Elke Hoff (FDP)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Elke Hoff
Jahrgang
1957
Berufliche Qualifikation
Studium der Germanistik, Philosophie und Politik, Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, Vizepräsidentin SGD Nord a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Neuwied
Landeslistenplatz
3, über Liste eingezogen, Rheinland-Pfalz
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(...) Ich teile Ihr Unverständnis über die Verschleierung des Auftrages der Recce-Tornados. Aufklärung geschieht nicht zum Selbstzweck, sondern dient der Vorbereitung von Angriffshandlungen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internationales
19.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hoff,

im Rahmen der Transformation 2010 der Bundeswehr sollen noch 250.000 Mann ihren Dienst in Uniform tun. Davon 35.000 in Verwendung zur Durchführung und Unterstützung von Auslandseinsätzen im Rahmen von Eingreifkräften und 70.000 im Rahmen von Stabilisierungskräften. Der Vorschlag Ihrer Fraktion sieht 240.000 Mann vor. Gerne wüsste ich daher zwei Dinge.

Soll damit auch die Einsatztruppe reduziert werden?
Verliert die Bundeswehr, wenn dem so ist, die Möglichkeit die Ziele des Weißbuchs zu erreichen?

Wird es womöglich so sein, dass nach dem Konzept der Einbindung der Reserve vor allem Reservisten aus Bildungsfernen Schichten im Ausland stationiert werden?

Zuletzt möchte ich mich dafür bedanken, dass Sie die Möglichkeit von abgeordnetenwatch.de nutzen digitales Material bei der Beantwortung von Fragen hochzuladen.

Mit freundlichem Gruße,
.
Antwort von Elke Hoff
1Empfehlung
24.06.2009
Elke Hoff
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage vom 19. Juni 2009.

Wir setzen uns für eine Absenkung des Personalumfangs der Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr ein, um mehr einsatzfähige Soldaten innerhalb der Bundeswehr zur Verfügung zu haben. Oder um Ihren Begriff der Einsatztruppe aufzugreifen: Diese muss größer werden. Die Bundeswehr muss in der Lage sein, ihre im Weißbuch definierten Aufgaben besser als bisher erfüllen zu können.

Daher setzt sich die FDP für eine konsequente Strukturreform ein. Die FDP setzt sich dafür ein, dass die Bundeswehr schlankere, aber zugleich verlässlichere Strukturen erhält. Die Bundeswehr ist zu kopflastig und unterhält zu viele Führungskommandos. Die Antrittsstärke bei der Bundeswehr ist jedoch durch den Ausbildungsbetrieb, die Auslandseinsätze und durch Erziehungszeiten häufig zu niedrig. Auch die strikte Unterscheidung in Eingreif-, Stabilisierungs- und Unterstützungskräfte ist aufzugeben. Eingreifoperationen finden in der Regel gegen einen vorrangig militärisch organisierten Gegner statt. Solche Bedrohungen bestehen derzeit nicht. Die aktuelle Unterteilung dient vorwiegend der Kaschierung finanzieller und materieller Defizite. Sie führt zur Beschaffung von notwendigen Ausrüstungsgegenständen in Teillosen, die prioritär den Eingreifkräften zugewiesen werden. Die Stabilisierungskräfte erhalten das für den Auslandseinsatz notwendige Material oft erst Jahre später.

Was Ihre Frage nach der Einbindung von Reservisten im Auslandseinsatz angeht, so streben wir das Gegenteil dessen an, was Sie andeuten. Die Reservisten der Bundeswehr müssen besser als bisher eingebunden werden. Reservisten dürfen nicht länger Lückenbüßer innerhalb der Bundeswehr sein. Das Know-how von Spezialisten aus der Privatwirtschaft muss die Bundeswehr besser als bisher für sich nutzbar machen. Die Fähigkeiten im Bereich der zivil-militärischen Zusammenarbeit sollten auf freiwilliger Basis mehr als bisher in den Auslandseinsätzen zur Anwendung kommen. Reservisten müssen mehr sein als reine Berater der Bezirke und Kreise. Reservisten mit sehr guten IT-Kenntnissen, Bauingenieure, Logistiker, Psychologen, aber auch Ethnologen und Sprachmittler sind wichtige Eckpfeiler für die Bundeswehr im Auslandseinsatz.
Um sich vertieft mit unseren Positionen zur Struktur der Bundeswehr beschäftigen zu können, füge ich diesem Schreiben den Antrag meines Landesverbandes Rheinland-Pfalz "Die Bundeswehr vor neuen Herausforderungen", der auf dem Bundesparteitag der FDP im Mai diesen Jahres beschlossen wurde und eine Rede, die ich zu diesem Thema beim "Koblenzer Forum zur Verteidigungspolitik" am 20. Juni 2009 zu diesem Thema gehalten habe. Ich hoffe, Sie fühlen sich durch dieses Schreiben und die angehängten Unterlagen gut informiert.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre

Elke Hoff
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Frage zum Thema Kultur
05.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hoff,

in den letzten Jahren hat mich die Politik der Großen Koalition im Bezug auf die \"neuen Medien\" erschrocken. Letzter Höhepunkt war die Einführung der Internetsperren - da freute es mich zu sehen das Sie mit nein gestimmt haben.

Was ich jedoch nun von Ihnen gerne erfahren würde wie Sie zum Thema Killerspiel-Verbot, welches die Innenministerkonferenz empfohlen hat, stehen. Ebenso würde ich mich über einen Kommentar zur entsprechenden ePetition freuen. Zudem frage ich mich ob sie den Standpunkt der Julis unterstützen und wie die FDP gegebenenfalls diesen Standpunkt bei den wahrscheinlichen Koaltionsverhandlungen durchsetzten will - ich befürchte das dieser Punkt ein Bauernopfer zu Gunsten der Regierungsteilhabe werden wird.

Bei den Argumenten die dort ins Feld geführt werden stehen einem einigermaßen informierten Beobachter der Diskussion die Haare zu Berge. Ich möchte nun nicht ins Detail gehen, jedoch bekommt man das Gefühl das in Lebensbereiche von Leuten eingegriffen wird die kein oder nur sehr geringes Wissen über die Materie haben. Ich selbst habe während meinem Studium auch Ego-Shooter gespielt, doch seit Jahren mein Interesse daran verloren. Das \"Killerspiele\" nicht in Hände von Kindern und Jugendlichen gehören ist klar, dazu benötigt es keine Diskussion.
Zudem wird dabei nicht nur in private Bereiche eingegriffen, schon seit längerer Zeit denken erfolgreiche deutsche Spiele-Studios über eine Abwanderung ins Ausland nach. Die Folgen sind offensichtlich - Arbeitsplätze und Fachkräfte, die nicht nur Killerspiele programmieren, gehen dem Standort Deutschland verloren - siehe Crytek GmbH in Frankfurt. Außerdem wird damit eine zukünftiger immer wichtiger werdender Bereich der Medienindustrie dem Ausland mal nebenbei überlassen.

Mit freundlichen Grüßen,

Wagner
Antwort von Elke Hoff
bisher keineEmpfehlungen
07.09.2009
Elke Hoff
Sehr geehrter Herr Wagner,

vielen Dank für Ihr Schreiben zu dem, von der Innenministerkonferenz geforderten, Verbot sogenannter "Killerspiele".

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert seit langem eine gesamtgesellschaftliche Strategie, um Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken, denn internationale Studien zeigen eine deutliche Zunahme der Aggressivität in dieser Altersgruppe. Die Ursachen von Gewalttaten haben, wie diese Studien ebenfalls belegen, niemals nur eine Ursache und zu extremer Gewalt kommt es vor allem dann, wenn jahrelang einzelne Risikofaktoren zusammen wirken. Dennoch ist durch Computerspiele erzeugte Aggressivität einer dieser Faktoren. Deshalb muss effektiver Jugendschutz noch stärker eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe werden, die von Eltern, Schulen und Politik ebenso wahrgenommen werden muss, wie auch von den Herstellern bzw. Vertreibern von Computerspielen. Dies kann aber nach meiner Auffassung erst gelingen, wenn nicht weiterhin über 40 Prozent der Eltern sich wenig bis gar nicht darum kümmern, was ihre Kindern vor dem Fernseher oder dem Computer tun. Gegenwärtig spielen, so haben Erhebungen ergeben, vier Fünftel aller 14- bis 15-Jährigen häufig bis gelegentlich Spiele, die keine Jugendfreigabe haben. Deshalb halte ich persönlich, anders als viele meiner Fraktionskollegen, die den Beschluss der Innenministerkonferenz vom 05. Juni 2009 ablehnen, strengere Alterskriterien und auch Verbote bestimmter Spiele zum Schutz von Kindern und Jugendlichen für durchaus sinnvoll. Kinder und Jugendliche müssen, anders als der erwachsene Anwender, noch in ihrem eigenen Interesse geschützt werden. Wenn aber über 40 Prozent der Elternpaare diesen Schutz nicht leisten können oder wollen, sollte der Staat nach meiner persönlichen Auffassung hier einen ersten Schritt tun.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre

Elke Hoff
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Frage zum Thema Kampf gegen Piraten
09.09.2009
Von:

Sehr geehrter Frau Hoff,

im Rahmen meines Nautik-Studiums schreibe ich derzeit meine Diplomarbeit über die "Atalanta-Mission". Diese soll sich jedoch nicht nur auf den militärischen Teil beschränken, sondern auch den politischen Hintergrund beleuchten. Daher wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir einige Fragen beantworten würden.

• Inwiefern halten Sie die jetzigen Kräfte in ihrem Umfang und mit ihrem Auftrag für geeignet um die Piratenangriffe zu verhindern?
• Falls der Angriff erfolgreich war und sich Piraten an Bord eines Handelsschiffes befinden, wer sollte Ihrer Meinung nach eine eventuelle Geiselnahme beenden?
• Derzeit befinden sich viele Einheiten aus verschiedenen Ländern vor Ort. Allein die Nato-Staaten stellen mehrere Einheiten. Allerdings beteiligen sich unter anderem Länder wie Indien und Russland an der Bekämpfung von Piraterie. Halten sie es daher für sinnvoll/möglich alle Einheiten unter ein Kommando zu stellen um so ihre Effektivität zu steigern? Wäre eine Mission unter UN-Führung erstrebenswert?
• Da die "Atalanta-Mission" nur die Auswirkungen der Piraterie bekämpft aber nicht ihre Ursachen stellt sich die Frage, wie die Situation in Somalia verbessert werden soll. Gibt es in dieser Richtung bereits einen konkreten Ansatz der Bundesregierung/EU? Was würde Ihrer Meinung nach ohne eine Intervention an Land passieren?
• Wie lange wird der Einsatz der deutschen Marine am Horn von Afrika, Ihrer Meinung nach, noch dauern?

Für Ihre Mühen bedanke ich mich im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Elke Hoff
1Empfehlung
11.09.2009
Elke Hoff
Sehr geehrter Herr ,

Gerne beantworte ich Ihre Fragen und wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Diplom-Arbeit.

*/Inwiefern halten Sie die jetzigen Kräfte in ihrem Umfang und mit ihrem Auftrag für geeignet um die Piratenangriffe zu verhindern? /*

Ich möchte mir kein Urteil darüber erlauben, ob die derzeit eingesetzten Kräfte genügen, um Piratenangriffe zu verhindern. Dies ist eine planerische Aufgabe, die die militärischen Führungen der Nationen leisten muss, die sich an der Piraterie-Bekämpfung beteiligen. Wie Sie der deutschen Diskussion um den ATALANTA-Einsatz der Presse entnommen haben, hat sich die FDP mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass der Auftrag für die Bundeswehr von der Bundesregierung so formuliert werden muss, dass sie alles tun kann, um effektiv gegen Piraterie vorzugehen.

*/Falls der Angriff erfolgreich war und sich Piraten an Bord eines Handelsschiffes befinden, wer sollte Ihrer Meinung nach eine eventuelle Geiselnahme beenden?/*

Politik, Militär und Polizei wären schlecht beraten, wenn sie Lösungsmöglichkeiten bei einer entstandenen Geisellage von vorne herein ausschließen würden. Alle Optionen von der Verhandlungslösung bis hin zu einer Befreiung unter Anwendung von Gewalt müssen möglich sein.

Die rechtlichen Bedenken, die die Bundesregierung immer wieder gegen ein polizeiliches oder militärischen Vorgehen in Geisellagen vorgetragen hat, teile ich nicht in allen Fällen. In Art. 87 a Abs. 1 des Grundgesetztes heißt es: "Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf." Einzelne Stimmen in der Wissenschaft stellen in Frage, dass die Rettung von Staatsbürgern unter den Begriff der Verteidigung fällt. Eine solche Bewertung halte ich für wenig tragfähig. Sowohl im Parlamentsbeteiligungsgesetz als auch im Weißbuch zur Deutschen Sicherheitspolitik wird die Rettung deutscher Staatsbürger explizit als Aufgabe der Bundeswehr benannt. Teile der Bundesregierung (insbesondere das Bundesinnenministerium) argumentieren, dass Geiselbefreiungen im Ausland eine alleinige Aufgabe der Polizei seien. Diese Auffassung teile ich in der Form nicht. Zum einem ist die Bundeswehr und nicht die Polizei für die auswärtige Sicherheit zuständig. Zum anderen regelt der vom Bundesinnenministerium angeführte § 8 des Bundespolizeigesetzes lediglich eine Ermächtigung der Polizei, im Einzelfall auch bei Geisellagen im Ausland eingesetzt werden zu dürfen. Er regelt jedenfalls keine alleinige Zuständigkeit der Polizei in Auslands-Geisellagen. Darüber hinaus ist die Bundespolizei und deren Spezialkräfte (GSG 9) primär für nicht-militärische Lagen ausgebildet und ausgerüstet. Die Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) hingegen auch für militärische. Daher halte ich einen pragmatischen Umgang mit den verfügbaren Kräften für die beste Lösung. Primär sollte bei einer Befreiung geprüft werden, ob dies die Bundeswehr kann. Sollte im Einzelfall die Polizei das bestehende Szenario besser beherrschen, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, die Polizei einzusetzen.

Hier die Belege:

*_Parlamentsbeteiligungsgesetz_*

*"§ 5 Nachträgliche Zustimmung***

(1) Einsätze bei Gefahr im Verzug, die keinen Aufschub dulden, bedürfen keiner vorherigen Zustimmung des Bundestages. Gleiches gilt für Einsätze *zur Rettung von Menschen aus besonderen Gefahrenlagen, solange durch die öffentliche Befassung des Bundestages das Leben der zu rettenden Menschen gefährdet würde.*

(2) Der Bundestag ist vor Beginn und während des Einsatzes in geeigneter Weise zu unterrichten.

(3) Der Antrag auf Zustimmung zum Einsatz ist unverzüglich nachzuholen. Lehnt der Bundestag den Antrag ab, ist der Einsatz zu beenden.

* _Weißbuch 2006_*

"*Rettung* und Evakuierung von Staatsbürgerinnen und -bürgern liegt grundsätzlich in nationaler Verantwortung. Diese Aufgabe *muss weltweit eigenständig*, aber auch mit Beteiligung von Verbündeten und Partnern wahrgenommen werden können und erfordert besonders schnell verfügbare und verlegbare *Spezialkräfte und Spezialisierte Kräfte der Bundeswehr.*"

*_Auszug § 8 BPolG_*

"(2) Die Bundespolizei kann ferner im Einzelfall zur Rettung von Personen aus einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben im Ausland verwendet werden."

*/Derzeit befinden sich viele Einheiten aus verschiedenen Ländern vor Ort. Allein die Nato-Staaten stellen mehrere Einheiten. Allerdings beteiligen sich unter anderem Länder wie Indien und Russland an der Bekämpfung von Piraterie. Halten sie es daher für sinnvoll/möglich alle Einheiten unter ein Kommando zu stellen um so ihre Effektivität zu steigern? Wäre eine Mission unter UN-Führung erstrebenswert?/*

*/ /*

Es ist richtig, dass eine einzige Operation in einem Operationsraum Redundanzen verhindert und daher sinnvoll ist. Dennoch ist eine Mission unter UN-Führung nur dann erstrebenswert, wenn ein gemeinsames Verständnis des Operationsziels und der einzusetzenden Mittel besteht und leistungsfähige Truppensteller gewonnen werden können. Dies war in anderen UN-Missionen der Vergangenheit leider nicht immer der Fall. Einige Truppensteller der EU- und der NATO-Mission würden kaum für eine UN-Mission ähnliche Fähigkeiten zur Verfügung stellen.

*/Da die "Atalanta-Mission" nur die Auswirkungen der Piraterie bekämpft aber nicht ihre Ursachen stellt sich die Frage, wie die Situation in Somalia verbessert werden soll. Gibt es in dieser Richtung bereits einen konkreten Ansatz der Bundesregierung/EU? Was würde Ihrer Meinung nach ohne eine Intervention an Land passieren?/*

*/ /*

Die innenpolitischen Zustände in Somalia sind in der Tat katastrophal. Das Fehlen jeglicher staatlicher Strukturen hat es kriminellen und terroristischen Strukturen leicht gemacht, Somalia für ihre Zwecke zu missbrauchen. Bundesregierung und EU sind mit humanitären Projekten und der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Die Zusammenarbeit ist auch aufgrund der angespannten Sicherheitslage und einem Mangel an Infrastruktur nur schwer durchzuführen. So ist es beispielsweise nicht hilfreich, dass die Deutsche Botschaft in Somalia geschlossen ist. Eine Intervention in Somalia kann niemand ernsthaft anstreben, dies würde die dazu erforderlichen Fähigkeiten der internationalen Gemeinschaft bei weitem überfordern und finanzielle Ressourcen binden, die für den ökonomischen und staatlichen Aufbau des Landes besser zu verwenden wären.

*/Wie lange wird der Einsatz der deutschen Marine am Horn von Afrika, Ihrer Meinung nach, noch dauern?/*

Dazu kann ich zum jetzigen Zeitpunkt keine seriös fundierte Antwort geben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Elke Hoff
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Frage zum Thema Sicherheit
22.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hoff,

im Rahmen meiner Diplomarbeit beschäftige ich mich mit dem Themenkomplex "politischer Sprachgebrauch und Gesellschaft in Bezug auf das deutsche Militärengagement in Afghanistan". Diesbezüglich würde ich Ihnen gerne folgende Frage stellen.

Befindet sich die Bundeswehr in Afghanistan heute in einem Krieg?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Elke Hoff
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23.09.2009
Elke Hoff
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre E-Mail.

Ich bin der Auffassung, dass sich die Bundeswehr in Afghanistan in einem kriegerischen Konflikt befindet, auch wenn es sich dabei völkerrechtlich nicht um einen Krieg handelt. Ich kenne aus eigener Erfahrung die Situation insbesondere der Soldaten unserer Partner in Süd- und Ostafghanistan und habe mir zuletzt Mitte Juni auch einen Eindruck von der Zuspitzung der Sicherheitslage rings um Kunduz und die Auswirkungen auf die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr machen können. Die Soldaten, die auf ihren Patrouillen und im Rahmen der Ausbildung der afghanischen Armee die Bundeswehr-Lager verlassen, werden inzwischen regelmäßig angegriffen und in stundenlange Feuergefechte verwickelt. Die betroffenen Soldaten empfinden dies als Krieg. Für die Soldaten unserer Partner in Süd- und Ostafghanistan gilt dies ohnehin schon immer. Ich habe großes Verständnis für dieses Empfinden und bezeichne die Lage als kriegsähnliche Auseinandersetzung in einem asymmetrischen Konflikt.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen für Ihre Diplomarbeit und viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Elke Hoff
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Ihre Frage an Elke Hoff
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