Roderich Kiesewetter (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
11.09.1963
Berufliche Qualifikation
Diplom-Kaufmann, Oberst a.D.
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Aalen
Wahlkreis
Aalen - Heidenheim
Ergebnis
45,0%
Landeslistenplatz
5, Baden-Württemberg
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(...) Zum anderen sind die bisher vernehmbaren Steuersenkungsforderungen des Koalitionspartners nicht finanzierbar. Es würde insbesondere die kommunalen Einnahmen weiter schwächen. (...) Die nachfolgenden Anträge zur isolierten Aufhebung habe ich für scheinheilig gehalten, da die Antragsteller genau diesen Punkt, nämlich die MwSt-Absenkung für das Hotel- und zudem für das Gaststättengewerbe in ihrem Wahlprogramm stehen hatten. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
13.04.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kiesewetter,

warum sprechen Sie sich während Ihres Vortrags an der HS Aalen am 12. April 2010 einerseits gegen Steuersenkungen aus, weil diese in der derzeitigen Situation nicht angebracht seien, haben aber andererseits im Bundestag für das 8,4 Milliarden Euro schwere Steuersenkungspaket "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" und gegen den Änderungsantrag, nach welchem auf die Mehrwertsteuersenkung für die Hotelbranche verzichtet werden sollte, gestimmt?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Roderich Kiesewetter
1Empfehlung
15.04.2010
Roderich Kiesewetter
Sehr geehrter Herr ,

klasse, dass Sie meinen Vortrag "Was heißt heute konservativ?" an der Hochschule Aalen in Zusammenarbeit mit der VHS Aalen besucht haben. Rund 250 ZuhörerInnen und dazu zahlreiche kluge Fragen haben auch mir Freude gemacht.
Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz hat mit allen Komponenten und Facetten einen Steuersenkungseffekt von rund 20 Mrd €, also erheblich höher als der von Ihnen angesprochene Betrag. Der Effekt der MwSt-Absenkung für das Hotelgewerbe macht nach bisherigen Schätzungen etwa 850 Mio € aus. Weitere Steuersenkungen halte ich nicht für vertretbar. Zum Einen bleibt abzuwarten, wie sich das Wachstumsbeschleunigungsgesetz praktisch auswirkt. Zum anderen sind die bisher vernehmbaren Steuersenkungsforderungen des Koalitionspartners nicht finanzierbar. Es würde insbesondere die kommunalen Einnahmen weiter schwächen. Außerdem sollten wir die Steuerschätzung im Mai dieses Jahres abwarten, bevor weitere Überlegungen angestrengt werden.
Ich erhoffe mir klare Hinweise / Forderungen für eine Vereinfachung unseres Steuersystems, z.B. könnten Ausnahmetatbestände des § 3 des EinkStG gestrichen werden, allein dort finden sich 70 Ausnahmetatbestände!
Hinsichtlich der MwSt-Absenkung für das Hotelgewerbe habe ich nach Geschäftsordnung des Bundestages eine sogenannte Protokoll-Notiz abgegeben, um deutlich zu machen, dass ich mit diesem Teil des Gesetzes nicht einverstanden bin. Die nachfolgenden Anträge zur isolierten Aufhebung habe ich für scheinheilig gehalten, da die Antragsteller genau diesen Punkt, nämlich die MwSt-Absenkung für das Hotel- und zudem für das Gaststättengewerbe in ihrem Wahlprogramm stehen hatten.

Nochmals vielen Dank für Ihr Interesse,
mit freundlichen Grüßen
Roderich Kiesewetter
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
15.04.2010
Von:

Hallo Herr Kiesewetter,

haben sie eigentlich noch ein reines Gewissen nach dem Tod 4 weiterer deutscher Soldaten in AG , nun 43 Kinder deutscher Mütter gesamt ? Im Schweiz Magazin vom 09.April 2010 äußert man sich dahingehend, dass es um Opiumanbau in Afghanistan geht, nicht um Terrorismus. Ist da etwas wahres dran ?
Antwort von Roderich Kiesewetter
3Empfehlungen
16.04.2010
Roderich Kiesewetter
Sehr geehrter Herr ,

was verstehen Sie unter einem reinen Gewissen? Haben Sie immer Eines? Ich habe als Soldat selbst Afghanistan erlebt, mehrfach und weiß in welcher Atmosphäre von Auftragserfüllung, Gefahr und Pflichtbewusstsein aber auch Angst und Beklemmung dort deutsche Soldaten und zivile AufbauhelferInnen ihren Auftrag erfüllen. Meine Befürchtung ist, dass wir weitere Opfer dort erleiden werden. Das belastet das Gewissen von uns Abgeordneten in hohem Maße. Ein unüberlegter Rückzug hätte noch mehr Opfer unter der afghanischen Bevölkerung zur Folge und viel höhere Instabilität für die gesamte Region. Es gibt in Afghanistan kein schwarz oder weiß, kein ja oder nein. Verantwortung wird erst dann spürbar, wenn sie belastet. Somit geht es dort nicht nur um Terrorismus, Opiumanbau oder staatliche Korruption. Afghanistan ist weitaus vielschichtiger. Deshalb wünsche ich mir eine intensive öffentliche Debatte und eine noch offenere Informationspolitik unserer Bundesregierung.

Mit freundlichen Grüßen
Roderich Kiesewetter
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Frage zum Thema Internationales
13.05.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kiesewetter,

mit dem 750 Millarden Euro-Garantiepaket durch EU-Regierungen und IWF ist hoffentlich eine Brandmauer gegen die Spekulation gegen den Euro und andere schwächere EU-Länder geschaffen, die sich dann letztendlich auch gegen Deutschland richten könnte. Was aber, wenn dies nicht ausreichen sollte und "nachgelegt" werden muss? Wo ist die zumutbare Grenze und die "Sollbruchstelle", an der die Währungsunion zerbrechen könnte? Oder ist der Preis hierfür eine Hyperinflation? Was halten Sie von dem Vorschlag 2 Währungsunionen in der EU zu schaffen--eine für die wirtschaftlich agraisch geprägteren Süd- und Ostländer, eine für die wirtschaftlich stabilieren Länder Zentraleuropas--ist das illusorisch oder würde das alles noch schlimmer machen? Wäre das damalige Schäuble-/Lammerspapier zu Kerneuropa nicht eine Alternative? Was halten Sie von den Forderungen nach einer europäischen Wirtschaftsregierung, die laut EU-Verantwortlichem Zehm auch in die nationale Haushalts- und Finanzpolitik und das Tarifrecht eingreift? Ist eine Währungsunion überhaupt ohne eine drastische Harmonsierung der Finanzhausthalte und Wirtschaftspolitiken durchführbar, ja braucht man letztlich einen beherzten Schritt hin zu einem europäischen Zentralstaat nach dem alten volkswirtschaftlichen Motto "Ein Staat, eine Währung"? Ist dieser zentrale Widerspruch "eine Währung, kein Zentralstaat"überhaupt auflösbar? Was halten sie von dem Vorschlag einer Europäischen Ratingagentur und einem Europäischen Währungsfonds (vergleichbar mit dem Asiatischen Währungsfond)--ist der gerade geschaffene EU-Notfonds nicht schon ein Schritt in diese Richtung?

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Roderich Kiesewetter
bisher keineEmpfehlungen
12.08.2010
Roderich Kiesewetter
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 13. Mai. Um Ihnen eine sinnvolle Antwort geben zu können, brauchte es etwas Zeit, ad hoc Antworten i.S. von abgeordnetenwatch bringen bei diesem komplexen Sachverhalt zunächst leider wenig, Aktionismus ist nicht angebracht.

Das Euro-Rettungspaket hat eine Laufzeit bis 2013, wir merken, die betroffenen EU-Länder machen hartnäckig ihre Hausaufgaben: Erhöhung des Rentenalters (SPA auf 68), der Mehrwertsteuer (GRC 23%) etc. Absenkung von Staatsverschuldung, überhöhten Renten (GRC von 110% auf rund 70%) etc.

Eine Zweiteilung in einen Nord- und Süd-€ würde den Nord-€ sehr verteuern und unsere Exportkonjunktur empfindlich abkühlen. Das kann gegenwärtig keine Lösung sein, müsste ggf. ab 2013 nochmals betrachtet werden.

Eine Europäische Ratingagentur wird ja auch dank der Initiative unserer Bundesregierung inzwischen eingeführt.
Eine europäische Wirtschaftsregierung sollte, wenn überhaupt, nur streng im Sinne der sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards aufgebaut werden, dies ist gegenwärtig mit etlichen EU-Staaten nicht zu schaffen.

Wir sollten dieses Thema in zwei Jahren wieder ansprechen. Wenden Sie sich gern an mein Wahlkreisbüro.

Mit freundlichen Grüßen

Roderich Kiesewetter
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Frage zum Thema Finanzen
07.06.2010
Von:

Hallo Herr Kiesewettwer,

da zur Zeit die Verhandlungen laufen bezüglich der Einsparmöglichkeiten, möchte ich heute eine Frage an Sie richten: Wie groß sind die Haushalte der einzelnen Ministerien für die Leistungssportler? Ich denke dabei an das Verteidigungsministerium, Finanzministerium und Innenministerium. In diesen Ministerien sind die sogenannten Sportsoldaten oder Beamte der Bundespolizei welche nur ihrem Leistungssport nachgehen und dennoch von unseren Steuergeldern bezahlt werden. In diesem Zusammenhang sollte man die Überlegungen sehen Einsparungen bei Arbeitsagenturen und ALG II sehen. Als Privatmann werden solche Auskünfte trotz Verbraucherinformationsgesetz ohnehin erteilt. Vielleicht ist sowas auch mal eine Überlegung wert.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Roderich Kiesewetter
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12.08.2010
Roderich Kiesewetter
Sehr geehrter Herr ,

ob der Sommerpause habe ich keine konkreten Zahlen zur Verfügung, im Bereich des BMVg handelt es sich um ca. 1000 Personen einschließlich der AusbilderInnen. Die von Ihnen genannten drei Ministerien sind DIE Förderer des Spitzensports in Deutschland. In enger Zusammenarbeit mit dem DOSB werden hier echte Perspektiven für Sportarten geschaffen, die sonst eher nicht im Fokus stehen. Außerdem haben SpitzensportlerInnen über diese Fördermöglichkeiten die Chance, sich auf einen Beruf vorzubereiten. Ich sehe also eher Vorteile darin.
Ansonsten wenden Sie sich doch einfach an mein Wahlkreisbüro, dann helfe ich Ihnen bei weiteren Fragen gern weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Roderich Kiesewetter
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Frage zum Thema Internationales
17.06.2010
Von:

Sind Sie der Auffassung, dass die Wehrpflicht ein wichtiges Instrument ist, um Gesellschaft und Bundeswehr zu verbinden?

Haben Sie über den Antrag der Fraktionen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Evaluierung des Afghanistaneinsatzes abgestimmt (Drucksache 17/1964, dip21.bundestag.de )

Haben Sie den Antrag abgelehnt? Wenn ja, warum?

Sind Sie nicht der Auffassung, dass eine transparente Berichterstattung über den Afghanistaneinsatz ein wichtiges Instrument wäre, um Gesellschaft und Bundeswehr zu verbinden?

Wie schätzen Sie angesichts des oben genannten Abstimmungsverhaltens die Aussichten der folgenden Petition ein?

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Bundesregierung zu verpflichten, Parlament und Öffentlichkeit vierteljährlich sowohl in öffentlicher Sitzung des Bundestages als auch schriftlich in Form eines Afghanistan-Reports über die Ziele, Erfolge und Misserfolge des deutschen Engagements in Afghanistan zu informieren.
( epetitionen.bundestag.de )
Antwort von Roderich Kiesewetter
bisher keineEmpfehlungen
17.06.2010
Roderich Kiesewetter
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen, Sie sind mir als Steller einer entsprechenden Petition bekannt, ich kenne auch Ihr damit verbundenes Schreiben. Ihre ersten beiden und die vierte Frage beantworte ich mit JA. Zu Ihrer dritten Frage, in Ergänzung: Der Antrag wurde nicht abgestimmt, weil es möglicherweise noch zu einer Einigung zwischen den Fraktionen kommen könnte. Ich halte es für besser, wenn die Evaluierung durch die Exekutive, also die Bundesregierung und ihre Ministerien durchgeführt wird, weil ansonsten der Bundestag Aufgaben einer anderen Staatsgewalt übernehmen würde, ohne die Ergebnisse in der Praxis umsetzen zu können. Aber nur darin unterscheiden sich die Positionen von CDU/CSU und FDP von der Auffassung von B90/Grüne und SPD. Zu Ihrer 5. Frage: die Bundesregierung informiert bereits vierteljährlich das Parlament. Wir haben uns allerdings darauf geeinigt, die Bundesregierung zu bitten, diese Informationen zu verbessern, also ganzheitlicher und übergreifender zu verfassen.

Mit freundlichen Grüßen

Roderich Kiesewetter
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