Gerlef Gleiss (DIE LINKE)
Kandidat Bürgerschaftswahl Hamburg 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Gerlef Gleiss
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Sozialarbeiter
Ausgeübte Tätigkeit
Mitarbeiter der Beratungsstelle für behinderte Menschen von Autonom Leben
Wohnort
-
Wahlkreis
Hamburg - Mitte , Listenplatz 4, Stimmen (Wahlkreis): 2.012, 2,2%
Landeslistenplatz
12
(...) Ich weiß natürlich nicht, wie genau das Schulsystem in drei Jahren in Hamburg aussieht. DIE LINKE ist für "eine Schule für alle": eine Ganztagsschule, in der alle SchülerInnen bis zur 10. Klasse gemeinsam, aber individuell angepasst unterrichtet werden. Angenommen, DIE LINKE und die Initiative "Eine Schule für alle" setzt sich in den nächsten drei Jahren nicht durch und wir haben das Zwei-Säulen-Modell von CDU und anderen, dann kann ich Ihnen nur raten, fragen Sie vor allem Ihren Sohn, was er möchte. (...)
 
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Frage zum Thema Arbeit
06.02.2008
Von:

Guten Tag Herr Gleiss,

Frau Heyenn hat vor einigen Tagen im Interview des Abendblatt gesagt, das der Gegner des Wahlkampfs der Linken in Hamburg die SPD sei. Sehen Sie das auch so?

Vielen Dank für eine Antwort!
Antwort von Gerlef Gleiss
17Empfehlungen
09.02.2008
Gerlef Gleiss
Lieber Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Alle bisher in der Hamburger Bürgerschaft vertretenen Parteien lehnen ausdrücklich eine Zusammenarbeit mit DER LINKEN ab.
Selbst Gespräche mit ihr lehnen sie ab. In diesem Sinne sind alle diese Parteien Gegner DER LINKEN. DIE LINKE ist die einzige Partei, die eindeutig gegen Hartz IV und für eine Ausweitung des Sozialstaates ist. Sie will eine grundsätzlich andere Politik und eine andere Gesellschaft. Daher ist die ablehnende und gegnerische Haltung der anderen Parteien folgerichtig.

Gut 90% der WählerInnen werden voraussichtlich am 24. Februar nicht für DIE LINKE stimmen. Diese muss daher nach der Wahl also noch viel Überzeugungsarbeit leisten, um mehr AnhängerInnen zu bekommen. Sie braucht noch viel mehr UnterstützerInnen und Bündnispartner, um auch nur kleine Teile ihres Programms verwirklichen zu können. Diese wird sie erfahrungsgemäß mehr unter den NochwählerInnen der SPD und unter den NichtwählerInnen gewinnen als unter den WähllerInnen von CDU und Grünen. DIE LINKE und die SPD bemühen sich also um die Gunst und die Zustimmung der gleichen WählerInnen. Auch in diesem Sinne sind wir Gegner und das erklärt, warum die SPD besonders giftig und ablehnend auf DIE LINKE reagiert.
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Frage zum Thema Bildung
14.02.2008
Von:
Ang

Sehr geehrter Herr Gleissr,

Ich finde es sehr lobenswert, dass Sie zu den Politikern gehören die zumindest die meisten Fragen beantworten, vielleicht habe ich auch Glück.

mein Sohn besucht zwar erst die 1. Klasse, übrigens einer Privatschule, weil das Bildungssystem in Hamburg dermaßen schlecht ist; aber er kommt irgendwann in eine weiterführende Schule.

Für welche Auswahl, die die Eltern dann haben sollen, setzen Sie sich ein? Elitegymnasium und Resteschule?

Was mache ich wenn mein Sohn

a) nicht gut genug fürs Gymnasium ist oder
b) nicht gut genug sein darf, da er aus einem sozial schwächeren Elternhaus kommt?

Bitte antworten Sie mir schnell, da diese Frage für mich sehr wahlentscheidend ist.

mfG
a.krogh
Antwort von Gerlef Gleiss
12Empfehlungen
16.02.2008
Gerlef Gleiss
Guten Tag Frau (?) ,

Vielen Dank für Ihre Frage. Ich weiß natürlich nicht, wie genau das Schulsystem in drei Jahren in Hamburg aussieht. DIE LINKE ist für "eine Schule für alle": eine Ganztagsschule, in der alle SchülerInnen bis zur 10. Klasse gemeinsam, aber individuell angepasst unterrichtet werden. Angenommen, DIE LINKE und die Initiative "Eine Schule für alle" setzt sich in den nächsten drei Jahren nicht durch und wir haben das Zwei-Säulen-Modell von CDU und anderen, dann kann ich Ihnen nur raten, fragen Sie vor allem Ihren Sohn, was er möchte. Ansonsten empfehle ich immer eine Ganztagsschule. Da ist der Stress für die SchülerInnen meist noch am geringsten; sie haben mehr Ruhe vor nervigen Eltern und diese haben mehr Zeit für ihr Leben und andere wichtige Dinge, zum Beispiel, sich zusammen mit der LINKEN für eine bessere Schule und Bildung einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen von
Gerlef Gleiss
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Frage zum Thema Soziales
16.02.2008
Von:

Sehr verehrter Herr Gleiss

was unternehmen Sie persönlich, dass die amerikanische Ellenbogengesellschaft bei uns in der Gesellschaft nicht weiter fortschreitet?
Ist Hartz IV mit dem Sozialstaatsprinzip vereinbar?
Warum erhalten Kinder von Einkommensstarken Familien mehr Kindergeld als
Normalverdiener? Ist dies nicht Verfassungswidrig?

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Gerlef Gleiss
9Empfehlungen
18.02.2008
Gerlef Gleiss
Guten Tag Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen.
Ich halte "Hartz IV" für nicht mit dem Sozialstaatsprinzip vereinbar und - wie eine Reihe Juristen - für verfassungswidrig. DIE LINKE will daher "Hartz IV" auch nicht verbessern, sondern abschaffen Die Förderung von Familien und Kindern durch Kindergeld, Elterngeld, Kinderfreibeträge usw. benachteiligt einkommensschwache Familien. Das muss dringend geändert werden.
Was tu ich persönlich gegen die fortschreitende Ellenbogengesellschaft? Ich arbeite seit über 17 Jahren hauptamtlich als Sozialarbeiter in der "Beratungsstelle für behinderte Menschen" von Autonom Leben e.V. in Altona. Die Stadt Hamburg ist so nett und bezahlt mich dafür, dass ich behinderte Menschen oder deren Angehörige ermutige und unterstütze, sich nicht alles gefallen zu lassen und ihre Rechte wahrzunehmen. Ansonsten mache ich seit über 36 Jahren "linke Politik". Viele Menschen haben die zunehmende "Ellenbogengesellschaft", die Ungerechtigkeiten und wachsende Kluft zwischen arm und reich satt. Sie fühlen sich aber ohnmächtig und wissen nicht so recht, wie sie sich wehren und das Ganze verändern können. Sie müssen vor allem ermutigt werden. Und ich hoffe, dass ein gutes Wahlergebnis für DIE LINKE zumindest eine kleine Ermutigung in diesem Sinne sein wird.
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
16.02.2008
Von:

Guten Tag Herr Gleiss,

wie bewerten Sie die Tatsache, dass Mitglieder der DKP auf der Liste der DIE LINKE bei der Bürgerschaftswahl kandidieren?

Wie offen weist denn DIE LINKE auf diesen Umstand hin?

Und wie bewerten Sie es, dass nun auch eine Hamburger Kandidatin, die sich ebenfalls auf Ihrer Liste befindet und von der DKP ist, folgendes auf die Frage sagt, wie sie die Aussagen von Frau Wegner bewertet:

" Ich stehe Geheimdiensten grundsätzlich kritisch gegenüber [..] Wir müssen aber auch die Frage diskutieren, wie sich eine sozialistische Gesellschaft [...] gegen Angriffe schützen kann. [...] Eine sozialistische Gesellschaft kann nur mit dem Willen und der Unterstützung der Mehrheit der Bevölkerung aufgebaut werden, und diese Menschen gilt es zu schützen."

Was halten Sie als Vertreter von DIE LINKE davon?
Antwort von Gerlef Gleiss
20Empfehlungen
18.02.2008
Gerlef Gleiss
Guten Tag Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen.
DIE LINKE will eine grundsätzlich andere Politik. Die Hamburger Landesregierungen – ganz gleich ob von der SPD oder der CDU oder den GRÜNEN gestellt – haben in den letzten Jahren durch Privatisierungen in wichtigen Bereichen der sozialen Versorgung – Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Bildung, Reha-Einrichtungen und Energie – der Politik immer mehr Handlungsmöglichkeiten genommen. Gleichzeitig haben sie durch eine Steuerpolitik für eine zunehmende Bereicherung Weniger bei gleichzeitiger Zunahme öffentlicher Armut gesorgt. Aber nur Reiche können sich einen armen Staat leisten.

DIE LINKE will eine Politik, die sich an den Interessen der großen Mehrheit der Bevölkerung ausrichtet und nicht an den Profitinteressen einer klitzekleinen Minderheit. Sie will eine Gesellschaft. die niemanden aussondert oder zurücklässt und allen eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Alle anderen Parteien in der Bürgerschaft haben leider klar gesagt, dass sie mit DER LINKEN nicht zusammenarbeiten wollen. Sie wollen ihre bisherige Politik ungestört fortsetzen. Rund 90 % der WählerInnen werden am 24. Februar voraussichtlich nicht für die LiNKE stimmen. DIE LINKE braucht für ihre grundsätzlich andere Politik daher noch viel mehr UnterstützerInnen. Sie braucht Bündnispartner vor allem außerhalb des Parlaments: die Gewerkschaften, die Sozialverbände, kirchliche Gruppen, Migrantenorganisationen,. Sie hat daher auch VertreterInnen dieser Gruppen auf vordere Plätze ihrer Kandidatinnenliste gewählt. Darunter sind auch Mitglieder der DKP und andere Kommunisten. Und das ist gut so. Ich selbst bin kein Mitglied der DKP, aber selbstverständlich Kommunist. Und das Problem ist nicht, dass ich oder manche andere Kommunisten sind, sondern dass es so viele nicht sind. Sie zitieren eine Kandidatin der LINKEN mit den Worten: " Ich stehe Geheimdiensten grundsätzlich kritisch gegenüber [..] Wir müssen aber auch die Frage diskutieren, wie sich eine sozialistische Gesellschaft [...] gegen Angriffe schützen kann. [...] Eine sozialistische Gesellschaft kann nur mit dem Willen und der Unterstützung der Mehrheit der Bevölkerung aufgebaut werden, und diese Menschen gilt es zu schützen."
Dem muss ich allerdings widersprechen. Ich stehe Geheimdiensten nicht grundsätzlich kritisch gegenüber, sondern ich lehne sie strikt ab. Geheimdienste gehören aufgelöst! Und zwar alle! Und heute müssen wir nicht die Frage diskutieren, wie sich eine sozialistische Gesellschaft gegen Angriffe schützen kann, sondern wie wir die Gewerkschaften, die Tarifverträge, die solidarische Krankenversicherung, die Renten, die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen und, und, und vor den Angriffen des Kapitals schützen. Und dabei sind die Mitglieder der DKP nützlich und willkommen, auch wenn manche von ihnen, sich hin und wieder zu dummen Antworten verleiten lasen.
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
22.02.2008
Von:

Sehr verehrter Herr Gleiss,

was halten Sie von Volksentscheiden nach Schweizer Vorbild. Ist dies nicht die tatsächliche basisorientierte Demokratie, daß das Volk über wichtige Angelegenheiten selbst entscheiden kann?
Was denken Sie haben wir zur Zeit tatsächlich eine Demokratie in Deutschland, oder ist diese von wenigen KAPITALKRÄFTIGEN Leuten bestimmt?
Ich denke man sollte auch trotz Politikverdrossenheit der LINKEn eine Stimme geben, damit diese es besser machen kann.
Sehen Sie die Demokratie in Gefahr durch bestimmte Politiker und Manager, sowie durch den Neoliberalismus?
Denken Sie, daß wir zur Zeit einen qualifizierten Aufschwung in Deutschland haben, oder ist dies wiedereinmal nur Augenwischerei der Regierungskoalition?
Welche Folgen wird die amerkanische Immobilienkrise für Hamburg und Deutschland nach sich ziehen ,in Bezug auf Staatsfinanzen und Arbeit?
Thema Altersarmut: Werden die Rentner und v.a. die Rentnerinnen der Zukunft von deren Rente leben können? Anscheinend ist diese ab 2030 für die allermeisten unter dem Sozialhilfeniveau vgl. hierzu www.nestor.hu-berlin.de/index.php?action=artikel&source=main&&id=97 oder bis Sozialhilfeniveau. Wäre nicht ein Rentensystrem nach Schweizer Vorbild in dem alle 7 Einkunftsarten in die Rentenkasse einbezahlen nicht besser? In der Schweiz müssen die Rentner und Rentnerinnen nicht überlegen, ob sie sich den Gang in das Cafe an der Ecke noch leisten können.


Mit freundlichen Grüßen

Dipl.Betriebswirt BA Steuern&Prüfungswesen
Antwort von Gerlef Gleiss
5Empfehlungen
23.02.2008
Gerlef Gleiss
Guten Tag Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen. unsere Gesellschaft wird durch die wirtschaftlichen Interessen einer klitzekleinen Minderheit bestimmt. Ich bin daher für vielfältige Formen von direkter Demokratie, die die Macht des Kapitals beschneiden. Die Krise des kapitalistischen Wirtschaftssystems wird noch sehr viel dramatischere Formen annehmen. Wenn wir nicht aufpassen und uns wehren, wird sie zu einer umfassenden politischen Krise werden, in deren Folge auch die parlamentarische Demokratie als Ganzes gefährdet ist.

Die zunehmenden Kriege - auch mit deutscher Beteiligung - die allgegenwärtige staatliche Überwachung, der Abbau demokratischer Rechte und die wachsende Kluft zwischen arm und reich sind ihre Vorboten. Von der Klimakatastrophe und anderen Zerstörungen der Umwelt ganz zu schweigen. Die ungesicherten Renten sind dabei noch mit das kleinste Problem - aber schon schlimm genug. Ich hoffe die Wahlerfolge der LINKEN kommen noch rechtzeitig und im ausreichenden Maß, um das Schlimmste zu verhindern.
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Ihre Frage an Gerlef Gleiss
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