Florian Pronold (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Florian Pronold
Jahrgang
1972
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Rechtsanwalt in der Sozietät Paluka Sobola und Partner, Regensburg
Wohnort
-
Wahlkreis
Rottal-Inn
Ergebnis
17,5%
Landeslistenplatz
-, Bayern
(...) Um die Verkehrslast im Personen- und Güterverkehr auch in Zukunft zu bewältigen und unsere Straße dauerhaft zu entlasten, wollen wir die Schiene stärken. Daher setzt sich die SPD für eine Verlagerung von mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene ein. (...)
 
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Frage zum Thema Finanzpolitik
23.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Pronold,

in Welt online werden Sie folgendermaßen zitiert:
"Die Reichen und Besserverdienenden müssen stärker herangezogen werden, weil sie starke Schultern haben und mitverantwortlich sind für die Krise", sagte der SPD-Finanzexperte Florian Pronold der "Berliner Zeitung". Mich würde interessieren, auf welche Einkommenshöhe Sie sich dabei beziehen. Wenn Sie das deutsche Steuerrecht gemeint haben sollten, so stünden ja wohl Einkommen ab ca.52.000 Euro Bruttojahresgehalt in Rede. Woher nehmen Sie Ihre Kenntnis, dass jene (zumeist) Facharbeiter und mittleren Angestellten zum einen "starke Schultern haben" und vor allem "mitverantwortlich sind für die Krise".

MIt freundlichen Grüßen
Antwort von Florian Pronold
2Empfehlungen
23.07.2009
Florian Pronold
Sehr geehrter Herr ,

die Frage der Berliner Zeitung bezog sich auf die Vermögensteuer und ähnliche Maßnahmen, die eine Minderheit betreffen, deren materielle Verhältnisse sehr weit über dem Durchschnitt liegen. Als Maßstab kann dafür also keinesfalls das Einkommen gelten, ab dem für Ledige der Spitzensteuersatz anfällt. In unserem Wahlprogramm schlagen wir vor, die Reichensteuer ab einem Jahreseinkommen von 125.000 Euro (Ledige) bzw. 250.000 Euro (Verheiratete) zu erheben. Es geht also nicht um gut verdienende Facharbeiter oder mittlere Angestellte – ganz im Gegenteil. Es geht mir um die Besitzer großer Vermögen und um die Manager, die die Spekulation auf den Finanzmärkten angetrieben und davon profitiert haben. Von ihnen ist ein höherer Beitrag zu erwarten, wenn es darum geht, die entstandenen Schäden zu beseitigen.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Pronold, MdB
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Frage zum Thema Landwirtschaft
15.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Pronold,

wie stehen Sie zur gruenen Gentechnik?

MfG

C.
Antwort von Florian Pronold
1Empfehlung
08.09.2009
Florian Pronold
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema grüne Gentechnik, die ich gerne beantworte.

In der Grünen Gentechnik sehe ich eine gefährliche Sackgasse für Landwirtschaft und Verbraucher. Nach heutigem Kenntnisstand kann Grüne Gentechnik keinen positiven Beitrag zur Ernährung der Menschen leisten. Sie birgt aber enorme ökologische Risiken und verursacht neue wirtschaftliche Abhängigkeiten. Daher werde ich mich für die Änderung des europäischen Rechts einsetzen, denn die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher will keine genmanipulierten Lebensmittel. Um Transparenz in der gesamten Europäischen Union zu bekommen, setzen wir uns für eine einheitliche Kennzeichnung von Produkten ohne Gentechnik ein, wie dies für Deutschland bereits gilt. Durch die neue "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnungsregelung, die wir Sozialdemokraten durchgesetzt haben, können Verbraucherinnen und Verbraucher endlich mitentscheiden, ob sich gentechnisch veränderte Lebensmittel auf dem Markt durchsetzen können oder nicht. Der Schutz von Mensch und Umwelt steht für mich an vorderster Stelle.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Pronold
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
17.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Pronold,

als beruflichen Vielfahrer, auf der A3, A92, A9, beobachte ich in letzter Zeit ein stark gehäuftes Aufkommen von grünen Kennzeichen bei LKW- Anhängern.
Aus persönlichen Interesse habe ich die LKW´s, sprich Zugmaschinen deren Anhänger mit deutschen Kennzeichen ausgestattet waren, auf der A3 von Deggendorf bis Regensburg an einigen Tagen gezählt und ausgewertet. Hier meine grob gerundete prozentuale Beobachtung:

20% der deutschen LKW´s mit Anhänger hatten ein normales schwarzes Kennzeichen.
45% der deutschen LKW´s mit Anhänger hatten ein grünes Kennzeichen.
35% ausländische LKW´s hatten einen Anhänger mit grünen deutschen Kennzeichen.

Da stellt sich mir die Frage, gerade wenn man die letzten 35% betrachtet: Wird hier auf Kosten der Allgemeinheit, die Speditionsbranche subventiert?
Meines Wissens entstehen die meisten Kosten sowie Störungen des Berufsverkehrs für Straßeninstandhaltung, durch den LKW- Verkehr. Wie kann es also sein dass ein deutscher Speditionsbetreiber, bei uns mehrere Anhänger pauschal über eine höhere Gebühr der Zugmaschine versteuert, wenn er diese Anhänger anschliessend, mit einer ausländischen Zugmaschine gleichzeitig bewegt und somit steuerfrei transportiert. Diese Pauschalversteuerung wird doch damit begründet dass ein LKW nicht gleichzeitig mehrere Anhänger ziehen kann.

Ist dies SPD der bekannt und was gedenkt Ihre Partei zu unternehmen um den Güterverkehr an dem von ihm verursachten Kosten real zu beteiligen, oder besser endlich dahin zu bringen wo er hingehört: Auf die Schiene natürlich!

B.
Antwort von Florian Pronold
bisher keineEmpfehlungen
08.09.2009
Florian Pronold
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Infrastruktur und Verkehr, zu der ich gerne Stellung nehme.

In solchen wie von Ihnen geschilderten Fällen ist die Rechtslage klar: Ein inländischer Kraftfahrzeuganhänger, für den nach § 10 Abs. 1 KraftStG keine Steuer erhoben wird, ist bei Verwendung hinter einer ausländischen Zugmaschine zu besteuern. Maßgeblich ist der Zeitraum dieser Verwendung, § 10 Abs. 4 KraftStG sieht jedoch eine Mindestbesteuerung von einem Monat vor. Wird bei Kontrollen der Polizei, des Zolls oder des Bundesamtes für Güterverkehr eine zweckwidrige Anhängerverwendung festgestellt, erfolgt eine Kontrollmitteilung an die Finanzbehörde.

Sie haben völlig Recht, wenn Sie dafür plädieren, dass der Güterverkehr auf die Schiene muss. Auch wir Sozialdemokraten sehen das so. In einem integrierten Verkehrssystem spielt die Schiene eine entscheidende Rolle. Um die Verkehrslast im Personen- und Güterverkehr auch in Zukunft zu bewältigen und unsere Straße dauerhaft zu entlasten, wollen wir die Schiene stärken. Daher setzt sich die SPD für eine Verlagerung von mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene ein. Dies ist auch gelungen. Mit rund 116 Milliarden Tonnenkilometern hat die Bahn 2008 eine neue Rekordleistung im Güterverkehr erreicht. In nur drei Jahren hat sie ihre Leistung um mehr als 20 Prozent steigern können – deutlich stärker als die Straße.
Und wir wollen die Attraktivität des Schienenverkehrs weiter zu erhöhen durch ein leistungsfähiges Schienennetz.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Pronold
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
11.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Pronold,

im SPD-Regierungsprogramm heißt es unter anderem, dass ein Studium nicht am Geld scheitern darf und daher ein gebührenfreies Erststudium ermöglicht werden muss.
Auf den ersten Blick erscheint das Ziel der Abschaffung der Studiengebühren in ganz Deutschland sehr überzeugend.

Doch auf den zweiten Blick entpuppt sich dieses neue alte Wahlversprechen als sinnlos. Zwar bestehen in den SPD-geführten Bundesländern keine allgemeinen Studiengebühren. Auch die rot-grüne Bundesregierung beschloss 2002 ein neues Hochschulrahmengesetz, in dem allgemeine Studiengebühren für ganz Deutschland ausgeschlossen wurden. Aufgrund einer Klage der unionsgeführten Bundesländer erklärte jedoch 2005 das BVG das Verbot von Studiengebühren durch den Bund für nichtig, da es einen unzulässigen Eingriff des Bundes in die Gesetzgebungskompetenz der Länder im Kultusbereich darstelle.

Ich komme daher zu folgendem Schluss: Die SPD wirbt mit einem Wahlversprechen, das keine Aussicht auf Verwirklichung hat, weil das notwendige Gesetz – gemäß dem Urteil des BVG – gegen das Grundgesetz verstößt. Oder wie würden Sie das als Jurist beurteilen?
Meine Frage daher: Hat die SPD aus der Vergangenheit nicht gelernt und warum lügt die SPD die Wähler an?

Ein viel wichtigeres Wahlziel der SPD im Bildungsbereich ist, die Ausbildungsförderung zu stärken, d. h. die SPD will das BaföG regelmäßig an die Lebenshaltungskosten anpassen, da es zum Leben reichen müsse. Dieses Wahlziel begrüße ich, weil es erstens die Attraktivität eines Studiums auch für potenzielle Studenten, deren Eltern das Studium nicht finanzieren können, erhöhen würde und weil es zweitens realisierbar ist.

Meine Frage hierzu lautet: Wird die SPD dieses Ziel nach der Wahl mit in die Prioritätenliste aufnehmen und hat die SPD eine reelle Chance, diese Forderung auch gegen die CDU in einer möglichen Neuauflage der Großen Koalition durchzusetzen?
Um ehrliche Antwort wird gebeten.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Florian Pronold
bisher keineEmpfehlungen
16.09.2009
Florian Pronold
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Studiengebühren und der Forderung nach einem studiengebührenfreien Erststudium, wie wir es in unserem Regierungsprogramm beschlossen haben.

Zu dieser Forderung stehen wir auch, denn

  • In den Ländern, in denen wir regieren, gibt es keine Studiengebühren auf das Erststudium. Für uns gilt: Die Aufnahme einer akademischen Ausbildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

  • wie Sie im Kapitel "Bildung ist Menschenrecht" unseres Regierungsprogramms nachlesen können:

"Kinder und Eltern fragen nicht, welche politische Ebene für ihre Bildung zuständig ist. Kinder brauchen qualifizierte und motivierte Lehrkräfte, eine gute Ausstattung mit Lehrmitteln und renovierte Klassenzimmer. Der notwendige Qualitätssprung im Bildungswesen wird nur gelingen, wenn Bund, Länder und Kommunen gemeinsam handeln und alle Glieder der Bildungskette ineinander greifen. Wir wollen im Grundgesetz die Voraussetzungen dafür schaffen, dass eine solche Kooperation möglich ist."

Das gilt auch für das gebührenfreie Erststudium. Es wird - je nach politischen Mehrheiten - unter Umständen nicht möglich sein, dies auf Verfassungsebene zu ermöglichen. Deshalb streben wir an, es auf Verhandlungsbasis mit den Ländern einzufordern, zum Beispiel im Rahmen der gemeinsamen Bund-Länder-Finanzierung im Hochschul- und Wissenschaftsbereich. Allein dem Einsatz der SPD-Bundestagsfraktion in der Föderalismusreform 2006 ist das Zustandekommen des Hochschulpaktes zu verdanken. Gegen den Widerstand der Unionsländer haben wir die Möglichkeit einer gemeinsamen Bund-Länder-Finanzierung im Hochschul- und Wissenschaftsbereich durchgesetzt.

Die SPD hat das BAföG zu Beginn der 70er Jahre eingeführt, weil es eine wichtige Voraussetzung für Chancengleichheit in der Bildung ist. Die Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung wie wir sie anstreben wird in unserer Prioritätenliste stehen. Die Chancen, diese wie auch die anderen unserer Positionen durchzusetzen, hängen nicht unwesentlich vom Wahlergebnis ab, das wir am 27. September erzielen werden. Klar ist, dass wir in der großen Koalition mit 34 % Wahlergebnis nicht 100 % SPD-Politik umsetzen konnten.

Umso wichtiger ist es, für eine starke SPD zu kämpfen und deshalb bitte ich auch um Ihre Unterstützung. Mit jeder Stimme mehr für die SPD steigen die Chancen auf eine bessere Politik.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Pronold
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Frage zum Thema Finanzpolitik
15.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Pronold,

zentrale, aber zu wenig thematisierte Frage des Wahlkampfes ist, wie die Lasten der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise verteilt werden. Unterm Strich und auf längere Sicht drohen massive Einschnitte vor allem für einkommensschwache BürgerInnen und die öffentlichen Haushalte.

Eine Initiative von Vermögenden hat deshalb im Mai in einem öffentlichen Appell, der in den Medien viel Beachtung fand, eine zeitlich befristete Vermögensabgabe gefordert. Sie sieht vor, dass Personen mit einem Vermögen von mehr als 500.000 Euro 2009 und 2010 fünf Prozent ihres Vermögens abgeben. Außerdem fordert die Initiative, der sich mittlerweile 37 Vermögende angeschlossen haben, nach 2010 die Vermögensteuer wieder einzuführen. Mehr dazu finden Sie unter www.appell-vermoegensabgabe.de.

Nach Berechnungen der Initiative würde eine solche Vermögensabgabe in den zwei Jahren ca. 100 Milliarden Euro einbringen.

Diese Einnahmen sollen - anders als die bisherigen Konjunkturpakete - in den ökologischen Umbau der Wirtschaft, in Personal für Bildungs-, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie in die Erhöhung der Transferleistungen wie Harz IV und BaFöG investiert werden.

Einer repräsentativen Umfrage zufolge unterstützt die Mehrheit der Deutschen diese Forderungen (75 Prozent waren für ein sozial-ökologisches Konjunkturpaket und 57 Prozent für eine Vermögensabgabe).

Als Sympathisantin des Appells und Bürgerin Ihres Wahlkreises frage ich Sie: Wie stehen Sie zu diesen Forderungen? Ich bin total begeistert von der Vermögensabgabe ! Was ist Ihre Meinung dazu?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Florian Pronold
2Empfehlungen
16.09.2009
Florian Pronold
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Vorschlag einer Vermögensabgabe bzw. zur Frage, wie eine gerechte Verteilung der Lasten der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht werden kann.

Ich begrüße die Initiative der Vermögenden, die bereit sind, einen Teil ihres Vermögens abzugeben bzw. eine Vermögenssteuer zu zahlen.

Mein politisches Handeln orientiert sich daran, dass starke Schultern mehr tragen müssen als schwache. Das gilt für unsere Sozialsysteme genauso wie für die Steuerpolitik. Deshalb setze ich mich für eine solide Finanzierung der öffentlichen Aufgaben und für eine gerechte Verteilung der Steuerlast ein. Dazu gehört neben der Reichensteuer und einer verbesserten Erbschaftsteuer auch die Wiedererhebung der Vermögensteuer.
Auch einer zeitlich befristeten Vermögensabgabe stehe ich aufgeschlossen gegenüber- allerdings brauchen wir dafür auch die politischen Mehrheiten!

Dafür kämpfe ich.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Pronold
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