Silvio Härtel (DIE LINKE)

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Frage zum Thema Forschung / Technologie
06.01.2008
Von:
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Sehr geehrter Herr Härtel,

in Niedersachsen wird bei den BOS der digitale Funk eingeführt. Einmal ganz unabhängig von den technischen Vorteilen für die Nutzer: Wie stellte sich Ihre Partei zu den definitiv vorhandenen und nicht mehr weg zu diskutierenden bzw. schön zu redenden Gefahren der "digital gepulsten Skalarwelle"; denn nichts anderes isr die Technik hinter dieser neuen (eigentlich schon wieder veralteten) Kommunikationstechnik. Zahlreiche offizielle Studien (beispielhaft sei die REFLEX-Studie erwähnt) weisen eindeutig auf massive Gefahren für alle biologischen Zellsysteme hin!! Das kann man doch nicht totschweigen?! Meine Anfragen bei der Polizei Niedersachsen sind sehr unbefriedigend und ziemlich hilflos beantwortet worden. Ich bin auf Ihre informative Antwort gespannt. Mit freundlichen Grüßen, -
Antwort von Silvio Härtel
2Empfehlungen
21.01.2008
Sehr geehrter Herr ,

ich muss zugeben das ich zu diesem Punkt ersteinmal Nachforschungen anstellen musste. Die Gefahr von Strahlung ist nicht neu, aber wenn man den Menschen erzählt das auch Ihr Handy mit gefährlicher Strahlung arbeitet wird man sicher als notorischer Nörgler abgetan. Dies ist aber falsch, es gibt nachhaltige Studien die ein vielfach erhöhtes Krebsrisiko nachweisen. Nun lässt sich der Bürger aber nicht sein neues Lieblingsspielzeug wegnehmen. Hier sollte eine schnelle Lösung mit der Industrie gesucht werden.
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Frage zum Thema Soziales
07.01.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Härtel,

mit Erstaunen musste ich in der Zeitung "Elbe-Weser-Kurier" vom 27.12.07 ihre Aussage lesen, die beinhaltet, dass der Grund für die Kinderarmut auf dem schlechten Bildungsstand der Eltern zu finden ist.
Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie viele, die unschuldig in Armut geraten sind und über einen guten Bildungsstand verfügen, diese Aussage aufnehmen werden.
Sind Sie wirklich der Meinung, das die URSACHE der Kinderarmut im schlechten Bildungszustand der Eltern zu suchen ist?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Silvio Härtel
5Empfehlungen
14.01.2008
Sehr geehrte Frau ,

der Grund für die Kinderarmut liegt beim Gesetzgeber! Unsere Zukunft sind unsere Kinder.
Bei den Kindern wie bei allen anderen Bürgern muss ein abgleiten in die Armut verhindert werden. Es darf nicht sein, dass sich Menschen eine neue notwendige Brille von Ihren Hartz IV Bezügen absparen soll und der Krankenkasse 1% Ihres Jahreseinkommens zahlen muss, weil eine chronische Erkrankung vorliegt. Ebenfalls muss für Chancengleichheit im Bildungswesen gesorgt werden.

Die Kinder gehen nicht mit gleichen Voraussetzungen in die Schule. Teilweise sind im Alter von 6 Jahren schon 4 Jahre Bildungsunterschied festzustellen. Einige der Kinder können bei der Einschulung schon lesen und schreiben. Auch in Fächern wie Mathematik sind manche Kinder schon fast auf dem Stand eines Zweitklässlers. Andere Kinder haben noch Defizite.

Das sind zum Teil sprachliche Probleme, sowie auch Anpassungsprobleme an die Schule.
Hier müsste eine gezielte Förderung einsetzen. Die Kinder müssten nach Ihrem Entwicklungsstand gefördert werden. Dies ist nur mit einer Klassenstärke von bis zu 28 Schülern in der Grundschule von einem Lehrer nicht mehr zu leisten.

Es sollte eine maximale Klassenstärke von 20 Schülern in der Grundschule angestrebt werden. Auch Sprachförderung sollte an den Grundschulen regelmäßig auf dem Stundenplan stehen.
In der Grundschule wird von den Lehrern erwartet innerhalb von 4 Jahren ein begabtes Kind, das aus schwierigen Verhältnissen kommt, zu einem Schüler für eine weiterführende Schule auszubilden. Dies ist auch deshalb schwer, weil die Hilfe der Eltern teilweise nicht stattfindet oder auch nicht stattfinden kann. Sei es, dass die Eltern aus sprachlichen gründen nicht helfen können oder von einem 400€ Job zum nächsten hecheln. Deshalb wäre eine Ganztagsschule wünschenswert. Dort könnte ein größeres Augenmerk auf sportliche Betätigung und Förderung gelegt werden. Ebenfalls fordern wir eine gemeinsame Beschulung der Kinder bis zur 10. Klasse. Dies gibt auch Spätstartern eine Chance Ihre Fähigkeiten zu nutzen.
Es gibt auch Familien die trotz gutem Bildungsstand in die Armut getrieben wurden. Diese Eltern helfen Ihren schulpflichtigen Kindern mindestens genauso gut wie Eltern mit einem gleichwertigen Bildungsstand ohne Armutshintergrund. Leider sind es aber oft schlecht Ausgebildete Menschen die in Armut leben müssen. Es muss diesen Menschen eine Perspektive gegeben werden. Dafür machen wir uns stark.
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Frage zum Thema Soziales
11.01.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Härtel.

viele Menschen in Niedersachsen, fühlen sich in ihrer materiellen Existenz bedroht. Sie spüren, das die Grundlagen unseres Sozialstaates, der sozialen Sicherung und des öffentlichen Lebens durch die politisch Verantwortlichen der etablierten Parteien zerstört werden.

Was wollen Sie/die Linke tun, das die Menschen von ihren Einkünften leben können und der Abbau unseres Sozialstaates verhindert bzw.rückgängig gemacht wird?
Antwort von Silvio Härtel
5Empfehlungen
14.01.2008
Sehr geehrte Frau ,

Hartz IV muss weg. Dieses wie auch das gesamte Problem der Massenarbeitslosigkeit kann letztlich nur durch einen Politikwechsel auf Bundesebene angegangen werden. Dafür setzt sich die LINKE in Niedersachsen ein. Trotzdem muss auch durch Maßnahmen auf Landesebene die Situation für Erwerbslose verbessert werden. Dazu gehört eine würdige Behandlung auch von Langzeiterwerbslosen. Vertreter der Arbeitslosen gehören in die Beiräte der ARGen. Dazu gehört die Förderung einer von der Arbeitsagentur und den ALG-IIBehörden unabhängige Beratung der Erwerbslosen. Weiterbildung und Eingliederung müssen ausgebaut werden.
1-€-Jobs sind keine Lösung. Sie gefährden reguläre Beschäftigungsverhältnisse oder tragen zu ihrem Abbau bei. Wir fordern zumindest Arbeitsgelegenheiten mit Entgeltvariante (d.h. mit Arbeitsvertrag) und Nutzung weiterer arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen. Wenn man alle Mittel für Erwerbslose zusammenführt (ALG II, Aufwandsentschädigung und Sozialversicherungsbeiträge bei Ein-Euro-Jobs, vor allem aber die an Maßnahmeträger gezahlten Gelder, Kosten der Unterkunft), lassen sich mit wenig Mehraufwand tariflich bezahlte, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze finanzieren. Der Bedarf für entsprechende Beschäftigungen, die der Markt nicht bedient, ist riesengroß.
Wir fordern deshalb die Schaffung eines öffentlich geförderten Beschäftigungssektors mit einer Vielzahl von solchen Arbeitsverhältnissen bei Vereinen, Projekten und Initiativen im Sozial-, Umwelt- und Kulturbereich und für Chancengleichheit für Frauen. So können gemeinnützige Aufgaben verwirklicht werden, die kein privatwirtschaftlicher Anbieter übernimmt. Initiativen in den Kommunen für Frauen- und Mädchenarbeit, Beratungsstellen für Gewaltopfer, die unabhängige Beratung für Erwerbslose, Kulturprojekte, Interkulturelle Arbeit sowie Unterstützung für Frauenhäuser müssen vom Land gefördert werden.
Die landesweite objektbezogene Förderung von Wohnungsbau muss wieder aufgenommen werden und gezielt den Wohnungsmarkt dort entlasten, wo sich gegenwärtig Mangelsituationen abzeichnen, zum Beispiel bei Single-Wohnungen in den großen Städten. Damit kann das Preisniveau der Mieten nach unten korrigiert werden. Zugleich wird damit auch eine Entlastung der Kommunen ermöglicht, die gegenwärtig die Wohnkosten der Hartz-IV-Berechtigten zahlen müssen.
DIE LINKE will nach dem Vorbild einzelner Kommunen landesweit einen "Sozialpass Niedersachsen" einführen, durch den Menschen mit geringem Einkommen mit Preis- Nachlässen Verkehrsleistungen, kulturelle oder sportliche Angebote in Anspruch nehmen können. Sie will, dass das Landesblindengeld einkommensunabhängig auf die Höhe vor der Abschaffung durch die Landesregierung unter Einrechnung eines Inflationsausgleichs zurückgeführt wird.
DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass landesweit die Schuldnerberatungsstellen gefördert werden, dass Fördergelder auch an Einrichtungen fließen, die der Prävention von Gesundheitsgefährdungen dienen – vor allem Sucht- und andere Beratungsstellen.
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