Dr. Martina Bunge (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Dr. Martina Bunge
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Facharbeiterin (Eisenbahn), Diplom Lehrerin, Dr. oec., Dr. sc.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Wismar - Nordwestmecklenburg - Parchim
Landeslistenplatz
2, Mecklenburg-Vorpommern
weitere Profile
(...) Wenn ich bei einem Verein mein Fachgebiet vertrete, identifiziere ich mich generell nicht automatisch mit dessen inhaltlichen Aussagen, so auch bei dem Rotfuchs-Förderverein e.V. Dabei gibt es Grenzen der Teilnahme, eine besteht für mich darin, dass ich nicht an Veranstaltungen teilnehme, wenn dort rechtsextremistisches Gedankengut vertreten würde. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Martina Bunge
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.08.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Bunge,

nach Informationen der "Sächsischen Zeitung" waren Sie ebenfalls Teilnehmerin dieser Reise.

Mich würde ( vor allem im Hinblick auf meine ehrliche Sympathie für ihre Partei ) interessieren, ob Sie die in der Presse erhobenen Vorwürfe hier bestätigen oder dementieren können.

Vielleicht wäre es aufschlussreich, ihren offiziellen Terminkalender, diese Reise betreffend, zu veröffentlichen, damit sich jeder Bürger ein Bild darüber machen kann, was Sie und ihre Kollegen in Kanada und den U.S.A. geleistet haben.

Mit freundlichen Grüßen
W.
Antwort von Dr. Martina Bunge
bisher keineEmpfehlungen
15.09.2008
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

ich habe bereits in einer anderen Antwort auf die Kanada-USA Reise Bezug genommen. Um mich nicht wiederholen zu müssen, bitte ich Sie auch jene Antwort zur Kenntnis zu nehmen.

Wie bereits in der anderen Antwort geschrieben, habe ich an dem in Rede stehenden Teil der Reise nicht teilgenommen. Daher ist mein Terminkalender nur wenig hilfreich. Der offizielle Bericht der Reise findet sich unter: www.bundestag.de

Ich habe mich aber mit den Vorwürfen in den Medienberichten beschäftigt und diese so weit wie möglich überprüft. Danach ist es meines Erachtens nicht gerechtfertigt, der Reise nichtparlamentarische Zwecke zu unterstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bunge
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Gesundheit
03.09.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Bunge,

der SPIEGEL hat berichtet, dass Randolph Krüger (Referent im Ausschuss für Gesundheit und Soziales) auf einer Delegationsreise in den USA die Äußerung getätigt haben soll, man brauche einen Neger, der den Rollstuhl schiebe.
Herr Krüger mag "nicht ausschließen" dies gesagt zu haben.

Ist ein Mitarbeiter, der sich rassistisch äußert für Sie noch tragbar? Welche Konsequenzen werden Sie ergreifen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Martina Bunge
2Empfehlungen
15.09.2008
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrte Frau ,

Wie ich in einer anderen Antwort zu dem Thema bereits mitgeteilt habe, distanziere ich mich grundsätzlich von rassistischem Vokabular. Die in dem Nachrichtenmagazin gegenüber dem Ausschusssekretär erhobenen Vorwürfe zur Organisation der Reise und über gemachte Äußerungen werden mit den zuständigen Stellen in der Sache geprüft. Ob und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, hängt von dem Ergebnis ab.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bunge
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Gesundheit
13.09.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Bunge,

entgegen öffentlichen Beteuerungen der Gesundheitsministerin, Frau Schmidt, werden Privatpatienten schneller und bevorzugt behandelt. Dies ist eine Erfahrung, die alle Bürger bestätigen.
Was gedenken Ihr Ausschuss und die Abgeordneten des Bundestages gegen diese objektive Diskriminierung wirksam zu unternehmen?

Mit freundlichem Gruß
Dr.
Antwort von Dr. Martina Bunge
7Empfehlungen
09.10.2008
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.
Ich hoffe, es ist Ihnen recht, wenn ich hier als Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE Stellung zu Ihrer Frage nehme.

Die bevorzugte Behandlung von Privatpatientinnen und –patienten ist ein Skandal und nicht hinnehmbar. Bis vor kurzem von den Ärzten strikt zurückgewiesen, ist die bevorzugte Behandlung von Privatversicherten mittlerweile hinlänglich belegt. Privatpatientinnen und –patienten erhalten schneller Termine und es wird berichtet, dass das auch bei Organtransplantationen so sein soll. Versicherte bei der gesetzlichen Krankenkasse werden benachteiligt, zahlen 10 € Quartalsgebühren, Rezeptgebühren und für IGeL Leistungen und dennoch zahlen Versicherte teilweise höhere Beiträge als Privatversicherte.

Wie ist das möglich?
Privatpatienten sind für Ärztinnen und Ärzte lukrativ. Sie werden außerhalb des Budgets abgerechnet und bringen in der Regel den 2,3 fachen Satz der Gebührenordnung ein. Damit stehen sie in Konkurrenz zu den Kassenpatientinnen und –patienten. Die Entscheidung bei dieser Konkurrenz fällt offensichtlich leicht: Lieber schnell dem Privatversicherten einen Termin geben, bevor er zur Konkurrenz geht. Der gesetzlich Versicherte bringt nicht soviel ein.
Privatversicherungen können trotz erhöhter Zahlungen an die Versorger relativ niedrige Beitragssätze erheben, weil sie kaum einen Beitrag zum Solidarsystem leisten. Eine, in der Regel, gut situierte und damit eher gesunde Personengruppe sichert Risiken nur untereinander ab. Geringe Einkommen, Hartz VI-Empfängerinnen und Empfänger, kleine Rentner fehlen und damit auch die damit verbundenen Einnahmeausfälle der gesetzlichen Versicherungen.

Was ist dagegen zu tun?
Nach der Auffassung der Fraktion DIE LINKE kann die Lösung nur darin liegen endlich alle Menschen und alle Einkommen prozentual gleichermaßen in das Solidarsystem einzubinden. Mit der Schaffung einer Bürgerinnen und Bürgerversicherung und der Abschaffung der privaten Krankenversicherungen ist das Problem der Ungleichbehandlung von gesetzlich und privat versicherten Menschen sofort gelöst. Zudem ist die Finanzierung des Gesundheitssystems auf eine breitere Basis gestellt. Endlich sind tatsächlich alle Personen mit den Kranken solidarisch und nicht nur diejenigen, die ihr Einkommen mit Erwerbsarbeit erzielen oder erzielt haben. Damit ist ein Gesundheitssystem finanzierbar, dass auf die unsozialen Zuzahlungen wie Quartalsgebühren oder Rezeptgebühren verzichten kann und dennoch mit einem Beitragssatz von ca. 10% auskommt.
Dann könnte man Kassenärzte auch verpflichten ausschließlich für die Versorgung von Kassenpatientinnen und –patienten und für Kassenleistungen zur Verfügung zu stehen, um eine Bevorzugung von Selbstzahlern bei Kassenärzten zu verhindern.
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Gesundheit
10.10.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Runge,

in Ihrer Antwort an Herrn Selbwitz (zum Thema Privatpatienten / Kassenpatienten) haben Sie geschrieben, dass man bei einer Einheitsversicherung für alle mit einem Beitragssatz von 10% auskommen könnte. Mich würde interessieren, wie Sie zu dieser Zahl kommen.

Nach meinen Informationen finanzieren die Gesetzlichen Krankenkassen das Gesundheitswesen z.Zt. mit ca. 150 Mrd. € pro Jahr, für Privatpatienten werden ca. 70 Mrd. € aufgewandt (durch Privatversicherungen, staatliche Beihilfen für Beamte und Selbstzahlerleistungen). Von den ca. 82 Mio. Menschen in Deutschland sind ca. 10 Mio. privat versichert, der Rest gesetzlich.
Gesetzlich Versicherte zahlen z.Zt. durchschnittlich knapp 15% vom Bruttoeinkommen. Eine Absenkung des Beitragssatzes auf 10% für die bisher schon gesetzlich Versicherten würde eine Finanzierungslücke von ca. 50 Mrd. € reißen, die dann zusätzlich zu den bisherigen 70 Mrd. € von den bisher privat Versicherten und sonstigen Menschen mit Zinseinkommen aufzubringen wären, zusammen also 120 Mrd. €. Halten Sie das wirklich für realistisch oder gar gerecht? Oder wollen Sie bei den Gesundheitsausgaben so heftig sparen, dass Krankenschwestern, Ärzte und Arzthelferinnen arbeitslos werden?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Martina Bunge
5Empfehlungen
24.10.2008
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Die solidarische Bürgerinnen- und Bürgerversicherung soll keine Sparversion einer Krankenversicherung sein. Im Gegenteil durch sie sollen nicht nur die Beiträge deutlich sinken, sondern auch die Leistungen verbessert, Zuzahlungen und Praxisgebühren zurückgenommen werden.
Sie wird damit nicht billiger als die bisherige Krankenversicherung, auch wenn ich denke, dass es einige Einspamöglichkeiten gibt, die nicht zu Lasten einer guten Versorgung gehen, wie beispielsweise eine Positivliste bei den Arzneimitteln, um endlich den uferlosen Ausgabensteigerungen bei Arzneimitteln Herr zu werden.
Die notwendigen Gelder für eine umfassende Versorgung sollen durch die Verbreiterung der Einnahmen erzielt werden.
Beispielsweise werden derzeit zur gesetzlichen Krankenversicherung nur die Lohneinkommen herangezogen. Bei der Bürgerinnen- und Bürgerversicherung würden alle Einkommen herangezogen, auch die Mieteinnahmen, Kapitaleinnahemen etc. Damit würden alle bisher privat versicherten Bürger in die gesetzliche Krankenkasse einbezogen. Zudem gibt es bisher eine Beitragsbemessungsgrenze, die dafür sorgt, dass sich der Versicherungsbeitrag bei Einkommen über 3600 € nicht mehr weiter erhöht. Damit zahlt ein Versicherter, der 7200 € verdient prozentual nur noch die Hälfte an Krankenversicherungsbeiträgen, wie jemand der 3600 € verdient. Dies müsste nach unseren Vorstellungen geändert werden. Weiterhin ist es bislang auch so, dass für ALG II Bezieher nur ein Beirag von 118 € entrichtet wird. Dieser müsste auf den Durchschnitt der Beiträge aller angehoben werden.

Ihre Einschätzungen zu den Privatpatienten kann ich nicht teilen. Meines Erachtens liegen die Versicherungsausgaben bei 17,5 Milliarden Euro (Michael Simon, Das Gesundheitssystem in Deutschland, 2008). Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass die privaten Krankenversicherungen mehr für die Versorgung bezahlen, als die gesetzlichen Versicherungen. Beispielsweise zahlen sie den 2,3 fachen Satz der Gebührenordnung. Die Ausgaben würden entsprechend sinken, wenn auch für diese Versicherten der Kassensatz bezahlt würde.

Zusammengenommen ist die Lücke also nicht so groß, wie von Ihnen beschrieben, auf der anderen Seite soll mit der Bürgerinnen und Bürgerversicherung die Einnahmeseite gestärkt werden und damit ein deutlich niedrigerer Beitragssatz möglich werden.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bunge
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Diätenerhöhung
12.10.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Bunge,

nach der letzten Erhöhung der Abgeordnetendiäten hat Ihre Fraktion versprochen, sämtliche Mehreinnahmen an gemeinnützige Organisationen zu spenden. Tun Sie das immer noch? Haben Sie vor, das ewig weiter zu machen oder haben Sie sich eine Frist gesetzt? Setzen Sie sich für eine Senkung der Diäten ein oder wollen Sie, dass die Regelung nun bleibt, wie sie ist?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Martina Bunge
9Empfehlungen
12.11.2008
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Meine Fraktion DIE LINKE hat die Diätenerhöhungen abgelehnt, aber die Mehrheit der Abgeordneten hat dieser zugestimmt. Da meine Fraktion sich nicht gegen die Mehrheit der Abgeordneten durchsetzen kann, haben wir uns verständigt, die Erhöhungen zu spenden. Dies tun alle Abgeordneten weiterhin. Auf meiner Internetseite martina-bunge.de finden sie auf der linken Seite einen Link zur Dokumentation der Spenden. Hier können Sie nachlesen, wofür das Geld verwendet wurde.
Wie lange die Diätenerhöhungen für gute Zwecke gespendet werden, kann ich Ihnen nicht beantworten, da ich für die nächste Legislaturperiode keine sichere Vorhersage treffen kann. Das Vorgehen muss dann neu in der Fraktion entschieden werden.

Meine Fraktion hat sich vor allem deswegen gegen eine Erhöhung der Diäten ausgesprochen, weil große Teile der Bevölkerung keinen Zuwachs an Einkommen erzielt haben. Es ist schon schizophren, wenn bestimmte Politiker/innen auf der einen Seite moderate Lohnabschlüsse fordern oder sich gegen einen Mindestlohn aussprechen, weil der die Wirtschaft gefährde und gleichzeitig für sich selbst sorgen und ihre Diäten erhöhen. Gegen dieses Vorgehen wird sich meine Fraktion auch weiterhin einsetzen, denn Politiker/innen besitzen auch eine Vorbildfunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Martina Bunge
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Martina Bunge
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.