Dr. Volker Wissing (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Volker Wissing
Geburtstag
22.04.1970
Berufliche Qualifikation
Richter am Landgericht a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Stellvertretender Vorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Vorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz
Wohnort
Barbelroth
Wahlkreis
Südpfalz
Ergebnis
12,7%
Landeslistenplatz
2, Rheinland-Pfalz
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(...) Dass die Einkommens- und Vermögensverteilung gerechter wird, wenn der Staat diese übernimmt, ist meines Erachtens durch kein geschichtliches Beispiel gedeckt. Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse mögen in der ehemaligen DDR vielleicht einheitlicher gewesen sein, aber würden Sie das dortige Gesellschaftsmodell als gerechter und die Bürgerinnen und Bürger als wohlhabender bezeichnen? (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
22.04.2013
Von:

Guten Tag Herr Wissing.

Jetzt, wo die Bundesregierung mit FDP Beteiligung die Finanztransaktionssteuer auf dem Weg gebracht hat, frage ich Sie, wie junge Arbeitnehmer noch langfristig für ihr Alter vorsorgen können?

Wir haben z. Zt. eine Inflation, die höher ist als die Verzinsung auf Anleihen und Sparguthaben.
Für Aktien und Fonds haben wir neben der Finanztransaktionssteuer noch die Abgeltungssteuer, Bankgebühren und Inflation.
Wir müssten aufgrund dieser Gebühren und Besteuerung bei der aktuellen Inflation mindestens 3% Rendite erwirtschaften, um überhaupt die Kaufkraft zu erhalten.

Die Sparerfreibeträge von 800€ nützen wenig, wenn das Geld langfristig ( bis 30 Jahre) angelegt wird und die "Gewinne" (auch Inflationsgewinne, die den größten Teil ausmachen) auf einmal anfallen, da dann in sicherere Anlagen umgeschichtet werden muss.
D.h. über viele Jahre fallen unter Umständen überhaupt keine "Gewinne" an, bevor dann die gesammelten "Gewinne" mit einer Umschichtungsaktion anfallen.

Die Spekulationsfrist, wie in vielen anderen Ländern üblich, und das Halbeinkünfteverfahren ist leider vollständig weggefallen.

Neben der Frage, wie junge Arbeitnehmer heute noch für ihr Alter vorsorgen können, interessiert mich, wie steht die FDP nach fast einer vollständigen legislaturperiode Regierungsbeteiligung grundsätzlich zu diesem Thema steht und ob für das nächste Halbjahr Regierungsbeteiligung noch Änderungen zu erwarten sind.

Wie ist diesbezüglich die Schnittmenge mit einem möglichen SPD Kanzler Steinbrück in einer möglichen Ampelkoalition?
Antwort von Dr. Volker Wissing
bisher keineEmpfehlungen
26.04.2013
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 22. April 2013.

Die FDP hat einem parteiübergreifenden Kompromiss zur Einführung der Finanztransaktionssteuer nur unter bestimmten Bedingungen zugestimmt. SPD, CDU/CSU und Grüne haben der FDP zugesichert, eine Finanztransaktionssteuer nur einzuführen, wenn diese nicht zu einer Belastung von Sparerinnen und Sparern, der Altersvorsorge sowie der Realwirtschaft führt. Außerdem müssen Verlagerungen von Finanzgeschäften vermieden werden. Die FDP hat damit dafür Sorge getragen, dass die Einführung einer Finanztransaktionssteuer eben nicht, wie von Ihnen vollkommen zu Recht befürchtet, die private Altersvorsorge vollkommen unmöglich macht.

Prinzipiell halte ich eine Wiedereinführung der Spekulationsfrist für sinnvoll, da diese im Gegensatz zu einer Finanztransaktionssteuer tatsächlich ein Beitrag zur Stabilisierung der Finanzmärkte ist. Die FDP hat aber in dieser Legislaturperiode der Haushaltskonsolidierung den Vorrang eingeräumt. 2014 wird der Bundeshaushalt erstmalig wieder strukturell ausgeglichen sein, so dass der Schuldenberg dann wirklich nachhaltig abgetragen werden kann. Das ist gerade im Hinblick auf den demographischen Wandel von enormer Bedeutung, da dieser sonst zu zusätzlichen Belastungen für die junge Generation führen würde.

FDP und Union haben den Haushalt so solide aufgestellt, dass das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) davon ausgeht, dass die öffentlichen Haushalte bis zum Jahr 2017 Überschüsse in Höhe von 28 Mrd. Euro erwirtschaften werden - und zwar ohne die von SPD und Grünen geforderten Steuererhöhungen.

Eine politische Schnittmenge mit den politischen Forderungen des SPD-Kanzlerkandidaten kann ich leider nicht erkennen. Je schwächer Peer Steinbrück in den Umfragen wurde, desto mehr richtete er seine Politik an den Forderungen des linken Parteiflügels aus. Mittlerweile ist er ein Verfechter der Vermögensteuer, einer höheren Abgeltungssteuer sowie eines gesetzlichen Mindestlohns, allesamt Forderungen, die er zu seiner Zeit als Finanzminister noch vehement abgelehnt hat. In Anbetracht des Linksrucks des SPD-Kanzlerkandidaten kann ich aktuell keine Basis für eine politische Zusammenarbeit mit ihm oder der SPD erkennen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
24.04.2013
Von:
eck

hallo hr. wissing,

was ist ihre genaue begründung zur ablehnung des antrags der grünen, die privatisierung des grundwassers zu verhindern. die mehrheit der brd bevölkerung ist dagegen, sind sie auch dagegen, oder nur gegen den grünen antrag.

mfl,

eck
Antwort von Dr. Volker Wissing
bisher keineEmpfehlungen
26.04.2013
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr Eck,

vielen Dank für Ihre Frage vom 24. April 2013.

Bei der sogenannten Konzessionsrichtlinie geht es nicht um die Privatisierung des Grundwassers. Die Richtlinie zwingt keine Kommune ihre Wasserversorgung zu privatisieren. Wo die kommunale Wasserversorgung in der Hand kommunaler Stadtwerke ist, kann dieses weiterhin so bleiben. Zwangsprivatisierungen im Bereich der Wasserversorgung soll und wird es nicht geben. Der Antrag der Grünen ging daher schlicht am Thema vorbei. Das Ziel der Konzessionsrichtlinie ist nicht die Privatisierung der Wasserversorgung, sondern eine transparente Ausschreibung für den Fall, dass diese privatisiert werden soll. Daran haben auch die Bürgerinnen und Bürger ein Interesse.

Ich bin nicht für eine generelle Privatisierung der Wasserversorgung, wenn diese vor Ort zum Beispiel durch die Stadtwerke zur Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger wahrgenommen wird. Wo eine Kommune sich aber entscheidet, weil sie meint, selbst nicht in der Lage zu sein, die Verantwortung dafür zu übernehmen, sollte die Vergabe aber auch nach einheitlichen Maßstäben und auf transparente Weise erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
30.05.2013
Von:

Liebe Herr Wissing,

ich bin nun 28 Jahre alt und möchte langsam anfangen für meine Alterversorge zu sparen.

Bei einem Abschluss einer Riester Rente bekomme ich jeden Monat eine gewisse Summe aus dem Steuersäckel bezuschusst. Wenn ich jedoch auf diesen Zuschuss verzichten möchte und es ohne Zuhilfenahme von Steuereinahmen selbst mit Aktien versuchen möchte, schlagt ihr mit einer 25% Abgeltungssteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag und nochmal 9 % Kirchensteuer (von der Abgeltungstseuer) zu.

Warum in aller Herrgottsnamen wird derjenige, der auf staatliche Zuschüsse verzichtet und sogar bereit ist höhere Risiken einzugehen auch noch mit derart hohen Steuern behaftet?

Lieben Gruß
Antwort von Dr. Volker Wissing
1Empfehlung
05.06.2013
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 30. Mai 2013.

Ihre Kritik kann ich sehr gut nachvollziehen. Gerade SPD und Grüne sehen in dem Vorhandensein von Vermögenswerten bei den Bürgerinnen und Bürger nicht einen Ausdruck der privaten Altersvorsorge der Menschen, sondern persönlichen Reichtum, den es zu besteuern gilt. Eine Altersvorsorge abseits von Riester-Rente und Wohneigentum auf Grundlage von Wertpapieren ist gerade für die Parteien des linken Spektrum immer noch etwas Anrüchiges.

Die FDP sieht die zunehmende steuerliche Belastung der Altersvorsorge kritisch, gerade auch im Hinblick auf den demographischen Wandel und die niedrige Verzinsung klassischer Altersvorsorgeprodukte, wie der Riester-Rente. Wir haben deshalb gegenüber CDU/CSU, Grünen und SPD durchgesetzt, dass die Sparerinnen und Sparer, aber auch die Altersvorsorge bei einer möglichen Finanztransaktionssteuer ausgenommen werden. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass der Solidaritätszuschlag mit dem Auslaufen des Solidarpaktes abgeschafft wird, während die Grünen dessen dauerhafte Beibehaltung fordern.

Die Ausgestaltung der Riester-Rente leidet darunter, dass die damalige rot-grüne Bundesregierung zwar eine private Altersvorsorge einführen wollte, gleichzeitig den Bürgerinnen und Bürger diese Aufgabe aber nicht wirklich zutraute. Aus diesem Grund sind risikobehaftetere aber höher rentierliche Geldanlagen bei der Riester-Rente weitgehend ausgeschlossen. Aus Sicht der FDP spräche nichts dagegen, den Bürgerinnen und Bürgern hier eine größere Freiheit aber auch mehr Eigenverantwortung einzuräumen.

Die private Altersvorsorge der Bürgerinnen und Bürger durch Steuererhöhungen weiter zu erschweren, wie SPD und Grüne das fordern, lehnt die FDP strikt ab.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Integration
31.05.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing,
ich habe im Internet-Blog von einer Muslimin folgendes gelesen:

Türkan (5.2.13 12:19)
Ich bin eine stolze Dienerin Allahs! Auch meinem mann diene ich in Demut! Es ist eine frechheit das mein sohn in der schule in einem raum sitzen muss wo ein Kreutz an der wand hängt, das zeichen der Ungläubigen.

Türkan (7.2.13 12:11)
Tot allenunglaubigen! wer den Islam beleidigt wird sterben!! Mein sohn hat in der schule auf dasKreutz gespukt dashat er gut gemacht! Jetzt gibt es ärger aber egal, mein sohn darf nicht unter einem Kreutz sitzen er wird ein guter muslimischer Kämpfer für die sache ALLAHS werden wie mein Mann!

Türkan (12.2.13 08:54)
Ja wir wollwn euer geld und euer Land im namen ALLAHS denn ihr seid unglaubige hunde!

Türkan (13.2.13 15:09)
Mein Mann hat schon christen geschlagen und mein Sohn wird es in einigen Jahren auch tun!
Er hat schulverweis dafür gekriegt das er auf das scheis kreutz gespuckt hat! Dafür muss der scheis christendirektor büssen! ALLAH HU AKBAR!!!! Tot allen christenschweinen!

Türkan (15.4.13 12:05)
Ihr unglaubigen schweine alle!!! ALLAH will keine christenschweine ind ich bin über 30! Mein Mann bekommt keine arbeit bei scheiss christen, weil er vorbestraft issst nur weil er dreckige christen geschlagen hat! Wir hassen alle deutschen und alle christen wir wollen nur Geld, denn christen sind sklavn!! Bald hat der ISLAM gesiegt und alle deutschen Huren mussen BURKA tragen!!!

Für mich stellen sich hier folgende Fragen:
1. Was gedenken Sie hier zu tun wenn Sie das lesen?
Es kann ja wohl nicht angehen, dass Muslime (siehe oben) sagen, dass Sie unser Geld und Land wollen.
2. Warum weisen Sie kriminelle integrationsunwillige Islamisten nicht aus?
3. Weshalb werden wieder neue Ausländer (unter Ihnen auch Islamisten angeworben), bevor arbeitslose Kriminelle nicht ausgewiesen sind?
4. Wie lange können und wollen Sie diese Islamisierung noch bezahlen?
Bis es keine Christen und Kirchen mehr gibt?

MfG
Antwort von Dr. Volker Wissing
2Empfehlungen
06.06.2013
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 31. Mai 2013.

Die von Ihnen erwähnten Blogbeiträge kann ich nicht nachvollziehen und halte diese auch nicht für repräsentativ. Da nicht einmal die Identität der Kommentatoren feststeht, wäre ich mit vorschnellen Schlußfolgerungen sehr, sehr vorsichtig. Es lässt sich noch nicht einmal ausschließen, dass auch Rechtsextremisten und Fremdenhasser bewusst entsprechende Kommentare auf solchen Seiten veröffentlichen, um eine Klima der Fremdenfeindlichkeit zu schaffen.

Wollen Sie wirklich eine ganze Glaubensgemeinschaft anhand einiger, weniger anonymer Kommentare be- und sogar verurteilen? Ich hoffe sehr, dass das Ausland mehr Differenziertheit und Verständnis im Umgang mit unserem Land aufbringt und nicht die Äußerungen die einige Rechtsextreme von sich geben, zum Anlass nimmt, unserem Land einem historischen Rückfall zu erliegen.

Im Übrigen ist religiöser Fanatismus und Intoleranz nicht nur ein Problem des Islam, sondern kommt leider in fast allen Religionen vor, wie das Beispiel der christlichen Hetzseite kreuz.net deutlich gezeigt hat ( www.spiegel.de ).

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
09.06.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Wissing,

der IWF hat gerade eingestanden, dass bei der Euro-Rettung in den vergangenen Jahren gravierende Fehler gemacht wurden.
www.handelsblatt.com

Was gleichbedeutend ist, dass Ihre neoliberale Austeritätspolitik grandios gescheitert ist. Mit der Folge, dass Sie damit Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit getrieben haben, die Jugendlichen in den Südländern sind eine verlorene Generation.

Bitte nennen Sie mir ein Beispiel in der Geschichte, wo solch eine gnadenlose Austeritätspolitik zu Wirtschaftswachstum gefüht hat?
Und falls Sie mir kein Beispiel nennen können, warum soll gerade jetzt diese von Ihnen verordnete Politik Wirtschaftswachstum in den Südländern generieren?

Freundliche Grüsse,

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