Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann (DIE LINKE)
Abgeordnete EU-Parlament 2004-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Japanologin
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Berlin
Bundeslistenplatz
1, über Liste eingezogen
(...) Ich kann Ihre Bekannte nur ermutigen, sich an die Polizei oder auch an eine Frauenberatungsstelle zu wenden, die Frauen in solchen Situationen Hilfe erweisen. Beratungsstellen können darüber informieren, welche Schritte möglich sind, damit sich diese Frau aus der Gewaltsituation befreien kann, und konkrete Hilfestellung geben. Z.B. ermöglicht das Gewaltschutzgesetz, den gewalttätigen Ehemann aus einer gemeinsamen Wohnung zu weisen, so dass die Frau nicht Zuflucht im Frauenhaus nehmen muss. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Internationales
14.06.2008
Von:
Dr.

Sehr geehrte Frau Kaufmann,

Die Frage der Verschärfung des § 108 e StGB (Abgeordnetenbestechung) ist bis heute ungelöst. In engem Zusammenhang dazu steht die im Jahr 2003 von der Bundesregierung unterzeichnete UN-Konvention gegen Korruption, die ebenso wie die seit nunmehr neun (9!) Jahren unterzeichnete Antikorruptionskonvention des Europarates durch das Parlament nicht ratifiziert wurde. Deutschland erfüllt diese internationalen Vorgaben seit Jahren nicht und wird damit seiner Verantwortung als führende Wirtschaftsmacht nicht gerecht. Von 140 Signatarstaaten haben 100 die UN-Konvention ratifiziert, darunter Frankreich, Großbritannien,Schweden, Südafrika, USA, China und Rußland. Was unternehmen Sie um die Ratifizierung dieser Konventionen und damit auch die Änderung des o.g. Gesetzes voranzutreiben?
Antwort von Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann
6Empfehlungen
10.07.2008
Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann
Sehr geehrter Herr Dr. ,

vielen Dank für Ihre Frage. Wie viele andere Menschen empfinde ich bei diesem Problem die große Sorge, dass Korruption das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Rechtsstaat untergräbt und die Demokratie in unserem Land ernsthaft beschädigt.

Deshalb unterstütze ich vorbehaltlos Ihre Forderung, dass endlich auch Deutschland die von Ihnen angesprochenen Konventionen ratifiziert. Die Bundesregierung zeigt gern mahnend mit dem Finger auf andere Staaten, doch die Regierungskoalition im Bundestag hat denselben bis heute nicht gerührt, damit Deutschland selbst den internationalen Anforderungen gerecht wird. Von daher ist es ausgesprochen wichtig, dass die Bundestagsfraktion meiner Partei im April 2008 einen eigenen Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Abgeordnetenbestechung (Drucksache 16/8979) eingebracht hat. Sie zielt darauf ab, die derzeitige untaugliche Regelung zu ändern.

Mit freundlichen Grüßen,

Sylvia-Yvonne Kaufmann
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
02.07.2008
Von:

Liebe Frau Kaufmann,

am kommenden Montag wird im EU-Parlament über das so genannte Telekom-Paket abgestimmt. Das Paket wurde bisher weitestgehend ohne öffentliche Diskussion entworfen worden. Damit lässt sich wohl auch der starke lobbyiste Einfluss in dem Papier erklären.
Da die Richtlinie auch Grundlage nationaler Gesetzgebung sein bin ich als Bürger natürlich besorgt. Auf der einen Seite steht mit der Neutralität des Internets ein Gut, welches ich als webaktiver Mensch ähnlich hoch bewerte wie die Meinungsfreiheit im Allgemeinen. Auf der anderen Seite stehen die berechtigten Interessen von Rechteverwertern. Bitte wägen sie sorgfältig ab. Kommerzielle Interessen können nicht ausreichend sein um Überwachungs- und Kontrollmechanismen zu legitimieren, die ein so hohes Gut wie die Freiheit des Internets langfristig, wenn nicht gar dauerhaft schädigen.
Ihre Position hierzu und ihr Abstimmungsverhalten würden mich gerade in Hinblick auf die kommende Wahl interessieren.


Mit vertrauensvollen Grüssen

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Frage zum Thema Finanzen
20.08.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Kaufmann, ich bitte um Ihre Position zu folgender Pressemeldung:

EU sagt Vetternwirtschaft den Kampf an
Straßburg — Mit Blick auf die nächste Europawahl Mitte 2009 hat das Europaparlament der Vettemwirtschaft den Kampf angesagt. So soll den EU-Volksvertretern künftig untersagt werden, ihre üppig bemessene Mitarbeiterzulage von 17000 Euro pro Monat für die Anstellung von Familienangehörigen zu verwenden.

Quelle: Frankenpost

Schöne Grüße
Antwort von Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann
3Empfehlungen
05.09.2008
Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann
Sehr geehrter Herr ,

Ohne Wenn und Aber: ich bin froh über die Entscheidung des Präsidiums des Europäischen Parlaments vom Juli dieses Jahres, die es Europaabgeordneten künftig grundsätzlich verbietet, im Rahmen ihrer parlamentarischen Tätigkeit Arbeitsverträge mit Familienangehörigen zu schließen. Ich selbst habe mich in den letzten Jahren dafür eingesetzt, dass die Bestimmungen im Parlament entsprechend geändert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Sylvia-Yvonne Kaufmann
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.10.2008
Von:

Werte Frau Kaufmann,

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist immer die Rede, das Alle und Jeder Bürger (Art.1-3 ) das Recht auf Leben ,.......... hat. Wäre es ein Verstoß gegen das Grundgesetz ,wenn Behörden aufgrund von Verordnungen Menschen aufgrund ihrer Tätigkeit diskriminiert und ausgliedert. Es geht dabei um die Gruppe der Kleinunternehmer.Menschen die ,wie jeder andere Bürger auch , seinen Verpflichtungen gegenüber dem Staat nachkommen. Wenn ein Unternehmen Arbeitnehmer einsetzt,gibt es Arbeits-und Sicherheitsvorschriften. Warum ist es in Deutschland möglich,diese Arbeits-und Sicherheitsvorschriften beim Einsatz von Kleinunternehmern/Subunternehmern außer Kraft zu setzen ?

Zitat Amt für Arbeitsschutz " Arbeitsschutzvorschriften, deren Einhaltung ich zu überwachen habe, gelten (nahezu) alle in persönlicher Abhängigkeit beschäftigte Arbeitnehmer und sind daher auf selbständig Tätige, wie Sie als Transportunternehmer, nicht anwendbar."

Wie ist es möglich,aufgrund dieser Aussage einer Behörde ,alle und jeden Menschen lt.Grungesetz zu schützen.Körperliche Unversehrtheit und den Schutz des Lebens kann man doch nur gewährleisten,wenn für alle Menschen die gleichen Arbeits-und Sicherheitsvorschriften gelten?
Gerade jetzt im Zeitalter des Profites.Innerhalb Deutschlands ,sind meine Rechte erschöpft.Welche Rechte hätte ich innerhalb der EU.Auch auf die Charta der EU habe ich hingewiesen,aber ohne jeden Erfolg.

Norert

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Frage zum Thema Lissabon-Vertrag
25.10.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Kaufmann,

warum haben sie als einziges Mitglied der deutschen Linkspartei im EP für den Lissabonvertrag gestimmt.? Die anderen Mitglieder ihrer Fraktion hatten deutliche und einleuchtende Argumente dagegen (Aufrüstungszwang etc.) Ihr Argument, das er auch Verbesserungen enthält (siehe ihre Antwort vom 9.5.08) halte ich nicht für einleuchtend. Es ist in der parlamentarischen Demokratie normal Kröten mit kleine Zugeständnissen schluckbar zu machen. Bei dieser grundlegenden Sache halte ich ihre Entscheidung aber für gefährlich.
Finden Sie es in diesem Zusammenhang nicht undemokratisch diesen grundlegenden Vertrag nun einfach durch die Parlamente zu jagen ohne das europäische Volk (bis auf Irland) zu fragen?
Antwort von Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann
7Empfehlungen
04.11.2008
Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann
Sehr geehrter Herr ,

zunächst herzlichen Dank für Ihr Interesse an meiner Arbeit im Europäischen Parlament. Der erste Teil Ihrer Anfrage betrifft meine Zustimmung zum Vertrag von Lissabon. Sie beruht auf meiner festen Überzeugung, dass dieser Vertrag eine wesentlich bessere Grundlage für den Kampf um ein friedliches, soziales, demokratisches und ökologisches Europa darstellt als der jetzt gültige Vertrag von Nizza, den ich seit vielen Jahren kritisiere und dessen Aufhebung ich lieber heute als morgen sehen würde. Ich habe meine Entscheidung nicht auf der Grundlage eines pauschal behaupteten "Besser" oder "Schlechter" getroffen, sondern mich intensiv und öffentlich gerade auch mit diversen Gegenargumenten - so auch aus der Linken - auseinandergesetzt. Ich möchte Ihnen hierzu das von mir und Jens Wolfram veröffentlichte Buch "Die EU und ihre Verfassung. Linke Irrtümer und populäre Missverständnisse zum Vertrag von Lissabon" empfehlen, das 2008 in zweiter Auflage mit einem Vorwort von Daniel Cohn-Bendit im Merus Verlag, Hamburg, erschienen ist. Hier finden Sie alle wesentlichen Argumente, weshalb ich mich meinem Gewissen folgend anders als meine Partei entschieden habe.

Der zweite Teil Ihrer Anfrage betrifft die Art und Weise der Ratifizierung des Vertrags von Lissabon. Wie Sie bin auch ich der Meinung, dass Parlamentsentscheide ohne Volksaussprache nicht ausreichen, um die Legitimation der EU entscheidend voran und "Europa" den Menschen näher zu bringen. Sie müssen vielmehr die Möglichkeit haben, Europa direkt mitzugestalten. Dafür habe ich mich als linke Abgeordnete des Europäischen Parlaments stets eingesetzt und werde dies auch künftig tun. So habe ich am 13. Dezember 2007 anlässlich der Unterzeichnung des Lissaboner Vertrags durch die Staats- und Regierungschefs in einer Presseerklärung meine grundsätzliche Auffassung zur Ratifizierung des Vertrags bekräftigt und betont, dass die Entscheidung über seine Ratifikation nicht den Parlamenten allein überlassen werden darf. Ich habe mich für Volksentscheide ausgesprochen, die EU-weit am selben Tag stattfinden sollten, und zwar um überzeugend zu demonstrieren, dass es dabei um die gemeinsame Zukunft aller in der EU lebenden Bürgerinnen und Bürger geht und nicht um kleinkarierte nationale Sonderinteressen oder innenpolitisches Machtgerangel von Parteien. Vor diesem Hintergrund habe ich im Übrigen zugleich meiner Partei empfohlen, eine Mitgliederbefragung durchzuführen, was jedoch leider vom geschäftsführenden Vorstand abgelehnt worden ist.

Noch eine abschließende Bemerkung: Über das nationale Ratifizierungsverfahren von EU-Verträgen entscheiden kraft ihrer Souveränität ausschließlich die 27 EU-Staaten. Weder das Europäische Parlament noch andere EU-Institutionen sind dazu befugt -- und das ist gut so, denn wir wollen keinen europäischen Superstaat. Das heißt aber, wer -- wie Sie und ich -- Volksentscheide zu EU-Verträgen einfordert, muss dafür kämpfen, dass im eigenen Land der Weg dafür freigemacht wird.

Mit freundlichen Grüßen
Sylvia-Yvonne Kaufmann
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Ihre Frage an Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann
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