Christiane Schneider (DIE LINKE)
Abgeordnete Hamburg 2008-2011
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Christiane Schneider
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Schriftsetzerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdHB
Wohnort
-
Wahlkreis
Wandsbek
Landeslistenplatz
3, über Liste eingezogen
(...) Nach Auskunft der Feuerwehr-Akademie haben alle Feuerwehrleute bei der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehr in Hamburg den großen LKW-Führerschein. (...)
 
weitere Profile auf abgeordnetenwatch.de
Parlamentarische Arbeit
Fragen an Christiane Schneider
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
27.01.2010
Von:

liebe christiane schneider,
haben sie vielen dank für ihre höchst informative antwort auf meine letzte frage. diese ermutigt mich nun direkt eine neue zu stellen:
heute habe ich gelesen, dass hamburg das höchstgebotsverfahren für öffentliche grundstücke abgeschafft hat. ist dieser paradigmenwechsel auf die "recht-auf-stadt"-bewegungen zurück zu führen?
viel erfolg bei ihrer arbeit wünscht ihnen
Antwort von Christiane Schneider
4Empfehlungen
27.01.2010
Christiane Schneider
Liebe Paula Zucker,

vielen Dank für Ihre guten Wünsche.

Dass die Stadt offiziell vom Höchstgebotsverfahren abrückt, ist, davon gehe ich aus, auf die "Recht auf Stadt"-Bewegung zurückzuführen. Gerade in der Auseinandersetzung um das Gängeviertel wurde aufgedeckt, welche schlimmen Folgen dieses Verfahren für die Stadtentwicklung hat. Die Käufer werden natürlich versuchen, bei der Nutzung die höchstmögliche Rendite zu erzielen: Die politische Entscheidung zum Höchstgebotsverkauf gibt öffentliche Einwirkungsinstrumente aus der Hand und unterwirft die Stadtstruktur privaten Renditeinteressen. Diese Unterwerfung unter Renditeinteressen mit all ihren Folgen (Gentrifizierung, sozialräumliche Segregation, Zerstörung der Solidarität und Desintegration der Stadtgesellschaft) hat die "Recht auf Stadt"-Bewegung thematisiert und die herrschende Politik unter Druck gesetzt.
Offiziell will die Regierungskoalition nun also zum "Bestgebotsverfahren" übergehen, bei dem der Preis nur noch zu 30%, konzeptionelle, also Nutzungsvorstellungen zu 70% eine Rolle spielen. Ich bin bei der Beurteilung allerdings vorsichtig: Ob und wie die Stadt die Ankündigung umsetzt, wird ausschließlich davon abhängen, ob sie weiterhin mit einer kräftigen Bewegung rechnen muss.

Der Senat hatte auch früher schon angekündigt, vom Höchstgebotsverfahren Abstand nehmen zu wollen. Dennoch haben die im Höchstgebotsverfahren abgewickelten Verkäufe städtischer Grundstücke/Immobilien von 7 im Jahr 2007 auf 15 in den ersten neun Monaten 2009 zugenommen. Misstrauisch macht mich auch das jüngste in der Bürgerschaft verhandelte Beispiel: der Verkauf bzw. die Nutzung der Amsinckvilla. Auch diese war im Höchstgebotsverfahren an einen [zudem windigen] Investor gelangt, der sich um die öffentlichen Nutzungsinteressen praktisch nicht scherte. Nur der anhaltende Widerstand der Amsinck-Park-Nutzer/innen und FreundInnen der Amsinckvilla sowie der kommunalen Gremien in Eimsbüttel haben die Regierungsfraktionen zu einem gewissen Rückzug veranlasst: Das Ganze soll neu überdacht werden - aber bezeichnenderweise fehlt in dem Antrag von GAL und CDU (Datum 19.1.10!) zur "Zukunft der Amsinckvilla" jede klare Absage an einen Verkauf im Höchstgebotsverfahren. Die "FreundInnen der Amsinckvilla" meinen übrigens, dass die schöne alte Villa überhaupt nicht verkauft werden darf, wenn das öffentliche Interesse an ihrer Nutzung gesichert werden soll. Und damit haben sie Recht.

Es wird also auch in Zukunft darauf ankommen, für außerparlamentarische Bewegungen wie für uns als Opposition, wachsam zu bleiben und sich die einzelnen Verkaufsfälle genau anzuschauen. Leider ist der Umgang mit den städtischen Immobilien oft erst im Nachhinein zu erfahren, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist - die zuständige Kommission für Bodenordnung tagt nicht öffentlich und gibt auch nur einmal im Jahr einen allgemeinen Bericht ab.

Freundliche Grüße

Christiane Schneider
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
29.01.2010
Von:

liebe frau schneider,

ihre rasche und höchst informative antwort hat mir soviel vergnügen bereitet, dass ich direkt noch eine frage loswerden möchte. dafür muss ich leider etwas länger ausholen.
im letzten jahr haben mich zwei nachrichten sehr erstaunt:

erstens: die enteignung der hypo real estate und die in einigen artikel auftauchende information, das enteignungen von grundstücken zum beispiel für den ausbau von infrastruktur in der bundesrepublik durchaus nicht unüblich sind.
und zweitens: dass es in hamburg 1 millonen qm leerstehende büroflächen gibt. über den stand bei wohnungsimmobilien bin ich leider nicht informiert.
nehme ich dann noch die bis zum letzten jahr übliche gesetzliche praxis der niederlande hinzu, wo es möglich war häuser legal zu besetzen, die länger als ein jahr leerstanden, stelle ich mir und nun ihnen die frage: könnte die stadt hamburg sich dazu entscheiden die leerstehenden büroimmobilien zu enteignen, um dem flächenbedarf der hamburgerInnen bei niedrigen preisen gerecht zu werden? wenn ja, wie würde das von statte gehen? welche gremien würden das entscheiden?

mit freundlichen grüßen und vielem dank für ihre geduld

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen. Um eine Nachricht zu erhalten, sobald eine Antwort eintrifft, tragen Sie sich bitte über die untenstehende Benachrichtigen-Funktion ein.

Auf diese Antwort warten bisher 2 Interessierte
X
Beim Eintreffen einer Antwort benachrichtigen
Lesezeichen
Frage zum Thema Sicherheit
13.03.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Schneider
Ich kann die Anfrage der LINKEN gut nachvollziehen; denn es ist in keiner Weise nachzuvollziehen, dass rollende Giftbomben durch die Großstädte fahren dürfen und nicht einmal begleitet werden, während ganze Bahnhöfe für einen "tag" abgesperrt werden, bei dem man vermutet, er wäre mit Flusssäure gemacht.
Obwohl getrocknete Säure-"tags" keine Dämpfe verursachen, brachte man das Personal vorsorglich ins Krankenhaus:
www.presseportal.de
Was kommt auf uns Bürger zu?

Das Abendblatt schreibt heute:
235 Atomtransporte rollen durch die Stadt
Von Andreas Dey und Philip Volkmann Schluck 13. März 2010, 06:30 Uhr
Tendenz in diesem Jahr: weiter steigend. Am Montag stoppte die Polizei einen Spezialtransporter - der Container war schrottreif.
www.abendblatt.de

Wie kann es angehen, dass jeder motorisierter "Seelenfänger" hoch giftige Substanzen auf den Autobahnen transportieren darf, und keine besonderen Sicherheitsauflagen erfüllen muss?
Welche Schutzmaßnahmen haben die Autobahnpolizisten oder Städte, wenn so ein Laster verunglückt und ein Massensterben der Bevölkerung verursacht?
Auch die Schienentransporte sind bedenklich, denn auch an den Bahnstrecken wohnen Menschen.
Was mutet man Bundespolizisten zu, die diese Bahntransporte begleiten müssen?

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen. Um eine Nachricht zu erhalten, sobald eine Antwort eintrifft, tragen Sie sich bitte über die untenstehende Benachrichtigen-Funktion ein.
X
Beim Eintreffen einer Antwort benachrichtigen
Lesezeichen
Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
11.11.2010
Von:

Geplante Kürzung bzw. Streichung der Sonderzahlung für die Beamtinnen und Beamten sowie für die Versorgungsempfänger

Sehr geehrte Frau Schneider

Mit Wut und Empörung habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Senat schnellstmöglich die geplante Kürzung bzw. Streichung der Sonderzahlung für die verbeamtete Kollegenschaft umsetzen will.

Wie anders ist es zu verstehen, dass sich eine entsprechende Senatsdrucksache bereits in der Behördenabstimmung befindet, ohne dass wir als Beschäftigte überhaupt gefragt werden.

Dies bedeutet für mich eine Gehaltskürzung von annähernd 5 % mtl.!!

Während die Wirtschaft boomt und Tarifabschlüsse von über 3 % keine Seltenheit ist, werden wir zur Kasse gebeten. In einem Jahr klafft also eine Einkommenslücke von 8 %, die über Jahrzehnte nicht mehr zu schließen ist!!!

Wer arbeitet da noch hochmotiviert?
Wer steht da noch loyal zu seinem Dienstherrn?

Sehr geehrte Frau Schneider,

Wie stehen Sie zu dieser Einkommenskürzung?

Wollen auch Sie die Verantwortung für dieses schändliche Vorhaben des Senats übernehmen?

Ich bin gespannt auf Ihre Antwort!!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Christiane Schneider
bisher keineEmpfehlungen
14.11.2010
Christiane Schneider
Sehr geehrte Frau ,

Die Linke lehnt die Kürzung des Weihnachtsgelds für Beamtinnen und Beamte ab.
Ich darf Sie dazu auf eine Kleine Anfrage unserer Fraktionsvorsitzenden Dora Heyenn verweisen: "Hände weg vom Weihnachtsgeld!" (Drs. 19/ 6694) Der Antwort des Senats zufolge sind von der Kürzung bzw. Streichung der Sonderzahlung fast 43.000 Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter sowie Anwärterinnen und Anwärter sowie 30.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger betroffen. Sie allein sollen an die 100 Millionen Euro zur Haushaltskonsolidierung beitragen. Aus den Zahlen geht hervor, dass die Kürzung bzw. Streichung für einen erheblichen Teil der Betroffenen außerordentlich schmerzhaft ist.
Wir freuen uns, dass die IG Metall in der Stahlindustrie kürzlich eine Tariferhöhung von 3,6% erreicht hat. Umso weniger können wir die Kürzungen und Streichungen bei den Beamtinnen und Beamten in Hamburg akzeptieren, auch deshalb nicht, weil der Senat offensichtlich darauf setzt, dass das Streikverbot für Beamte den Widerstand erschwert.
Die jüngsten Steuerschätzungen gehen auch für Hamburg von erheblichen Mehreinnahmen bereits im Jahr 2010 aus. Das allein wird sicherlich nicht reichen, um den Haushalt zu konsolidieren. Deshalb fordern wir, dass der Senat, statt bei Beschäftigten im öffentlichen Dienst und bei der sozialen Infrastruktur zu streichen, auf der Einnahmenseite für eine Entlastung des Haushalts sorgt. Deshalb fordert die Linke ein Maßnahmenbündel von der Erhöhung des Spitzensteuersatzes, der Erhöhung der Abgeltungsabgabe, der Erhöhung der Unternehmenssteuer bis zur Veränderung der Erbschaftssteuer und Wiedereinführung der Vermögensteuer. Dafür sollte sich der Senat auf Bundesebene einsetzen, und in Hamburg kann er dafür sorgen, den Steuervollzug nicht nur durch einige eher kosmetische Maßnahmen, sondern grundlegend zu verbessern.

Mit freundlichen Grüßen
Christiane Schneider
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Finanzen
11.11.2010
Von:

Geplante Kürzung bzw. Streichung der Sonderzahlung für die Beamtinnen und Beamten sowie für die Versorgungsempfänger


Sehr geehrte Frau Schneider!

Mit Wut und Empörung habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Senat schnellstmöglich die geplante Kürzung bzw. Streichung der Sonderzahlung für die verbeamtete Kollegenschaft umsetzen will.

Wie anders ist es zu verstehen, dass sich eine entsprechende Senatsdrucksache bereits in der Behördenabstimmung befindet, ohne dass wir als Beschäftigte überhaupt gefragt werden.

Dies bedeutet für mich eine Gehaltskürzung von annähernd 5 % mtl.!!

Während die Wirtschaft boomt und Tarifabschlüsse von über 3 % keine Seltenheit ist, werden wir zur Kasse gebeten. In einem Jahr klafft also eine Einkommenslücke von 8 %, die über Jahrzehnte nicht mehr zu schließen ist!!!

Wer arbeitet da noch hochmotiviert?
Wer steht da noch loyal zu seinem Dienstherrn?

Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter,

Wie stehen Sie zu dieser Einkommenskürzung?

Wollen auch Sie die Verantwortung für dieses schändliche Vorhaben des Senats übernehmen?

Ich bin gespannt auf Ihre Antwort!!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Christiane Schneider
bisher keineEmpfehlungen
01.12.2010
Christiane Schneider
Sehr geehrter Herr ,

wir übersehen nicht, dass der Hamburger Haushalt in einer sehr schwierigen Situation ist. Die Ursachen dafür liegen aktuell in der tiefen Wirtschaftskrise, die auch noch nicht überwunden ist, und nicht zuletzt in der von den verschiedenen Bundesregierungen zu verantwortenden Steuersenkungspolitik. Unter dieser Politik leiden alle Länder und Kommunen.
Nach unserer Auffassung dürfen die Folgen der Krise und einer verfehlten Politik jedoch nicht auf sozial Schwache, Familien oder die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes abgewälzt werden. Eine solche Politik, wie sie der vormals schwarz-grüne Senat mit seinen Kürzungsprogrammen betrieben hat und wie sie auch die Bundesregierung betreibt, verschärft die soziale Spaltung und bringt auch wachsende Teile der Mittelschichten in Bedrängnis.
Ich kann deshalb den Protest der von der Weihnachtsgeldkürzung bzw. -streichung betroffenen Beamtinnen und Beamten sehr gut verstehen. Die Frage ist jetzt, ob das Auseinanderbrechen der schwarz-grünen Koalition und die Herausbildung neuer politischer Mehrheiten zu einem Kurswechsel bei der Haushaltskonsolidierung führen. Die Fraktion DIE LINKE hat heute einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht, die Kürzung bzw. Streichung des Weihnachtsgeldes rückgängig zu machen. Dieser Antrag steht auf der nächsten Sitzung der Bürgerschaft zur Abstimmung.

Mit freundlichen Grüßen
Christiane Schneider
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Christiane Schneider
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.