Dr. Volker Wissing (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Volker Wissing
Jahrgang
1970
Berufliche Qualifikation
Jurist, Dr. jur.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Richter am Landgericht a.D.
Wahlkreis
Südpfalz
Landeslistenplatz
2, über Liste eingezogen, Rheinland-Pfalz
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(...) Die FDP steht dirigistischen Eingriffen in das Marktgeschehen mit großer Skepsis gegenüber. Die Erneuerbare Energienpolitik der rot-grünen, ebenso wie der schwarz-roten Bundesregierung ist alles andere als eine Erfolgsgeschichte, zwar ist es gelungen den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen, die Kosten dafür sind aber immens. Nicht nur, dass die Bürgerinnen und Bürger über die Strompreise die drastisch überhöhten Entgelte für die Erzeugung erneuerbarer Energien bezahlen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Wirtschaft
06.01.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing,

von den Befürwortern der Kapitaldeckung wird gerne darauf verwiesen, dass ein höherer Kapitalstock der Volkswirtschaft ein höheres Wachstum erlaubt. Folgt man dieser These, dann scheint es sinnvoll, die umlagefinanzierten Sozialversicherungssysteme schrittweise durch kapitalgedeckte Komponenten zu ersetzen.

Doch vielleicht ist es ja nicht allein die Höhe, sondern vielmehr die Art der Kapitalanlage, die zu mehr oder weniger Wachstum führt?

Erzeugt die Kapitalanlage von privaten Versicherern (die im Jahr 2004 erstmals 1 Billion Euro überstieg) tatsächlich Wachstum? Entstehen dadurch neue Arbeitsplätze? Werden die Beiträge genutzt, um innovative und wachstumsstarke Unternehmen zu finanzieren?

Ich weiß es nicht. Sie wissen es nicht. Für Versicherer spielt es keine Rolle. Der Blick ins Versicherungsaufsichtsgesetz verrät, dass das Kapital der Versicherten so anzulegen ist, dass möglichst große Sicherheit und Rentabilität bei jederzeitiger Liquidität erreicht wird. Wäre ich Kapitalanlagevorstand eines Versicherers, müsste ich §54 VAG als Verbot interpretieren, in junge und innovative Unternehmen zu investieren, die am Anfang ihrer Lebensdauer stehen.

Was würde geschehen, wenn Sie und ich wissen würden, ob unsere Altersversorgung von einem ganz bestimmten Lebensversicherer so investiert wird, dass Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen werden und dass innovative Unternehmen das Geld bekommen, das sie für ein schnelles Umsatzwachstum benötigen?

Ist man als grundgesetztreuer Bürger nicht sogar verpflichtet, darauf zu achten, dass der Gebrauch der eigenen Altersvorsorge zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dient?

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing, würde es dem Wohle der Allgemeinheit dienen, wenn Versicherer einen Wettbewerb austragen würden, wer am erfolgreichsten Arbeitsplätze und Wachstum in Deutschland finanziert?

Ich freue mich und bin sehr gespannt auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Volker Wissing
1Empfehlung
28.11.2007
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 6. Januar 2007.

Bei der Durchsicht meiner Antworten bei www.abgeordnetenwatch.de ist mir aufgefallen, dass ich Ihre Frage immer noch nicht beantwortet habe. Ich bitte Sie dieses Versäumnis zu entschuldigen.

Ihre Anmerkungen zu der Kapitaldeckung halte ich für sehr interessant und bedenkswert. Aus Sicht der FDP sollte die private Vorsorge in Eigenverantwortung erfolgen. Auf diese Weise können die Bürgerinnen und Bürger selber entscheiden, welches Anlagemodell ihren Bedürfnissen am ehesten gerecht wird. Aufgabe des Staates ist es vor allen Dingen dafür zu sorgen, dass die Menschen in der Lage sind, privat vorzusorgen. Ob die Bürgerinnen und Bürger bei der Altersvorsorge auch Aspekte, wie Ökologie oder nationaler Wohlstand berücksichtigen wollen, sollte jedem selbst überlassen werden.

Leider bieten die starren und bürokratischen Regelungen der Riester-Rente nicht die notwendige Flexibilität, dass sich am Markt auch besonders ökologisch oder sozial orientierte Altersvorsorgeangebote durchsetzen können. Das ist sehr bedauerlich, könnte doch ein entsprechendes Investitionsverhalten durchaus zu mehr Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit in Deutschland beitragen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
26.01.2007
Von:
Dr.

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing,

ich habe erfahren, dass das Bundesgesundheitsministerium Zuwendungen aus der Wirtschaft von ungefähr 40 Mio€ erhalten hat. Da man sich gut vorstellen kann, welche Wirtschaftskreise daran beteiligt sind, bleibt die Frage über die Verwendung der Mittel. Gibt es hierüber Informationen oder, noch interessanter, wenn es sie nicht gibt, auf welcher gesetzlichen Grundlage werden sie zurückgehalten.

Mit freundlichen Grüssen
Dr.

ps.: Auf diese Antwort bin ich wirklich gespannt.
Antwort von Dr. Volker Wissing
1Empfehlung
31.01.2007
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr Dr. ,

vielen Dank für Ihre mail vom 26. Januar 2007.

Persönlich sehe ich das Sponsoring der Exekutive mit großer Skepsis. Gerade die Exekutive muss ein Interesse daran haben, Einflussmöglichkeiten von außen möglichst gering zu halten. Durch eine umfassende Transparenz können mögliche Abhängigkeiten zwar aufgedeckt werden, nichts desto trotz können diese auf informeller Ebene nach wie vor fortwirken. Die Bundesministerien sind dem Allgemeinwohl verpflichtet. Zur Bewältigung ihrer Aufgaben erhalten sie die benötigten Mittel über Steuern und Abgaben der Bürgerinnen und Bürger und sind diesen dafür Rechenschaft schuldig. Dieses System hat sich meines Erachtens bewährt. Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich auf die Unabhängigkeit der Exekutive verlassen können. Spenden bzw. Sponsoring legen hier den Verdacht einer Einflussnahme nahe.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
05.06.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing,

Bund, Länder und Gemeinden sind hoch verschuldet. Aber wem schulden wir das ganze Geld eigentlich? Und wie kommt es, dass der Staat immerzu neue Schulden macht, ohne das auch nur ein einziges Mal diejenigen danach befragt werden, die es letztlich zurückzuzahlen haben? Ist das Geld, über das die Politiker scheinbar so gedankenlos verfügen, nicht dasjenige aller Menschen, vor allem jener, die noch gar nicht geboren sind? Ich verstehe das seltsame Verhalten Ihrer Kaste nicht so ganz...



P.S.: Ihre Antworten interessieren mich vor allem deshalb, weil Sie als FDP-Mitglieder der Kommission von Bundestag und Bundesrat zur Modernisierung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen zum kontinuierlich wachsenden Schuldenberg von Bund, Ländern und Gemeinden ja gewiss schon eine Meinung haben werden.
Antwort von Dr. Volker Wissing
2Empfehlungen
07.06.2007
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Auch ich frage mich manchmal, wie es zu einer Verschuldung solchen Ausmaßes kommen konnte. Nun sind Sie jemand, der dem Schuldenabbau eine hohe Priorität einräumt. Andere sehen das anders, nicht nur unter den Politikern, sondern auch unter den Bürgerinnen und Bürger. Ein drastischer Schuldenabbau ist mit einer konsequenten Senkung der Ausgaben des Staates verbunden. Der Sozialetat ist einer der größten Ausgabenposten des Staates. Wir sind sicher einer Meinung, dass hier nicht willkürlich gekürzt werden kann; schließlich hängen von den verschiedenen Sozialleistungen des Staates Menschen ab.

Die FDP setzt deshalb bei dem Schuldenabbau nicht nur auf Ausgabenbegrenzung, sondern vor allem auf eine Stimulierung des wirtschaftlichen Wachstums. Wir wollen über Steuersenkungen, Bürokratieabbau und eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Einnahmesituation des Staates verbessern. Manchmal ist weniger mehr, das heißt Steuersenkungen können über ein stärkeres Wachstum zu höheren Steuereinnahmen führen.

Wichtigste Voraussetzung für den Schuldenabbau ist allerdings der politische Wille der Regierung. Die Steuereinnahmen sind derzeit auf Rekordhöhe. Anstatt diese konsequent für den Schuldenabbau zu nutzen, wird ein Ausgabenprogramm nach dem anderen aufgelegt. Egal ob Eltern- oder Betreuungsgeld: Mehreinnahmen werden derzeit vor allem für Mehrausgaben genutzt. Eine solche Politik belastet künftige Generationen und ist damit nicht zukunftsfähig.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
25.06.2007
Von:

sehr geehrter Herr Wissing,

wie können Sie rechtfertigen, dass es in Deutschland immer noch keinen verbindlichen Mindestlohn gibt, für Spitzenverdiener aber immer mehr Steuerprivilegien geschaffen werden? So ist die Bundesregierung nunmehr wohl wild entschlossen, Managern von Beteiligungsfonds im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung zu Private Equity zusätzlich zu den von rot-grün eingeräumten Privilegien der begünstigten carried interest Besteuerung noch mehr Steuererleichterungen durch zu setzen

www.handelsblatt.com

und das obwohl diese Berufsgruppe die bestbezahlte Berufsgruppe ist, welche es im legalen Teil der Wirtschaft gibt

business.guardian.co.uk

Warum werden für Spitzenverdiener mit obszön hohen Einkommen ständig neue Privilegien geschaffen?

mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Volker Wissing
2Empfehlungen
06.07.2007
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Meinung, dass in Deutschland für Spitzenverdiener "ständig neue Privilegien" geschaffen werden, kann ich nicht teilen. Obwohl die Personen, die dem höchsten Einkommenssteuersatz unterliegen, nur einen Anteil von 7,7% der Steuerpflichtigen stellen, tragen sie zu 43,7% des Einkommenssteueraufkommens auf. Mit der Einführung der Reichensteuer hat die Bundesregierung hohe Einkommen in Deutschland weiter belastet.

Es ist zu einfach hohe Einkommen mit moralisch verwerflich gleichzusetzen.
Ein überdurchschnittliches Einkommen kann auch Ausdruck einer überdurchschnittlichen Leistung sein.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
07.07.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Wissing,

ich Danke Ihnen für die kurze Antwort, mit der Sie aber leider den Kern meiner Frage vermeiden. Es geht mir nicht um Verteufelung von Leistung und Einkommen. Es sieht so aus, als hätten Sie den Beitrag im Guardian nicht gelesen

business.guardian.co.uk

(bitte beachten Sie, dass in dieser Tabelle die Zahlen in brit. Pfund angegeben sind, also mit 1,5 multipliziert werden müssen um auf Euro zu kommen.)
Nach dieser Aufstellung hat also der Spitzenverdiener unter den Fonds Managern John Arnold mit 1.5 Milliarden Euro in 2006 allein soviel "verdient" wie alle Vorstände der Stoxx 50 zusammen. Der Spitzenverdiener unter den Vorstandschefs in Europa - Vasella von Novartis - bekommt mit seinen "bescheidenen" 22,3 Mio Euro gerade mal ein Drittel dessen, was der letzte in der Liste der Top 100 der Fondsmanager erhält.

Dank einer rot-grünen Gesetzesänderung sind seit 2004 die Einkünfte von Fondsmangern in Deutschland zu 50% steuerfrei. Der aktuelle Entwurf des BMF zur Regelung der Beteiligungsbranche sieht weitere Steuerbegünstigungen vor. Worin besteht der Sinn dieser Privilegien?

Ihre Darstellung, Bezieher hoher Einkommen zahlten den Hauptanteil an Steuern, ist falsch. Das gilt nur für die Einkommensteuer. Betrachtet man das Gesamtsteueraufkommen, so stellt man fest, das es die breite Masse der "Normalverdiener" ist, die über die Verbrauchssteuer den Staat finanziert.

mit freundlichen Grüßen


ps: für eine kurze Einschätzung, worin die "Leistung" eines Hedgefonds Managers besteht, wäre ich ebenfalls dankbar.
Antwort von Dr. Volker Wissing
4Empfehlungen
30.07.2007
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Liste habe ich zur Kenntnis genommen, da ich nicht weiß, auf welche Weise die Daten erhoben wurden, möchte ich diese auch nicht kommentieren.

Nur soviel: Fondsmanager werden nicht von der Politik bezahlt, sondern von den Anteilseignern. Es liegt vor allem an diesen, den Wert der erbrachten Leistungen zu beurteilen. Ist die Leistung der Fondsmanager gut, profitieren deren Klienten von einer entsprechend guten Rendite auf ihr investiertes Kapital. Die Frage ob eine Entlohnung angemessen ist oder nicht, kann letztendlich nur der Arbeit- bzw. Auftraggeber gemeinsam mit dem Arbeitnehmer beantworten. Es ist aber nicht Aufgabe der Politik, die in der Privatwirtschaft gezahlten Löhne zu beurteilen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing
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