Frank Schäffler (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Frank Schäffler
© www.frank-schaeffler.de / studio kohlmeier
Geburtstag
22.12.1968
Berufliche Qualifikation
Diplom-Betriebswirt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bünde
Wahlkreis
Herford - Minden-Lübbecke II
Ergebnis
9,6%
Landeslistenplatz
11, Nordrhein-Westfalen
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(...) Wenn Sie die Erklärung zur Energiewende aufmerksam lesen, so werden Sie feststellen, dass ich keine Aussage dazu getroffen habe, ob sich Kernkraft wirtschaftlich rechnet. Im Gegenteil habe ich sogar erklärt, dass es keine Möglichkeit gibt ihre Wirtschaftlichkeit oder ihre "wahren Kosten" festzustellen, solange es keinen freien Energiemarkt gibt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.11.2009
Von:

Ihr Parteivorsitzender kämpft wehement gegen Frau Steinbach als Mitglied im Zentrum gegen Vertreibung. Mich würde Ihre Meinung zu diesem Fragenkomplex interessieren.

Vielen Dank
Antwort von Frank Schäffler
4Empfehlungen
11.11.2009
Frank Schäffler
Sehr geehrter Herr ,

gern antworte ich auf Ihre Frage.

Das Zentrum gegen Vertreibungen ist ein Projekt, das Deutsche und Polen zueinander bringen soll - ein Beitrag zur Versöhnung unserer Länder. Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle hat in seiner Antrittsrede vor dem Deutschen Bundestag erklärt, dass er die Beziehungen zu den östlichen Nachbarn Deutschlands verbessern will: "Wir wollen, dass die Freundschaft, die zum Beispiel im deutsch-französischen Verhältnis gewachsen ist, auch für das deutsch-polnische Verhältnis selbstverständlich wird. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass die Ressentiments, die es selbstverständlich gibt - wie könnte es in Anbetracht unserer Geschichte auch anders sein? -, als Vergangenheit zurückbleiben."

Ein Verzicht Frau Steinbachs auf den Sitz im Stiftungsrat würde deshalb dem Anliegen des Zentrums und der deutsch-polnischen Aussöhnung dienen.

Freundliche Grüße

Frank Schäffler
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Frage zum Thema Finanzen
07.12.2009
Von:

Sehr geerhter Herr Schäfflfer,

Warum hat die FDPam Freitag im Bundestag einen Änderungsantrag zum "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" abgelehnt, der eine Gleichstellung von Lebenspartnern im Erbschaftssteuerrecht mit Eheleuten vorsah?

Im Koalitionsvertrag hatten sich CDU/CSU und FDP auf mehrere Eckpunkte zur Homo-Politik geeinigt. So wollten sie dem Dokument zufolge "gleichheitswidrige Benachteiligungen im Steuerrecht abbauen und insbesondere die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zur Gleichstellung von Lebenspartnern mit Ehegatten umsetzen"

Sind Hoteliers Privilegien für die FDP wichtiger als Homosexuelle Rechte?
Wie lange noch will die FDP die verfassungswidrige Ungleichbehandlung von Lesben und Schwulen im Erbschaftsteuerrecht noch zu lassen?

MfG,

V.
Antwort von Frank Schäffler
bisher keineEmpfehlungen
11.12.2009
Frank Schäffler
Sehr geehrter Herr ,

die Festlegung im Koalitionsvertrag gilt. Wir werden den Abbau der Benachteiligungen - auch über das Erbschaftsteuerrecht hinaus - nach eingehender Prüfung der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts verwirklichen. Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, das wir am Freitag beschlossen haben, hat hingegen das Ziel, das Sofortprogramm, das wir im Koalitionsvertrag vereinbart haben, umzusetzen.

Freundliche Grüße

Frank Schäffler, MdB
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Frage zum Thema Internationales
10.12.2009
Von:

Lieber Frank Schäffler,

in einer Publikation wird über Sie als Gegner der Finanztransaktionssteuer berichtet. Das interessiert mich, denn ich habe mit über 50000 anderen für die Einführung dieser Steuer gestimmt. Warum sollten Sparer durch diese Steuer irgendwelche Nachteile haben?

Die Informationen über die Initiative finden Sie auf der Homepage www.steuer-gegen-armut.org Ich unterstütze diese Initiative des Jesuitenpaters Jörg Alt, der die Petition vorbereitet hat. Auch der Bundespräsident und die neue EKD-Ratsvorsitzende sind für die Einführung dieser Steuer. Ich verstehe also nicht, was dagegen sprechen könnte?

Das Konzept der Finanztransaktionssteuer sieht doch vor, jede Art von Transaktionen, die auch für Spekulationen geeignet sind - also etwa Geschäfte mit Währungen, Aktien, Investmentfonds oder Rohstoffen mit dieser Steuer zu belegen. Der Steuersatz soll dabei sehr gering sein, die Kampagne "Steuer gegen Armut" schlägt einen Satz zwischen 0,01 und 0,1 Prozent des umgesetzten Betrags vor. Somit fiele die Steuer bei langfristigen Investitionen etwa in Unternehmensanteile so gut wie gar nicht ins Gewicht; kurzfristige Spekulanten, die oft innerhalb eines Tages zahlreiche An- und Verkäufe tätigen, um von kleinsten Kursschwankungen zu profitieren, würden dagegen spürbar zur Kasse gebeten. Weder kleine Sparer noch der deutsche Mittelstand hätten also irgendwelche Nachteile oder Belastungen zu befürchten. Die Erhebung der Steuer an den Börsenplätzen wäre sehr einfach umzusetzen und wird in ähnlicher Form in Großbritanien bereits praktiziert. Welche Informationen hat man Ihnen übermittelt, die Ihrer Ansicht nach gegen die Steuer sprechen könnten. Sind Sie falsch zitiert worden oder haben Sie eine andere Ansicht?

Ich würde mich freuen, wenn Sie das Anliegen nach ausführlicher Abwägung doch unterstützen könnten oder gibt es irgendwelche sonstigen Interessen, die dagegen sprechen könnten?

Mit freundlichen Grüßen - , Schötmar
Antwort von Frank Schäffler
2Empfehlungen
14.12.2009
Frank Schäffler
Sehr geehrter Herr ,

die Idee einer Steuer auf internationale Devisentransaktionen geht auf James Tobin (1918-2002) zurück, der damit die kurzfristige Spekulation auf Währungsschwankungen eindämmen wollte. Später distanzierte er sich selbst von der Tobin-Steuer, da sie von Globalisierungskritikern vereinnahmt wurde und die Erzielung zusätzlicher Einnahmen in den Vordergrund rückte.
Die Transaktionssteuer ist nicht Bestandteil des Koalitionsvertrags, da die neue Koalition angetreten ist, um Steuern zu senken, nicht, um neue zu erheben.
Wer sich für die Finanztransaktionssteuer einsetzt, will nur eine neue Einnahmemöglichkeit für den Staat schaffen.
Tatsächlich wird dann aber beim Fonds-, Riester- und Lebensversicherungssparer abkassiert. So würde beispielsweise ein Riester-Sparer, der heute 30 000 Euro brutto verdient und den für die maximale staatliche Förderung notwendigen Betrag einzahlt, damit in 20 Jahren um 4700 Euro gebracht.
Die Finanztransaktionssteuer wäre auch schädlich für die Wirtschaft, denn sie würde die Eigenkapitalfinanzierung börsennotierter Unternehmen in dem Maße verteuern, in dem sie die Kapitalkosten erhöht. Finanzblasen lassen sich durch eine Steuer nicht verhindern. Dazu sind ein stabiles Geldwesen und eine effektive Bankenaufsicht notwendig. Eine international eingeführte Finanztransaktionssteuer ist somit aufgrund der zusätzlichen Belastungen abzulehnen.

Noch viel schlimmer wäre die Einführung einer Börsenumsatzsteuer nur in Deutschland, wie sie alternativ auch in der Petition gefordert wird. Die Chancen für eine internationale Einigung über die Finanztransaktionssteuer sind gering, denn US-Finanzminister Geithner sagte dazu bei dem letzten G20-Finanzministertreffen: "Das ist nichts, zu dessen Unterstützung wir bereit wären." (Handelsblatt vom 9.11.2009 "Brown scheitert mit Finanzmarktsteuer"). Eine rein nationale Einführung hätte verheerende Folgen für den Finanzplatz Deutschland. So hat Schweden die Börsenumsatzsteuer 1984 eingeführt und dabei Einnahmen von 1500 Mio. Schwedischen Kronen erwartet, tatsächlich waren es nur 50 Mio. pro Jahr. Es gab nachteilige Auswirkungen für den Finanzplatz: Eine Woche nach Einführung der Steuer ging der Handel mit Bonds um 85 % zurück. Das Handelsvolumen von Futures und Optionen sank um 98 %. Zeitgleich mit der Ankündigung der Verdopplung der schwedischen Börsenumsatzsteuer im Jahr 1986 verlagerten sich 60 % des Handelsvolumens der elf am stärksten gehandelten schwedischen Werte, die insgesamt 50 % des gesamten Handelsvolumens ausmachten, nach London. Bis 1990 verschärfte sich dieser Trend und mehr als 50 % der schwedischen Titel wurden nur noch in London gehandelt. Die 100%ige Anhebung der Steuer zog einen Anstieg von 22 % der Einnahmen nach sich.

Folgende Länder haben die Börsenumsatzsteuer abgeschafft: Dänemark, Deutschland (1991), Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweden und Spanien. In Großbritannien, auf das oft Bezug genommen wird, gibt es etliche Ausnahmen. Die Bundesregierung listet dazu "unter anderem" 15 Ausnahmen auf. Die Auflistung der Ausnahmen umfasst fasst eine ganze Seite. Die Quelle für diese Angaben ist die Antwort der Bundesregierung auf eine von mir initiierte Kleine Anfrage der FDP-Fraktion aus der letzten Wahlperiode (BT-Drs. 16/12571 vom 3. April 2009).

Freundliche Grüße

Frank Schäffler, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
29.12.2009
Von:

Herr Schäffler,

das Zitat im Handelsblatt mag aus dem Zusammenhang genommen sein, aber trotzdem, wie kommen Sie dazu die Ursachen der Finanzkrise einzig in "Staatsversagen" ( www.handelsblatt.com ) zu sehen?
Hat der Staat bei der Zulassung komplexer Finanzprodukte versagt? Oder hat er schon vorher versagt, da er die Loslösung der Finanz- von der Realwirtschaft nicht durch strengere Regulierung verhindert hat? Im Ernst, natürlich trägt die Bush- (oder doch die Clinton-?) Administration Schuld, aber ist der Versuch die gesamte Verantwortung beim Staat zu sehen nicht genauso hinderlich für nötige Reformen, wie des Beharren auf ´Systembedingtheit´ und dem Ausnahmecharakter der Situation?
Antwort von Frank Schäffler
2Empfehlungen
25.01.2010
Frank Schäffler
Sehr geehrter Herr ,

Ursache der Krise war billiges Geld der Notenbanken verbunden mit einer verfehlten Sozialpolitik im Wohnungsbau, insbesondere in den USA. Das ist Staatsversagen. Darauf aufbauend haben auch Marktakteure versagt, indem sie beispielsweise zu große Risiken eingegangen sind. Dieses Fehlverhalten wurde jedoch aufgrund falscher - vom Staat gesetzter - Rahmenbedingungen nicht sanktioniert. Risiko und Haftung im Bankenbereich müssen wieder zusammengeführt werden und gleichzeitig muss die Konjunkturpolitik der Notenbanken durch billiges Geld beendet werden. Wir wollen mit einem neuen Insolvenzrecht dafür sorgen, dass Banken künftig auch Pleite gehen können, statt auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden zu müssen.

Freundliche Grüße

Frank Schäffler, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
03.02.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Schäffler,

das Thema Finanztransaktionssteuer wird zur Zeit viel diskutiert. In einem Beitrag der Sendung "plusminus" haben Sie Ihre ablehende Meinung deutlich gemacht. Auch bei abgeordnetenwatch haben Sie bereits eine Frage zum Thema "Steuer gegen Armut" beantwortet.

Dort schreiben Sie: "So würde beispielsweise ein Riester-Sparer, der heute 30 000 Euro brutto verdient und den für die maximale staatliche Förderung notwendigen Betrag einzahlt, damit in 20 Jahren um 4700 Euro gebracht."

Grundsätzlich stehe ich einer Finanztransaktionssteuer positiv gegenüber. Allerdings habe ich selbst einen fondsgebundenen Riester-Sparplan abgeschlossen. Ich würde also nach Ihrem Rechenbeispiel zu den "Gekniffenen" gehören - zumal ich deutlich länger als 20 Jahre einbezahlen werde. Geld, auf das ich natürlich im Alter nicht verzichten möchte.

Leider kann ich Ihr Rechenbeispiel nicht ganz nachvollziehen. Wenn ich monatlich z.B. 100€ über 20 Jahre einbezahle und jede Einzahlung mit beispielsweise 0,05% besteuert wird, dann sind das nach meiner Rechnung 12€.
Dann kommen noch Zinsverluste und Verwaltungskosten hinzu. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass hierfür annährend 4700€ anfallen könnten.

Vielleicht können Sie Ihr Rechenbeispiel noch genauer erklären? Denn 4700€ möchte ich auf keinen Fall bezahlen...

Vielen Dank für Ihre Bemühungen

Antwort von Frank Schäffler
bisher keineEmpfehlungen
04.02.2010
Frank Schäffler
Sehr geehrte Frau ,

die Berechnung stammt vom Bayerischen Staatsminister der Finanzen Georg Fahrenschon, zitiert in der Berliner Zeitung vom 18.9.2009, Seite 6.

Freundliche Grüße

Frank Schäffler
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