Frank Schäffler (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Frank Schäffler
© www.frank-schaeffler.de / studio kohlmeier
Geburtstag
22.12.1968
Berufliche Qualifikation
Diplom-Betriebswirt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bünde
Wahlkreis
Herford - Minden-Lübbecke II
Ergebnis
9,6%
Landeslistenplatz
11, Nordrhein-Westfalen
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(...) Ich halte das Geld für uneinbringlich. Die Schuld daran trägt die Politik, die Griechenland den Austritt verwehrt. Es ist nicht die Schuld der griechischen Vermögensbesitzer. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.08.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Schäffler,

um meiner Vorrednerin zu folgen: wie soll denn ein Rückweg in die Rechtsstaatlichkeit erfolgen?
Die Regierung unseres Landes bricht geltendes Recht und keinen interessiert es.
Warum soll der deutsche Bürger, ohne es mitbestimmt zu haben, seinen Kopf für den mangelnden Sparwillen der EU-Schuldensünder hinhalten? Warum wird auf Biegen und Brechen an einer Währung festgehalten, die der deutsche Bürger nicht durch seine Stimme legitimiert hat?

Warum wird, ohne zu hinterfragen, jede Anordnung aus Brüssel (z.B. "Unrechtmässigkeit der Sicherheitsverwahrung")durchgesetzt? Soweit ich informiert bin, ist diese sog. EU-Kommission nicht demokratisch legitimiert.
Deshalb frage ich Sie: gibt es für Sie eine Möglichkeit, diesen EU-Diktatur-Wahn endlich zu beenden? Ich mache mir sehr große Sorgen um mein Land!

mit den besten Grüssen aus Neuss
H. (mittlerweile überzeugter Nichtwähler)
Antwort von Frank Schäffler
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17.08.2011
Frank Schäffler
Sehr geehrter Herr ,

der Rückweg in die Rechtstaatlichkeit erfolgt, indem sich die Staatsorgane wieder an Recht und Gesetz halten. Dazu sind wohl auch überlegte Reformen nötig. Insbesondere die Exekutive hat sich im Laufe der Zeit eine Machtfülle angeeignet, die problematisch ist. In diesen Zusammenhang gehört auch die im Grunde gute Idee eines Europas, das in seiner derzeitigen Form aber durch eine Kommission dominiert wird, die wiederum durch die nationalen Exekutiven gesteuert wird. Das in Deutschland zu sehende Übergewicht der Exekutive schlägt also auf europäischer Ebene auf die EU durch.

Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass diese Mißstände letztendlich auf das Verhalten der Bürger abfärben und dieser sich die Frage stellt, warum er sich rechtstreu verhalten soll, wenn es die Staatsorgane nicht tun. Die Vorgänge rund um den Euro gefährden daher in meinen Augen die Idee eines Europas, wie ich es mir vorstelle. Ich glaube, dass es an der Zeit ist, die öffentliche Debatte um Europa und seine Gestalt neu zu führen, bzw. die Grundlagen der europäischen Idee wieder neu zu entdecken.

Freundliche Grüße

Frank Schäffler, MdB
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Frage zum Thema Euro-Rettungsschirm
14.08.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Schäffler,

Sie sind ein einsamer Rufer in der Wüste! Ich finde es jedoch höchst erfreulich, daß es einen Abgeordneten gibt wie Sie, der nicht nur den kritischen Sachverstand bezüglich des obigen Themas, sondern auch den Mut besitzt, ihn entgegen der Mehrheitsmeinung der Politiker öffentlich zu vertreten.

Wie erklären Sie sich und bitte auch mir, warum Sie mit ihrem Standpunkt, der auch größer werdende Teile der Bevölkerung wie auch vieler Wirtschaftsexperten und Familienunternehmen widerspiegelt, nicht mehr Zustimmung und Mitstreiter aus Ihrer eigenen Partei gewinnen?

Angesichts der Katastrophe, auf die unser Land im Hinblick auf die neuen Retttungsschirme zusteuert, wäre die Vertetung der Interessen der deutschen Bevölkerung, die sicher nicht darin bestehen können, für die Schulden anderer Länder geradezustehen, das Gebot der Stunde.

Die einzig mögliche Erklärung. die ich für das angeblich alternativlose "Weiter-so" habe, ist die, daß sich viele Politiker einfach nicht eingestehen wollen, daß das Euro-Experiment gescheitert ist.
Der mögliche Gesichtsverlust steht in keinem Verhältnis zum Preis, den der deutsche Steuer-zahler irgendwann bezahlen muß.

Für Ihre Antwort vielen Dank

Freundliche Grüße

Antwort von Frank Schäffler
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17.08.2011
Frank Schäffler
Sehr geehrte Frau ,

auch wenn das Thema Euro und Euro-Zone in aller Munde ist, bedarf es doch großen Aufwands und Mühe, sich mit den zugrundeliegenden ökonomischen Sachfragen vertraut zu machen. Viele Jahre habe ich investiert, um mir die Lehre der österreichischen Schule der Nationalökonomie anzueignen. Nicht jeder hat Interesse und Gelegenheit, sich die ökonomischen Grundlagen anzueignen, die in dieser Krisenzeit ein sicherer Kompass sind, um die anstehenden Fragen richtig einordnen zu können.

Freundliche Grüße

Frank Schäffler, MdB
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Frage zum Thema Euro-Rettungsschirm
18.08.2011
Von:

Hallo Hr Schäffler.

Am 18.08.2011 wurde über Bayern 5 Aktuell folgende Nachricht verbreitet,
leider habe ich den Wortlaut nicht 100%ig in Erinnerung und kann ihn nur sinngemäß wiedergeben:

Demnach hat die Finnische Regierung ein Sonderabkommen mit der Griechischen Regierung abgeschlossen, nachdem im Falle einer Nichtzahlungsfähigkeit Griechenlands (Inanspruchnahme von Leistungen gemäß "Eurorettungsschirm2") seitens der Griechischen Regierung eine Bürgschaft für Finnland hinterlegt wurde, welche garantiert dass Finnland in jedem Fall keine Verbindlichkeiten zu leisten hätte.

Im Sinne der Solidarität, von gebenden Staaten gegenüber den nehmenden Staaten zu Rettung unserer gemeinsamen, zum Wohle aller beteiligten Staaten, existierenden Währung, ergeben sich daraus einige Fragen.

Ist ihnen dieser Vorgang bekannt?

Wenn der Vorgang tatsächlich der Wahrheit entspricht oder entsprechen würde wird oder würde er ihr Abstimmungsverhalten bei der Ratifizierung des Eurorettungsschirm2 beeinflussen?

Ist ihnen bekannt ob außer Finnland noch andere Eurostaaten ähnliche Abkommen mit Griechenland oder sonstigen Staaten aus der Euro-Zone, für welche zu befürchten ist, dass sie Leistungen des Eurorettungsschirms2 in Anspruch nehmen müssen, abgeschlossen haben bzw. solche anstreben?

Meine Sorge an der Stelle ist, dass durch dieses unsolidarische Verhalten neben den
Zahlungen für die nehmenden Staaten noch zusätzliche Leistungen auf die Bundesrepublik zukommen welche aus diesem unsolidarischen Verhalten entstehen.

Falls diese Abkommen tatsächlich bestehen um welche Beträge handelt es sich dabei?


Mit freundlichen Grüssen



Verteiler:
Die gleiche Mail geht auch an:
Claudia Roth, Miriam Gruß, Dr. Christian Ruck, Heinz Paula und Alexander Süßmair

sowie an
Dr. Peter Gauweiler und Wolfgang Gunkel
Antwort von Frank Schäffler
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31.08.2011
Frank Schäffler
Sehr geehrter Herr ,

den Vorgang kenne ich natürlich. Die finnische Rücksicherung wäre der Einstieg in ein Windhundrennen der Gläubiger. Festzuhalten bleibt aber: Finnland richtet sich allein nach der von den Regierungen der Euro-Zone ausgehandelten Vertragslage. Der Vorwurf geht also nicht an Finnland, sondern an die Unterhändler Deutschlands. Diese lehnen das finnische Ansinnen ja mittlerweile ab.

Meine Hoffnung ist eher weniger, dass das Vertragswerk angepasst wird, sondern dass der Rettungsschirm selbst verhindert wird. Darin liegt die große Ungerechtigkeit, nicht in seiner Ausgestaltung. Europa darf keine Transferunion werden. Daher werde ich gegen alle Arten von Rettungsschirmen stimmen.

Freundliche Grüße

Frank Schäffler, MdB
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Frage zum Thema Umwelt
22.08.2011
Von:

Lieber Frank Schäffler,

auch ich gehöre zu den Menschen, die die Notenbanken und Regierungen als wirkliche Verursacher der Finanzkrise sehen und sehe Sie daher in diesem Punkt als Leuchtturm im Bundestag, der nimmermüde den Finger in die Wunde legt.

Doch gibt es Dinge, die ich partout nicht verstehe, daher:

1) Wie kann es sein, dass zur Wahrung der Kanzlermehrheit FDP-Abgeordnete gegen ihr Gewissen abstimmen? Wie wirkt solch ein Verhalten auf Sie?

2) Wieso haben Sie soviel Spott und Häme für Ihre politischen Gegner nötig? Ist das ein Opfer um den Druck, den Sie mit Ihrer wirklich mutigen Außenseiterposition, für die die Geschichte Sie noch belohnen wird, ertragen müssen, auszuhalten? Nach dem Motto "Schaut her, Kollegen, wir sind doch im Anti-Sozialismus" vereint?

3) "Energiewende"-Gesetz: Ist alles, was Sie ablehnen, immer gleich sozialistisch? Warum, glauben Sie, vertreten sogar ein Ralf Flierl (Smart Investor) und ein Manfred Hübner (Sentix) die Auffassung, dass sich Atomenergie - wenn man ihre wahren Kosten (z.B.Versicherung) einbezieht - niemals rechnet? Sind folglich nicht Sie hier der Lobbyist und Sozialist, der opportun den Markt (Plan-)Wirtschaftsinteressen unterordnet?

4) Sind 2) und 3) nicht Paradebeispiele dafür, wie die FDP Freiheit proklamiert, aber eigentlich für das zivilisatorisch überwundene Recht des Stärkeren eintritt, also für libertär-darwinistische Ziele? Ist Freiheit für Sie nur die Freiheit des Stärkeren und dem Schwachen bleiben die Almosen? Fühlen Sie sich mit solch einer Lebenshaltung wirklich wohl?

5) Was halten Sie von der Theorie des Zinseszinseffekts (Prof. Bernd Senf), der logisch aufzeigt, dass das Vermögen Schritt für Schritt in immer weniger Hände fließt? Das Verhalten der Notenbanken ("Bankenrettung" etc.) paßt dazu wie die Faust aufs Auge. Und ich bin viel mehr bei Hayek und v. Mises, denn bei Silvio Gesell, aber warum verschließen Sie vor diesem Teil der Wirtschaftskatastrophe die Augen?

Viele Grüße!

Antwort von Frank Schäffler
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31.08.2011
Frank Schäffler
Sehr geehrter Herr ,

weder mag ich psychologische Beurteilungen meiner Kollegen vornehmen noch Ihre kommentieren. Zur Sache:

Wenn Sie die Erklärung zur Energiewende aufmerksam lesen, so werden Sie feststellen, dass ich keine Aussage dazu getroffen habe, ob sich Kernkraft wirtschaftlich rechnet. Im Gegenteil habe ich sogar erklärt, dass es keine Möglichkeit gibt ihre Wirtschaftlichkeit oder ihre "wahren Kosten" festzustellen, solange es keinen freien Energiemarkt gibt.

Freundliche Grüße

Frank Schäffler
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Frage zum Thema Internationales
08.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Schäffler,

ich habe Ihre Meinungsäußerung in der Sendung "Monitor" vom 22.8.2011 gesehen in der es um die Mißachtung von Beschlüssen des BT durch die Regierung ging. Obwohl ich alles andere als ein FDP-Wähler bin, kann ich Ihr Statement in der Sendung nur voll inhaltlich unterschreiben.

Mit dem EFSF wird nun die EU als Transfer-Union letztlich zementiert werden. Die FDP war bisher immer gegen die EU als Transfer-Union. Wie werden Sie bei der Abstimmung über die Änderung des Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus (EFSF) abstimmen?

Wie stehen Sie zur "Eurorettung" mit Hilfe einer privatrechtlich organisierten Einrichtung nach Luxemburger Recht?

In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich

MfG W.
Antwort von Frank Schäffler
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12.09.2011
Frank Schäffler
Sehr geehrter Herr ,

ich werde – wie auch schon bei der Abstimmung zum ersten Griechenlandpaket – mit Nein, also gegen die EFSF, stimmen. Immer größere, umfassendere "Rettungsschirme" halte ich für eine falsche Antwort auf die aktuelle Krise. Um diese Einschätzung zu verstehen, muss man sich fragen, was die Ursachen der Krise sind. Zwei Dinge kommen hier zusammen:

1) Es besteht kein Mangel an Geld, im Gegenteil: Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt ist die Geldmenge seit 1997 geradezu explodiert. (Eine aufschlussreiche Grafik hierzu von Thorsten Polleit finden Sie auf wirtschaftlichefreiheit.de .) Diese Situation sollte man gerade nicht mit neu gedrucktem Geld oder weiteren aus dem Nichts geschöpften Krediten verschärfen. Stattdessen muss eine geordnete Insolvenz für Banken und Staaten ermöglicht werden. Nur so bleibt die Haftung beim Risikoträger. Und nur so kann sinnvolles Wirtschaften stattfinden!

2) Griechenland hat auf nationaler Ebene vielfältige Probleme, für die es (kurz- und langfristige) Lösungen finden muss. Änderungen sind hier dringend nötig, das ist wohl unbestritten. Gerade dies wird aber durch die Finanz-"Hilfen" verhindert. Sie helfen, das bestehende marode System aufrecht zu erhalten. Sie helfen aber in keiner Weise, die griechische Wirtschaft dauerhaft besser zu strukturieren.

Hilfe darf übrigens auch nicht in diktatorisch anmutender Weise durch Kommissare "von oben" kommen. Dies würde nicht nur die griechische Souveränität völlig aushebeln, sondern wäre zudem langfristig wirkungslos: Selbst bei allergrößten Sparanstrengungen wäre eine Haushaltskonsolidierung Griechenlands innerhalb des Euro-Währungsraums schlicht nicht möglich. Zu groß ist die Schuldenlast, zu gering ist die Wettbewerbsfähigkeit. Das zeigen auch die letzten Monate: Das griechische Bruttoinlandsprodukt sank, während die Verschuldung sowie die Neuverschuldung stiegen. Trotz der EU-Milliarden-"Hilfen". Trotz der vorgeschriebenen Ausgabenkürzungen.

Ich trete daher dafür ein, Griechenland einen Austritt aus der Eurozone zu ermöglichen. Nur so (durch die Möglichkeit, eine eigene Währung abzuwerten und somit die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen) hat es eine realistische Chance, seine wirtschaftlichen Probleme in den Griff zu bekommen. Zusätzlich ist eine Umschuldung möglich und auch gezielte Finanzhilfen z.B. für Banken würden dann – aber erst dann! – zur Verhinderung einer Ansteckung anderer Länder möglicherweise Sinn machen.

Auch dieser Weg wird nicht einfach sein. Aber ich bin überzeugt, dass er auf lange Sicht für Europa und alle Mitgliedstaaten richtig ist!

Freundliche Grüße

Frank Schäffler, MdB
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