Dr. Volker Wissing (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Volker Wissing
Jahrgang
1970
Berufliche Qualifikation
Jurist, Dr. jur.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Richter am Landgericht a.D.
Wahlkreis
Südpfalz
Landeslistenplatz
2, über Liste eingezogen, Rheinland-Pfalz
weitere Profile
(...) Ihr Unbehagen in Bezug auf den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr kann ich sehr gut nachvollziehen. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe ich den Afghanistan-Einsatz wiederholt zum Gegenstand parlamentarischer Anfragen gemacht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
30.04.2009
Von:

ich werde als Wähler nur Kandidatinnen und Kandidaten unterstützen, die sich glaubwürdig und kompetent für die Realisierung eines bundesweiten Abstimmungsrechts einsetzen.

Wie stehen Sie zum VOLKSENTSCHEID?
Antwort von Dr. Volker Wissing
10Empfehlungen
05.05.2009
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 30. April 2009.

Generell stehe ich Volksentscheiden sehr positiv gegenüber. Der Volksentscheid ist die Idealform der Demokratie in welcher die Bürgerinnen und Bürger direkt entscheiden.

Schon heute werden die Bürgerinnen und Bürger zu nahezu allen politischen Themen seitens der diversen Umfrageinstitute befragt und oftmals fließt die dabei festgestellte Präferenz in das Regierungshandeln ein. Diese zunehmenende Forsaisierung bzw. Emidation der Politik sehe ich mit großer Sorge. Denn im Unterschied zu einem "echten" Volksentscheid, ist der "scheinbare" Volksentscheid via Umfrage eine Spontanentscheidung. Ein "echter" Volksentscheid ist dagegen mit einer ernsthaften, inhaltliche Auseinandersetzung verbunden. Alleine durch das langwierige Verfahren ist
sichergestellt, dass die verschiedenen inhaltliche Aspekte des Beratungsgegenstandes eine angemessene Aufmerksamkeit erfahren. Es ist aus meiner Sicht daher eine sehr viel verantwortungsvollere Politik, sich an dem Ergebnis eines Volksentscheides, als an dem einer Umfrage zu orientieren. Wenn die Politik letzteres trotzdem bevorzugt, so liegt das vor allem daran, dass sich das Ergebnis einer Umfrage leichter ignorieren lässt, als das eines Volksentscheides.

Dabei kann ich mir durchaus Situationen vorstellen, in denen die Politik aufgrund der langfristigen Zukunftsfähigkeit unseres Landes kurzfristig sehr unpopuläre Maßnahmen durchsetzen muss. Wer sich allerdings die aktuelle Politik der großen Koalition anschaut, wird feststellen, dass es mit diesem zukunftsorientierten politischen Gestaltungswillen nicht allzu weit her ist. Ein besonderer Mut zu unpopulären, aber richtungsweisenden Entscheidungen wird der großen Koalition niemand nachsagen. Deshalb wäre es nur konsequent, wenn die Bundesregierung weniger auf Volksbefragungen, als auf Volksentscheide setzen würden. Vielleicht wäre das Volk in manchen Bereichen deutlich mutiger und verständnisvoller als ihm seine Regierung
zutraut.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
03.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing,

mich würde interessieren, ob Sie in der laufenden Legislaturperiode an Veranstaltungen der Tabakdrogenindustrie oder der Tabaklobby teilgenommen haben?

Vielen Dank.
Antwort von Dr. Volker Wissing
5Empfehlungen
05.05.2009
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 4. Mai 2009.

Leider kann ich Ihnen die gewünschte Information nicht zur Verfügung stellen, da ich über keine entsprechende Aufstellung verfüge. Aus diesem Grund kann ich auch nicht ausschließen, an der einen oder anderen Veranstaltung, die von einem Unternehmen der Tabakbranche unterstützt bzw. finanziert wurde, teilgenommen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
05.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing
Was genau ist eigentlich Ihre Meinung zum Fremdbesitz von Apotheken und zum Versandhandel von Arzneimitteln in Deutschland.
Und was ist die Meinung Ihrer Partei zu diesem Thema.
Es gibt da in anderen Parteien durchaus etwas unterschiedliche Konstellationen (Herr Hecken, Herr Seehofer, Frau Schmidt und das Gesetz). Bei der FDP bin ich mir leider auch nicht mehr so ganz darüber im Klaren was sie eigentlich zu diesem Thema denkt oder Vertritt.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Volker Wissing
8Empfehlungen
06.05.2009
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 5. Mai 2009.

Die FDP lehnt den Versandhandel von Arzneimitteln nicht prinzipiell ab, allerdings müssen dabei die gleichen Maßstäbe angelegt werden, wie an ortsansässige Apotheken. Eine Liberalisierung des Medikamentenhandels darf nicht einhergehen mit einer Verschlechterung des Verbraucherschutzes. Ich sehe es sehr kritisch, wenn auf der einen Seite immer mehr Kommunen dazu übergehen, Tankstellen den Verkauf alkoholischer Getränken zu verbieten, diese dann aber berechtigt sein sollen, Rezepte einzusammeln und bestellte Medikamte auszugeben.

Der Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ist hochsensibel und mit einer großen Verantwortung gegenüber den Patienten verbunden. Ein ordnungsgemäßer Umgang mit den Medikamente durch Fachpersonal muss garantiert sein. Unabhängig von der Vertriebsstruktur muss sichergestellt werden, dass diese Verantwortung wahrgenommen wird. Wettbewerb ist aus Sicht der FDP auch im Medikamentenhandel sehr wichtig, allerdings ist er kein Selbstzweck. Wettbewerb ist nur dort sinnvoll, wo er sich für die Menschen in positiver Weise auswirkt, das heißt, wo eine gleiche bzw. vergleichbare Leistung zu einem günstigeren Preis angeboten werden kann. Einen Wettbewerb auf Kosten des Verbraucher- und Gesundheitsschutzes lehnt die FDP aber ab.

Zu Ihrer weiteren Information habe ich Ihnen einen Antrag der FDP im Deutschen Bundestag zum Versandhandel mit Medikamenten beigefügt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
07.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Wissing,

in der aktuellen, leider wenig sachlich geführten Diskussion zur Verschärfung des Waffenrechtes würde mich als Wähler und Sportschütze Ihre Position / Ihr Stimmverhalten, sowie die dazu von der FDP vorgeschlagenen Punkte interessieren.

Für Ihre Bemühungen im Voraus besten Dank.
Freundliche Grüße

Antwort von Dr. Volker Wissing
20Empfehlungen
08.05.2009
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 7. Mai 2009.

Ich finde es bedauerlich, dass die Frage nach einer Verschärfung des Waffenrechtes regelmäßig im Zusammenhang mit tragischen Ereignissen diskutiert wird. Dieses ist sehr unbefriedigend, da die Dikussionen meistens mit einem politischen Aktionismus beginnen, um mit nachlassendem Interesse der Öffentlichkeit sehr schnell versanden. Da es ein Problem ist, welches alle betrifft, bin ich der Meinung, dass es möglich sein sollte, im Dialog sachgerechte Lösungen zu finden. Von den Vertretern des Waffensports würde ich mir sachgerechte Vorschläge wünschen, z.B. darüber, welche Einschränkungen in Bezug auf die Aufbewahrung, Größe und Menge der Waffen akzeptabel sind. Gleichzeitig sollte auch die Politik der Versuchung widerstehen, in einen Verbotswettbewerb zu treten. Viele jetzt diskutierte Vorhaben, wie z.B. das Verbot bestimmter Computerspiele, etc. , erscheinen mir eher als Ausdruck politischer Hilflosigkeit, denn als ein zielführendes politisches Konzept.

Für die FDP ist die bürgerliche Freiheit ein sehr hohes Gut. Eingriffe sind für uns nur dann hinnehmbar, wenn damit ein nachweisbarer Nutzen für die Allgemeinheit verbunden ist. Wenn der Staat in die Freiheit seiner Bürgerinnen und Bürger eingreifen will, muss er Erforderlichkeit, Geeignetheit sowie Angemessenheit des Eingriffs begründen und sich der öffentlichen Debatte hierüber stellen. Ich bin überzeugt, dass - entgegen aller Klischees - sich auch die Freunde des Schießsports sachgerechten Lösungsvorschlägen nicht entziehen werden. Kein Mensch in Deutschland will, dass sich traumatische Ereignisse wie in Winnenden wiederholen. Das ist ein gesellschaftlicher Konsens auf den wir aufbauen können.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Wirtschaft
08.05.2009
Von:

Paintball Verbot!

Sehr geeehrter Herr Dr. Wissing!

Ich betreibe seit 2006 eine gewerbliche Paintballanlage in Kandel ( mit Baugenehmigung, beim Finanzamt gemeldet etc. ). In dieser Zeit gab es keinerlei Vorfälle oder ähnliches. Bei einer Kontrolle im Jahre 2008 wurden von den Behörden auch keine Mängel oder Vergehen festgestellt.
Ein komplettes Paintball Verbot würde einen Grossteil meiner beruflichen Existenz zerstören und vielen anderen Händlern, Felbetreiber, Herstellern etc. wird es ähnlich ergehen.
Es ist mir nicht verständlich dass in solch harten wirtschaftlichen Zeiten Arbeitsplätze, Existenzen,Betriebe und Firmen von der Politik bewusst zerstört werden und gleichzeitig Milliarden von Steuergeldern in marode Banken gepumpt werden ( die selbst verschuldet in eine Misere gekommen sind ).
Es besteht auch kein Zusammenhang zwischen dem Amoklauf in Winnenden und dem Paintballsport.

Ich bitte Sie die genannten Punkte in Ihre politische Arbeit und in die anstehenden Abstimmungen einfliessen zu lassen.

MFG
Antwort von Dr. Volker Wissing
42Empfehlungen
11.05.2009
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 8. Mai.

Die Initiative für ein Verbot des Paintballsports kann ich nicht nachvollziehen. Meines Wissens gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung darüber, dass Personen, die diesem Sport nachgehen, in einem erhöhten Maße eine Gefährdung darstellen. Wenn der Sport aber nicht das Problem ist, dann kann ein Verbot auch keine Lösung sein, insbesondere nicht im Hinblick auf die Vermeidung künftiger Amokläufe. Die Initiative von CDU/CSU und SPD soll Handlungsfähigkeit demonstrieren und ist doch Ausdruck politischer Hilflosigkeit. Wer so vorgeht, der muss auch irgendwann Kindern das Cowboy-und-Indianer-Spiel verbieten. Zunächst einmal müssten CDU/CSU und SPD darlegen, auf welchen Daten und wissenschaftlichen Forschungsergebnissen ihre Initiative beruht. Das wäre die Voraussetzung, dass man überhaupt ernsthaft über einen solchen Vorschlag diskutieren kann.

"Gefühlte Wahrheiten" sind keine Grundlage für eine verantwortungsvolle Politik und gänzlich ungeeignet Eingriffe in die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger zu rechtfertigen - und sei es auch nur die Freiheit, sich mit Farbkugeln zu beschießen. Der Staat muss die Gefährlichkeit beweisen und nicht die Bürgerinnen und Bürger die Ungefährlichkeit.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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