Ekin Deligöz (GRÜNE)
Kandidatin Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Ekin Deligöz
Jahrgang
1971
Berufliche Qualifikation
Diplom Verwaltungswissenschaftlerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Neu-Ulm
Ergebnis
6,7%
Landeslistenplatz
5, Bayern
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Frage zum Thema Umwelt
09.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Ekin,

Mich würde interessieren, welche Position Sie als Kandidat zu für mich wichtigen Fragen haben.


RATIFIZIERUNG DER ILO-KONVENTION NR. 169

Durch ihre Mitwirkung in internationalen Institutionen, bei Entwicklungsprojekten und über den Bezug unzähliger Rohstoffe trägt die BRD Mitverantwortung für die Auswirkung auf die indigenen Völker. Durch eine Ratifizierung der ILO-Konvention Nr. 169 könnte die BRD Maßstäbe für eine neue Partnerschaft mit den Ureinwohnern im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit setzen und dieses einzige verbindliche Vertragswerk, das einen ganzen Katalog von Grundrechten der indigenen Völker festschreibt, stärken.

Weitere Information: www.ilo169.de


Meine Frage: Unterstützen Sie die Ratifizierung der ILO-Konvention Nr. 169 durch die Bundesrepublik?



(UR)WALDSCHUTZGESETZ

Obwohl die Bedrohungen für die Wälder und ihre biologische Vielfalt allgemein bekannt sind, setzt sich der globale Waldverlust nahezu ungebremst fort. Eine wesentliche Ursache ist der illegale Holzeinschlag. Zum Ausmaß des illegalen Einschlags gibt es nur Schätzungen. Diese machen aber die Dramatik der Situation deutlich. Danach beträgt der illegale Holzeinschlag in den drei für Deutschland wichtigsten Importländern Brasilien 80 Prozent, für Indonesien 73 Prozent und Russland 20-30 Prozent des geschlagenen Holzes.

Der Entwurf eines (Ur)waldschutzgesetzes schlägt vor, Besitz und Vermarktung von Holz und Holzprodukten zu verbieten, wenn das Holz in (Ur)wäldern illegal eingeschlagen wurde. Das zunächst auf nationaler Ebene wirksame Gesetz soll in ähnlicher Form auch in anderen EU-Staaten realisiert werden.


Meine Frage: Sind Sie der Meinung, daß der Raubbau an den globalen Waldsystemen gesetzliche Maßnahmen in Deutschland oder/und in der EU erfordert und werden Sie ein (Ur)waldschutzgesetz unterstützen?
Antwort von Ekin Deligöz
1Empfehlung
12.09.2005
Ekin Deligöz
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Fragen zur ILO-Konvention 169 und zum Raubbau in den globalen Waldsystemen. Gerne beantworte ich Ihre Fragen.

Unterstützen Sie die Ratifizierung der ILO-Konvention 169 durch die Bundesrepublik?

Ja, ich unterstütze die Ratifizierung und meine Fraktionen hat sich in den vergangenen Jahren im Deutschen Bundestag besonders für die Ratifizierung und damit die Stärkung der Rechte Indigener Völker eingesetzt. In einem Beschluss hat der Deutsche Bundestag zuerst am 3. Dezember 2002 die Prüfung der Ratifizierung angemahnt. In der Folge hat meine Fraktion unter Federführung von Thilo Hoppe einen Entwurf eines Bundestagsantrages vorbereitet, der sich zur Zeit der Ankündigung der Neuwahl in Abstimmung mit den zuständigen Ministerien und dem Koalitionspartner befand.

Meine Fraktion hat in Fragen der Ratifizierung von ILO 169 immer den Dialog mit der gleichnamigen zivilgesellschaftlichen Kampagne gesucht, ein eigenes Fachgespräch veranstaltet und an anderen Debatten zum Thema teilgenommen.

Ich bedauere es außerordentlich, dass eine Ratifizierung in der laufenden Legislaturperiode nicht mehr zustande gekommen ist. Letztlich entscheidend dafür waren die Bedenken von Innen- und Wirtschaftsministerium, die wir trotz intensivster Überzeugungsarbeit nicht ausräumen konnten. Da wir die Ratifizierung als wichtiges außen- und entwicklungspolitisches Signal trotzdem durchsetzen wollten, hatten wir uns mit dem Koalitionspartner auf eine härtere Gangart des Bundestages verständigt, die leider aufgrund der überraschenden Neuwahl nicht mehr zum Tragen kam.

Sind Sie der Meinung, dass der Raubbau an den globalen Waldsystemem gesetzliche Maßnahmen in Deutschland oder/und in der EU erfordert und werden Sie ein (Ur)Waldschutzgesetz unterstützen?

Wie Sie vermutlich wissen, hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit einen Entwurf eines Urwaldschutzgesetzes vorgelegt. Die grüne Fraktion hat diese Initiative, die aus dem Bundestag heraus angeregt worden ist, sehr begrüßt. Bislang ist es nicht gelungen, weltweit den illegalen Einschlag von Tropenholz zu begrenzen. Obwohl wir weiterhin auch mit Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit an einer nachhaltigen Nutzung arbeiten sollten und mit Ländern kooperieren müssen, in denen eine besondere biologische Vielfalt existiert, müssen wir auch bei uns Zeichen setzen. Das heißt aus meiner Sicht, sich national und international für die Umsetzung des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt einzusetzen, als auch bei uns die Vermarktung illegalen Holzes zu erschweren. Deshalb begrüße ich ein Gesetz, dass die Vermarktung von Holz verbietet, wenn es nachgewiesenermaßen illegal geschlagen worden ist und werde mich im nächsten Bundestag dafür einsetzen, das Gesetz zu verabschieden.

In der Hoffnung, Ihre Fragen ausreichend beantwortet zu haben verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

Ekin Deligöz
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Frage zum Thema Integration
09.09.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Deligöz, mich würde mal interessieren, ob es für möglich halten, daß aus der multikulturellen Gesellschaft heraus, kulturelle Auseinandersetzungen entstehen könnten. Wenn ja, was ist dagegen zu machen?

MfG

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Frage zum Thema Verkehr
15.09.2005
Von:

Werte Frau Deligöz,

leider hatten Sie weder im Wahlkampf 2005 noch in den vergangenen Jahren ab 2002 als Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Neu-Ulm/Günzburg die Zeit, sich über das von mir angesprochene Problem zu informieren.

Sie behaupten unzutreffend

"Verkehrszahlen für die Ortsdurchfahrt (Ichenhausen) der B 16 ... bei 5000 Fahrzeugen und damit weit unter dem für den Bau einer Entlastungsstrasse erforderlichen Verkehrsaufkommen."

Diese Zahl dürfte für die 50iger oder 60iger Jahre des letzten Jahrhunderts zutreffend gewesen sein.

Die Stadt Ichenhausen teilt Ihnen auf Nachfrage ganz andere Zahlen mit:

Auszug aus dem Verkehrsgutachten Prof. Schaechterle/Siebrand vom 26.10.1995 Verkehrsaufkommen für die Günzburger Straße in Ichenhausen:

Stand 1995 (also vor 10 Jahren) 11.200 Kfz


Stand 2015 (Prognose) 14.300 Kfz


Verbleibender Ortsverkehr mit
Entlastungsstraße Kötz, Günzburg
Prognose 2015 8.800 Kfz


Verkehr bei Bau der Entlastungsstraße
Prognose 2015 7.900 Kfz

Entlastung für Ortsdurchfahrten - 5.400 Kfz
(Günzburger Str. in Ichenhausen)

1.) Woher nehmen Sie sich als angebliche Volksvertreterin und Wahlkreisabgeordnete von Neu-Ulm/Günzburg das Recht zu derartiger Fehlinformation wie in Ihrer Antwort vom 09.09.2005 erfolgt?

2.) Offensichtlich haben Sie sich in der vergangenen Legislaturperiode nicht ein einziges Mal über dieses Problem richtig informiert und auch nach Ihren eigenen Angaben nichts für seine Lösung geleistet.

3.) In Ihrer Antwort vom 09.09.2005 haben Sie sich gegen eine Entlastungstraße für Ichenhausen ausgesprochen und dieses mit falschen Zahlen "begründet".
Sie wollen und werden aus ideologischen Gründen auch in Zukunft nichts zur Lösung dieses Problems beitragen.
Gut, daß die WählerInnen dies noch vor der Wahl erfahren!

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