Dr. Petra Sitte (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Petra Sitte
Jahrgang
1960
Berufliche Qualifikation
Diplom-Volkswirtin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Halle
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Sachsen-Anhalt
weitere Profile
(...) Ich habe mich daher für eine bessere Finanzierung des Hochschulpaktes eingesetzt. (...) Die Uni Halle weist nach meiner Kenntnis jährlich über 4000 BewerberInnen ab. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
01.04.2009
Von:

Sehr geehrte Fr. Dr. Sitte

es sind mittlerweile Wochen ins Land gegangen und in den Tagesthemen ist der Amoklauf von Winnenden vergessen.
Ich hoffe das in ihrem Bildungsausschuss nicht die Alltagsarbeit überhand nimmt.
Wird darüber nachgedacht Schulklassen auf ca. 20 Schüler zu begrenzen?
Wird darüber nachgedacht mehr Lehrer einzustellen?
Wird darüber nachgedacht verhaltensaufällige Kinder besonders zu betreuen?
Was will die Linke ändern in den Ländern die sie mitregieren und die sie in Zukunft mitregieren werden.

Vielen Dank für ihre Mühe
Ihr
Antwort von Dr. Petra Sitte
8Empfehlungen
12.05.2009
Dr. Petra Sitte
Sehr geehrter Herr ,

leider muss ich Ihnen Recht geben. Das Medieninteresse am Amoklauf von Winnenden ist merklich abgeflaut. Allerdings ist das allgemeine Interesse am Thema Bildung weiterhin enorm. Das merke ich nicht nur während der Wahlkampfzeit, sondern über die Dauer der ganzen Wahlperiode.

Ich will nun gerne auf Ihre Fragen eingehen. Zuvor muss ich aber noch darauf hinweisen, dass der Bund kaum noch eine Zuständigkeit für die Bildungspolitik besitzt. Das ist ein Ergebnis der ersten Föderalismusreform von schwarz-rot, die DIE LINKE u. a. deshalb abgelehnt hat. Der Bund ist durch die "Reform" z. B. nicht mehr in der Lage, Geld für den Ausbau von Ganztagsschulen bereit zu stellen. Insoweit kann ich Position für meine Partei beziehen, die in den Bundesländern für die Verbesserung der Bildung streitet.

DIE LINKE setzt sich für eine deutliche Verbesserung der Finanzen für Bildung ein. So haben wir im Rahmen der Föderalismusreform II vorgeschlagen, dem Bund durch eine Änderung des Grundgesetzes wieder die Möglichkeit zu geben in Bildung zu investieren. Wir schlagen vor, 7 % des Bruttoinlandsproduktes für öffentliche Investitionen in Bildung bereit zu stellen. Denn gerade im Vergleich mit den anderen Industrienationen gibt die Bundesrepublik viel zu wenig Geld für Bildung aus. Dort müssen wir deutlich besser werden.

Mit diesem Geld wäre es z. B. möglich, die Klassenfrequenzen zu senken oder auch mehr Lehrer/innen einzustellen. Allerdings kommt es uns als LINKE nicht primär auf die Klassenfrequenz an. Das würde nämlich bedeuten, dass das Lernen v. a. in Klassenverbänden stattfinden muss. Uns kommt es vor allem auf eine gute Schüler-Lehrer-Relation an, mit der die Schulen eigenverantwortlich umgehen können. Zudem ist dringend notwendig, mehr Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter als Vertrauenspartner der Kinder und Jugendlichen einzustellen.

Die sogenannten verhaltensauffälligen Kinder brauchen in der Tat besondere Aufmerksamkeit. DIE LINKE möchte diese Kinder aber nicht weiter in Sonderschulen abschieben. Uns kommt es darauf an, die gemeinsame Erziehung weiter zu stärken. Dazu hält uns auch eine neue UN-Konvention an. Wenn wir schrittweise die Sonderschulen abschaffen und die Integration ausbauen wollen, geht das natürlich auch nur mit einer entsprechenden Ausstattung. Wenn Sie weitergehendes Interesse an diesem Thema haben, empfehle ich Ihnen den Weg, den gerade Schleswig-Holstein in dieser Frage einschlägt.

DIE LINKE regiert zurzeit nur im Land Berlin. Zwar stellen wir dort nicht den Bildungssenator, dennoch ist es uns gelungen, dort wichtige Reformen anzupacken. So haben wir eine umfassende Grundschulreform durchgeführt, in der die Kinder in einer flexiblen Schulanfangsphase individuell und jahrgangsübergreifend lernen. Berlin ist im Ausbau der Ganztagsschulen bundesweit Spitze und wird 2011 die letzten drei Kita-Jahre für alle beitragsfrei gemacht haben.

Besonders deutlich wird unsere Handschrift vor allem bei der Einführung der Gemeinschaftsschule in Berlin. Dort lernen alle Kinder gemeinsam bis mindestens zur zehnten Klasse ohne weiter auf verschiedene Schulformen aufgeteilt zu werden.

Ich hoffe, Ihre Fragen zufriedenstellend beantworten zu haben und verbleibe


mit freundlichen Grüßen

Dr. Petra Sitte
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.04.2009
Von:
-

Sehr geehrte Frau Dr. Sitte,

ich habe gelesen, dass Sie wieder für die Bundestagswahl im September
2009 im Wahlkreis Halle(Saale) kandidieren.
Welche Erfolge und Mißerfolge können Sie persönlich für die Stadt Halle und Ihrer BürgerInnen bisher aufweisen ?
Wie haben Sie persönlich dazu beigetragen, die Kinderarmut in Halle,
die zweithöchste in Deutschland, zu mindern ?
Wie haben Sie zur Aufklärung des Müllskandals in Halle, der sowohl die Müllgebühren als auch den fehlgeschlagenen Bau der Müllverbrennunsanlage in Halle-Lochau betrifft, beigetragen ?
Wenn Sie im September 2009 in den Bundestag gewählt werden sollten, was werden Sie besser machen als bisher ? Welche vorrangigen Ziele stecken Sie sich ?

Mit freundlichen Grüßen


Bürger aus Halle(Saale) und
Bundestagskandidat im Wahlkreis Halle 2005
Antwort von Dr. Petra Sitte
7Empfehlungen
12.05.2009
Dr. Petra Sitte
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Es ist richtig, dass ich wieder für den Bundestag und den Stadtrat Halle kandidiere.

Sie können sich gern auf meiner Homepage über meine Arbeit im Bundestag

www.petra-sitte.de

sowie auf der Homepage der LINKEN in Halle

www.dielinke-halle.de

informieren.

Dort bekommen Sie nicht nur Antworten auf Ihre hier gestellten Fragen, sondern auch darüber hinaus.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Petra Sitte
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
10.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Sitte,

da ich Paintball spiele und mein Sport nun verboten werden soll, möchte ich von Ihnen wissen, wie Ihre Haltung in dieser Sache ist, da dies entscheidend sein wird für mein Verhalten bei den kommenden Wahlen. Außerdem verstehe ich nicht, wieso in anderen EU-Ländern Paintball kein Problem darstellt und allein in Deutschland dieser Sport so diskriminiert wird. Es gibt keinerlei Zusammenhang zwischen Paintball und Amokläufern oder anderen Gewalttaten (ein gutachten von Dipl.-Päd. Linda Steinmetz kann ich Ihnen gerne zuschicken), entsprechende Behauptungen mancher Politikern sind einfach nur gelogen und halten keiner seriösen Betrachtung stand. Bitte sagen Sie mir, dass wir nicht in einem Land leben wo nur der Recht bekommt der am lautesten Schreit und manche ihrer Politiker Kollegen schreit schon sehr laut!
Für weitere Fragen über Paintball stehe ich Ihnen und meiner Mannschaft gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Petra Sitte
10Empfehlungen
13.05.2009
Dr. Petra Sitte
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Ich bin der Meinung, dass das von der Regierungskoalition geplante Verbot von Spielen wie Paintball, Gotcha oder Laserdrom an der Verschärfung des Waffenrechts vorbeigeht.

Bei Amokläufen kommen keine Farbkugeln sondern scharfe Waffen zum Einsatz.

Sie können sicher sein, dass DIE LINKE einem Verbot von Paintball nicht zustimmen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Petra Sitte
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
30.05.2009
Von:

Hallo.

Ich habe die öffentliche Anhörung mir im Internet angesehen und möchte Sie fragen, wie sie die Antwort von Herr Maurer bewerten. Und zwar hat Herr Maurer auf eine Frage geantwortet, dass das BKA sich hat Sperrlisten aus Schweden beschafft ääh natürlich schicken lassen. Das Verhältnis sei ja sehr vertrauensvoll. Im ersten Anlauf bzw. der ersten Besichtigung dieser Listen bzw. Homepages hat das BKA Mühe damit gehabt, kinderpornografische Inhalte zu entdecken. Erst nachdem erneut die Kollegen in Schweden angeschrieben wurden, konnte man die verbotenen Inhalte aufspüren.Ich für meinen Teil ziehe daraus den Schluss, dass das BKA anscheind nicht die Kompetenz dafür besitzt und im gleichen Zuge hegt die Regierung die Befürchtung, dass potentielle Pädophile erst durch Internetseiten Einstieg in die Szene finden. Wie ist das zu verstehen? Wenn selbst BKA-Beamte Mühe damit haben, diese Inhalte zu finden.. wie sollen so Pädophile angefixt werden, die neu in so einer Internetumgebung sind?

Das ist in meinen Augen einfach nur paradox. Des Weiteren möchte ich Sie fragen, wie die Linke zu diesem geplanten Gesetz steht. Und wie Sie die weiteren Antworten von Herr Maurer bewertet. Er hat meiner Meinung nach, keinerlei Belege geliefert, er kam unvorbereitet zu dieser Anhörung, er konnte nicht eine Zahl nennen.

Warum fanden einfache Fragen wie dieser hier keinerlei Raum in dieser Anhörung?

1. Wie viele Ki-Po-Seiten sind dem BKA bekannt, die sich im Moment noch auf Servern deutscher Provider befinden? Wenn es noch welche gibt, warum sind sie immer noch da?

2. Wieviele Ki-Po-Seiten wurden mit der Mithilfe der Provider in den letzten Jahren entfernt und wie sieht es da mit der Strafverfolgung aus? Letztlich, wieviel Hausdurchdurchsungen wurden durchgeführt und wieviel Straftäter wurden dingfest gemacht.

3. Wieviele ausländische Provider wurden in der Vergangenheit vom BKA informiert bzw. gebeten, Seiten mit ki-po-Inhalten vom Netz zu nehmen?

Vielen Dank
Antwort von Dr. Petra Sitte
14Empfehlungen
10.06.2009
Dr. Petra Sitte
Sehr geehrte Frau ,

die von Ihnen wiedergegebenen Aussagen von Herrn Maurer haben auch mich überrascht. Sie bestätigen meine Befürchtungen, dass der Gesetzentwurf der Bundesregierung von sachfremden Interessen geleitet ist. Immer deutlicher wird, dass Internetsperren zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch und seiner Darstellung im Netz ein völlig unzulängliches Mittel sind.
Der Kampf gegen Kindesmissbrauch in jeder Form muss stattdessen zielgenau und wirksam geführt werden. Im Fall der Kinderpornographie bedeutet das, gegen die Täter und gegen die Produzenten solcher Bilder vorzugehen und die Strafverfolgungsbehörden entsprechend auszustatten. Das wäre nachhaltiger, als lediglich den Zugang zu Internetseiten mit kinderpornographischem Material zu erschweren.
Die Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag wird daher einen Entschließungsantrag zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung einbringen, um zu belegen, welche konkreten Maßnahmen zu entfalten sind, um Kinderpornographie im Netz jenseits von Internetsperren national und international effektiv zu bekämpfen. Wir sind der Auffassung, dass die Bekämpfung von Kinderpornographie ein zu wichtiges Thema ist, um es populistisch und sachfremd zu betreiben. Den Opfern von Kinderpornographie und sexueller Gewalt ist nicht geholfen, wenn die Inhalte nur verdeckt werden, nicht aber entfernt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Petra Sitte
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
17.06.2009
Von:
Uta

Sehr geehrte Frau Dr. Petra Sitte,
mein Sohn hat letztes Jahr eine Ausbildung an einer Privatschule begonnen,bei welcher Schulgeld aufgebracht werden muss.Um dieses Schulgeld begleichen zu können,bezieht er BAföG.Leider ist er ALG II-Empfänger und somit benachteiligt,da das BAföG laut Sozialgesetz auf das ALG II angerechnet werden muss.Da er dies aber nicht zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes bezieht,haben wir im August 2008 einen Beschluss am Sozialgericht Halle erwirkt,in welchem der ARGE SGB II Halle GmbH diese Anrechnung untersagt wurde.Leider mussten wir feststellen,das selbst ein rechtsgültiger Beschluss nicht von Bedeutung ist und uns nur der erneute Klageweg am Sozialgericht übrig bleibt.Dies ist für mich lediglich eine Verschwendung von Steuergeldern und unterstreicht die Einstufung von ALG II-Empfängern als Menschen 3. und 4.Klasse.Leider ist dies kein Einzelfall und es stellt sich die Frage,wie die Bildungsmoral und die Einstellung zu Schule und Ausbildung verändert werden kann,wenn Seitens der Politik und der Gesetzeslage nichts geändert wird.
Was sind Sie bereit dafür zu unternehmen,das dies keine "Einzelfälle" mehr bleiben?
Ich bedanke mich im Voraus für Ihr Bemühen um eine Antwort

Uta
Antwort von Dr. Petra Sitte
4Empfehlungen
30.06.2009
Dr. Petra Sitte
Sehr geehrte Frau ,

es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Politik, allen jungen Menschen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Hierzu gehört natürlich auch, dass Menschen, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, jede Unterstützung erfahren, die sie hierfür brauchen. Es kann nicht sein, dass diese Menschen Nachteile erfahren, weil sie eine Ausbildung aufnehmen. Ich kann Ihre Kritik an der Praxis einiger ARGEn bzw. Jobcenter, das BAföG voll auf Arbeitslosengeld II anzurechnen, daher nur unterstützen.

Sie sind mit Ihrer Kritik nicht allein. Um auf das Problem Ihres Sohnes - und vieler anderer Menschen - aufmerksam zu machen und von der Bundesregierung hierzu eine Stellungnahme zu erhalten, habe ich gemeinsam mit KollegInnen in meiner Fraktion zu diesem Thema eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung eingereicht. Die Antworten können Sie im Internet nachlesen unter:
dip21.bundestag.de

Die Bundesregierung bestätigt in ihrer Antwort unsere Auffassung, dass der Teil der Ausbildungsförderung, mit dem Ausbildungskosten abgedeckt werden, nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden darf. Die Bundesregierung spricht sich allerdings dagegen aus, hierbei auch Schulgebühren zu berücksichtigen, sondern geht stattdessen davon aus, dass das Angebot an gebührenfreien Ausbildungsstätten ausreichend sei. Dem Auszubildenden sei außerdem auch zumutbar, dass er den Wohnort wechselt, um an einem anderen Ort eine gebührenfreie Ausbildung zu absolvieren.

Aus Sicht der LINKEN muss es das Ziel sein, dass alle SchulabgängerInnen an ihrem Wohnort eine gebührenfreie Ausbildung absolvieren können. Solange dies nicht gewährleistet ist, dürfen den jungen Menschen keine Nachteile entstehen, wenn sie ihre Ausbildung an einer Privatschule aufnehmen und hierfür Schulgebühren zahlen müssen. Auch der Petitionsausschuss des Bundestages hat der Bundesregierung empfohlen, BAföG-Leistungen nicht auf das Arbeitslosengeld II anzurechnen, sofern entsprechende Ausbildungsgebühren gezahlt werden (Pet 4-16-11-81503-002423). Leider ist die Bundesregierung dieser Empfehlung nicht gefolgt. Beim Bundessozialgericht ist außerdem ein Verfahren zu dieser Frage anhängig (Az. B 14 AS 61/07 R), dessen Ausgang ich mit Interesse erwarte.

Ich werde mich gemeinsam mit meiner Fraktion weiter dafür einsetzen, dass hier eine Änderung erfolgt. Denn gerade diejenigen, die schwierige Startchancen haben, brauchen in der Ausbildung die beste Unterstützung durch die öffentliche Hand.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Petra Sitte
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