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Sehr geehrter Herr Sensburg,
Sie werden in dem Spiegel-On-Line Artikel vom 28.03.2013 "Zentralrat der Muslime plädiert für gesetzliche islamische Feiertage" wie folgt zitiert:
"CDU-Rechtsexperte Patrick Sensburg ruft dem Berichte zufolge dazu auf, "erst mal die Feiertage, die wir haben, auch zu schützen und nicht aufzuweichen". Er empört sich vielmehr über das unchristliche Verhalten seiner Mitbürger: Es sei ein Unding, was am Karfreitag in Berlin an Partyveranstaltungen abgehe."
Habe ich das richtig verstanden: Sie fordern eine gesetzliche Regulierung privater Aktivitäten an Feiertagen?
Ich weiß nicht, ob das früher obligate Tanzverbot an Karfreitag für öffentliche Veranstaltungen wie in Diskotheken noch existiert. Aber halten Sie es tatsächlich für zielführend, solche Regulierungen auf die Privatsphäre auszudehnen, also Partyveranstaltungen zu untersagen?
Könnten solche Regulierungen nicht eher bewirken, dass die Akzeptanz religiöser Feiertage bei den Kirchen fern stehenden Mitbürgern sinkt?
Sie empören sich über das unchristliche Verhalten Ihrer Mitbürger. Sind Sie der Auffassung, ein religiöses Verhalten – hier das christliche – könne religionsfernen Mitbürgern staatlich verordnet werden?
Sie sind sicher mit mir der Auffassung, dass unsere Gesellschaft sich auf christlichen Traditionen gründet, aber ich füge hinzu, auch auf die Gedanken der Aufklärung, die uns um die persönliche Religionsfreiheit bereichert hat.
Sind Sie nicht auch der Auffassung, dass in Deutschland alle Glaubensgemeinschaften tolerant nebeneinander existieren sollten und keine Religionsgemeinschaft ihren Glauben anderen Personen vorschreiben sollte?
Mit freundlichen Grüßen
