Dr. Matthias Zimmer (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Matthias Zimmer
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
03.05.1961
Berufliche Qualifikation
Angestellter
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Frankfurt am Main
Wahlkreis
Frankfurt am Main I
Ergebnis
35,2%
Landeslistenplatz
21, Hessen
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Auch wenn ich schon gelegentlich den Verdacht hatte, dass bearbeitete (im Sinne von vereinfachten) Fassungen der Weltliteratur oder schlicht Zusammenfassungen bisweilen die vielleicht mühsame, aber doch umso viel ergiebigere Lektüre des Originals ersetzen, so bezog sich mein Hinweis "ad usum Delphini" nicht auf den "Faust", sondern auf die bei der Beantwortung der Fragen aufgebrachte Disziplin, die ich selbst beinahe als einen Akt der Selbstzensur habe empfinden können. Ich freue mich aber, dass dies zumindest von Ihrer Seite nicht unbemerkt geblieben ist, auch wenn ich Ihre Folgerungen nur bedingt zu teilen vermag. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
24.05.2012
Verbesserter Rechtsschutz in Wahlsachen (Art. 93 GG)
JA
10.05.2012
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes gegen Piraterie (Atalanta)
JA
29.03.2012
Abbau der kalten Progression
JA
29.03.2012
Kürzungen der Solarförderungen
JA
29.03.2012
Pläne für ein Betreuungsgeld aufgeben
NEIN
27.02.2012
Zweites Rettungspaket für Griechenland
JA
26.01.2012
Verlängerung Afghanistan Einsatz (ISAF)
JA
01.12.2011
Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes im Mittelmeer (OAE)
JA
01.12.2011
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes gegen Piraterie (Atalanta)
JA
26.10.2011
Ausweitung des Euro-Rettungsschirms (EFSF)
JA
29.09.2011
Euro-Stabilisierungsfonds EFSF
JA
29.09.2011
Reform des Bundestagswahlrechts
JA
29.09.2011
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Südsudan (UNMISS)
JA
08.07.2011
Deutsche Beteiligung an UN-Aufbaumission in Südsudan
JA
08.07.2011
Keine Panzer an Saudi-Arabien verkaufen
NEIN
08.07.2011
Verlängerung des Darfur-Einsatzes
JA
07.07.2011
Abschiebestopp für syrische Flüchtlinge
NEIN
07.07.2011
Eingeschränkte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik
NEIN
07.07.2011
Unterirdische Speicherung von CO2
JA
30.06.2011
Atomausstieg bis 2022
JA
09.06.2011
Verlängerung des Libanon-Einsatzes (UNIFIL)
JA
09.06.2011
Verlängerung Kosovo-Einsatz (KFOR)
JA
26.05.2011
Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetz
JA
25.03.2011
AWACS-Einsatz in Afghanistan
JA
17.03.2011
Sofortige Abschaltung von Alt-AKW
NEIN
17.03.2011
Unverzügliche Abschaltung aller deutschen AKW
NEIN
17.03.2011
Vorübergehende Aussetzung von AKW-Laufzeiten (Moratorium)
JA
28.01.2011
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
JA
03.12.2010
Anpassung und Veränderung von Hartz IV
JA
03.12.2010
Vorläufiger Bau- und Vergabestopp bei Stuttgart 21
NEIN
02.12.2010
Kampf gegen Piraten (ATALANTA)
JA
02.12.2010
Verlängerung Bosnien-Einsatz (ALTHEA)
JA
02.12.2010
Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes im Mittelmeer (OAE)
JA
26.11.2010
Haushalt 2011
JA
12.11.2010
Einführung bundesweiter Volksentscheide
NEIN
12.11.2010
Gesundheitsreform
JA
11.11.2010
Neuordnung am Arzneimittelmarkt
JA
28.10.2010
Abschöpfung von Zusatzgewinnen aus AKW-Laufzeitverlängerung
JA
28.10.2010
Brennelementesteuer
JA
28.10.2010
Sparpaket (Haushaltsbegleitgesetz)
JA
28.10.2010
Verlängerung von AKW-Laufzeiten
JA
18.06.2010
Reduzierung der Wehrpflicht
JA
17.06.2010
Bundeswehr ohne Wehrpflicht
NEIN
17.06.2010
Reform der Jobcenter
JA
17.06.2010
Verlängerung des Darfur-Einsatzes (UNAMID)
JA
17.06.2010
Verlängerung des Libanon-Einsatzes (UNFIL)
JA
17.06.2010
Verlängerung des Sudan-Einsatzes (UNMIS)
JA
10.06.2010
Austritt aus der Kernfusion (ITER)
NEIN
10.06.2010
Verlängerung Kosovo-Einsatz (KFOR)
JA
21.05.2010
Euro-Rettungsschirm
JA
07.05.2010
Notkredit für Griechenland
JA
06.05.2010
Mindestsicherung statt Hartz IV
NEIN
06.05.2010
Schnellere Absenkung der Einspeisevergütung im EEG
JA
22.04.2010
Beibehaltung der Steuerfreiheit bei Feiertags- und Nachtarbeit
NEIN
25.03.2010
Abschaffung der reduzierten Mehrwertsteuer für Hotels
NEIN
19.03.2010
Bundeshaushalt 2010
JA
26.02.2010
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
JA
18.12.2009
Bundeswehreinsatz in Bosnien Herzegowina
JA
18.12.2009
Kampf gegen Piraten (ATALANTA)
JA
04.12.2009
Verzicht auf Mehrwertsteuersenkung für das Hotelgewerbe
NEIN
04.12.2009
Wachstumsbeschleunigungsgesetz
JA
03.12.2009
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
JA
03.12.2009
Verlängerung des Anti-Terror-Kampfes (OEF)
JA
03.12.2009
Verlängerung Libanon-Einsatz (UNFIL)
JA
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Zimmer,

besten Dank für Ihre Antwort auf meine Fragen zum Rederecht im Bundestag.

Allerdings halte ich es gerade nicht für die Aufgabe einer Fraktion, eine sprech- und handlungsfähige Legislative darzustellen. Das ist ganz klar Aufgabe des gesamten Parlamentes!

Ist es nicht eher so, dass sich die von Ihnen vorgestellte Denkweise leider bei allen Parteien als selbstverständlich eingebürgert hat, wobei übersehen wird, dass die Parteien gem. Verfassung nur ein MITwirkungsrecht haben? Aber Parteien sind nicht die Legislative, sie stellen allenfalls Mitglieder derselben.

Genau so verhält es sich mit dem Fraktionszwang. Dass bei hochkomplizierten Sachverhalten Abgeordnete dem Votum von Fachkollegen folgen, kann ich nachvollziehen. Aber es gibt doch genügend Sachverhalte, die wohl jeder Abgeordnete versteht und beurteilen kann. Ist es in Ihren Augen richtig, dass Abgeordnete z. B. öffentlich erklärten, sie seien gegen das Steuergeschenk für Hoteliers, dann aber im Bundestag dafür stimmten? Sind Sie der Meinung, dass in diesem beispielhaften Fall wirklich Fraktionsdisziplin nötig war?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Dr. Matthias Zimmer
1Empfehlung
30.04.2012
Dr. Matthias Zimmer
Sehr geehrter Herr ,

bei Ihrer Ausführung, es sei Aufgabe des gesamten Parlaments, eine sprech- und handlungsfähige Legislative darzustellen, vermischen sie zwei Dinge. Das gesamte Parlament hat die Aufgabe, die Regierung zu kontrollieren und die politische Meinungsbildung abzubilden. Aber es gibt ja einen guten Grund, warum im Parlament (meines Wissens in allen demokratisch gewählten Parlamenten) zwischen Regierungsparteien und Oppositionsparteien unterschieden wird. Die Regierungsparteien haben zumeist durch einen Vertrag sich auf eine Reihe inhaltlicher Punkte geeinigt, die sie als parlamentarische Mehrheit in einer Legislaturperiode umsetzen wollen. Je mehr Parteien in einer solchen Koalition sind, desto mehr Kompromisse müssen geschlossen werden. Das bedeutet, dass ich nicht unbedingt jeden einzelnen Punkt des Koalitionsvertrages mit stürmischer Begeisterung begrüßen muss. Sehr wohl muss ich aber abwägen, ob meine mangelnde Begeisterung in einem Fall (z.B. der von Ihnen erwähnten Senkung der Mehrwertsteuer für Beherbergungsbetriebe) dramatisch genug ist, dem ganzen Koalitionsvertrag nicht zuzustimmen. Wenn ich ihm aber als Paket zugestimmt habe braucht es auch keine Fraktionsdisziplin mehr, denn ich halte mich ja lediglich an eine vorher getroffene eigene Entscheidung. Persönlich finde ich es dann auch als durchaus unangemessen, sich in der Öffentlichkeit zu erklären, man habe das ja nicht gewollt. Das ist Populismus, wenn man dem Koalitionsvertrag im Übrigen sonst zugestimmt hat.

Parteien wirken bei der politischen Willensbildung mit, so steht es im Grundgesetz. Sie haben ein gewisses Programm, das sie umsetzen wollen. Das machen sie vor allem im parlamentarischen Prozess. Ich kenne kein demokratisch gewähltes Parlament in dem nicht auch bei den Parlamentariern die Parteizugehörigkeit die Stimmentscheidung informiert. Aber eben nicht determiniert, und deswegen wirken die Parteien nur mit in der Willensbildung, sie legen sie nicht fest. Dieses Spannungsverhältnis zwischen Artikel 21 GG (Mitwirkung der Parteien an der Willensbildung) und Artikel 38 GG (freies Mandat) habe ich immer als produktiv empfunden. Einer Auflösung dieser produktiven Spannung in die eine oder andere Richtung stehe ich eher skeptisch gegenüber. In der einen Richtung hätten wir das Modell sozialistischer Parlamente mit einem Führungsanspruch der Partei, in die andere Richtung völlig unberechenbare parlamentarische Mehrheiten, in der stabiles Regieren nicht möglich ist (und deshalb auch meines Wissens von keiner Demokratie auf der Welt so praktiziert wird).

Schließlich: Parteien sind ja nicht nur die organisatorischen Vehikel in einer Demokratie, sondern erheblich mehr. Sie stellen Grundorientierungen dar, die auf bestimmten Menschenbildern beruhen. Das gibt ihrem politischen Wollen Basis und eine Berechenbarkeit. Dort, wo es eine solche Grundorientierung nicht gibt, siegt der Affekt, der Augenblick. Das ist dann nicht mehr als die Kapitulation der Verantwortung vor dem Zeitgeist, der Mode. Das wäre aus meiner Sicht das Ende einer verantwortlichen, auf das Gemeinwohl ausgerichteten Politik. In meinem Interesse liegt das jedenfalls nicht.

Mit besten Grüßen
Matthias Zimmer
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