Sehr geehrter Herr Dr. Wissing,
Ihr Auftritt in der gestrigen Fernsehsendung des SWR3 hat mir, Südpfälzer wie Sie, imponiert. Sachlich, zutreffend und ohne Schaum vorm Mund erörterten Sie Ihre Sicht der Dinge um Dr. Westerwelles Meinung zum Sozialstaat BRD.
Nahezu alle Kritiker Ihres Vorsitzenden wollen oder können (bewusst?) nicht erkennen, dass er mit seiner Analyse keineswegs die sog. Hartz IV- Empfänger im verunglimpfen will, sondern das System als solches anprangert.
Warum verweisen Sie bei den andauernden ungerechtfertigten Anwürfen nicht auf den Kommentar "Alle Wege führen nach Rom" von Rainer Hank in der letzten Ausgabe der F.A.S.? Denn im Grunde geht es vordergründig nicht um pekuinäre Fragen:
Hank zitiert den Philosophen Wolfgang Kersting, der der Auffassung sei, der Wohlfahrtsstaat sei den Bürgern in die Haut gegangen. Sie hätten längst die staatliche Scht der Dinge übernommen, ihre existentialistische Grammatik sei durch und durch welfaristisch geprägt. Ist es nicht genau das, was Herr Westerwelle meint?
Unter diesem Aspekt fand ich die angefangenen Sätze, die Ihnen zum Schluss der Sendung zur schlagfertigen Fortsetzung vorgegeben wurden, geradezu albern und abwegig. Kein Wunder, dass Ihnen da für einen Moment die Spucke wegblieb. Im Grunde genommen zeigte der Moderator damit, dass auch er nicht gewillt (oder fähig) war, zum Kern von Westerwelles kritischem Denkanstoß vorzudringen.
Mit freundlichen Grüßen

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