Dr. Volker Wissing (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Volker Wissing
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
22.04.1970
Berufliche Qualifikation
Richter am Landgericht a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Vorsitzender des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages
Wohnort
Barbelroth
Wahlkreis
Südpfalz
Ergebnis
12,7%
Landeslistenplatz
2, Rheinland-Pfalz
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(...) Wenn Sie sich über ökonomische Aspekte hinwegsetzen, indem Sie selbst kleinste Ortschaften an den öffentlichen Nahverkehr anschließen, dann müssen Sie Steuergelder in erheblichem Umfang ausgeben, um eine chronisch defizitäre Struktur aufrechtzuerhalten. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
29.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing.

Ich möchte kurzfristig bei meiner Sparkasse einen kleinen Dispositionskredit in Anspruch nehmen.
Der Soll-Zinssatz beträgt derzeit 12,5% p.a. und orientiert sich aussagegeäß am 3-Monats-Euribor. Der 3-Monats-Euribor beträgt seit geraumer Zeit rund 1,5%.
Meine Bonität ist für diesen Betrag einwandfrei, die Schufa ist sauber.
Wie kann es sein, dass Finanzinstitute solch hohe Margen kassieren dürfen?
Wer kontrolliert diesbezüglich die Finanzinstitute?

Vielen dank für Ihre Antwort.
veselý
Antwort von Dr. Volker Wissing
1Empfehlung
19.10.2011
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr Veselý,

vielen Dank für Ihre Frage vom 29. September 2011.

Da es sich bei dem Dispositionskredit um einen relativ schnell verfügbaren Kredit handelt, sind die Zinsen sehr hoch. Sie liegen bei nahezu allen Banken deutlich über den Zinsen regulärer Kredite. Sollten Sie über einen längeren oder feststehenden Zeitraum einen Kredit benötigen, sollten Sie den Dispositionskredit daher nach Möglichkeit vermeiden. Wenn Sie sich über die Höhe des Zinssatzes beschweren wollen, so können Sie dieses gegenüber dem Ombudsmann der privaten Banken tun. Ein entsprechendes Formular habe ich Ihnen beigefügt. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nimmt Beschwerden entgegen. Sie können diese auch online einreichen: www.bafin.buergerservice-bund.de

Aufgrund der problemlosen Verfügbarkeit und unbürokratischen Handhabung nimmt der Dispositionskredit eine Sonderstellung ein. Sollten Sie absehen können, wie lange Sie einen Kredit benötigen, sollten Sie unbedingt den Dispositionskredites in ein reguläres Darlehen umschulden. Reguläre Bankenkredite stehen in aller Regel in einer gewissen Relation zu dem Euribor. Einige Banken bieten auch direkt an den Euribor gekoppelte Darlehen, zzgl. eines Preisaufschlags in Höhe von ca. 2%, an.

Ich würde mich freuen, wenn diese Informationen hilfreich für Sie sind.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
08.10.2011
Von:

Hallo,

ich würde gerne wissen, wie Sie zum Thema Versteuerung von Techno-Veranstaltungen stehen. Bekanntlich setzt sich die FDP für eine –meines Erachtens zweifellos notwendige– Vereinfachung des Steuersystems ein. Mich interessiert aber konkret, wie Sie zu den Forderungen des Finanzamts Berlin gegenüber renommierten Techno-Clubs wie dem Berghain stehen und ob und wie Sie eine Differenzierung zwischen Konzerten und Diskotheken vornehmen würden.

Vielen Dank und beste Grüße
Antwort von Dr. Volker Wissing
bisher keineEmpfehlungen
19.10.2011
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 8. Oktober 2011.

Ich stehe Ausnahmetatbeständen bei der Mehrwertsteuer generell kritisch gegenüber. Dieses ist mittlerweile auch Konsens unter nahezu allen politischen Parteien. So fordert die SPD in ihrem aktuellen finanzpolitischen Konzept " Nationaler Pakt für Bildung und Entschuldung - Wir denken an morgen": "Wünschenswert wäre es, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Nahrungsmittel, Kulturleistungen, den ÖPNV, die Leistungen gemeinnütziger Einrichtungen und für medizinische Erzeugnisse zu konzentrieren und andere, nicht existenzielle Ausnahmen zurückzunehmen." Und auch die Grünen schreiben in dem Abschlussbericht ihrer Finanzkommission, dass sie "die Mehrwertsteuer vereinfachen wollen, in dem sie zahlreiche Ermäßigungen streichen."

Der Bund bestimmt zwar in weiten Teilen die finanzpolitische Gesetzgebung, deren Umsetzung sowie die Zuständigkeit für die Finanzverwaltung liegt bei den Ländern. Die Finanzbehörden vor Ort haben daher einen gewissen Ermessensspielraum, inwieweit sie gegenüber Techno-Clubs bereit sind den ermäßigten Umsatzsteuersatz für Konzertverantstaltungen oder den vollen Satz für Party- und Tanzveranstaltungen anwenden. Es ist also an den Betreibern der Techno-Clubs gemeinsam mit der Berliner Finanzverwaltung nach einer Lösung zu suchen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
12.10.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing,

Kontostände sind nichts anderes als Zahlungsversprechen, von denen bereits im Voraus feststeht, dass sie nicht eingehalten werden können. Vom praktischen Standpunkt her gesehen könnte man es als ungedeckten (bzw. kaum gedeckten) Scheck sehen. Wenn Sie als Privatperson einen ungedeckten Scheck ausstellen, dann fällt das unter (schweren) Betrug (StGB §147 Abs. 1). Banken machen das mit jeder Kreditgewährung. Banken haben somit das Recht zum schweren Betrug ohne Rechtsfolgen. Prof. Franz Hörmann drückt es so aus: "Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird."

Prof. Franz Hörmann: "Wenn man Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weitergibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell. Das ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses. Banken können überhaupt nicht offen legen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher, Bausparverträge oder Sonstiges herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben, dass das alles in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind."

Wieso ist das in unserem Land möglich?
Antwort von Dr. Volker Wissing
1Empfehlung
19.10.2011
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 12. Oktober 2011.

Kontostände sind mitnichten nichts anderes, als Zahlungsversprechen. Ihr Kontostand ist vielmehr ein Beleg Ihres bei der Bank hinterlegten Eigentums. Dieses wird von dem Kreditinstitut verwaltet, indem es Ihr Geld weiter investiert, das heißt indem es dieses als Kredit weiterverleiht oder anderweitig anlegt. Da Ihr Kontostand Ausdruck Ihrer eingezahlten Gelder ist und ich davon ausgehe, dass diese einen realen Hintergrund haben, kann ich darin auch keinen Betrug oder eine "Form der Geldschöpfung" erkennen.

Auch dürfe das Interesse der Banken an einer "Schöpfung von Geld" begrenzt sein, da sie im Krisenfall für die mit dem geschöpften Geld generierten Leistungen gerade stehen müsste. Das heißt aus dem virtuellen Geld würden unter Umständen sehr reale Verluste, welche die Bank nicht auffangen könnte, da sie nicht durch Kapital unterlegt sind. Das heißt, wenn die Bank Geld verleiht, über welches sie nicht verfügt, riskiert sie ihre Existenz, da sie im Schadensfall Verluste hinnehmen müsste, die nicht mehr von ihrem Kapital gedeckt werden. Davon abgesehen unterliegen auch die Banken der staatlichen Finanzaufsicht.

Da ich die Thesen von Herrn Professor Hörmann nicht im Detail kenne, bitte ich um Verständnis, dass ich diese weder bewerten noch kommentieren möchte.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Soziales
13.10.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Wissing!

Wieso verschuldet sich dieser Staat immer mehr und lässt seine Bürger,die Sie gewählt haben,im Regen stehen und kümmert sich überhaupt nicht mehr um die sozial Schwachen?
Warum bekommen immer mehr,schon so Reiche,immer mehr Geld,nur um die Banken zu stützen?
Können Sie überhaupt noch ruhig schlafen?Die Inflation,übersteigt inzwischen die Anhebung der Löhne und des Hartz4!So sieht es aus in Deutschland!Nur unsere Abgeordneten bemerken wieder mal nichts!
Antwort von Dr. Volker Wissing
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19.10.2011
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 15. Oktober 2011.

Auch mir macht die derzeitige Situation sehr zu schaffen, nicht zuletzt auch, weil es sehr schwer ist, die schwierige Situation in der sich unser Land befindet zu vermittelt und die Menschen oftmals mit Feindseligkeit auf jeden Erklärungsversuch reagieren.

Jedem war stets klar, dass die Politik der Staatsverschuldung nicht endlos so weitergehen kann, trotzdem wurde sie weiter geführt. In einer Demokratie heißt dass, durchaus auch mit dem Einverständnis der Bevölkerung. Die Staatsverschuldung war in der Vergangenheit stets der Puffer, über den Verteilungskämpfe in der Gesellschaft vermieden wurden. Den Leistungsempfängern wurde suggeriert, dass ein mehr an staatlichen Leistungen möglich sei, den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, dass diese Leistungen nicht zu einer höheren Steuerbelastung führen. Mit der Eurokrise ist dieser Puffer entfallen und Ihr Schreiben vermittelt einen Eindruck davon, dass die Verteilungskämpfe in Zukunft sehr viel härter geführt werden.

Die Lehman-Krise hat jedem gezeigt, dass es auch sehr teuer werden kann, Banken nicht zu retten. In Deutschland ist die Wirtschaft teilweise im zweistelligen Bereich geschrumpft, die Steuereinnahmen sind zusammengebrochen und die Arbeitslosigkeit konnte nur unter mittels einer gewaltigen Kraftanstrengung des Sozialstaates im Rahmen gehalten werden. Die damalige Bundesregierung hat die Banken nicht unterstützt, um Reichen zu helfen, sondern um Schaden von unserer Gesellschaft fernzuhalten. Es ging darum, den Kreditkreislauf stabil zu halten, damit die Kapitalversorgung der Unternehmen zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten.

Auch wenn wir erneut über eine Bankenstabilisierung reden, so unterscheidet diese sich wesentlich von der letzten. Dieses Mal sind die Ursachen nicht hochspekulative Anlageprodukte, sondern Staatsanleihen. Staatsanleihen galten bis vor kurze Zeit noch als absolut sichere Geldanlage, für die man nicht von einem Ausfallrisiko ausging. Das hat sich mit der Spekulation über eine eventuelle Pleite Griechenlands verändert. Die Banken müssen im Falle einer Insolvenz Griechenlands ihre griechischen Staatsanleihen abschreiben. Eine Insolvenz Griechenlands wird den Druck auf andere Schuldnerländer erhöhen, so dass auch deren Anleihen von den Märkte ein entsprechendes Ausfallrisiko zugeordnet wird, was in der Bilanz der Banken zu weiteren Abschreibungen führt. Damit die Banken aber weiterhin in der Lage sind, ihrer Aufgabe für die Kreditversorgung der Wirtschaft nachzukommen, kann eine Erhöhung des Eigenkapitals notwendig werden. Diese sollten das Finanzgewerbe wo immer möglich aus eigener Kraft vornehmen, wo dies aber nicht möglich ist, kann unter Umständen eine sogenannte Zwangskapitalisierung notwendig werden. Es geht dabei nicht darum, den Banken einen Gefallen zu tun, es geht vielmehr darum ein Übergreifen der Finanzkrise auf die Wirtschaft und die Vernichtung von Arbeitsplätzen zu verhindern.

Ihre Behauptung, dass die Abgeordneten des Deutschen Bundestages von den Begleiterscheinungen der Eurokrise nichts mitbekommen würde, halte ich für falsch und unbegründet. Wir alle müssen in unseren Wahlkreisen den Fragen der Bürgerinnen und Bürger Rede und Antwort stehen. Wir führen Gespräche vor Ort und werden mit den Sorgen der Betroffenen, um ihre Arbeitsplätze, um ihre Ersparnisse und um die Zukunft ihrer Kinder konfrontiert. Bevor Sie solche Vorwürfe erheben, sollten Sie vielleicht das Gespräch mit Ihrem Abgeordneten vor Ort suchen, das wäre eine faire Möglichkeit von einem Vorurteil zu einem Urteil zu gelangen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Arbeit
14.10.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Wissing,
nachdem ich Sie gestern bei M. Illner gesehen und gehört habe, hätte ich folgende Frage an Sie:
Ihre Partei vertritt doch vehement die Ansicht, dass sich Leistung lohnen muss, dass Jeder seines Glückes Schmied ist?
Jetzt habe ich Ihnen gestern genau zugehört und Ihren Antworten leider entnehmen müssen, dass Sie - selbstredend nicht nur Sie - im Bezug auf die Schuldenkrisen gerne mehr leisten würden, aber die UMSTÄNDE Sie daran hindern? Dies bedeutet doch, dass Sie NICHT leisten können, was Sie eigentlich wollten; dass Sie das \"Glück\" nicht selber schmieden können?
Wenn nun Jemand arbeitslos wird und zwar wegen der Umstände, dann geht es diesem Menschen in der Sache doch auch nicht anders als Ihnen?
Würden Sie mir bitte erklären, weshalb Menschen, die durch die Umstände in eine Situation kommen, in welcher Sie leider nicht leisten können, was sie eigentlich wollten; sich also ihr \"Glück\" nicht mehr selber schmieden können - wie gesagt auf Grund der Umstände - anders behandelt und insbesondere von Ihrer Partei anders beurteilt werden, als Sie selbst?
Für Ihr Interesse und Ihre Mühe danke ich und verbleibe mit freundlichem Gruß
Antwort von Dr. Volker Wissing
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19.10.2011
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 15. Oktober 2011.

Leider ist mir nicht wirklich klar, auf welche Äußerungen von mir Sie sich beziehen. Ich habe darauf hingewiesen, dass auch die Politik von der Dynamik der Eurokrise überrascht wurde. Ich habe auch wiederholt darauf hingewiesen, dass die Eurokrise eine Staatsverschuldungskrise ist. Um diese tatsächlich endgültig zu beenden, muss die Konsolidierung der Staatshaushalte der Eurozone glaubwürdig eingeleitet werden. Aus diesem Grund brauchen wir die Schuldenbremse. Die Schuldenbremse zwingt uns zwar zu einem unbequemen Sparkurs, sie verschafft uns aber die Möglichkeit die Haushaltskonsolidierung politisch gesteuert umzusetzen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten eine schnelle Beendigung der Eurokrise, diese lässt sich politisch aber nur sehr bedingt rasch beenden, da die Staatsverschuldung nur langfristig abgebaut werden kann. Aus diesem Grund sehe ich hier ein politisches Dilemma zwischen der Erwartungshaltung nach einem raschen Krisenende und der Langfristigkeit der notwendigen Maßnahmen. Leider ist die Eurokrise zu komplex, als dass ihr mit einfachen Schuldzuweisungen oder Parolen beizukommen wäre.

Bei aller Empörung über Spekulanten und Finanzmärkte, sollten wir nicht vergessen, dass Deutschland Jahr für Jahr hunderte Mrd. Euro von den Finanzmärkten erhält, zum einen um Altschulden durch neue Kredite abzulösen, zum anderen aber auch zur Finanzierung der Neuverschuldung mit der wir auch zahlreiche Sozialleistungen finanzieren. Wir sollten uns dieser Abhängigkeit sehr bewusst sein.

Da die FDP den Sozialstaat nicht infrage stellt und sich ausdrücklich auch zu der Notwendigkeit sozialer Sicherungssysteme bekennt, kann ich die von Ihnen vertretenen Thesen nicht nachvollziehen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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