Sehr geehrter Herr

,
Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:
Im vorliegenden Fall der Familie aus Sundern sprachen massivste gesundheitliche Probleme eindeutig gegen eine Abschiebung.
Was das Thema generell angeht, so bedarf es einer differenzierten Betrachtungsweise. Sie können Familien, die zwischenzeitlich hier voll integriert sind, ihren Lebensunterhalt bei uns durch eigene Arbeit verdienen und deren Kinder hier geboren sind, hier zur Schule gehen und die Sprache ihres "Heimatlandes" teilweise nicht einmal sprechen nicht ohne Weiteres in das Kosovo zurückführen. Das wäre inhuman. Entsprechend hat die Innenministerkonferenz (IMK) für diese Fälle parteiübergreifend auch eine zumindest vorübergehende Lösung gefunden.
Was die Rückführung ansonsten angeht, ist eine solche bei ehemaligen Kosovo-Flüchtlingen ja keineswegs ausgeschlossen, sondern wird von den zuständigen Behörden mit unterschiedlicher Intensität auch betrieben.
Die Lebensverhältnisse im Kosovo sind mit denen in West- und Mitteleuropa in keinster Weise vergleichbar. Noch immer herrschen dort ganz erhebliche Missstände. Das ist auch der Grund, warum dort nach wie vor internationale Organisationen wie UN und EU tätig sind und wohl auch noch lange tätig sein müssen.
Auch Bundeswehr und deutsche Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte verrichten im Rahmen dieser Hilfen dort ihren schwierigen Dienst.
Was wir brauchen ist eine Betrachtung, die jeden Fall einzeln einer intensiven Prüfung unterzieht und dann zu einer fundierten Entscheidung führt.
Lieber Herr

, für weitere Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bitte dann um entsprechende Mitteilung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Gerd Stüttgen