Gerald Häfner (GRÜNE)
Abgeordneter EU

Grunddaten
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
Pädagoge
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Bayern
Bundeslistenplatz
14
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Ich halte nichts von der Idee eines generellen Zugriffs von US - Terrorfahndern auf europäische Zahlungsverkehrsdaten. Die Verlegung des Sitzes weg von amerikanischem und auf europäisches Terrain sollte ja gerade dem Zweck dienen, solche Zugriffe für die Zukunft zu verhindern. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Wirtschaft
29.01.2012
Von:
Ott

Sehr geehrter Hr.Häfner,

im EU-Parlament haben die Verhandlungen über das ACTA-Abkommen begonnen.
Wie stehen Sie, wie steht Ihre Fraktion zu diesem Abkommen?

Mit freundlichen Grüßen
Ott
Antwort von Gerald Häfner
bisher keineEmpfehlungen
03.02.2012
Gerald Häfner
Liebe Bürgerinnen und Bürger,

vielen Dank für Ihre Frage und dafür, die Besorgnis über ACTA auszudrücken, die wir von ganzem Herzen teilen!

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) würde in der Tat die Möglichkeiten der Inhaber von geistigen Eigentumsrechten zur privatisierten Durchsetzung ihrer Interessen stärken, während die Schutzbestimmungen für die NutzerInnen nicht in gleichem Maße berücksichtigt würden. Es würde eine freiwillige Zusammenarbeit zwischen internet-Zugangsanbietern und Rechteinhabern einführen, mit nder Gefahr, dass es zun französischen "3-strikes" Strafmaßnahmen sogar ohne faires rechtliches Verfahren kommt. Sogar der Europäische Gerichtshof hat am 24. November 2011 entschieden, dass das Blockieren oder Filtern des Internet-Zugangs keine angemessene Maßnahme für die Bekkämpfung von Urheberrechtsverletzungen darstellt. ACTA würde auch unverhältnismäßige zivile Schadensersatzansprüche einführen, die sich lediglich nach dem Verkaufswert von getauschten Dateien bemessen und nicht daran, ob diese Dateien ansonsten jemals entsprechend oft gekauft worden wären. ACTA würde auch den Zugang zu generischen Medizinprodukten für Entwicklungsländer erschweren, wenn sie durch Häfen in ACTA-Unterzeichnerstaaten verschifft werden, also etwa durch Europa oder die USA.

ACTA wurde nur gestartet, weil einige Industriestaaten ihre Agenda zur Durchsetzung des geistigen Eigentums in legitimen multilateralen Institutionen wie WIPO oder WTO nicht mehr durchsetzen konnten aufgrund wachsenden Widerstandes durch Entwicklungs- und Schwellenländer. Daher sind erstere zu einer Koalition der Willigen übergegangen, die mehr als zwei Jahre lang Geheimverhandlungen führte. Die ACTA-Verhandlungsunterlagen sind bis heute nicht öffentlich, und die Entwürfe des Abkommens wurden erst auf massiven Druck des Europäischen Parlaments hin veröffentlicht.

Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament haben dieses gefährliche Abkommen über die letzten zwei Jahre bekämpft. Wir haben zwei Studien in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen auf die Grundrechte und auf den Zugang zu Medizin zu untersuchen, welche klar die großen Probleme und Gefahren von ACTA nachgewiesen haben. Wir habven eng mit der NGO- und AktivistInnen-Community zusammengearbeitet, und wir haben alle notwendigen Schritte unternommen, um zu klären, wie ACTA dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt werden kann. Alle Informationen dazu finden sich hier: < en.act-on-acta.eu >.


Jetzt, da die EU-Ratspräsidentschaft und einige Mitgliedsstaaten das Abkommen unterzeichnet haben, wird sich das Europäische Parlament wird sich mit der Ratifizierung von ACTA befassen. Am wichtigsten werden die Ausschüsse LIBE (Bürgerrechte), JURI (Recht) and INTA (internationaler Handel - federführend zu ACTA) sein.

Wenn Du helfen willst, dann raten wir dazu, vor allem liberale (ALDE) und sozialdemokratische (S&D) Abgeordnete in diesen Ausschüssen zu kontaktieren, denn es ist bisher unklar, wie diese Fraktionen sich am Ende verhalten werden. Deine Stimme kann hier einen wichtigen Unterschied machen! Vielen Dank für die Hilfe!


Mehr Informationen:

* Grüne/EFA Pressemitteilung zur Unterzeichnung von ACTA: < www.greens-efa.eu >

* Position von Europäischen Professoren zu ACTA ("Hannover-Gutachten"): < www.iri.uni-hannover.de >

* Studien zu ACTA im Auftrag der Fraktion Grüne/EFA:
* ACTA and Access to Medicines: < rfc.act-on-acta.eu >
* Compatibility ACTA with the European Convention on Human Rights & the EU Charter of Fundamental Rights: < rfc.act-on-acta.eu >

* Mexikanischer Senat fordert Regierung auf, ACTA nicht zu unterzeichnen: < www.senado.gob.mx >

* FFII blog zu ACTA: < acta.ffii.org >
* ACTA-Abkommenstext: < trade.ec.europa.eu >

Beste Grüße
Gerald Häfner
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
30.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Häfner,

nachdem wir vom geplanten "Handelsabkommen" ACTA erfahren haben, waren wir sehr schockiert über die weitreichenden Zensurmöglichkeiten dieses Vertrages, sowie die sehr undemokartische Enstehungsgeschichte. Damit kann ja jeder unbescholtene Bürger plötzlich und ohne dass er es weiß zum "Straftäter" werden. Zudem müssten die Provider "Internetpolizei" spielen.
Deswegen möchte ich wissen, WAS SIE ÜBER DAS ACTA-ABKOMMEN WISSEN, WIE SIE ES BEWERTEN UND wie SIE SELBST DANN bei der bevorstehenden Abstimmung über diesen Vertrag abstimmen werden.

Ich bedanke mich schon heute für Ihre baldige Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Gerald Häfner
1Empfehlung
03.02.2012
Gerald Häfner
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Mail und dafür, die Besorgnis über ACTA auszudrücken, die wir von ganzem Herzen teilen!

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) würde in der Tat die Möglichkeiten der Inhaber von geistigen Eigentumsrechten zur privatisierten Durchsetzung ihrer Interessen stärken, während die Schutzbestimmungen für die NutzerInnen nicht in gleichem Maße berücksichtigt würden. Es würde eine freiwillige Zusammenarbeit zwischen internet-Zugangsanbietern und Rechteinhabern einführen, mit nder Gefahr, dass es zun französischen "3-strikes" Strafmaßnahmen sogar ohne faires rechtliches Verfahren kommt. Sogar der Europäische Gerichtshof hat am 24. November 2011 entschieden, dass das Blockieren oder Filtern des Internet-Zugangs keine angemessene Maßnahme für die Bekkämpfung von Urheberrechtsverletzungen darstellt. ACTA würde auch unverhältnismäßige zivile Schadensersatzansprüche einführen, die sich lediglich nach dem Verkaufswert von getauschten Dateien bemessen und nicht daran, ob diese Dateien ansonsten jemals entsprechend oft gekauft worden wären. ACTA würde auch den Zugang zu generischen Medizinprodukten für Entwicklungsländer erschweren, wenn sie durch Häfen in ACTA-Unterzeichnerstaaten verschifft werden, also etwa durch Europa oder die USA.

ACTA wurde nur gestartet, weil einige Industriestaaten ihre Agenda zur Durchsetzung des geistigen Eigentums in legitimen multilateralen Institutionen wie WIPO oder WTO nicht mehr durchsetzen konnten aufgrund wachsenden Widerstandes durch Entwicklungs- und Schwellenländer. Daher sind erstere zu einer Koalition der Willigen übergegangen, die mehr als zwei Jahre lang Geheimverhandlungen führte. Die ACTA-Verhandlungsunterlagen sind bis heute nicht öffentlich, und die Entwürfe des Abkommens wurden erst auf massiven Druck des Europäischen Parlaments hin veröffentlicht.

Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament haben dieses gefährliche Abkommen über die letzten zwei Jahre bekämpft. Wir haben zwei Studien in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen auf die Grundrechte und auf den Zugang zu Medizin zu untersuchen, welche klar die großen Probleme und Gefahren von ACTA nachgewiesen haben. Wir habven eng mit der NGO- und AktivistInnen-Community zusammengearbeitet, und wir haben alle notwendigen Schritte unternommen, um zu klären, wie ACTA dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt werden kann. Alle Informationen dazu finden sich hier: < en.act-on-acta.eu >.


Jetzt, da die EU-Ratspräsidentschaft und einige Mitgliedsstaaten das Abkommen unterzeichnet haben, wird sich das Europäische Parlament wird sich mit der Ratifizierung von ACTA befassen. Am wichtigsten werden die Ausschüsse LIBE (Bürgerrechte), JURI (Recht) and INTA (internationaler Handel - federführend zu ACTA) sein.

Wenn Du helfen willst, dann raten wir dazu, vor allem liberale (ALDE) und sozialdemokratische (S&D) Abgeordnete in diesen Ausschüssen zu kontaktieren, denn es ist bisher unklar, wie diese Fraktionen sich am Ende verhalten werden. Deine Stimme kann hier einen wichtigen Unterschied machen! Vielen Dank für die Hilfe!


Mehr Informationen:

* Grüne/EFA Pressemitteilung zur Unterzeichnung von ACTA: www.greens-efa.eu

* Position von Europäischen Professoren zu ACTA ("Hannover-Gutachten"): www.iri.uni-hannover.de

* Studien zu ACTA im Auftrag der Fraktion Grüne/EFA:
* ACTA and Access to Medicines: rfc.act-on-acta.eu
* Compatibility ACTA with the European Convention on Human Rights & the EU Charter of Fundamental Rights: rfc.act-on-acta.eu

* Mexikanischer Senat fordert Regierung auf, ACTA nicht zu unterzeichnen: www.senado.gob.mx

* FFII blog zu ACTA: acta.ffii.org
* ACTA-Abkommenstext: trade.ec.europa.eu

Beste Grüße
Gerald Häfner
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
29.07.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Häfner

sehr erfreut bin ich, dass Sie unlängst mitgeholfen haben, das so genannte ACTA-Abkommen zu kippen. Nun gibt es seit längerer Zeit Unsicherheit, ob das so genannte CETA-Abkommen dazu genutzt wird, durch die Hintertür dieselben antidemokratischen Bestimmungen durchzusetzen, wie sie schon mit dem ACTA-Abkommen abgelehnt wurden. Sicher sind Ihnen die Quellen bekannt, die behaupten, dass Teile des CETA-Abkommens wörtlich aus dem ACTA-Abkommen übernommen wurden.

Angeblich wurden diese Passagen mittlerweile aus dem Text des Abkommens entfernt. Überprüfen kann das der Wähler nicht, weil anscheinend auch der Entwurf dieses Abkommens nicht veröffentlicht wird.

Deshalb meine Fragen an Sie: Haben Sie als Volksvertreter Einblick in den aktuellen Entwurf des Abkommens und können Sie versichern, dass die entsprechenden Passagen tatsächlich entfernt -- und nicht etwa nur umformuliert -- wurden? Können und wollen Sie darauf hinwirken, dass der Text des Abkommens rechtzeitig veröffentlicht wird, so dass die Wähler zu einer Einschätzung und einer angemessenen Reaktion kommen können?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.10.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Häfner!

Nachdem das Bundesverfassungsgericht die Sperrklausel im deutschen Europawahlrecht gekippt hat, haben Sie sich nach meiner Kenntnis neutral bis positiv zu diesem Urteil geäußert. Ist das auch heute noch Ihre Meinung und die der restlichen Europagruppe der deutschen Grünen? Immerhin wären Sie einer der Abgeordneten gewesen, die dadurch ihren Sitz verloren hätten.

Hintergrund meiner Frage ist, dass es mittlerweile zumindest in der CDU, CSU und SPD Bestrebungen gibt, eine 3%-Hürde schon zur Europawahl 2014 einzuführen. Auf höherer Ebene haben zumindest die CDU in Hamburg und die SPD in NRW entsprechende Anträge beschlossen; im Dezember soll der Bundesparteitag der CDU entscheiden. Zum Teil wird das von MdEPs betrieben, und den sehr ähnlichen Begründungen ("Vermeidung einer weiteren Zersplitterung der deutschen Interessenvertretung") sowie der Festlegung auf 3% nach zu schließen ist das auch überparteilich koordiniert. Ist Ihnen dazu etwas bekannt?

Dass diese bereits im letzten Verfahren erfolglos vorgebrachte Begründung Bestand haben würde, ist wohl sehr unwahrscheinlich, aber ob es rechtzeitig vor der Wahl zu einem Urteil kommen würde, ist unsicher. Weitaus bessere Chancen hätte ein Wahlsystem, das zwar Parteien unter (z.B.) 3% ausschließt, aber dem Wähler mittels Alternativstimmen seinen Erfolgswert belässt. Das würde so funktionieren, dass der Wähler (optional) die Listen durchnummerieren kann und die Stimme für die erste davon zählt, die die Hürde überwindet. Dabei könnten entweder die Erstpräferenzen für die Hürde maßgeblich sein (einfachere Auszählung) oder der Stand nach Streichung der jeweils schlechteren Listen (mehr Gerechtigkeit).

Ich halte auch eine derart abgeschwächte Sperrklausel bei Europawahlen für unnötig (bei der gegenwärtigen Stellung des Europaparlaments und der nach Ländern getrennten Wahl), aber eventuell könnte so eine mit der Wahlgleichheit verträgliche Sperrklausel eine Kompromisslinie sein. Was halten Sie davon?

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.12.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Häfner,

gestern habe ich mit Freunden in größerer Runde darüber diskutiert, ob Handel mit nicht-demokratischen Regimes, welche die Menschenrechte nicht achten, von der Politik unterstützt oder unterbunden werden sollte. Dabei haben wir festgestellt, dass dieses Thema eine sehr wichtige Frage der kommenden Wahl für uns ist.
Gerade im Hinblick auf die kommende Wahl wäre es für uns interessant, Ihre Meinung hierzu zu kennen. Ihre Antwort könnte unter Umständen entscheiden, wo wir unser Kreuz setzen werden.
Ich würde mich über eine ausführliche Antwort freuen!

Mit freundlichen Grüßen

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