Dr. Rolf Mützenich (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Dr. Rolf Mützenich
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Diplom Politikwissenschaftler
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Köln III
Landeslistenplatz
67, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
(...) Hier sehen wir das Geld gut angelegt. Denn der Ausbau des Angebots an Kinderbetreuung ist ein wirkungsvoller Schlüssel zur Verbesserung der Bildungs- und damit Zukunftschancen unserer Kinder, zur besseren Integration von Kindern aus sozial benachteiligten Familien sowie zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Vorschläge für eine Verbesserung der Betreuungsmöglichkeiten für die unter Dreijährigen sind nur ein Schritt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Rolf Mützenich
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Familie
29.12.2006
Von:

Wieso werden die Zuschüsse für unseren Kindergarten gekürzt?
Antwort von Dr. Rolf Mützenich
1Empfehlung
05.01.2007
Dr. Rolf Mützenich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage und Ihnen ein gutes neues Jahr. Ich kenne Ihren konkreten Fall zwar nicht, darf Ihnen aber versichern, dass die SPD-Bundestagsfraktion großen Wert auf Bildung legt und die beitragsfreie Kindergartenbetreuung anstrebt. Wie Sie wissen, ist Bildungspolitik jedoch in erster Linie Ländersache. Die Kürzung der Zuschüsse für Kindergärten in NRW geht dementsprechend auf ein Gesetz der CDU/FDP-Landesregierung in Düsseldorf zurück.

Ich würde Ihnen deshalb empfehlen, sich mit Ihrem zuständigen Landtagsabgeordneten in Verbindung zu setzen.

In der Hoffnung Ihre Frage damit beantwortet zu haben, verbleibe ich mit
freundlichen Grüßen

Rolf Mützenich
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
26.01.2007
Von:

Guten Tag.
Nachdem es schon Jahrzehnte zahllose Fernsehsender gibt, die in der Lage sind, sich selber zu finanzieren, die frei für jedermann verfügbar sind UND den ´Grundbedarf nach Information´ problemlos abdecken können, wann wird denn endlich mal dieses uralte Relikt der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender und ihrer Zwangsgebühren abgeschafft? (anstatt ständig die Gebühren zu erhöhen und neue dazu zu erfinden, wie Gebühren für Internetfähige PC´s)
Es ist für mich abslout nicht einsehbar, dass es träge Apparate wie die ÖR Sender und die GEZ gibt, die von jedem Bürger zwangsweise finanziert werden, wo es zig andere Sender gibt, die sich selber finanzieren können.
MfG M.
Antwort von Dr. Rolf Mützenich
1Empfehlung
26.01.2007
Dr. Rolf Mützenich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Lassen Sie mich der Klarheit zuliebe vorwegschicken, dass in Deutschland Fragen der Medienordnung und auch Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks allein Angelegenheiten der Länder sind und dem Bund hier keine Gestaltungs- oder gar Entscheidungskompetenz zukommt.

Aus bundespolitischer Sicht steht es für die SPD-Bundestagsfraktion außer Zweifel, dass ein leistungs- und zukunftsfähiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk für eine freie Information und Meinungsbildung in einer demokratischen Öffentlichkeit unverzichtbar ist. Das Bundesverfassungsgericht hat in mehreren wegweisenden Entscheidungen diese zentrale Rolle bestätigt und der Politik eine Bestands- und Entwicklungsgarantie für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufgetragen. Die Hauptfinanzierungsform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist die Gebühr. Sie deckt einen großen Anteil der Kosten, die bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten für die Produktion, Gestaltung und Verbreitung von Radio- und Fernsehprogrammen anfallen. Sie garantiert die Unabhängigkeit, die öffentliche Kontrolle und sichert Qualitätsfernsehen wie bspw. ARTE aber auch Radioprogramme, die so sonst nicht möglich wären.

In der Hoffnung, Ihre Frage damit beantwortet zu haben, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

Rolf Mützenich
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Gesundheitsreform
03.02.2007
Von:

Guten Tag Herr Dr. Mützenich.

Wie kann es sein,das eine Reform verabschiedet wird,bei der jeder sehen kann,das die Kosten für den einzelnen nur steigen?

Jeglicher Wettbewerb wird unterdrückt. Es wurde versprochen,dass die Beiträge sinken und nicht steigen.
Ein Satz von ca 15,5% bedeutet für die meisten Bürger jedoch eine deutliche Erhöhung. Ich habe den Eindruck,dass hier etwas beschloßen wurde nur um den Streit in der Koalition zu beenden. Die Folgen für die Bürger waren anscheinend egal.So einen Murcks habe ich nicht von der Großen Koalition erwartet.
Antwort von Dr. Rolf Mützenich
1Empfehlung
05.02.2007
Dr. Rolf Mützenich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre kritische Frage zur Gesundheitsreform. Zur Frage der Beitragserhöhung möchte ich Sie darauf hinweisen, dass viele Kassen ihre Beiträge bereits vor der Verabschiedung der Reform erhöht haben. Wie sich die Beiträge infolge der Reform entwickeln werden, lässt sich jetzt noch nicht abschließend sagen und muss sorgfältig beobachtet werden. Die Gesundheitsreform hat Licht und Schatten, ist aber besser als ihr Ruf. Sie ist ein schwieriger Kompromiss zwischen zwei Koalitionspartnern, die von grundlegend unterschiedlichen Vorstellungen im Hinblick auf die langfristige Finanzierung unseres Gesundheitssystems ausgehen. Insofern ist es ein wichtiger Schritt, dass man sowohl strukturelle wie auch finanzielle Herausforderungen anzugehen versucht hat – trotz aller Widerstände der vielen Lobbygruppen unseres komplexen Gesundheitssystems. Eine wesentliche Forderung der SPD ist es immer gewesen, dass alle Menschen in unserem Land einen Krankenversicherungsschutz haben. Mit der Versicherungspflicht für alle setzen wir einen sozialpolitischen Meilenstein. Künftig wird niemand mehr ohne Krankenversicherungsschutz sein. Mit dieser Reform wird die Prävention gestärkt, die Versorgungsqualität verbessert und das Gesundheitssystem besser auf die Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft ausgerichtet, die Versicherten erhalten mehr Wahlmöglichkeiten, die Kassen mehr Vertragsfreiheiten. Wir haben den Leistungskatalog ausgeweitet: Ich möchte dabei nur auf die verbesserte Versorgung für ältere und schwerstkranke Menschen verweisen. Dennoch: Auch diese Gesundheitsreform ist letztendlich nur ein Zwischenschritt. Für die SPD ist klar: Unser Modell einer solidarischen Bürgerversicherung bleibt weiter auf der Tagesordnung.

In der Hoffnung Ihre Frage damit beantwortet zu haben, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Rolf Mützenich
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
03.02.2007
Von:

Sehr geehrter Herr D. Mützenich,

ich wohne in Ehrenfeld, zur Zeit bin ich in Ungarn. Ich habe da eine Frage. Sie kennen Ehrenfeld mit seinen vielen Kneipen. Das Rauchverbot, das mit viel Energie angegangen wird, wird sie platt machen. Der Scholzen wird vielleicht einen Rauchsalon einrichten können, den anderen fehlt der Platz dazu. Ist das nun "soziale" Marktwirtschaft oder Erziehung des gemeinen Volkes, das von Alkohol und Teufels Gebetbuch ferngehalten werden muss? Das Alkoholverbot ist ja auch schon angedacht. Dabei kann jeder Wirt ein Schild in die Tür hängen Nichtraucher. Nur ist das wohl ein sicherer Weg in die Pleite. Könnte es sein, dass hier nur von den Problemen des Endes der Industriegesellschaft abgelenkt werden soll?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Rolf Mützenich
1Empfehlung
05.02.2007
Dr. Rolf Mützenich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Meine Fraktion und ich nehmen die Gesundheitsgefahren, welche von den im Tabakrauch enthaltenen Schadstoffen ausgehen, sehr ernst. Die Erkenntnis, dass Passivrauchen ein erhebliches, nicht zu verharmlosendes Gesundheitsrisiko darstellt, ist nicht zu leugnen. Aktuell stellt sich allen politisch Verantwortlichen die Frage, wie und in welchem Umfang der Schutz vor Passivrauchschadstoffen gesellschaftlich und juristisch korrekt geregelt werden kann.

Zum jetzigen Zeitpunkt muss leider festgestellt werden, dass die Umsetzung des politischen Willens für mehr Nichtraucherschutz nicht so einfach ist, wie von vielen gewünscht. So legen die Fachministerien des Inneren und der Justiz geltendes deutsches Recht in der Weise aus, dass der Bundesgesetzgeber generelle Rauchverbote schwerlich aussprechen kann. Er kann dieses unstrittig in seinen und den ihm unterstellten Dienstellen tun und wird dieses auch baldmöglichst umsetzen. Zentrale Regelungsprobleme gibt es u.a. im Gastronomiebereich. So liegt das Gaststättenrecht im Regelungsbereich der Länder.

Um im Interesse der Mehrheit unserer Bevölkerung zügig eine praktikable Lösung für den Schutz vor Passivrauchen zu erreichen, befasst sich seit dem 22. Januar 2007 eine neu eingesetzte Arbeitsgruppe mit der Problematik. Ihr gehören Vertreter aller Bundesländer, des Ministeriums für Gesundheit sowie des Ministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft an. Sie hat zum Ziel, für die strittigen Regelungsbereiche u. a. der Gastronomie, Wege und einheitliche Standards zu finden, damit es in Deutschland zeitnah mehr bundesweit einheitlichen Schutz vor Passivrauchschadstoffen gibt. Die Arbeitsgruppe hat den Auftrag, bis Ende März 2007 ihre Arbeitsergebnisse vorzulegen.

Zu Ihrer Befürchtung, dass ein allgemeines Rauchverbot zu einem "Kneipensterben" in Köln-Ehrenfeld führen könnte, möchte ich auf die europäischen Beispiele aus Frankreich, Irland und Italien verweisen, die gezeigt haben, dass generelle Rauchverbote durchaus praktikabel sind.

Gerne bestätige ich Ihnen zudem, dass Ehrenfeld über ein vielfältiges und attraktives Gastronomie- und Kneipenangebot verfügt. Allerdings gibt es auch in anderen Kölner Stadtteilen schöne Kneipen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meinen Erläuterungen weiterhelfen, wünsche Ihnen viel Spaß im schönen Ungarn und verbleibe

mit freundlichem Gruß

Rolf Mützenich
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Finanzen
05.02.2007
Von:

guten tag!

kürzlich wurde die mehrwertsteuer heraufgesetzt - das bedeutet eine deutliche mehrbelastung für den "normalen" verbraucher. nun wird aber eine steuerreform geplant, die unternehmen um 10 prozentpunkte entlasten soll - und das, obwohl die wirtschaft boomt. mir kommt das höchst ungerecht vor - warum wird die industrie nicht stärker belastet? die hypothese, dass höhere profite der großen firmen automatisch zu mehr arbeitsplätzen führen, ist ja längst widerlegt. warum wird die linderung der überall spürbaren finanznot der öffentlichen hand nicht auch der industrie aufgebürdet?

besorgt grüßt
Antwort von Dr. Rolf Mützenich
1Empfehlung
05.02.2007
Dr. Rolf Mützenich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich stimme Ihnen zu, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer eine zusätzliche Belastung für den Verbraucher bedeutet. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer war jedoch notwendig zur Sanierung der öffentlichen Haushalte. Ein Drittel der Erhöhung wird zudem für mehr Beschäftigung eingesetzt. Denn u.a. durch diese Einnahmen können die Lohnnebenkosten insgesamt von 6,5 auf 4,2 Prozent gesenkt werden. Ich möchte hier auch auf die von rot-grün beschlossene Steuerreform verweisen, durch die zum 1. Januar 2005 insbesondere untere und mittlere Einkommen und Familien mit Kindern massiv entlastet wurden. Konjunkturell ist die Mehrwertsteuererhöhung weniger problematisch, als es Kürzungen bei den Sozialausgaben gewesen wären. Mit 19 Prozent Mehrwertsteuer liegt Deutschland im europäischen Durchschnitt der Verbrauchssteuern.

Die Reform zur Unternehmenssteuer liegt bislang nur im Entwurf vor und wird sehr kritisch in unserer Fraktion diskutiert. Auch ich habe - ebenso wie die SPD in NRW - große Vorbehalte. Die Sache ist noch nicht entschieden. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass mit der geplanten Reform auch Schlupflöcher geschlossen werden sollen, so dass es den Unternehmen nicht mehr ohne weiteres möglich sein soll, sich arm zu rechnen. Mit der geplanten Unternehmensteuerreform wollen wir dafür sorgen, dass Unternehmen, die in Deutschland Gewinne erwirtschaften, diese auch hier versteuern und sich so in angemessenem Umfang an der Finanzierung unseres Gemeinwesens beteiligen. Durch die geplanten Maßnahmen soll sich die Kluft zwischen den sehr hohen nominalen Steuersätzen (bis zu 38 Prozent) und den sehr niedrigen tatsächlichen Steuerzahlungen verringern.

In der Hoffnung Ihre Frage damit beantwortet zu haben, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Rolf Mützenich
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Rolf Mützenich
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.