Friedrich Paulsen (SPD)

Friedrich Paulsen
Geburtstag
04.05.1984
Berufliche Qualifikation
Studium der Verwaltung, öffentliches Recht und Politikwissenschaft
Ausgeübte Tätigkeit
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität
Wohnort
Greven
Wahlkreis
Steinfurt I
Ergebnis
30,5%
Landeslistenplatz
88
(...) 5. Ja. Wir brauchen dringend mehr individuelle Förderung. Eine Schule sollte analysieren, was die Stärken und was die Schwächen eines Schülers sind und dann direkt dort ansetzen. (...)
 
Persönliche Website
www.fpaulsen.wordpress.com
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Friedrich Paulsen hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 31 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
23.03.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Paulsen,

der nächste Landtag in NRW wird voraussichtlich wieder deutlich größer werden, als der letzte.
( www.wdr.de )

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer gibt dagegen offen zu, das die Anzahl der zu treffenden Entscheidungen die Größe der Landes Parlamente nicht rechtfertigt und ein "Teilzeit-Parlament" ausreichen würde. ( www.mdr.de )

Die Anzahl der Nebeneinkünfte diverser Landtagsabgeordneter aus allen Parteien scheint das zu bestätigen.

Würden Sie sich nach der Wahl für die Verkleinerung des Landtags, und damit eventuell für die Streichung Ihres eigenen Sitzes, einsetzen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Friedrich Paulsen
1Empfehlung
27.03.2010
Friedrich Paulsen
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen dank für Ihre Frage.

Offengestanden setze ich mit dem Inhalt Ihrer Frage zum ersten Mal auseinander. Ich denke so:

Ich denke, die Landesparlamente von Sachsen-Anhalt und NRW sind nicht direkt miteinander vergleichbar. In Sachsenanhalt leben lediglich 2,4 Millionen Menschen während in NRW 18 Millionen Menschen leben. Der Landtag Sachsen Anhalts hat 97 Mitglieder. Also kümmert sich ein Landtagsabgeordneter um etwa 24.000 Bürgerinnen und Bürger. Der derz. Landtag in Düsseldorf hat 187 Mitglieder, aufgrund des Wahlsystems - jetzt personalisiertes Verhältniswahlrecht - können es nach dem 9. Mai einige mehr sein. Auf jeden Fall aber kommen auf einen MdL in NRW rund 69.000 Bürgerinnen und Bürger.

Angesichts dieser viel umfassenderen Zuständigkeit des Landtagsabgeordneten in NRW würde ich die Umstellung auf ein Feierabendparlament in NRW ablehnen. Auch würde ich aufgrund der Tatsache, dass ich im Falle meiner Wahl rund 96.000 Bürgerinnen und Bürger direkt vertreten würde, nicht einer Verkleinerung des Parlamentes zustimmen.

Eine Verkleinerung würde zulasten der Bürgernähe im Wahlkreis gehen.

Ihr

Friedrich Paulsen
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Frage zum Thema Bildung
29.04.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Paulsen,

Sie haben das klassische Schulsystem Grundschule, Realschule und danach Gymnasium durchlaufen. Die SPD möchte dieses Schulsystem ändern. Können Sie mir diesbezüglich folgende Fragen beantworten:
1. Warum sind Abläufe, die jahrlang für gut befunden wurden plötzlich nicht mehr vertretbar und müssen geändert werden?
2. Warum verspricht man kleinere Klassen, die es aufgrund der schwächeren Geburtenzahlen sowieso geben wird. Wird der Wähler hier betrogen?
3. Wieso arbeiten ausgebildete Lehrer lieber in andere Bundesländer und warum hat NRW hier ein Defizit? Vor allem in den Grundschulen gibt es einen Lehrermangel, so dass man dort gezwungen ist, große Klassen zu bilden. Auf dem hiesigen Gymnasium werden nach dem derzeitgen Stand vermutlich bei ca. 105 Anmeldungen drei Klassen von 35 Schülern in der 5. Klasse gebildet. Finden Sie, das dies optimale Lehrnvoraussetzung sind? Wie kann man so etwas ändern?
4. Bei der Änderung vom G9 auf das G8 hatte man - aus der Praxis gesehen - den Eindruck, dass von Seiten der Politik zuerst entschieden wurde und dann nachgedacht wurden, weil man viele Probleme bei der Planung überhaupt nicht berüchsichtigt hat. Leittragend sind hier die Schüler, die von dem Wechsel betroffen sind. Lehrpläne wurde nicht ausgemistet und die Schüler und auch die Lehrer sind mit dieser Situation völlig überfordert. Überzeugen Sie mich bitte, dass die Vorstellungen der SPD die richtigen sind.
5. Haben Sie bei ihrem schulischen Werdegang irgendetwas vermißt, dass unser Schulsystem geändert werden muß?
Antwort von Friedrich Paulsen
bisher keineEmpfehlungen
02.05.2010
Friedrich Paulsen
Sehr geehrter Herr ,

ich beantworte gerne Ihre Fragen.

1. Das Schulsystem in NRW steht seit Jahren in der Diskussion und in der Kritik. Keineswegs ist es seit Jahren als gut befunden worden, ich denke hier z.B. an die Pisa Studie. Zwei Gründe mahnen uns, innere und äußere Schulreformen vorzunehmen. Erstens wird unser Schulsystem in internationalen Vergleichsstudien den Anforderungen der globalen Wissensgesellschaft nicht gerecht. Es lässt zu viele auf der Strecke, was auch der Wirtschaft, die Fachkräfte braucht, nicht gerecht wird. Zweitens haben wir ein Problem mit der Gerechtigkeit: Die Chancen eines Arbeiter- oder Migrantenkindes, auf das Gymnasium zu kommen, sind gering. Die Grundschulgutachten sind - was die IGLU Studie beweist - falsch. Viele Kinder, die keine Gymnasialempfehlung erhalten, schaffen es an Gesamtschulen oder Technischen- und Wirtschaftsschulen trotzdem zum Abitur. Warum dann so früh sortieren, wenn es objektiv nichts über die Leistungsfähigkeit eines Kindes aussagt?

2. Kleinere Klassen infolge des sogenannten Demographie-Gewinnes wird es nur geben, wenn der Finanzminister die aufgrund des Schlüssels dann wegbrechenden Stellen nicht kassiert. Ich will mich im Landtag dafür einsetzen, dass dies nicht passiert und das Geld trotz rückgehender Zahlen im System bleibt. Dies ist ein realistischer und glaubwürdiger Weg zu kleineren Klassen.

3. Die von Ihnen beschriebenen Lern- und Lehrbedingungen sind alles andere als optimal. Durch den Demographie-Gewinn wird es uns gelingen, langfristig zu kleineren Klassen zu kommen. Der Beruf des Grundschullehrers muss attraktiver werden. Bundesweite Regeln sollten verhindern, dass Bundesländer sich untereinander die Lehrer abwerben. Dann haben am Ende die armen Länder gar keine Chance mehr. Das Motto Starke stärken und damit Schwache schwächen teile ich nicht - Wettbewerbsföderalismus geht eben doch zu ungunsten der gleichen Chancen der Kinder.

4. G8 wurde von der CDU/FDP Landesregierung in unmöglicher Weise umgesetzt. Völlig falsch war es, das Jahr in der Mitte abzubauen und nicht die Stufe 11 zu streichen. Die Belastung von Schülern und Lehrern ohne Kompensation ist nun zu groß, auch die Belastung aufsteigender Realschüler ist unverschämt und ärgert mich. Hier wollte die CDU wohl eine Käseglocke über die Gymnasien ziehen. Nun findet die Abstimmung mit den Füßen statt hin zu Gesamtschulen und Berufskollegs. Ich will die Lehrpläne entschlacken, bei der Stufe 11 reduzieren und nicht in der Mitte komprimieren und die Durchlässigkeit wieder herstellen. Wenn, dann sollten Schulen selbst entscheiden können, ob sie Abitur nach 12 oder 13 Jahren anbieten. Die jetzigen G8 Reformen sind ein Beispiel für Schulpolitik von oben. Das hat auch die SPD wohl 39 Jahre lang falsch gemacht. Ich will jetzt endlich eine Schulpolitik von unten. Wir haben gelernt.

5. Ja. Wir brauchen dringend mehr individuelle Förderung. Eine Schule sollte analysieren, was die Stärken und was die Schwächen eines Schülers sind und dann direkt dort ansetzen. Das war in meiner Realschule strukturell nicht möglich und gelang auch nur wenigen Lehrern infolge presönlichen Einsatzes und dies auch nicht systematisch. Ich habe mich selbst bis zum Abitur durchgekämpft. Würde das Schulsystem mehr auf individuelle Förderung setzen, würden das mehr schaffen. Dies ist mein tiefer Wunsch.

Mit bestem Gruß

Friedrich Paulsen
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