Florian Pronold (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Florian Pronold
© Florian Pronold / Foto: Susie Knoll
Geburtstag
28.12.1972
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Deggendorf
Wahlkreis
Rottal-Inn
Ergebnis
17,5%
Landeslistenplatz
1, Bayern
weitere Profile
(...) Als politisch Verantwortliche müssen wir allerdings auch auf den Umstand reagieren, dass die reale Situation von Lebensgemeinschaften mit Kindern und von Partnerschaften im Allgemeinen durch das Ehegattensplitting nicht mehr abgebildet wird. Nicht Kinder werden gefördert, sondern ein bestimmtes Modell der Einverdiener-Ehe – egal, ob Kinder im Haushalt leben oder nicht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Florian Pronold
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Arbeit
02.11.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Pronold,

aus dem linken politischen Lager lese ich immer wieder von der Forderung "Hartz IV abschaffen".
Ich verstehe das nicht, da dann wohl die bisherigen Hartz IV-Empänger kein Geld bekommen würden.
Können Sie mir sagen, wie das tatsächlich gemeint ist?
Was halten Sie von einem Aufschlag auf die Hartz IV-Sätze für langjährige Berufstätige, die arbeitslos werden?
Jeder normale Arbeitnehmer muß sparsam mit seinen Wohnungskosten (auch z.B. Heizung) umgehen, da er dafür zahlen muß. Warum werden Hartz IV-Empänger in dieser Hinsicht gegenüber Arbeitnehmern (durch das Kostenübernahme-Prinzip) privilegiert?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Florian Pronold
4Empfehlungen
11.11.2009
Florian Pronold
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Hartz IV.
Was sich hinter der Forderung "Hartz IV abschaffen" verbirgt, müssen Sie diejenigen fragen, die dies fordern. Für mich steht das Grundprinzip der Hartz Reform - also die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe – nicht in Frage, weil damit der Missstand, dass viele Leistungsempfänger zwischen der Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe hin- und hergeschoben wurden, beseitigt wurde.

Den von Ihnen angesprochenen Aufschlag auf Hartz IV gibt es bereits. Der Zuschlag soll finanzielle Härten beim Übergang vom Arbeitslosengeld in die Grundsicherung für Arbeitsuchende abfedern und wird bis zu 24 Monate bezahlt. Für Alleinstehende beträgt dieser Zuschlag im ersten Jahr maximal 160 Euro, für nicht getrennt lebende (Ehe-) Partner 320 Euro plus 60 Euro pro Kind. Nach Ablauf des ersten Jahres wird der Zuschlag um 50 % vermindert.

Eine Privilegierung von Hartz IV Empfängern bei den Kosten für die Unterkunft kann ich nicht erkennen. Es ist zwar richtig, dass die tatsächlich anfallenden Heizkosten übernommen werden, allerdings müssen diese in Relation zur Wohnungsgröße stehen und angemessen sein. Eine Pauschalierung bei den Heizkosten, wie sie von Union und FDP im Koalitionsvertrag ins Spiel gebracht wird, ist aufgrund der regionalen Unterschiede und der extrem schwankenden Energiepreise nicht kalkulierbar und würde im Ergebnis zu sozialen Ungerechtigkeiten führen.

Mit freundlichen Grüßen
Florian Pronold, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Arbeit
15.11.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Pronold,

viele Politiker aller Parteien und Sozialverbände fordern derzeit die Erhöhung der Hartz-4-Sätze. Sicher wird es immer Härtefälle, besonders bei alleinerziehenden Frauen geben, die eine Erhöhung notwendig machen. Es gibt aber auch Hartz-4-Familien, die bereits mit den heutigen Sozialleistungen besser gestellt sind , als eine Familie mit einem Alleinverdiener .

Beispiel: Hartz-4-Familie mit 4 Kindern: Leistung ca. 1687.-€ zuzüglich Kaltmiete und Heizungsgeld. Außerdem Unterstützung bei Tafeln und Sozialeinrichtungen.

Alleinverdiender Vater (Industriekaufmann) 4 Kinder. Er muß ,um das gleiche Geld zur Verfügung zu haben, einen Nettolohn von ca. 1800.- € ( Duchschnittsbruttolohn ca 2300.-€) verdienen.

Ist das gerecht, dass jemand der ca. 155 Stunden im Monat arbeitet, das gleiche Geld zur Verfügung hat, wie eine Hartz-4-Familie?
Wo bleibt hier das Prinzip "Fördern und Fordern"?
Wo bleibt die Motivation eine Arbeit aufzunehmen?

Am Ende des Arbeitslebens hat der Alleinverdiener wahrscheinlich auch noch die gleiche Rente wie der "Langarbeitslose".

Warum wird denen, die immer Jammern und mehr Geld vom Staat verlangen, nicht mal die Gegenseite aufgezeigt ?
Warum sind die Politiker zu feige die Wahrheit zu sagen?

Bitte erklären Sie mir, wie ihre Partei hier in Zukunft handeln wird.

Ich danke Ihnen für Ihre Antwort.

mfg
Antwort von Florian Pronold
1Empfehlung
19.11.2009
Florian Pronold
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zu Hartz IV.

Die von Ihnen als zu hoch beschriebenen Sätze bei Hartz IV sichern das Existenzminimum in Deutschland ab. Die Berechnung ist nicht unumstritten. So hat der Paritätische Wohlfahrtsverband in mehreren Studien berechnet, dass die Regelsätze um 20% höher sein müssten. Meine Ansicht, dass es eine Anhebung der Sätze geben sollte, wird damit bestärkt.

Sie haben recht: Wenn jemand Vollzeit arbeitet, muss er mehr Geld zur Verfügung haben als eine vergleichbare Familie, die auf Hartz IV angewiesen ist. Betrachtet man sich die realen Brutto- und Nettoverdienste in den letzten Jahren, so wird deutlich, warum der Abstand zwischen dem Existenzminimum und den niedrigen Lohngruppen immer geringer wird: Die Brutto- und Nettoverdienste je Arbeitnehmer waren im Jahr 2008 preisbereinigt um 2,3% bzw. 2,2% geringer (!) als im Jahr 2000. Mit anderen Worten: Nicht die Regelsätze sind zu hoch, sondern die Löhne sind zu niedrig.

Zu Ihrem Beispiel: Wie schnell kann der von Ihnen angesprochene alleinverdienende Vater angesichts der Wirtschaftskrise selber unverschuldet in Arbeitslosigkeit geraten und auf Hartz IV Niveau zurückfallen? Er wird doch auch ein Interesse daran haben, dass er bei Arbeitslosigkeit vernünftig abgesichert ist.

Die SPD hat auf ihrem Parteitag in Dresden klar gemacht, dass für uns das Ziel der Vollbeschäftigung in Deutschland bestehen bleibt. Dieses Ziel wollen wir aber nicht durch einen Wettbewerb um die niedrigsten Löhne erreichen. Es geht deshalb darum, den Niedriglohnsektor in Deutschland zurückzudrängen, einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen und den Missbrauch von Leiharbeit zu bekämpfen. Nur angemessene Löhne - auch im so genannten Niedriglohnbereich - sind der Garant dafür, dass der Abstand zum Existenzminimum nicht noch kleiner wird.

Die schwarz-gelbe Koalition hat Änderungen bei Hartz IV angekündigt. Damit werden wir uns auseinandersetzen. Unabhängig davon werden wir diesen Bereich in den nächsten Monaten dahingehend überprüfen, ob Initiativen nötig sind und vorbereitet werden müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Pronold, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Umwelt
04.12.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Pronold,

im 16. Deutschen Bundestag waren Sie erfreulicherweise Mitglied der Parlamentarischen Gruppe " Frei fließende Flüsse". Der Ausbau der Donau in Niederbayern ist einer der wichtigsten Schauplätze um die Auseinandersetzung zur Umsetzung der WRRL in Deutschland. Ihr Betreuungswahlkreis dürfte davon nicht unberührt bleiben.
Werden Sie die Arbeit der Parlamentarischen Gruppe fortsetzten und die Position von Frau Irber in der Gruppe übernehmen ?

MfG Schaël, Grüne Liga Berlin e.V.
Antwort von Florian Pronold
3Empfehlungen
17.12.2009
Florian Pronold
Sehr geehrter Herr ,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Am 16.12.2009 gab es in Berlin eine symbolische Stabübergabe, um deutlich zu machen, wer sich in Zukunft um den Erhalt der frei fließenden Donau kümmert. Die bayerischen SPD-Abgeordneten Heinz Paula, Martin Burkert und Florian Pronold werden die Arbeit im Sinne der ausgeschiedenen Bruni Irber fortsetzen. Heinz Paula soll den Platz von Bruni Irber in der Parlamentarischen Gruppe
Frei fließende Flüsse einnehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Florian Pronold, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
10.01.2010
Von:
G.

Frage: Wann wird endlich Gerechtigkeit hergestellt zwischen dem Ruhestands-Entgelt der Beamten und den Rentnern ? Die jetzige Handhabung stammt noch aus Kaiserzeit, denn da hatten es die Beamten wirklich schwer. Heute und zur Zeit ist Beamtentum extrem previligiert. Sind es nicht die , die dann Rente beziehendiejenigen, die im Grunde alles mit ihren Steuern finanzieren ? (Beamte zahlen ja keine Steuern, sie geben nur etwas in den Steuertopf zurück, was sie vorher aus Steuern erhalten haben) Wird es da jemals Gerrechtigkeit geben????
Antwort von Florian Pronold
bisher keineEmpfehlungen
15.01.2010
Florian Pronold
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Rentenversicherung und Beamtenversorgung. Ich habe mich in einer Antwort bereits am 01.09.2009 bei Abgeordnetenwatch ausführlich mit dieser Thematik beschäftigt. An den dort von mir gemachten grundsätzlichen Ausführungen hat sich nichts geändert.

Ihre Frage nach der Gerechtigkeit bei der Altersversorgung ist durchaus berechtigt. Die Aufgliederung der Rentenversicherung nach unterschiedlichen Formen der Erwerbstätigkeit wirft an einigen Stellen Probleme auf. Deshalb will die SPD langfristig die gesetzliche Rentenversicherung auf alle Erwerbstätigen ausweiten. Einer weiteren Privatisierung der Alterssicherung, wie sie von Union und FDP angestrebt wird, erteilen wir eine klare Absage. Das Ziel der SPD ist eine Bürgersozialversicherung, die die solidarische gesetzliche Rentenversicherung stärken und ausbauen soll.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Pronold
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
12.03.2010
Von:

Sie wurden gefragt:

Herr Pronold, würde die SPD Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger abschaffen?

Florian Pronold: Nein, das würde den Sozialstaat erschüttern. Wir haben eine hohe Akzeptanz des Sozialstaats. Die würde gefährdet, wenn der - geringe, aber vorhandene - Missbrauch von Sozialleistungen nicht bekämpft wird

Ich stelle eine andere Frage:

Herr Pronold, sollen mehr Steuerprüfer eingestellt werden, um die Steuerhinterziehung und die Existenz von Schwarzgeldkonten aufzudecken.
Antwort von Florian Pronold
bisher keineEmpfehlungen
17.03.2010
Florian Pronold
Sehr geehrter Herr ,
vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Zuständigkeit für den Vollzug der Steuergesetzgebung liegt im wesentlichen bei den Bundesländern. In Bayern ist das Risiko bei der Hinterziehung von Steuern erwischt zu werden - im Vergleich zu allen anderen Bundesländern - am geringsten. Das liegt hauptsächlich an zu wenigen Steuerprüfern in der Finanzverwaltung in Bayern. Bayern liegt hier in Deutschland auf den hinteren Plätzen. Die BayernSPD genauso wie ich selbst fordern deshalb seit Jahren, dass die Anzahl der Steuerprüfer erhöht wird. Nach Schätzungen der Bayerischen Finanzgewerkschaft würde jeder zusätzliche Steuerprüfer eine Million Euro zusätzlich an Steuern bringen.

Der Bundesrechnungshof hat in einem Gutachten im Jahr 2007 festgestellt, dass die bestehenden Strukturen die vollständige und rechtzeitige Erhebung der Steuereinnahmen sowie die Einheitlichkeit und Gleichmäßigkeit der Besteuerung in Deutschland beeinträchtigten, d.h. die Zuständigkeit der Länder setzt Fehlanreize für eine unvollständige Steuererhebung. Deshalb halte ich es - neben der Erhöhung der Anzahl der Steuerprüfer - für erforderlich, eine Bundessteuerfahndung aufzubauen. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Sie muss mit aller Härte bekämpft werden.

Mit freundlichen Grüßen
Florian Pronold, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Florian Pronold
  • Wurde Ihre Frage bereits gestellt?
    Durchsuchen Sie alle Fragen und Antworten in diesem Profil nach einem Stichwort:
  • Ihre Frage wurde bisher nicht gestellt?
    Geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten und Ihre Frage ein:
  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  
    An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen

    Die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse ist verpflichtend.
    Dies ist notwendig, um Sie über eine Antwort des Abgeordneten zu informieren oder bei Rückfragen kontaktieren zu können. Ihre E-Mail-Adresse wird weder an den Abgeordneten noch an Dritte weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist verpflichtend.
    Sie wird nicht veröffentlicht, aber an den Abgeordneten weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist optional.
    Sie wird nicht veröffentlicht und nur zur internen Verwendung bzw. für evtl. Rückfragen benötigt.

  • noch 2000 Zeichen

  • Folgende Felder wurden nicht ausgefüllt oder weisen Fehler auf:
    Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse und Wohnort

  • Ich erkläre mich mit der Veröffentlichung meiner Frage auf abgeordnetenwatch.de und mit der dauerhaften Archivierung im digitalen Wählergedächtnis einverstanden.
    Die Freischaltung von Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden.
    Ich habe den Moderations-Codex gelesen und sichergestellt, dass meine Frage nicht gegen diesen verstößt. Moderations-Codex aufrufen
    Falls meine Frage nicht freigeschaltet werden kann, werde ich darüber von einem Moderator informiert.
    Aus Gründen der Rechtssicherheit wird Ihre IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.