Ulla Schmidt (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Ulla Schmidt
Jahrgang
1949
Berufliche Qualifikation
Lehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Bundesministerin für Gesundheit
Wahlkreis
Aachen
Landeslistenplatz
4, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
(...) Speziell die beitragsfreie Mitversicherung (Familienversicherung) ist ein Herzstück der sozialen Krankenversicherung. Beitragsfrei mitversichert sind der Ehegatte oder der gleichgeschlechtliche eingetragene Lebenspartner und die Kinder eines Mitglieds. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Gesundheit
12.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Schmidt,
Populisten der SPD fordern öffentlich eine Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Für mich völlig ok, wenn dann selbstredent auch jedermann der Weg in die PKV offensteht.
Sehen Sie dies auch so?

Antwort von Ulla Schmidt
bisher keineEmpfehlungen
01.08.2008
Ulla Schmidt
Sehr geehrter Herr ,

die Gesetzliche Krankenversicherung folgt dem Prinzip: Jede und jeder erhält die medizinische Versorgung, die sie oder er benötigt, unabhängig von Alter oder Einkommen und dies auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Ermöglicht wird das durch den solidarische Finanzierungsmechanismus in der Gesetzlichen Krankenversicherung: Wer weniger verdient, zahlt weniger Beiträge, wer mehr verdient, zahlt mehr. So kommen diejenigen mit mehr Einkommen für diejenigen mit weniger Einkommen auf, die Jungen für die Alten und die Alleinstehenden für die Familien. Unter den mehr als 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten sind rund 20 Millionen beitragsfrei mitversicherte Ehegatten und Kinder, und auch sie profitieren von diesem Prinzip, das mehrheitlich von der Bevölkerung befürwortet wird. Ich meine, die Wahrung dieses Prinzips ist eine vorrangige Aufgabe der sozialdemokratischen Politik.

Ich bin nicht für eine Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Ich weiß nicht, wen Sie mit den genannten "Populisten" in der SPD meinen, ich halte jedoch sehr viel von Meinungsfreiheit und der Freiheit diese auch zu äußern, auch wenn es nicht jedem gefällt. Die genannten Vorschläge der sind übrigens nicht neu, sondern werden seit Jahrzehnten immer wieder debattiert.

Wie Sie sicherlich wissen, bin ich nach wie vor für die Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems hin zu einer umfassenden Bürgerversicherung. Dann könnte jeder Bürger und jede Bürgerin unabhängig von Einkommen, Gesundheitszustand und Alter frei zwischen Krankenkassen oder privaten Versicherungsverträgen wählen und alle Versicherungen müssten nach denselben Spielregeln Versicherte aufnehmen und Leistungen gewähren.

Die heutige Trennung der Systeme befördert eine Risikoselektion, begünstigt Besserverdienende und Gesunde und benachteiligt die dem Solidarprinzip verpflichtete Gesetzliche Krankenversicherung. Ich befürworte deshalb einen einheitlichen Krankenversicherungsmarkt, in dem gleichberechtigte Krankenversicherungen um die beste Versorgung ihrer Versicherten Wettbewerb betreiben. Selbstverständlich müssen sich die Beiträge dabei an der individuellen Leistungsfähigkeit der Betroffenen orientieren und nicht am gesundheitlichen Risiko. Um gleiche Voraussetzungen im Wettbewerb für alle Anbieter sicherzustellen, müssten zudem alle Versicherungen in den Risikostrukturausgleich einbezogen werden. Dann stünde jedermann und jederfrau der Weg in die Krankenversicherung seiner/ihrer Wahl frei. Dies ist das Konzept der Bürgerversicherung, für das sich die SPD einsetzt. Ich werde weiterhin für entsprechende Mehrheiten werben.

Mit freundlichen Grüßen

Ulla Schmidt
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Frage zum Thema Gesundheit
15.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Schmidt,

heute las ich ich dem Artikel "Ärzte verdienen an Privatpatienten deutlich mehr"
(erschienen am 15. Mai 2008 | dpa / T-Online): "...Die Forscher schlagen vor, einen Ausgleichsmechanismus zwischen gesetzlichen und privaten Kassen einzuführen, zum Beispiel die Beteiligung der Privaten am Risikostrukturausgleich der gesetzlichen Kassen..."

Ich habe bis April 2008 13 Jahre in Neuseeland gelebt und gearbeitet, war dort privatversichert. Erschrocken musste ich bei meiner Rückkehr feststellen, dass ich hier in die GKV gezwungen werde, was bei mir als "Rückkehrer" bis Anfang 2007 nicht so gewesen wäre. Für weniger Beitrag wurde mir in NZ bei weitem mehr an Versorgung geboten als hier durch die GKV.
Meine Frage ist, weshalb erschwert es der Gesetzgeber einerseits seit 2007 immer mehr, in die PKV zu gehen, andererseits werden die PKV`s aber vor dem Risikostrukturausgleich der GKV`s abgeschottet?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Ulla Schmidt
1Empfehlung
07.07.2008
Ulla Schmidt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihren Beitrag.

Mit der Gesundheitsreform 2007 hat der Gesetzgeber unter anderem das Ziel verfolgt, dass alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland über eine angemessene Absicherung im Krankheitsfall verfügen. Mir war und ist das Thema ein persönliches Anliegen und nach meiner Überzeugung ist der umfassende Versicherungsschutz für alle Bürgerinnen und Bürger einer der historischen Meilensteine in der Weiterentwicklung der Krankenversicherung, die mit der letzten Gesundheitsreform eingeführt wurden. Personen ohne Absicherung im Krankheitsfall, die zuletzt gesetzlich krankenversichert waren, sind seit 1. April 2007 wieder in den Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einbezogen. Personen, die zuletzt privat krankenversichert waren, können sich seit 1. Juli 2007 im sogenannten modifizierten Standardtarif der privaten Krankenversicherung (PKV) wieder versichern. Für der PKV zuzuordnende Personen gilt ab 1. Januar 2009 die Pflicht, sich mindestens für ambulante und stationäre Heilbehandlung privat zu versichern. Offenbar waren Sie, bevor Sie nach Neuseeland gezogen sind, zuletzt gesetzlich versichert, so dass Sie nun wieder in den Versicherungsschutz der GKV einbezogen worden sind. Die Leistungen der GKV stehen für einen hohen, im internationalen Vergleich sogar sehr hohen Versorgungsstandard: Die GKV stellt z.B. sicher, dass unabhängig vom Einkommen medizinische Hilfe auch außerhalb der üblichen Sprechstunden wesentlich einfacher zu bekommen ist als in den meisten anderen Gesundheitssystemen der Welt. Wartezeiten auf Krankenhausbehandlungen sind, wenn es sie denn überhaupt gibt, kürzer als andernorts. Die Versorgungsdichte mit Ärzten ist höher als in den meisten anderen Ländern. Auch im Vergleich mit dem Gesundheitssystem Neuseelands gilt: Deutschland verfügt über eine deutliche bessere Versorgung mit Krankenhausbetten und Ärzten; und die Zuzahlungen in Deutschland sind deutlich niedriger (Quelle: WHO).

In Ihrer E-Mail sprechen Sie zudem die Trennung des deutschen Krankenversicherungsmarktes an. In der Tat bin ich der Auffassung, dass diese Trennung keine Zukunft hat. Diese Segmentierung führt zu Risikoselektion, begünstigt einseitig Besserverdienende und Gesunde und benachteiligt die dem Solidarprinzip verpflichtete GKV. Nicht ohne Grund nennt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung diese Segmentierung "ökonomisch nicht legitimierbar". Die Zukunft gehört daher nach meiner Auffassung einem einheitlichen Krankenversicherungsmarkt, in dem gleichberechtigte Krankenversicherungen auf Basis einkommensbezogener Beiträge um die beste Versorgung ihrer Versicherten konkurrieren. Leider ist es bei der letzten Gesundheitsreform nicht gelungen, dieses Ziel z. B. über den von Ihnen angesprochenen Einbezug der PKV in den Risikostrukturausgleich der GKV zu erreichen. Immerhin ist es aber gelungen, die privaten Krankenversicherer zum Angebot eines Tarifs zu verpflichten, in dem sich auch chronisch Kranke oder Behinderte ohne Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse versichern können, und in dem Sozialregelungen sicherstellen, dass niemand finanziell überfordert wird (der sog. Basistarif, der ab 1. Januar 2009 von allen PKV-Unternehmen angeboten werden muss).

Mit freundlichen Grüßen
Ulla Schmidt
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Frage zum Thema Gesundheit
19.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Schmidt,

mit Ihrer Anwort haben Sie also bestätigt, dass Sie eine Brille für normal Kurzsichtige bzw. Weitsichtige für medizinisch nicht notwendig halten - oder Sie revidieren damit Ihre veröfffentlichete Aussage, jeder bekommt das medizinisch Notwendige!? Hieraus muß ich den Schluß ziehen, dass in weiteren Fällen, die Kranken in Deutschland nunmehr nicht mehr medizinisch mit dem Notwendigen versorgt werden. Wann wollen Sie als Vertreterin der SPD eine derart negative Entwicklung durch eine Reform (positive Weiterentwicklung) in Ordnung bringen?

MfG
Standard-Antwort von Ulla Schmidt
bisher keineEmpfehlungen
18.06.2008
Ulla Schmidt
Sehr geehrter Herr ,

jedes Schreiben an mich auf Abgeordnetenwatch wird von mir oder einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter gelesen. Die Anliegen, Fragen und Hinweise der Bürgerinnen und Bürger erreichen mich daher. Jedoch kann ich wegen der sehr großen Zahl an Briefen und E-Mails, die ich jeden Tag erhalte, nicht alle persönlich beantworten. Dafür bitte ich Sie um Verständnis.

Bei Fragen, die Sie an mich in meiner Funktion als Bundesministerin für Gesundheit richten, wenden Sie sich bitte an das Bundesministerium für Gesundheit.

Wenn Sie uns schreiben wollen: info@bmg.bund.de .

Oder rufen Sie an. Auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums www.bmg.bund.de finden Sie die nach verschiedenen Themen sortierten Telefonnummern des Bürgertelefons.

Mit freundlichen Grüßen
Ulla Schmidt
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Frage zum Thema Soziales
20.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Schmidt,

der SPD-Vorsitzende Beck hatte bereits im Jahr 2006 in den Verhandlungen mit der CDU und mit Frau Merkel den damals überraschenden Vorschlag eingebracht, man sollte das deutsche Gesundheitssystem zu viel größeren Anteilen über Steuern finanzieren - damals nannte er einen Betrag von 43 Mrd. Euro.

Wie kommt es, dass über diesen Vorschlag fast 2 Jahre nicht mehr gesprochen wurde - im Gegenteil wurde im Verlauf sogar der Steueranteil durch Rückbuchung der 4 Mrd. Euro Tabaksteuer ins Finanzministerium real verringert.

Sie haben heute auf dem Ärztetag den grundsätzlichen Ansatz von 2006 wiederholt und als Marschroute ausgegeben.

Meine Frage ist, ob Sie die Umsetzung dieses sicherlich sehr richtigen Vorschlages mit größerer Intensität verfolgen werden als nach 2006?
Und in welchem finanziellen Umfang sehen Sie die Möglichkeit und Notwendigkeit einer Steuerfinanzierung?

Mit freundlichen Grüßen,


Geschäftsführer der UWP
Antwort von Ulla Schmidt
4Empfehlungen
18.06.2008
Ulla Schmidt
Sehr geehrter Herr ,

jedes Schreiben an mich auf Abgeordnetenwatch wird von mir oder einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter gelesen. Die Anliegen, Fragen und Hinweise der Bürgerinnen und Bürger erreichen mich daher. Jedoch kann ich wegen der sehr großen Zahl an Briefen und E-Mails, die ich jeden Tag erhalte, nicht alle persönlich beantworten. Dafür bitte ich Sie um Verständnis.

Bei Fragen, die Sie an mich in meiner Funktion als Bundesministerin für Gesundheit richten, wenden Sie sich bitte an das Bundesministerium für Gesundheit.

Wenn Sie uns schreiben wollen: info@bmg.bund.de.

Oder rufen Sie an. Auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums www.bmg.bund.de finden Sie die nach verschiedenen Themen sortierten Telefonnummern des Bürgertelefons.

Mit freundlichen Grüßen
Ulla Schmidt
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Frage zum Thema Gesundheit
20.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Ministerin,

bevor Sie dem beängstigenden Drängen des Herrn Ärztepräsidenten Hoppe nachgeben und die ärztlichen Leistungen rationieren, warum versuchen Sie nicht zunächst, die Korruption im Gesundheitswesen zu erschweren, indem Sie eine Quittungspflicht für ärztliche Leistung zur Abrechnung bei der Gesetzlichen Krankenkasse einführen? Daß also der Arzt, die Ärztin sich die abzurechnenden Leistungen von dem, der Patientin bestätigen läßt, bevor er, sie bei der Krankenkasse liquidieren kann.

Wo gibt es denn sonst noch sowas, daß jemand praktisch nach Belieben Leistungen abrechnen kann, ohne befürchten zu müssen, daß ein Betrug (oder wie es dann heißt: Irrtum) jemals auffliegt?

Sind Ärzte etwa bessere Menschen, halbe Heilige? Sind sie nicht, und es wäre doch sinnvoll, die Ärzteschaft nicht gar so arg in Versuchung zu führen, indem nicht auf wirksame Kontrolle verzichtet wird, sondern eben wirksame Kontrolle eingeführt wird.

Mit freundlichen Grüßen

, Berlin, 20/05/2008
Standard-Antwort von Ulla Schmidt
bisher keineEmpfehlungen
18.06.2008
Ulla Schmidt
Sehr geehrter Herr ,

jedes Schreiben an mich auf Abgeordnetenwatch wird von mir oder einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter gelesen. Die Anliegen, Fragen und Hinweise der Bürgerinnen und Bürger erreichen mich daher. Jedoch kann ich wegen der sehr großen Zahl an Briefen und E-Mails, die ich jeden Tag erhalte, nicht alle persönlich beantworten. Dafür bitte ich Sie um Verständnis.

Bei Fragen, die Sie an mich in meiner Funktion als Bundesministerin für Gesundheit richten, wenden Sie sich bitte an das Bundesministerium für Gesundheit.

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Mit freundlichen Grüßen
Ulla Schmidt
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