Anja Stahmann (GRÜNE)
Kandidatin Bremen 2011
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Anja Stahmann
Jahrgang
1967
Berufliche Qualifikation
Diplom-Sozialwirtin, Theaterpädagogin, Tätigkeit als Jugendbildungsreferentin bei der Naturfreundejugend Bremen (z. Zt. beurlaubt)
Ausgeübte Tätigkeit
MdBB, Jugendbildungsreferentin
Wohnort
Bremen
Stadtteil
Bremen-Walle , Stimmen (Wahlkreis): 3.113
Landeslistenplatz
3, über Liste eingezogen
(...) Sie sprechen mit Ihrer Frage ein  wichtiges gesellschaftliches Thema an, dass kontrovers diskutiert wird.  Aus meiner Sicht müssen Staat und Kirche deutlich voneinander getrennt sein.  Das Grundgesetz sieht das Neutralitätsgebot des Staates vor.  Insgesamt hat sich die  religiöse Landschaft in den letzten Jahren stark verändert. Die Gesellschaft ist vielfältiger geworden. Die Kirchen bleiben aus meiner Sicht aber immer noch eine wichtige zivilgesellschaftliche Instanz, der aber immer weniger Menschen angehören.  Deshalb setzen wir als Fraktion uns auch für die Modernisierung des Faches Biblische Geschichte in der Schule ein. (...)
 
Persönliche Website
www.anja.stahmann.de
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AnjaStahmann
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Anja Stahmann hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 26 Thesen Position bezogen.
Fragen an Anja Stahmann
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
04.04.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Stahmann,

Bei der Podiumsdiskussion der Konrad-Adenauer-Stiftung Bremen, die vor Kurzem statt fand, ging es um das Thema "Deutschenfeindlichkeit - ein Problem auch an Bremer Schulen?"
Zu Beginn sagten Sie, es gäbe in Bremen keine Deutschenfeindlichkeit, lediglich das Problem Mobbing. Bei derselben Veranstaltung bestätigte jedoch auch eine Lehrerin einer Bremer Schule, dass es Deutschenfeindlichkeit an Ihrer Schule gäbe.
Auch ich kenne Mitbürger, die dieses Phänomen an Schulen in unserer Stadt beobachten.
Sind Sie bereit Ihre Meinung zu ändern, die Existenz dieser Problematik anzuerkennen und gegen Innländerfeindlichkeit auf dem Pausenhof vorzugehen?
Antwort von Anja Stahmann
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05.04.2011
Anja Stahmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre interessierte Rückfrage zum Thema Gewalt an Schulen. Dies ist ein sehr wichtiges und ernstes Thema. Auch an Bremer und Bremerhavener Schulen erfahren Kinder und Jugendliche leider Gewalt, Mobbing oder Diskriminierung. Ebenso sind auch Lehrkräfte mitunter betroffen.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass an den Schulen Gewalt in jedweder Form nicht toleriert werden darf. Dazu gehören für mich auch (Cyber-)Mobbing, sexuelle Diskriminierung, Rassismus, Erniedrigungen und andere Schikanen gegenüber Dritten.

Wer Angst hat, kann nicht lernen und Schulen müssen angstfreie Orte sein. Deshalb erarbeiten Schulen zunehmend einen verbindlichen Verhaltenskodex, der auf gegenseitigem Respekt beruht. Das halte ich für richtig.

Ich mache mich dafür stark, dass Schulen regelmäßig SchülerInnen, Eltern und PädagogInnen zum Lernklima an der Schule befragen. Die Ergebnisse helfen den Lernort Schule gezielt zu verbessern. Dies passiert bisher zu wenig und zu sporadisch.

Wichtig ist aus meiner Sicht, das alle Kinder und Jugendliche das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung im Elternhaus haben. Wer zuhause Gewalt erlebt, wendet diese auch häufiger als Mittel im Alltag an. Deshalb brauchen wir in Bremen weiterhin Elternbildungsangebote, die schon früh starten. Im Jahr 2002 haben wir in Bremen auf grüne Initiative das Recht auf gewaltfreie Erziehung in der Landesverfassung verankert.

Thema Prävention vor Gewalt ist mir politisch wichtig. Die Thesen der von Ihnen genannten Journalistin teile ich aber nicht, diese waren mir in den Aussagen zu pauschal.

Mit freundlichen Grüßen
Anja Stahmann
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
05.04.2011
Von:

Liebe Frau Stahmann,
die Bildungssenatorin mauert und sieht offensichtlich keinen Handlungsbedarf angesichts der mangelnden Studierfähigkeit der Bremischen (Fach-) Abiturienten (vgl. meine lang zurückliegende Anfrage bei den Grünen -- leider ohne Erfolg, meine Petition www.weblearn.hs-bremen.de , ´Die merkwürdige Wahrheit der Senatorin´, WK 20.3.11, S.27 und meinen Leserbrief dazu WK 26.3.11 S.4). Da frage ich Sie als Bildungspolitisch Verantwortliche (immer noch richtig?),

1. gibt es grüne Konzepte, wie insbesondere die zunehmend defizitären mathematischen Fähigkeiten der (Fach-) Abiturienten Bremischer Schulen soweit verbessert werden, daß die Studienanfänger in MINT-Fächern studierfähig und nicht viel zu häufig zum Studienabbruch gezwungen sind?

2. wenn ja, wie sollen diese Konzepte umgesetzt werden (strukturell, personell, finanziell)?
Antwort von Anja Stahmann
bisher keineEmpfehlungen
05.04.2011
Anja Stahmann
Sehr geehrter Herr

Es stimmt, viele junge Menschen haben mit dem Übergang von der Schule zur Hochschule mit Problemen zu kämpfen. Aber es gibt auch junge Menschen, die nicht aus Kompetenzmangel, sondern aus ganz anderen Gründen ein Studium abbrechen und direkt eine Ausbildung beginnen. 
Ihre Frage zum Thema Verbesserung der Studierfähigkeit von Schülerinnen und Schülern und der Verbesserung der mathematischen Kenntnisse der AbsolventInnen ist ein immer wieder diskutiertes Thema in der Politik. 

Aber ob ein Taschenrechner-Verbot, wie von Ihnen angeregt, helfen würde, bezweifle ich. Es gibt doch auch Untersuchungen, die beim Vergleich von Lernmethoden belegen, dass die Nutzung von Rechnern in Kombination mit Papier und Bleistift die Fähigkeit zum Lösen von Problemen verbessern.

Wer das Fachabi oder Abi in der Tasche hat sollte natürlich soviel Kenntnisse  erworben haben, dass ein erfolgreiches Studium problemlos erfolgen kann. Das ist leider nicht immer der Fall. Sie benennen in der Tat eine Schwachstelle, die systematisch behoben werden muss und nicht allein der privaten Nachhilfe überlassen werden darf. Veränderungen müssen bereits im Schulsystem früh ansetzen. Auch an den Hochschulen muss es Angebote geben. Immer wieder berichten jungen Menschen vom "Uni-Schock". Deshalb sind gut ausgebildete TutorInnen wichtig, um Brücken ins erfolgreiche Studium zu bauen.  Ich bin der Auffassung, dass wir Angebote an den Hochschulen benötigen die diese Lern- oder Kompetenzlücken beheben. Dazu sollten die Unis in ihren Etats Personal und Gelder bereitstellen. 
Die Abi-AbsolventInnen sind in der Lage aufzuholen, wenn sie Unterstützung bekommen. Ein gutes Beispiel läuft z.B. auch an der Hochschule in Wilhelmshaven. Dort wird gezielt am Beispiel der Mathematik selbständiges Arbeiten trainiert und die Fähigkeiten verbessert. Dies ist auch für andere Schwerpunkte, wie von Ihnen genannt, denkbar.

Mit freundlichen Grüßen
Anja Stahmann
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Frage zum Thema Finanzen und Verwaltung
06.04.2011
Von:

Zwei Fragen habe ich:
1) Ich bin dafür, dass Bremen endlich in einem größeren Bundesland aufgeht um effektive Verwaltung möglich zu machen. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass der Anachronismus einen Bundeslandes Bremen ein Ende findet?

2) Mich stört die akustische und optisch Umweltrverschmutzung der Bürgerparkstombola von Ende Jan bis Mitte Mai, eine Zeit in der ich nicht in Bremen einkaufen gehe, wegen dieser Belästigung. Sind Sie dafür diese Tombola zeitlich auf max. einen Monat zu beschränken?

mfg W.
Antwort von Anja Stahmann
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06.04.2011
Anja Stahmann
Hallo Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen.

Soll Bremen als Bundesland aufgelöst werden, weil dann die Verwaltung
effizienter werden würde?
Ich bin in dieser Frage skeptisch. Finanziell würde es sich nicht für unser Gemeinwesen rechnen, denn Einnahmen in Millionenhöhe würden wegfallen, Arbeitsplätze gingen verloren.
Stadtstaaten haben den Vorteil, dass sie nah am Bürger dran sind  und die Voraussetzung mitbringen, öffentliche Dienstleistungen effizient und gut organisieren zu können. Eine engere Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden im Umland halte ich für sinnvoller als die Auflösung des Bundeslandes Bremen. 

Frage 2) Verkürzung der Bürgerpark-Tombola
Der Bremer Bürgerpark ist sehr schön und er wird seit seiner Schenkung an die Bremerinnen und Bremer durch Spenden finanziert.
Rund 2 Millionen Euro müssen Jahr für Jahr erwirtschaftet werden um den Park zu unterhalten. Die Tombola ist dabei eine wichtige Einnahmequelle, der Park bekommt keine öffentlichen Zuschüsse. Für die Tombola benötigt der Verein drei Monate. Der Nutzen für die Menschen dieser Stadt ist nicht von der Hand zu weisen. Der Bürgerpark ist zu allen Jahreszeiten für alle Menschen ein Naturerlebnis. Die Lautstärke der Buden wurde in den letzten Jahren bereits reduziert sowie auch die Häufigkeit der Durchsagen. Eine Laufzeit von einem Monat würde nur klappen, wenn die gleichen Einnahmen wie sonst in 3 Monaten zusammenkommen würden. 

Mit freundlichen Grüßen 
Anja Stahmann
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
06.04.2011
Von:

Guten Tag Frau Stahmann,

Konsequente Trennung Staat Religionsgemeinschaften

Nach meinem Verständnis ist die strikte Einhaltung unserer Gesetze Grundlage des friedlichen Zusammenlebens in Deutschland. Religion ist Privatsache und sollte aus der Schule verbannt werden oder höchstens im Rahmen von Unterricht über unser Wertesystem oder Geschichte stattfinden. Glaubensgemeinschaften bieten mit ihrem Anspruch an ewige Wahrheiten keine Gewähr für ein friedliches Miteinander, sondern wirken in gewalttätigen Zeiten - die wir auch bei uns langfristig nicht völlig ausschließen können - oft als Brandbeschleuniger. Das beweist unsere eigene Geschichte und die Gegenwart in vielen unruhigen Weltgegenden.

Frage: Können Sie sich mit der Forderung nach einer laizistischen, glaubensneutralen Schule identifizieren nach der Devise: "Kein Religionsunterricht und keine religiösen Symbole in den staatlichen Schulen des Landes Bremen"?
Antwort von Anja Stahmann
2Empfehlungen
06.04.2011
Anja Stahmann
Sehr geehrter Herr ,

das Thema Ihrer Frage hat in dieser Legislaturperiode mehrfach das Parlament beschäftigt. Seit 1947 wird in Bremen Biblische Geschichte auf allgemein christlicher Grundlage unterrichtet. Seitdem hat sich unsere Gesellschaft stark verändert. Sie ist vielfältiger geworden, auch in Glaubensfragen. Das Fach Biblische Geschichte leidet aus unterschiedlichen Gründen unter Akzeptanzproblemen. Es mangelt an Fachlehrkräften, wird nicht von SchülerInnen angewählt und fällt oft aus.
Aus meiner Sicht ist das Fach in seiner angebotenen Form nicht mehr zeitgemäß.

Wir Grüne setzen uns für eine Weiterentwicklung ein: es sollte einen konfessionsübergreifenden Unterricht für alle geben um einen auf Kenntnissen beruhenden Respekt für andere Religionen zu vermitteln. Der Dialog über verschiedene Religionen, ihre Gemeinsamkeiten, ihre Unterschiede und ihre Traditionen fördert das gegenseitige Verständnis füreinander. Dies kann für das Miteinander in der Gesellschaft durchaus positiv sein, denn Toleranz und Respekt werden gefördert.
Die Niederlande praktizieren bereits dieses Modell in den Schulen mit hoher Zufriedenheit. Warum nicht auch bei uns?

Mit freundlichen Grüßen

Anja Stahmann
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Frage zum Thema Arbeit
08.04.2011
Von:
- May

Sehr geehrte Frau Anja Stahmann,

wie sehen Sie das Problem Mobbing am Arbeitsplatz?

Was halten Sie von den unverbindlichen LASI Handlungsanleitungen, z.B. LV 34 für die Arbeitsschutzbehörden?

Ich bitte um Ihr Statement.

MfG

- May
Antwort von Anja Stahmann
1Empfehlung
08.04.2011
Anja Stahmann
Hallo Herr May,

Mobbing, und  insbesondere auch sexuelle Belästigung, ist ein ernstes Thema und für Betroffene eine große Belastung. Wer sich gemobbt fühlt und/oder gemobbt wird, ist in seinem alltäglichen Leben beeinträchtigt. Viele erkranken Menschen und sind in Folge nicht mehr arbeitsfähig. Betroffene sollten unbedingt den Arbeitgeber informieren und konkret um Hilfe bitten. Um rechtliche Schritte einzuleiten, ist ein detailliertes Mobbing-Tagebuch von großer Hilfe, denn die Beweislast liegt beim Opfer.
Mir ist ihre Petition bekannt, und ich verfolge die kritische Diskussion über den Arbeitsschutz in dieser Frage mit Interesse.

Das Europäische Parlament hat die Mitgliedsstaaten aufgefordert, im Hinblick auf die Bekämpfung von Mobbing und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz ihre bestehende Gesetze, (dazu gehören auch die von Ihnen genannten Richtlinien), konkret auf Wirksamkeit zu überprüfen. Dies kann nach meiner Einschätzung zu  schärferen Regelungen wie in einigen Nachbarstaaten führen.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Stahmann
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Ihre Frage an Anja Stahmann
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