten-Lösung stehen.

Ich selbst habe mich immer gegen Boykottaufrufe gegen Isreal ausgesprochen.


Mit besten Grüßen
Halina Wawzyniak
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Frage zum Thema Außenpolitik
02.09.2009
Von:

Guten Abend,

ich verfolge mit Interesse die Wahlthemen der Linken und gehe in vielen wesentlichen Punkten mit ihnen konform.

An anderen sehr wichtigen Stellen habe ich allerdings dringende Fragen: Z.B., wie ist Ihre Ansicht zum palesinensisch-israelischen Konflikt? Wie ist die offizielle Linie Ihrer Partei zu diesem Thema? Welche Lösungsansätze gibt es? Daraus leitet sich auch gleich die Frage ab, wie Ihre Partei mit dem, an einigen Stellen erschreckend deutlich zutage tretenden, Antisemitismus in den eigenen Reihen umzugehen gedenkt.

Zum anderen frage ich mich, wie es mit dem Demokratieverständnis Ihrer Partei zusammenpaßt, die Entwicklung z.B. in Venezuela als deutlich positiv herauszustellen. Ein Politiker wie Chávez, dessen USA-Feindlichkeit bekannt ist, der kritischen Journalismus mit Gewalt unterbinden läßt, mit dem bekennenden Holocaust-Leugner Ahmadinedschad befreundet ist und sogar zusammen arbeitet, kann sicherlich kein positives Beispiel für demokratisches Vorgehen sein. Sollte so die sozialistische Linie aussehen, graust es mich!

Ich wäre sehr froh, wenn Sie mir bald eine Antwort geben könnten.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Halina Wawzyniak
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03.09.2009
Halina Wawzyniak
Sehr geehrte Frau Klafczenski,

unsere Position ist ziemlich eindeutig. Grundbedingung der Lösung des Nahost-Konfliktes ist die Anerkennung des Existenzrechts Israels. Ich habe mich immer gegen Boykottaufrufe gegen Israel gewandt. Allerdings muss auch der Siedlungsbau beendet werden, um wirklich zu einer Lösung zu kommen.

Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Beschluss des geschäftsführenden Vorstand vom 25. Mai 2009. die-linke.de

Was Chavez angeht konnte ich mir im April diesen Jahres ein Bild vor Ort machen. Ich sehe durchaus einige Entscheidungen kritisch. Aus meiner Sicht ist ein Problem, dass die Opposition sich nicht an den vergangenen Wahlen beteiligt hat und somit keine parlamentarische Opposition existiert. Ich musste zur Kenntnis nehmen, dass die Gesellschaft in Venezuela immer noch stark gespalten ist und selbst Programme wie die zur Bekämpfung der Analphabetisierung heftig bekämpft werden. Es gibt andererseits eine breite Unterstützung für die sozialpolitischen Verbesserungen vor Ort. Allerdings gilt auch hier: Freiheit und Sozialismus ist das was ich will.

Beste Grüße

Halina Wawzyniak
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