Dr. Martina Bunge (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Martina Bunge
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Facharbeiterin (Eisenbahn), Diplom Lehrerin, Dr. oec., Dr. sc.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Wismar - Nordwestmecklenburg - Parchim
Landeslistenplatz
2, Mecklenburg-Vorpommern
weitere Profile
(...) Ich habe wissentlich an keiner Veranstaltung der Tabaklobby teilgenommen und lehne dies grundsätzlich ab.
Ich setze mich intensiv für den Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Passivrauch und für die Tabakprävention ein. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Martina Bunge
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
15.07.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Bunge,

mit Ihrer Antwort haben Sie mir sehr geholfen, allerdings sind dadurch meine Ängste und Nöte nicht kleiner geworden. Vor allem unter Berücksichtung dessen, wie die derzeitige Bundesregierung mit der BSE/vCJK-Problematik umgeht.

Eine Vorgehensweise, die eher an "Russisches Roulette" erinnert, als an seriöse Verbraucherschutzpolitik.

Dabei sollte man nicht zuletzt auf Grundlage aktueller BSE/vCJK-News mehr als gewarnt sein!

"Prionen überleben" ( www.n-tv.de )

Solche Prionen, die beim Menschen die Creutzfeldt-Jacob-Krankheit hervorrufen können, überstehen die herkömmlichen Reinigungsstufen unbeschadet und können weiterhin Krankheiten auslösen ...."


Umso unverständlicher ist es meiner Meinung nach deshalb, dass Minister Seehofer diese Frage www.abgeordnetenwatch.de

"Wie erklären Sie den möglicherweise gravierensten Unterschied aus dieser Studie, dass kontaminiertes OP-Besteck bereits beim Verdacht des Vorliegens einer vCJK-Erkrankung verbrannt werden muss, während man gleichzeitig die Reinigung und Desinfektion eines Rinderschlachtbetriebes nach einem positiven BSE-Fall mit einer Natriumhypochloritlösung aufgrund des Maßnahmenkatalogs Tierseuchenbekämpfung (Teil IX: BSE) als ausreichend erachtet?"

unbeantwortet lässt.

Zurückgehende BSE-Fallzahlen als Allheilmittel in Sachen BSE-Übertragungsrisiko darzustellen, wie aktuell von MdEP Weisgerber (CSU) www.abgeordnetenwatch.de
propagiert, zeigt, dass man wieder beim eingangs erwähnten Russischem Roulette angelangt ist.

Kontaminiert ist kontaminiert!

Welche Möglichkeiten, in dieser Angelegenheit, haben Sie bzw. Ihre Fraktion um entsprechend Druck auf die Bundesregierung auszuüben?

Denn zu 600 Toten plus X ( www.sueddeutsche.de ) sollte es eigentlich nicht kommen!


MfG
R.
Antwort von Dr. Martina Bunge
2Empfehlungen
04.08.2008
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihr Schreiben, die links und für Ihr Engagement in dieser Sache.

Wie ich Ihrem Schreiben entnehmen konnte, haben Sie sich bereits an die zuständigen Stellen gewendet. Bezogen auf die Desinfektion von Rinderschlachtbetrieben bin ich leider keine Fachfrau. Ich konnte nur in Erfahrung bringen, dass, im Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger des Friedrich Loeffler Instituts davon ausgegangen wird, dass die Natriumhypochloridlösung gut geeignet ist, zur Desinfektion von Schlachthäusern eingesetzt zu werden. Einen hundertprozentigen Nachweis gibt es dafür aber, bedingt durch die Art des Erregers nicht. Dies liegt aber am Erreger, nicht am Verfahren. Das Verbrennen von Schlachthäusern ist vielleicht auch nicht die beste Lösung. Auch diese dürfte eine 100% Vernichtung der Erreger nicht sicherstellen.

Des Weiteren denke ich auch, dass ein Sinken der Fallzahlen positiv zu bewerten ist und die Sicherheit für die Menschen erhöht. Ein gegenteiliger Trend wäre viel bedenklicher und würde deutlich mehr zum Handeln auffordern.

Zu Ihrem Hinweis auf das Überleben von Erregern im Abwasserreinigungsverfahren:

Es ist wichtig, so gut wie möglich, sicher zu stellen, dass diese Prionen das Abwasser erst gar nicht erreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bunge
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Frage zum Thema Gesundheit
15.07.2008
Von:
-

Sehr geehrte Frau Dr. Bunge,

ich las jetzt folgendes:

"Aktionsplan gegen Bewegungsmangel und Übergewicht

Ernährung und Landwirtschaft/Unterrichtung

Berlin: (hib/HLE) In Deutschland sind 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen zwischen 18 und 80 Jahren sowie 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder neigen zur Fettleibigkeit. Dabei nehme der Anteil der Übergewichtigen mit zunehmendem Alter sogar zu, schreibt die Bundesregierung in ihrem "Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten" (16/9914). Außerdem sei in allen Altersgruppen Bewegungsmangel festzustellen. 37 Prozent der Männer und 38 Prozent der Frauen würden keinen Sport treiben. Auch bei Kindern und Jugendlichen seien motorische Fähigkeiten heute geringer ausgeprägt als früher. "

Leider wird immer noch keine Breitenwirkung auf diesem Gebiet an der Basis erzielt. Denn wie kann es sein, dass nach unseren Internetrecherchen wir die erste und einzigste Selbsthilfegruppe Metabolisches Syndrom in Deutschland sind (siehe: www.gobsch.de ) ?
Wie Frau Dr. Bunge könnte man erreichen, dass in allen größeren Städten SHG Metabolisches Syndrom gegründet werden, um die Basisarbeit wesentlich zu verbessern ?

Viele Grüße


Ltr. der SHG Metabolisches Syndrom Halle(Saale)
Antwort von Dr. Martina Bunge
3Empfehlungen
04.08.2008
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich stimme Ihnen zu, dass es tatsächlich große Probleme bei Fehlernährung und Bewegungsmangel in Deutschland gibt, die Basis, also die Betroffenen zu erreichen und vor allem langfristige Erfolge bei der Prävention zu erzielen.

Aus diesem Grund hat meine Fraktion, die Fraktion DIE LINKE, einen Antrag in den Bundestag eingebracht, in dem ein Präventionsgesetz gefordert wird, das genau diesem Problem gerecht wird.

Um die Gesundheitsbedingungen der Menschen zu verbessern, müssen einerseits krank machende Rahmenbedingungen, wie soziale Benachteiligungen, vermindert werden und eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik eingeführt werden.Auf der anderen Seite müssen die Menschen in ihren Lebenswelten erreicht werden und in die Planung von gesundheitsförderlichen Bedingungen und Programmen einbezogen werden. Es muss vordringliches Ziel sein, dass Menschen gar nicht erst krank werden oder mit hohen gesundheitlichen Risiken leben müssen.

Eine Breitenwirkung ist nur durch viel Unterstützung der Menschen in ihren Lebensbezügen möglich und nicht durch Kampagnen, bei denen im Gießkannenprinzip Informationen über alle ausgeschüttet werden, wie es der Nationale Aktionsplan der Bundesregierung vorsieht.

Bei bereits betroffenen Menschen spielen dann sicherlich Selbsthilfegruppen eine große Rolle. Die Bedingungen für die Schaffung von Gruppen, die ihre Situation verbessern wollen, Informationen und die Unterstützung durch eine Gruppe suchen, muss erleichtert werden. Meiner Fraktion, der Fraktion DIE LINKE, ist es aber wichtig, den Menschen Möglichkeiten zu eröffnen und nicht fertige Konzepte vorzulegen. Für einige Menschen mag es daher ein Anliegen sein, eine Selbsthilfegruppe zu gründen, für andere mag eine andere Lösung passender sein. Grundsätzlich ist es wichtig darauf zu achten, dass Selbsthilfegruppen unabhängig von Interessensgruppen, wie z.B. der pharmazeutischen Industrie sind.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bunge
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Frage zum Thema Finanzen
17.07.2008
Von:

Sehr verehrte Frau Dr. Bunge!
Wie ich aus verschiedenen Medien erfahren habe, hat unser Finanzminister aufgrund der sprudelnden Steuereinnahmen etliche Millionen Euro zusätzlich auf der Habenseite verbuchen können. Ein Teil dieser Steuereinnahmen, so wurde uns versichert, würde zum Abbau der Staatsverschuldung verwendet werden. Nun erfuhr ich jüngst, daß die Staatsverschuldung noch weiter gestiegen sei. Sollte sie doch im Interesse unser Nachfahren allmählich gesenkt werden.
Würden Sie wohl so freundlich sein und in Form einer kleinen Anfrage, oder ähnlich, vom Finanzministerium zu erfahren, wo die Millionen geblieben sind:
Für diese Mühewaltung danke ich Ihnen schon im voraus und hoffe, eine Antwort, egal ob negativ oder positiv, von Ihnen zu erhalten.
Inzwischen verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Martina Bunge
1Empfehlung
09.09.2008
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ein Haushalt besteht aus Ausgaben und Einnahmen. Tatsächlich sind die Finanzeinnahmen in den letzten Jahren sogar in Milliardenhöhe gestiegen. Allerdings die Ausgaben ebenso.
Die Frage ist vor allem, von wem und wie viel Geld eingenommen wird und wofür das Geld ausgegeben wird. Derzeit dient der (selbst geschaffene) klamme Haushalt zu immer weiteren Einsparungen im sozialen Bereich, im Gesundheitssektor und bei Beschäftigungsprogrammen, während auf der anderen Seite Spitzensteuersätze gesenkt werden, Unternehmensgewinne geringer besteuert werden und Vermögen nicht berücksichtigt wird.
Meine Fraktion, die Fraktion DIE LINKE, hat sowohl bezogen auf die Einnahmen als auch auf die Ausgaben andere Vorstellungen als die Bundesregierung und tut diese natürlich auch über Anfragen kund. Ein ausgeglichener Haushalt ist unserer Ansicht nach möglich, trotz angemessener Finanzierung in die Zukunft der Kinder und Jugendlichen, in das Gesundheitssystem und die angemessene Finanzierung von Sozialtransfers. Eine genauere Darstellung dazu finden Sie auf unserer Internetseite linksfraktion.de

Ich hoffe, ich habe Ihre Frage damit beantwortet

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bunge
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Frage zum Thema Gesundheit
07.08.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Bunge,

ich suche heute den Dialog mit Ihnen im Zusammenhang mit Ihrer fachlichen Kompetenz in der Gesundheitspolitik.
Der Nichtraucherschutz in Deutschland ist eine Katastrophe - viele Bundesländer denken nach dem Urteil aus Karsruhe eher über eine Lockerung, als endlich über eine vernünftige und gesunde Lösung nach. Diese könnte auch verfassungskonform lauten: Ein absolutes Rauchverbot in Kneipen, Diskotheken und Gaststätten! Auch die Raucherklubs die als einziges Ziel haben, Gesetze zu umgehen und die Gesundhet der Bevölkerung zu schädigen, halte ich für sehr problematisch.
Darf ich Sie höflichst um Ihre persönliche Meinung fragen und den Appell an Sie richten, endliche etwas für die Nichtraucher zu tun.
Besten Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Martina Bunge
2Empfehlungen
17.09.2008
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

ich muss Ihnen beipflichten - der Nichtraucherschutz in deutschen Gaststätten gleicht einem Flickenteppich. Leider hat die Bundesregierung ihre Verantwortung bereits Ende 2006 auf die Länder abgeschoben und somit in Kauf genommen, dass wir keine einheitlichen Regelungen bekommen. Aus meiner Sicht hätte die Bundesregierung den Nichtraucherschutz in der Gastronomie ganz einfach über eine Änderung der Arbeitsstättenverordnung bundeseinheitlich regeln können. Damit hätte sie auch keine Länderkompetenzen berührt.
Weiter ist es richtig, dass das Karlsruher Urteil besagt, dass auch Rauchverbote für Gaststätten ohne Ausnahmen möglich sind. Ich hielte dies für den besten Weg. So gäbe es keine Ungerechtigkeit zwischen kleinen und großen Gaststätten. Ich halte weitreichende Rauchverbote immer auch im Sinne der dort arbeitenden Personen für wichtig - sie können sich nämlich nur bedingt aussuchen, in welcher Kneipe sie ihrer Arbeit nachgehen.
Ich denke die gesundheitlichen Risiken des Rauchens und Passivrauchens stehen außer Frage. Für umfangreiche Informationen möchte ich auf die Seiten des "WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle" www.tabakkontrolle.de verweisen. Zudem können sie auf meiner Homepage www.martina-bunge.de zahlreiche Pressemitteilungen zum Thema finden. Dort können Sie nachlesen, dass ich mich seit langem für den Schutz vor Tabakrauch einsetze. Es sei jedoch hinzugefügt, dass ich als Oppositionspolitikerin in erster Linie aufrufen und mahnen kann, damit die Bundesregierung tätig wird bzw. die Verantwortlichen in den Ländern nun endlich gemeinsam handeln. Ein Boykott der Gesundheitsministerkonfernz wie am 05. September durch fast alle CDU-Gesundheitsminister ist für mich nicht nachvollziehbar.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bunge
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
18.08.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Bunge,

bezugnehmend auf den Spiegel-Bericht vom heutigen Tag ( www.spiegel.de ) möchte ich Sie als Vorsitzende des Gesundheitsausschußes fragen, ob und wie Sie auf die genannten und beteiligten Mitglieder ihres Gremiums einwirken werden, zur Aufklärung des Sachverhaltes beizutragen und - unter Vorraussetzung der ordnungsgemäßen Berichterstattung - notwendige Schritte einzuleiten, z.B. Rücktritt, um die gesellschaftliche Klasse der Politiker nicht noch weiter in Verruf zu bringen.

MfG,

R. J.
Antwort von Dr. Martina Bunge
bisher keineEmpfehlungen
15.09.2008
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

mein Amt als Vorsitzende des Gesundheitsausschusses umfasst nicht die Verantwortung für die einzelnen Mitglieder des Ausschusses. Es handelt sich um Abgeordnete, die für sich selbst verantwortlich handeln. Ebenso bin ich nicht Dienstherrin der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ausschussbüro.

An dem in Rede stehenden Teil der Reise habe ich nicht teilgenommen, aber als Ausschussvorsitzende nach den Medienberichten die gemachten Vorwürfe so weit wie möglich überprüft. Danach ist es meines Erachtens nicht gerechtfertigt, der Reise nichtparlamentarische Zwecke zu unterstellen. Diese Reise fand nach Genehmigung des Präsidenten gemäß Paragraph 17 des Abgeordnetengesetzes des Deutschen Bundestages und dessen Ausführungsbestimmungen statt.
Die Abgeordneten haben sich in diesem Reiseteil insbesondere über den Stand und das Herangehen an die Umweltmedizin, die Stammzellforschung und die integrierte Versorgung informiert, alles Gebiete der Gesundheitspolitik in der Bundesrepublik Deutschland, die das Aufnehmen von Erfahrungen auch anderer Länder gut vertragen können.
Die in den Medien erwähnten Nachfragen nach diversen Freizeitmöglichkeiten sind weder auf meine Veranlassung noch die anderer Abgeordneter erfolgt.

Ich distanziere mich grundsätzlich von rassistischem Vokabular.
Hinsichtlich der Vorwürfe gegenüber dem Ausschusssekretär zur Organisation
und zum Verhalten bei der Reise ist von der Bundestagsverwaltung bereits eine disziplinarrechtliche Ermittlung eingeleitet worden.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bunge
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