Dr. Peter Ramsauer (CSU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Dr. Peter Ramsauer
© DBT/Udo Giessen
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Diplom Kaufmann, Müllermeister
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Traunstein
Landeslistenplatz
keinen, Bayern
weitere Profile
(...) Leider wird dieser technische Fakt von Kernkraftgegnern verschwiegen. Ich bedauere, dass auch die Parteien des linken Lagers anstatt Fakten lieber Halbwahrheiten verbreiten. Für billige und durchschaubare wahltaktische Manöver ist die Energiepolitik aber viel zu wichtig. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Peter Ramsauer
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Arbeit
09.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Ramsauer,

gestatten sie mir zu ihrer Antwort vom 9.09 .09 eine Nachfrage
www.abgeordnetenwatch.de

Ist es nicht aber so, dass wir zumindest sittenwidrige Löhnen verneinen sollten, sicher ist Arbeit meist besser als arbeitslos zu sein aber meinen wie wirklich, dass jeder Arbeit um jeden Preis haben muss und wenn er noch so wenig verdient ?

Sogar Frau Bundeskanzlerin Merkel sagte dazu, dass man sich anschauen muss, ob sich die Unternehmer nicht zu sehr in die Leiharbeiter Matte legen, sie sagte in etwa sinngemäß, dass Firmen sich nicht zu sehr an Zeitarbeit gewöhnen sollten.( Quelle.: Wahlarena)
Ich habe zudem nicht von einem Mindestlohn von 7,50 geredet, von mir aus machen sie einen Mindestlohn von 3 oder 4 Euro, so dass zumindest diese Grenze nicht unterschritten werden kann.
Denken sie daher nicht auch, dass hier Regeln herrschen sollten ?

Ich kenne mich damit nicht so aus, aber soweit ich weiss, gibt es keine Gewerkschaften für Zeitarbeiter und diese würden von einer Tariferweiterung nicht profitieren.
Wenn also die Bundesregierung immer mehr Branchen den Mindestlohn verschreibt, gibt es dann nicht immer noch das Schlupfloch Zeitarbeit ?
Ist es zudem nicht so, dass der Kündigungsschutz nur bereits bestehende Arbeitsverhältnisse sichert aber die neuen Arbeiter kaum eine Chance haben, was zu erreichen ?
Das Mindestarbeitsbedingungengesetz gilt meines Wissens nicht für Zeitarbeit, wo also immer ein Ausweg bleibt.
Leider haben sie mir auch noch nicht gesagt, ob durch die 1 Euro Jobs hier in irgendeiner Form die Rentenkasse gerettet werden kann, ich denke, dass kann in Zukunft wichtig werden.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Peter Ramsauer
1Empfehlung
17.09.2009
Dr. Peter Ramsauer
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Mindestlohn.

Jeder soll mit seinem Lohn den eigenen Lebensunterhalt bestreiten können. Wer aber die Lohnfindung auf die staatliche Ebene umstellen will, gefährdet Arbeitsplätze. Wir hätten Verhältnisse, die nicht den Begebenheiten in den Regionen und Branchen entsprechen. Bestehende Tarifverträge würden verdrängt. Nach Berechnungen des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und des Münchener Ifo-Instituts würde ein einheitlicher, flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde über 600.000 Arbeitsplätze kosten, besonders viele davon in Ostdeutschland und im ländlichen Raum. Insbesondere Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose, die es ohnehin schwer haben auf den Arbeitsmarkt zurückzukehren oder den Einstieg zu finden, wären davon betroffen: In Frankreich hat die Einführung des Mindestlohns wesentlich zum Anstieg der Arbeitslosigkeit geringqualifizierter Jugendlicher beigetragen. In der Krise kommt es auf jeden Arbeitsplatz an!

Die CSU gibt eine Vertrauenserklärung für die Tarifvertragsparteien ab. Wir stärken die Tarifvertragsparteien, wir wollen sie nicht ersetzen. Es soll ihre Aufgabe bleiben, Niedriglöhne in Ordnung zu bringen. In der Krise kommt es auf jeden Arbeitsplatz an. Und für den Notfall kann die verbindliche Wirkung von Tarifverträgen über die Mitglieder der abschließenden Verbände hinaus auf die ganze Branche ausgedehnt werden. Es können in einzelnen Branchen unterste Tariflöhne durch die Aufnahme in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz sowohl für deutsche wie für ausländische Arbeitnehmer festgeschrieben werden, um Lohndumping wirksam zu verhindern.

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben am 31. August 2009 im Tarifausschuss den Weg für neue Branchenmindestlöhne geebnet. Branchenweite Lohnuntergrenzen, die auch für nicht tarifgebundene Unternehmen der Branche gelten, wird es für Bergbau-Spezialarbeiten und für Großwäschereien geben. Die Zustimmung für die Entsorgungsbranche wurde signalisiert, aber vertagt, bis der Tarifvertrag im Bundesanzeiger veröffentlicht ist. Weiter wird es im Wach- und Sicherheitsgewerbe und in der Aus- und Weiterbildung Branchenmindestlöhne geben, wenn der Bundesarbeitsminister das Verfahren weiter führt und die Bundesregierung diese per Verordnung erlässt. Insgesamt 400.000 Arbeitnehmer erhalten mit den Beschlüssen einen neuen Branchenmindestlohn.

Zudem ist ein Mindestlohn in der Pflegebranche möglich. Über diesen berät eine Kommission unter Mitarbeit der Kirchen. Kommt ein tariflicher Mindestlohn für die Pflegedienste zustande, werden es insgesamt gut 1,2 Millionen Arbeitnehmer sein, die einen neuen Branchenmindestlohn erhalten. Die von Bundeskanzlerin Merkel geführte Bundesregierung hatte bereits für das Gebäudereinigerhandwerk und die Postdienstleister tarifliche Mindestlöhne ermöglicht. In dieser Legislaturperiode wird damit unter dem Strich die Anzahl der Arbeitnehmer mit einem tariflich vereinbarten Mindestlohn um 2,3 Millionen auf über 3 Millionen Arbeitnehmer ansteigen.

Um soziale Verwerfungen in den Branchen zu verhindern, in denen keine Tarifverträge gelten oder Tarifverträge nur geringe Wirkungskraft entfalten, haben die Tarifvertragsparteien neben den Möglichkeiten, die das Arbeitnehmer-Entsendegesetz bietet, auch die Möglichkeit, über das Mindestarbeitsbedingungengesetz Lohnuntergrenzen festzulegen.

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Dr. Peter Ramsauer MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Bildung und Forschung
09.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Ramsauer,

mit dem aufkommen der Piratenparteien in Europa, auch in Deutschland, wird gerade sehr viel über Urheberrecht und Internetpolitik diskutiert. Es gibt jedoch auch andere Themen im Zusammenhang mit Computern, die für Politik, im besonderen zukunftsorientierte Politik, von großer Bedeutung sind und vor diesem Hintergrund nicht verblassen dürfen.

Daher würde mich Ihre Position zu Freier Software interessieren. Halten Sie diese für unterstützens– und schützenswert? Inwiefern werden Sie sich dafür tatsächlich einsetzen?

Als derzeitigen Vertreter meines Wahlkreises im Deutschen Bundestag würde mich Ihre Position hierzu interessieren.

Über eine baldige Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Peter Ramsauer
bisher keineEmpfehlungen
17.09.2009
Dr. Peter Ramsauer
Sehr geehrter Herr ,

gerne nehme ich zu Ihren Fragen vom 10. September 2009 zum Urheberrecht und zur so genannten freien Software auf www.abgeordnetenwatch.de Stellung.

Es ist zu begrüßen, wenn Ersteller so genannter freier oder offener Software oder von so genannten Open-Source-Projekten wie beispielsweise der Online-Enzyklopädie Wikipedia bereit sind, das Produkt ihrer schöpferischen Leistung einem großen Anwenderkreis grundsätzlich kostenfrei zur Verfügung zu stellen. In diesem Bereich gibt es eine Reihe von qualitativ hervorragenden, überzeugenden Anwendungen, die Unterstützung verdienen.

Ich unterstütze deshalb eine mittelbare Förderung geeigneter Projekte in diesem Bereich, und dabei insbesondere die stärkere Nutzung freier und offener Software durch Behörden. Open-Source-Software bietet aus wirtschafts- und sicherheitspolitischer Sicht für die öffentliche Hand eine Reihe von Vorteilen, die in geeigneten Fällen noch besser genutzt werden sollten. Darüber hinaus unterstütze ich, dort wo es vertretbar und ohne Preisgabe übergeordneter öffentlicher Interessen möglich ist, die Bereitstellung hoheitlicher Informationen für die Nutzung durch Projekte wie beispielsweise Wikipedia und OpenStreetMap. So wurden beispielsweise durch das Bundesarchiv rund 100.000 Fotos für die Nutzung im Rahmen des Online-Dienstes Wikipedia zur Verfügung gestellt. Dieser Schritt könnte Vorbildcharakter für ähnliche Unterstützungsmaßnahmen in anderen geeigneten Fällen sein.

Indessen bin ich der Auffassung, dass derartige freie oder offene Projekte staatsfern bleiben sollten, da sie sich so am besten entwickeln können. Eine direkte staatliche Förderung in diesem Bereich wäre aus meiner Sicht im Vergleich zu der von mir eingangs beschriebenen mittelbaren Unterstützung nur die zweitbeste Lösung, da mit einer direkten staatlichen Förderung zwangsläufig Vorgaben verbunden wären, die nur schwer mit der Dynamik von Open-Source-Projekten in Einklang gebracht werden könnten.

Soweit Sie allgemein das Urheberrecht und die Internetpolitik ansprechen, möchte ich betonen: Schöpferische Leistungen - ob im Rahmen von freier oder offener Software oder aber außerhalb dieses Bereiches, ob im Internet oder außerhalb des Internets - benötigen den angemessenen Schutz der Rechtsordnung. Deshalb setzt sich die CSU in der täglichen politischen Arbeit für geeignete Rahmenbedingungen ein, um die Rechte der Urheber auch im Internet angemessen zu schützen. Wenn Ersteller von Anwendungen ihre schöpferische Leistung anderen Nutzern frei zur Verfügung stellen wollen, ist das zu begrüßen. Das bedeutet aber selbstverständlich nicht, dass alle Produkte geistiger Leistung - ob Musik, Film, Software oder sonstige Inhalte - im Internet für jedermann kostenlos zur Verfügung stehen müssten. Geistige Leistung hat ihren Preis - dieser Satz gehört zu den Grundlagen unserer Wirtschaftsordnung. Es ist deshalb immer Sache des Urhebers zu entscheiden, ob er sein Werk anderen zur kostenlosen Nutzung oder nur gegen Entgelt zur Verfügung stellen will. Deshalb müssen Urheberrechte auch im Internet wirksam geschützt werden. Aus diesem Grund befürworte ich die Entwicklung von Modellen der Zusammenarbeit zwischen Rechteinhabern und Internetprovidern zur Verfolgung und Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet und würde es begrüßen, wenn die Beteiligten dabei selbst geeignete Lösungen entwickeln. Soweit es zu keiner Einigung kommt, ist auch der Gesetzgeber gefordert zu handeln, um massenhafte Verstöße gegen das Urheberrecht im Internet einzudämmen.

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Dr. Peter Ramsauer MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ramsauer,

da viele Bürger bei den letzten Wahlen den Eindruck hatten, ein wenig verschaukelt worden zu sein habe ich zwei Fragen an Sie:

1. Halten Sie nach Ihrem Demokratieverständnis zu es für korrekt, daß sich Frau Merkel weigert zwei bereits geplante Fernsehsendungen bei ARD und ZDF kurzfristig abzusagen? Haben wir Bürger kein Recht darauf uns ausreichend direkt zu informieren?

Ich persönlich und auch mein Freundeskreis haben zu diesem Thema die Vermutung, dass Frau Merkel sich in diesem Punkt verhält wie es Honeker und Co. zu DDR-Zeiten in Bezug auf die Medien. Befinden wir uns auf dem Weg in eine Diktatur?

2. Sie versprechen Steuererleichterungen für 2011. Trotz der weiter anhaltenden Wirtschaftskrise, bzw. deren Auswirkungen wir erst in 2010 / 2011 zu spüren bekommen. Hierzu einen Vorschlag: Wenn die CDU/CSU gewählt wird und keine Steuererleichterungen bis 2011 kommen - wären Sie bereit sich auf dem Traunsteiner Marktplatz mit Farbbeuteln bewerfen zu lassen? Dies könnte ja zu einem guten Zweck im Zuge des Altstadtfestes erfolgen.

Mit besten Grüßen

Antwort von Dr. Peter Ramsauer
1Empfehlung
23.09.2009
Dr. Peter Ramsauer
Sehr geehrter Herr ,

für Ihre E-Mail vom 17. September 2009 danke ich Ihnen.

Angesichts der Vielzahl von Wahlsendungen und Politikerbefragungen haben sich Frau Merkel und Herr Steinmeier im gegenseitigen Einverständnis darauf geeinigt, auf ein weiteres "Duell" zu verzichten. Ich kann in diesem Schritt keinerlei "undemokratische" Verhaltensweise erkennen.

Das steuerpolitische Programm der CSU ist Ihnen bekannt. Ob wir unsere Vorschläge wie geplant umsetzten können, hängt nicht zuletzt vom Votum des Wählers und der sich daraus ergebenen Regierungskoalition ab. Die CSU wird jedenfalls darum bemüht sein, ihre Programmatik unter den nach der Wahl bestehenden politischen Rahmenbedingungen durchzusetzen. Ich nehme meinen Auftrag als Abgeordneter für den Wahlkreis Traunstein / Berchtesgadener Land sehr ernst, die Belange der Bürgerinnen und Bürger meiner bayerischen Heimat in Berlin zu vertreten. Das habe ich in den vergangen Jahren getan, und das werde ich auch in Zukunft tun.

Mit freundlichen Grüßen

gez.
Dr. Peter Ramsauer
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Verbraucherschutz
23.09.2009
Von:

Ehrenwerter Herr Dr. Ramsauer,

vielen Dank für Ihre Antwort www.abgeordnetenwatch.de die allerdings die Frage aufwirft, warum Sie meine Frage nicht gleich an die richtige Adresse weitergeleitet haben?

Mit einer Antwort aus dem Ministerium für Umwelt und Gesundheit dürfte es sicher ähnlich schwierig werden, wie mit einer Antwort aus dem Bayr. Landwirtschaftsministerium www.abgeordnetenwatch.de

Seit mehr als vier Wochen (!) warte ich bisher vergeblich auf eine Antwort aus dem StMLF!

Warum also nicht gleich meine Frage an Sie in die Höhle des "weiß-blauen Löwen" www.bayern.de weiterleiten?

Denn dies macht aus mehreren Gründen Sinn:

1. Ministerpräsident Seehofer ist mit der Problematik, nicht zuletzt durch uns, bestens vertraut.

2. Ministerpräsident Seehofer war lange Jahre BMELV-Minister.

3. Ministerpräsident Seehofer hat dieses BSE-Übertragungsrisiko bereits 1994 erkannt.
Siehe hierzu: www.spiegel.de

Zitat:
"Im März 1994 forderte Bundesgesundheitsminister Seehofer (CSU) in Brüssel eine EU-weite Einfuhrsperre, um "das nicht zu verantwortende Experiment am Menschen" zu beenden. Aber er konnte sich bei seinen EU-Kollegen nicht durchsetzen. Daraufhin verzichtete er auf "Alleingänge".

und 4. ist Ministerpräsident Seehofer uns noch eine Antwort aus 2007 schuldig

www.abgeordnetenwatch.de

die ebenso von zentraler Bedeutung für mit BSE-Prionen verunreinigte Blutkonserven ist, wie die staatlich (noch) tolerierte Schlachtung von Rindern ohne BSE-Test.

Glauben Sie deshalb nicht auch, dass Ministerpräsident Seehofer geradezu prädestiniert dafür ist meine Frage an Sie zu beantworten?

Werden Sie Ministerpräsident Seehofer zu einer öffentlichen und vor allem zeitnahen Stellungnahme raten?

MfG
R.

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen. Um eine Nachricht zu erhalten, sobald eine Antwort eintrifft, tragen Sie sich bitte über die untenstehende Benachrichtigen-Funktion ein.

Auf diese Antwort warten bisher 9 Interessierte
X
Beim Eintreffen einer Antwort benachrichtigen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
28.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Ramsauer!

Ich habe soeben Ihre Pressekonferenz zur Bewertung der Wahlergebnisse durch die CSU verfolgt und bin dabei über einen Begriff, der sich auch hier in Antworten von Ihnen wiederfindet, gestolpert.

Sie sprechen von einer nun "bürgerlichen Koalition" aus CDU/CSU und FDP sowie von einem "bürgerlichen Lager". Diese Begrifflichkeit ist ja schon unreflektiert von diversen Medienvertretern übernommen worden und mich interessiert nun, ob Mitglieder und Wähler anderer Parteien in Ihren Augen damit nicht bürgerlich sind.

Wenn die Wähler des "bürgerlichen Lagers" also Bürger sind, was ist dann mit allen anderen Wählern? Und wie sind dann alle anderen Parteien zu bezeichnen? Nicht-bürgerlich? Empfinden Sie diesen Begriff nicht als ausgrenzend und unser Land teilend?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Dr. Peter Ramsauer
bisher keineEmpfehlungen
09.10.2009
Dr. Peter Ramsauer
Sehr geehrter Herr Kirschbauer,

selbstverständlich gilt und muss von allen zur Geltung gebracht werden: alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands sind in ihren Bürgerrechten gleich. Schon deshalb hat der Begriff "bürgerlich" nichts ausgrenzendes. Er teilt die Menschen in unserem Land nicht, er führt sie zusammen.

Genauso selbstverständlich aber machen nicht alle Parteien eine "bürgerliche" Politik: Der Freiheit die Gleichheit überzuordnen, ohne Rücksicht auf unterschiedliche Begabungen alle in die gleiche Schullaufbahn zu zwingen, gewachsene Sicherungssysteme einer Einheitsversicherung zu opfern, für einen ausufernden Staat immer höhere Steuern zu fordern - all dies ist nicht bürgerlich. Der Begriff "bürgerlich" ist deshalb geeignet, grundlegende politische Unterschiede deutlich zu machen.

Sicher gibt es bürgerlich denkende Menschen auch unter den Anhängern von Grünen und SPD, vielleicht sogar unter den Wählerinnen und Wählern der Linken. Sie alle laden wir ein - und auch das drückt der Begriff "bürgerlich" aus - zu prüfen, ob sie sich künftig nicht besser von uns vertreten fühlen als von den Parteien, für die sie sich bisher entschieden haben.

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Dr. Peter Ramsauer
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Peter Ramsauer
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.