Gernot Erler (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2005
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Gernot Erler
Jahrgang
1944
Berufliche Qualifikation
Verlagsleiter
Ausgeübte Tätigkeit
Miglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Freiburg
Ergebnis
45,1%
Landeslistenplatz
4, Baden-Württemberg
weitere Profile
Wenn Sie Herrn Erler eine Frage stellen möchten, nutzen Sie ganz einfach das Frageformular auf dieser Seite. abgeordnetenwatch.de wird Ihre Frage für Sie an Herrn Erler zur Beantwortung weiterleiten. Die beantworteten Fragen erscheinen dann hier im Profil.
Fragen an Gernot Erler
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Außenpolitik
14.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Erler,

hier einige Fragen zur Außenpolitik:
1. Israel:
Wie stellt sich ihre Parteil zu den Menschenrechtsverletzungen der israel. Regierung? Darunter fallen u.a. der Mauerbau, die Zwangsenteignung der paläst. Zivilbevölkerung, widerrechtlicher Siedlungsbau auf paläst. Land, die Langzeitinhaftierung angeblicher Terroristen ohne Anklage und Gerichtsverhandlung. Dies sind alles Punkte, die absolut nicht mit den Genfer Menschenrechtskoventionen in Einklang zu bringen sind. Wird es hier Konsequenzen geben wie z.B. Einstellung aller Zahlungen an die israel. Regierung sowie die sofortige Einstellung aller Waffenlieferungen.

2. USA
Sollte Herr Bush tatsächlich den Angriff auf den Iran planen wird es dann eine Beteiligung deutscher Soldaten geben?
Wie sieht es mit einer Stellungnahme zu den Menschenrechtsverletzungen der USA aus z.B. Gutanamo Bay auf Kuba, das Inhaftieren von Menschen in unbekannten Gefängnissen und das generelle Verhalten der amerik. Regierung gegenüber Staaten die angeblich chem. oder atomare Waffen besitzen.
Antwort von Gernot Erler
bisher keineEmpfehlungen
15.09.2005
Gernot Erler
Sehr geehrte Frau ,


ich möchte Ihnen auf Ihre Frage wie folgt antworten:

1. Israel

Der Deutsche Bundestag und die SPD-Bundestagsfraktion haben in den vergangenen Jahren mehrfach das Existenzrecht des Staates Israel bekräftigt und terroristische Gewalt verurteilt. Das Recht der Bürgerinnen und Bürger Israels in sicheren Grenzen frei von Angst, Terror und Gewalt leben zu können, ist für uns unantastbar. Gleichzeitig erkennen wir das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes an, in einem demokratischen Staat zu leben, der Seite an Seite in Frieden mit Israel existiert. Wir sind der Überzeugung, dass die sichere Existenz Israels auf Dauer ohne einen eigenständigen und lebensfähigen demokratischen Staat Palästina nicht vorstellbar ist.

In einem interfraktionellen Antrag vom 28.01.2004 (Roadmap wiederbeleben – Genfer Initiative unterstützen) stellte der Bundestag unter anderem fest: " Israel wird aufgefordert, den Bau von Siedlungen einzustellen, die nach März 2001 errichteten Siedlungen aufzulösen, die täglichen Behinderungen gegenüber der palästinensischen Zivilbevölkerung aufzuheben und dem Ergebnis von abschließenden Verhandlungen nicht der Errichtung von Mauern und Zäunen jenseits der grünen Linie vorzugreifen." Das gilt auch für Ostjerusalem.

Nur auf politischem Wege kann Israel mit Aussicht auf Erfolg dazu gebracht werden, als Vertragspartei des 4. Genfer Abkommens die damit verbundenen Verpflichtungen einzuhalten. Das gilt auch für den Bau der Mauer und des Zauns. Wir betrachten die Roadmap als nach wie vor gültigen Fahrplan für den wieder aufzunehmenden Friedensprozesses. Ausgehend von der grünen Linie ist die Grenzziehung zwischen Israel und einem künftigen souveränen Staat Palästina durch Friedensverhandlungen zu erzielen. Bis dahin sind Annexionen und einseitige Landnahmen nach unserer Auffassung mit dem Völkerrecht nicht vereinbar.

Grundlage jeder Entscheidung über Rüstungsexporte bilden die strengen deutschen Rüstungsexportrichtlinien, die von SPD und Grünen 1999 beschlossen wurden. Grundsätzlich sind Rüstungsexporte in die Region des Nahen und Mittleren Ostens äußerst restriktiv. Als Saddam Hussein 1991 Scudraketen nach Israel schoss, erhielt das Land zur Selbstverteidigung von Deutschland Patriot-Abwehrraketen. Als die israelische Regierung um eine Lieferung von Fuchs-Mannschaftstransportpanzern bat, lehnte die amtierende Bundesregierung ab, weil sie befürchtete, dass der Konflikt zwischen Israel und Palästina dadurch angeheizt wird. Diese restriktive Politik der Bundesregierung wird von uns unterstützt.

2. USA

Bundeskanzler Gerhard Schröder und die gesamte SPD sind der Auffassung, dass im Falle des Iran alles getan werden muss, den Konflikt über die Frage der Urananreicherung und der daraus resultierenden Möglichkeit des Iran, in den Besitz von Nuklearwaffen zu kommen, auf dem Verhandlungsweg gelöst werden muss. Für uns gibt es keine militärische Option. Der Irak-Krieg zeigt uns täglich, welche Folgen es haben kann, auf die militärische Karte zu setzen. Daher gilt im Falle des Iran: Es gibt keine Alternative zum Verhandlungsweg!

Wir appellieren an die USA, auch im Kampf gegen den Terrorismus die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit vollständig zu respektieren. Wir fordern die USA auf, Misshandlungen von Häftlingen in Guantánamo zu unterbinden, alle Fälle von Misshandlungen zu untersuchen, strafrechtlich zu verfolgen und zu bestrafen sowie unverzüglich alle Häftlinge freizulassen, gegen die keine ausreichenden Beweise vorliegen, die die Erhebung einer Anklage rechtfertigen würden.

Für die Behandlung von Staaten, die vermeintlich oder tatsächlich Massenvernichtungswaffen besitzen oder ihren Besitz anstreben, gilt das Gleiche, wie im Fall Iran. Es muss alles getan werden, diese Staaten international einzubinden und sie davon zu überzeugen, auf den Besitz dieser Waffen zu verzichten. Dies kann durch politische, wirtschaftliche und entwicklungspolitische Anreize geschehen. Es gibt ermutigende Anzeichen dafür, dass sich auch in den USA wieder die Erkenntnis durchsetzt, dass Verhandlungen mit solchen Staaten zwar der langwierigere und mühsamere, letztendlich aber der erfolgreichere Weg sind. So scheint im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm wieder etwas Bewegung in die Gespräche gekommen zu sein, auch wenn es noch vieler Verhandlungsrunden bedarf, bis es zu einem Abkommen kommt.

Mit freundlichen Grüßen


Gernot Erler, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Wirtschaft
15.09.2005
Von:

Um die Möglichkeiten der Schaffung von Arbeitsplätzen zu erhöhen reicht es sicherlich wenn man die Energiekosten und die Steuern erhöht.
Wie muß man sich es vorstellen von was man die Arbeitnehmer bei immer höheren Abgaben noch bezahlen soll?
Antwort von Gernot Erler
bisher keineEmpfehlungen
16.09.2005
Gernot Erler
Sehr geehrter Herr ,

der Staat kann keine Arbeitsplätze schaffen. Die Schaffung von Arbeitsplätzen ist vorrangig die Aufgabe der Unternehmen im Lande. Die Politik hat dafür zu sorgen, dass sie wettbewerbsfähig sind, was Steuern und Abgaben angeht. Das heißt vor allem runter mit den Steuern und Senkung der Lohnnebenkosten. Wir haben mit unserer großen Steuerreform Arbeitnehmer und Unternehmen entlastet, insbesondere der Mittelstand konnte um 17 Mrd. Euro entlastet werden. Die Lohnnebenkosten wur­den gesenkt, die Förderung des Mittelstands durch die KfW Mittelstandsbank intensi­viert. Außerdem haben wir in unserem Wahlma­nifest einige Maßnahmen zur Stärkung der Nachfrage festgeschrieben, u. a. Investitio­nen in Infrastruktur ebenso wie weitere Steuersenkungen für Unternehmen.

Energie sollte nicht teurer werden. Aber die Energiepreisentwicklung zeigt ganz deutlich, dass die rot-grüne Koalition mit dem seit 1998 eingeschlagenen energiepolitischen Kurs für mehr Effizienz und Erneuerbare Energien die richtigen Weichen gestellt hat. Gegen hohe Energiepreise helfen vor allem Innovationen in neue Produkte und Technologien, in Effizienz und Zukunftsmärkte.

Mit freundlichen Grüßen

Gernot Erler
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Gernot Erler
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.