Gerd Friedrich Bollmann (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Gerd Friedrich Bollmann
Jahrgang
1947
Berufliche Qualifikation
Berufsschullehrer
Ausgeübte Tätigkeit
MItglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Herne - Bochum II
Landeslistenplatz
keinen, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
(...) Mir sind die deutschen Soldaten und Ihre Schicksale nicht gleichgültig. Ihrem erhobenen Vorwurf, dass ich und meine Bundestagskollegen dem Tod von Soldaten gleichgültig gegenüber stehen, bzw. ihm einfach hinnehmen, muss ich vehement widersprechen. Mein tiefstes Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Verwandten. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Gerd Friedrich Bollmann
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema AWACS-Einsatz in Afghanistan
23.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Bollmann,

die Bundeswehr ist in Afghanistan. Die einen Reden von Krieg, andere wiederum nicht.
Wie ist Ihre Einschätzung zu diesem Thema. Wird die Bundesrepublik am Hindukusch verteidigt, wie Herr Struck sagte? Ist die Bundesrepublik im Krieg? Können Sie mir auch sagen, wieviele Soldaten aus D zurzeit dort sind und wieviele schon umgekommen sind. Und zum Schluss: Wie lange bedarf Ihrer Einschätzung nach ein Nato-Einsatz unter deutscher Beteiligung in Afghanistan.
Antwort von Gerd Friedrich Bollmann
1Empfehlung
28.07.2009
Gerd Friedrich Bollmann
Sehr geehrte Frau ,

der Bundeswehreinsatz in Afghanistan ist ein äußerst gefährlicher Kampfeinsatz.
Ich persönlich bezeichne den Afghanistaneinsatz nicht als Krieg, weil nach meiner Auffassung (und auch nach dem Völkerrecht) Krieg nur zwischen Staaten und Völkern stattfinden kann.
Die "Gegner" in Afghanistan sind aber weder das Volk noch der Staat, es sind Terroristen und Verbrecher. Die Taliban kämpfen mit terroristischen Mitteln, sie scheuen nicht davor zurück, unschuldige Zivilisten heimtückisch durch Bombenanschläge zu töten. Die Bundeswehr unterstützt die afghanischen Sicherheitskräfte bei der Bekämpfung von Terroristen und Verbrechern, sie bildet Streitkräfte und Polizei aus, schützen und unterstützen den zivilen Aufbau.
Unter der Herrschaft der Taliban entstanden in Afghanistan zahlreiche Terrorcamps. In Afghanistan wurden nicht nur Terroranschläge geplant, sondern in den Camps auch Terroristen ausgebildet und geschult. Auch für den Einsatz in Deutschland. Bei vielen Anschlägen in Urlaubsregionen oder z.B. auf das World Trade Center waren bei der Durchführung und Planung in Afghanistan ausgebildete Terroristen beteiligt. Unter den Opfern dieser Anschläge waren zahlreiche Deutsche.
Daher wird die Sicherheit Deutschlands und deutscher Bürger auch in Afghanistan verteidigt.
Derzeit sind ca. 3500 Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Gemäß dem Beschluss des Bundestages kann bei Bedarf die Zahl um weitere 1000 Soldaten erhöht werden. Bisher sind bei Anschlägen und Gefechten 16 Soldaten getötet worden, 108 Soldaten wurden verwundet.
Ziel des Bundeswehreinsatzes ist sicherzustellen, dass die afghanischen Streitkräfte aus eigener Kraft Frieden und Sicherheit gewährleisten können. Aus diesem Grund bildet die Bundeswehr Polizei und Streitkräfte aus. Wie lange es jedoch dauern wird, bis die afghanischen Streitkräfte ohne Hilfe auskommen, kann ich nicht vorhersagen. Daher kann ich auch nicht sagen, wie lange der Bundeswehreinsatz andauern wird.
Der Bundestag wird regelmäßig informiert. Unter Berücksichtigung der aktuellen Situation werden wir über den Afghanistaneinsatz immer wieder erneut entscheiden müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd Bollmann
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Arbeit
04.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Bollmann,
ich habe mit Interesse den Auftritt von Herrn Steinmeier mit seinen Wahlaussagen verfolgt. U.a. möchte Ihre Patei 500000 Stellen im Gesundheitswesen schaffen, Gebührenfreiheit von der Kita bis zur Uni und den Schuldenabbau zurückstellen. Ich frage mich, warum diese durchaus positiv zu wertenden Aussagen erst jetzt vor der Wahl vorgestellt werden, in der Vergangenheit in dieser Richtung z.T. das Gegenteil unternommen wurde.(Bildungsgebühren) Auch haben Sie zur Grundgesetzänderung "Schuldenbremse" mit Ja gestimmt. Wie wollen Sie die gemachten Aussagen umsetzen, wenn der Staat keine bzw. nicht mehr so hohe Schulden aufnehmen darf. Im übrigen, als Berufsschullehrer wissen Sie ja sicherlich, dass in der einfachen Buchhaltung den Schulden auf der einen Seite die positive Bilanz auf der anderen gegenübersteht.
Antwort von Gerd Friedrich Bollmann
1Empfehlung
05.08.2009
Gerd Friedrich Bollmann
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Fragen. Dazu kann ich Ihnen folgendes Mitteilen:

1. Die SPD war und ist grundsätzlich gegen Studiengebühren. In keinem Bundesland mit SPD - Regierungsbeteiligung gibt es Studiengebühren. Ebenso treten wir Sozialdemokraten seit langem für die Gebührenfreiheit von Kitas ein, in Rheinland-Pfalz haben wir dies bereits durchgesetzt.

2. Sie weisen daraufhin, dass ich als ehemaliger Berufsschullehrer wissen müsste, dass es in der einfachen Buchhaltung die Ausgaben- und Einnahmenseite gibt. Obwohl ich nicht an einer kaufmännischen, sondern an einer technischen Berufsschule gearbeitet habe, ist mir dieses bekannt. Daher steht in unserem Programm neben dem Bildungssoli und der Börsenumsatzsteuer auch die Sätze "Wer durch hohe Einkommen und Vermögen Vorteile genießt, muss einen stärkeren Solidarbeitrag vor allem zur Finanzierung von Kinderbetreuung und Bildung leisten. Dass Vermögende einen ihrer Leistungsfähigkeit entsprechenden steuerlichen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens leisten, ist sozial gerecht und wirtschaftlich vernünftig ".

Bis auf die Senkung des Eingangssteuersatzes gibt es mit der SPD keine Steuersenkungen.
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Arbeit
06.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Bollman,
Danke für Ihre Antwort, die aber einer Nachfrage bedarf, da Sie meine Ausgangsfrage nicht vollständig beantwortet haben. Die Schulden in der Bilanz des Staates bedeutet auch ein Plus auf der anderen Seite der Bilanz: Was passiert mit diesem Plus in Deutschland. Und als zweites: Sie haben für die Grundgesetzänderung der sog. Schuldenbremse gestimmt. Wie wollen Sie das ehrgeizige Steinmeier-Programm (Arbeitsplätze im Gesundheitswesen und öffentlichen Sektor, Beitragsfreiheit im Bildunsgbereich,..) umsetzen ohne Schulden aufzunehmen. Haben Sie Ihre Abstimmung nicht schon bereut?
Antwort von Gerd Friedrich Bollmann
bisher keineEmpfehlungen
10.08.2009
Gerd Friedrich Bollmann
Sehr geehrte Frau ,

ich bedauere es keineswegs, dass ich der "Schuldenbremse" zugestimmt habe. Alleine für die Zinsen der Bundesschuld zahlen wir jährlich über 40 Mrd. Euro.

Diese riesige Summe belastet nicht nur unsere Kinder und Enkel, sondern steht auch für die Investitionen in der Zukunft nicht zur Verfügung. Von unseren Schulden profitieren in erster Linie finanzstarke Bürger und Banken. Deren Gewinne werden zwar versteuert, aber sinnvoller ist es meiner Meinung nach das Geld direkt zu investieren. Frank-Walter Steinmeier hat in seinem Deutschlandplan erläutert, wie die Umsetzung möglich ist. Neben gesetzlichen Maßnahmen, welche kein oder wenig Geld kosten (Kreditmediator, Bevorzugung von Elektroautos, grüne Beschaffung, Exportförderung und Präventionsgesetz), wollen wir die Einnahmen durch den Bildungssoli für Spitzenverdiener, Börsenumsatzsteuer, Bekämpfung der Steuerhinterziehung, Bürgerversicherung und Heranziehen von großer Vermögen verbessern.

Darüber hinaus wollen wir auch die Zinsausgaben für die Verschuldung senken. Ich bin überzeugt, dass wir mit diesen Maßnahmen die Zukunftsinvestitionen finanzieren können, ohne die Neuverschuldungsgrenze der "Schuldenbremse" zu überschreiten.
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Internetsperren
11.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Bollmann,

Sie beantworteten am 21.07.09 die Anfragen des Herrn Lahm und äußerten in diesem Zusammenhang:

"Aus rechtlichen Gründen war es nicht möglich, die Petition in der letzten Sitzung des Petitionsausschusses zu behandeln. Für diese Petitionsform gibt es eine sechswöchige Zeichnungsfrist, um den Befürwortern zu ermöglichen, mit Ihrer Unterschrift die Petition zu unterstützen. Diese Zeichnungsfrist war noch nicht abgelaufen."

Wie wir folgender Seite des Bundestags entnehmen können www.bundestag.de , traf sich der Petitionsausschuss zuletzt am 03.07.2009 - (vgl. Mitzeichnungsende der Petition 16.06.2009):

"Die Mitglieder des Petitionsausschusses nutzten die einstündige Beratung über den aktuellen Tätigkeitsbericht am Freitag, 3. Juli 2009, nicht nur, um eine Bilanz ihrer Arbeit zum Ende der Legislaturperiode zu ziehen. Sie nutzten die Debatte auch, wie Gero Storjohann (CDU/CSU) bekannte, um auf das Gremium und seine Bedeutung grundsätzlich hinzuweisen. Die auf mehr als 18.000 angewachsene Zahl der im vergangenen Jahr gestellten Petitionen belege, wie sehr die Unzufriedenheit der Menschen zugenommen habe, meinte Jens Ackermann (FDP). Gleichzeitig sei der Jahresbericht aber auch ein Dokument des Vertrauens in die Handlungsfähigkeit des Parlaments, sagte Josef Winkler (Bündnis 90/Die Grünen)."

Können Sie uns erkären, warum an diesem Tag - anstatt einem dringenden öffentlichen Interesse nachzukommen - gewissermaßen eine "Feier" abgehalten wurde, um sich allem Anschein nach vor allen Dingen gegenseitig auf die Schulter zu klopfen?

Vielen Dank für eine Antwort.

Mit freunlichen Grüßen
Antwort von Gerd Friedrich Bollmann
1Empfehlung
13.08.2009
Gerd Friedrich Bollmann
Sehr geehrter Herr ,

rein rechtlich betrachtet ist es richtig, dass zum Zeitpunkt der von Ihnen erwähnten Sitzung die Petitentin Franziska Heine hätte gehört werden können, da sowohl die Frist abgelaufen als auch die Petition überaus erfolgreich war. Praktikabel war dies jedoch nicht, da nur noch eine Sitzungswoche zur Verfügung stand. Dies hätte zwar eine Anhörung, nicht aber die anschließende Beratung und Beschlussfassung, ermöglicht. Die Petition wäre also zum Gegenstand zweier Legislaturperioden geworden.

Mit freundlichen Grüßen
Gerd Bollmann
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Kinder und Jugend
08.10.2009
Von:

Warum Kinderfreibetrag und nicht Kindergeld für alle gleich.Was hat ein Angestellter/Arbeiter der unteren Lohngruppe von einen Kinderfreibetrag?
Wenn er mit seinem Einkommen garnicht in den Genuß eines Freibetrags kommt.
Nutznieser sind nur die mit hohen Einkommen, dadurch ist schon eine Ungleichbehandlung der Kinder geschaffen. Für alle Kinder haben Schuhe usw. den gleichen Preis.
Antwort von Gerd Friedrich Bollmann
bisher keineEmpfehlungen
22.10.2009
Gerd Friedrich Bollmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ihre Bedenken gegen die gültige Regelung teile ich. Aus meiner Sicht sollten Freibeträge, durch die die Kinder von Besserverdienenden deutlich bevorzugt werden, abgeschafft werden. Dafür sollte ein einheitliches Kindergeld unabhängig vom Einkommen eingeführt werden. Dies ist meine persönliche Meinung. Sie deckt sich meines Wissens nach jedoch nicht mit der Auffassung des Bundesverfassungsgerichts.

Mit freundlichen Grüßen,

Gerd Bollmann
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Gerd Friedrich Bollmann
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.