Sehr geehrte Frau

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herzlichen Dank für Ihre Nachricht, die ich mit Interesse gelesen habe. Gern antworte ich Ihnen dazu.
Ich kann Ihren Missmut und ihre Sorgen sehr gut nachvollziehen. Ich persönlich finde Massentötungen von Tieren grausam und unvertretbar. Diese unwürdigen Praktiken gehören konsequent verboten und bestraft. Darüber hinaus verstoßen sie gegen den vom Europäischen Parlament am 5. Mai 2010 verabschiedeten Aktionsplan zum Tierschutz. Sowohl im Artikel 13 des Lissabon Vertrags als auch im Aktionsplan werden Tiere als "fühlende Wesen in vollem Umfang" (
ec.europa.eu ) definiert.
Nach einiger Recherchearbeit zu diesem Thema sowie Rücksprache mit der für Tierschutz zuständigen Abteilung in der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher der Europäischen Kommission musste ich leider feststellen, dass die Entscheidungsgewalt im Zusammenhang mit streunenden Hunden nach wie vor in den Händen der einzelnen Mitgliedstaaten liegt. Dennoch gibt es bereits Initiativen und Maßnahmen gegen dieses brutale Vorgehen. Die Kommission unterstützt beispielsweise aktiv den Vorschlag der Weltorganisation für Tiergesundheit, (
www.oie.int ) internationale Richtlinien für die Kontrolle des Bestands streunender Hunde einzuführen. Daneben gibt eine intensive Zusammenarbeit mit Tierschutzvereinen auf europäischer Ebene, wie etwa "caredog" (
www.carodog.eu ), die sich auf nachhaltige und tierfreundliche Lösungen im Umgang mit erhöhten Hundebeständen spezialisiert haben. Zudem wurde erst kürzlich, am 19. Januar diesen Jahres, ein neuer Aktionsplan für 2012- 2015 (
ec.europa.eu ) zum Schutz und zum Wohlergehen von Tieren verabschiedet. Darin sind leider keine konkreten Rechtsrahmen oder Maßnahmen enthalten, welche sich für das Wohle von Straßenhunden einsetzen. Diese rechtliche Situation ist meines Erachtens höchst unbefriedigend. Es ist wichtig, ein europäisches Tierschutzgesetz auf den Weg zu bringen, so dass Gesetzesvorhaben nicht mehr nur im Ermessen der Mitgliedstaaten liegen, sondern Mindeststandards europaweit eingeführt und die Tötung von Straßenhunden rechtlich geahndet werden.
Wichtig wäre auch, Gelder für den Tierschutz zur Verfügung zu stellen, denn viele Tierheime sind heillos überlastet und auf weitere finanzielle Unterstützung angewiesen.
Ich möchte Ihnen empfehlen, sich gezielt an einzelne Tierschutzverbände, wie beispielsweise Vier Pfoten (
www.vier-Pfoten.eu ), Bund gegen Missbrauch der Tiere
www.bmt-tierschutz.de ), Europäisches Haustierregister Tasso e.V.
www.tasso.net ), Europäische Tier- und Naturschutz e.V.
www.etn-ev.de ) oder Pfotenhilfe Europa e.V.
www.pfotenhilfe-europa.eu ) zu wenden und Protestaufrufe oder Initiativen aktiv zu unterstützen. Die Öffentlichkeit sollte über diese Missstände informiert und sensibilisiert werden. Ich würde mir sehr wünschen, dass der Tierschutz nicht nur mehr Gehör findet, sondern die Mitgliedstaaten auch endlich ihren Widerstand aufgeben und Kompetenzen in diesem Bereich an die europäische Ebene abgeben.
Ich hoffe diese Informationen helfen Ihnen weiter, auch wenn Sie zu meinem großen Bedauern nicht sehr zufriedenstellend sind.
Ich möchte Ihnen zusichern, dass ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten für den Tierschutz einsetzen und Initiativen in dem Bereich unterstützen werde.
Mit freundlichen Grüßen
Udo Bullmann