Dr. Martina Bunge (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Dr. Martina Bunge
Geburtstag
18.05.1951
Berufliche Qualifikation
Sozialwissenschaftlerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Rostock
Wahlkreis
Wismar - Nordwestmecklenburg - Parchim
Ergebnis
30,1%
Landeslistenplatz
2, Mecklenburg-Vorpommern
weitere Profile
(...) Das von Ihnen genannte gefährliche Kältemittel 1234yf der Herstellerfirmen Honeywell und Dupont wird von meiner Fraktion DIE LINKE absolut abgelehnt.
Das Gefährdungspotential ist zweifellos vorhanden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
18.04.2013
Finanzhilfen für Zypern (ESM)
NEIN
18.04.2013
Frauenquote in Aufsichtsräten
JA
01.03.2013
Leistungsschutzrecht
NEIN
28.02.2013
Mali-Einsatz (internationale Unterstützungsmission)
NEIN
28.02.2013
Mali-Einsatz (militärische Ausbildungsmission)
NEIN
28.02.2013
Privatisierung der Wasserversorgung verhindern (Grünen-Antrag)
JA
28.02.2013
Privatisierung der Wasserversorgung verhindern (Linken-Antrag)
JA
31.01.2013
Verlängerung Afghanistan-Einsatz (ISAF)
NEIN
14.12.2012
Patriot-Einsatz in der Türkei
NEIN
13.12.2012
Mietrechtsreform
NEIN
12.12.2012
Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen
JA
30.11.2012
Finanzhilfe für Griechenland
NEIN
09.11.2012
Einführung eines Betreuungsgeldes
NEIN
08.11.2012
Offenlegung von Nebeneinkünften auf Euro und Cent
JA
08.11.2012
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Südsudan (UNMISS)
NEIN
08.11.2012
Verlängerung des Darfur-Einsatzes (UNAMID)
NEIN
19.07.2012
Bankenhilfe für Spanien (EFSF)
NEIN
29.06.2012
Dauerhafter Euro-Rettungsschirm ESM
NEIN
29.06.2012
Fiskalpakt
NEIN
29.06.2012
Neuausrichtung der Pflegeversicherung
NEIN
28.06.2012
Fortsetzung des Libanon-Einsatzes
NEIN
28.06.2012
Recht auf Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare
JA
14.06.2012
Nachtragshaushalt 2012
NEIN
25.05.2012
Verlängerung Kosovo-Einsatz (KFOR)
NEIN
24.05.2012
Verbesserter Rechtsschutz in Wahlsachen (Art. 93 GG)
enthalten
10.05.2012
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes gegen Piraterie (Atalanta)
NEIN
29.03.2012
Abbau der kalten Progression
NEIN
29.03.2012
Kürzungen der Solarförderungen
NEIN
29.03.2012
Pläne für ein Betreuungsgeld aufgeben
JA
27.02.2012
Zweites Rettungspaket für Griechenland
NEIN
26.01.2012
Verlängerung Afghanistan-Einsatz (ISAF)
NEIN
01.12.2011
Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes im Mittelmeer (OAE)
NEIN
01.12.2011
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes gegen Piraterie (Atalanta)
NEIN
26.10.2011
Ausweitung des Euro-Rettungsschirms (EFSF)
NEIN
29.09.2011
Euro-Stabilisierungsfonds EFSF
NEIN
29.09.2011
Reform des Bundestagswahlrechts
NEIN
29.09.2011
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Südsudan (UNMISS)
NEIN
08.07.2011
Deutsche Beteiligung an UN-Aufbaumission in Südsudan
NEIN
08.07.2011
Keine Panzer an Saudi-Arabien verkaufen
JA
08.07.2011
Verlängerung des Darfur-Einsatzes
NEIN
07.07.2011
Abschiebestopp für syrische Flüchtlinge
enthalten
07.07.2011
Eingeschränkte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik
JA
07.07.2011
Unterirdische Speicherung von CO2
NEIN
30.06.2011
Atomausstieg bis 2022
NEIN
09.06.2011
Verlängerung des Libanon-Einsatzes (UNIFIL)
NEIN
09.06.2011
Verlängerung Kosovo-Einsatz (KFOR)
NEIN
26.05.2011
Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetz
nicht beteiligt
25.03.2011
AWACS-Einsatz in Afghanistan
NEIN
17.03.2011
Sofortige Abschaltung von Alt-AKW
JA
17.03.2011
Unverzügliche Abschaltung aller deutschen AKW
JA
17.03.2011
Vorübergehende Aussetzung von AKW-Laufzeiten (Moratorium)
NEIN
28.01.2011
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
NEIN
03.12.2010
Anpassung und Veränderung von Hartz IV
NEIN
03.12.2010
Vorläufiger Bau- und Vergabestopp bei Stuttgart 21
JA
02.12.2010
Kampf gegen Piraten (ATALANTA)
NEIN
02.12.2010
Verlängerung Bosnien-Einsatz (ALTHEA)
NEIN
02.12.2010
Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes im Mittelmeer (OAE)
NEIN
26.11.2010
Haushalt 2011
NEIN
12.11.2010
Einführung bundesweiter Volksentscheide
JA
12.11.2010
Gesundheitsreform
NEIN
11.11.2010
Neuordnung am Arzneimittelmarkt
NEIN
28.10.2010
Abschöpfung von Zusatzgewinnen aus AKW-Laufzeitverlängerung
NEIN
28.10.2010
Brennelementesteuer
NEIN
28.10.2010
Sparpaket (Haushaltsbegleitgesetz)
NEIN
28.10.2010
Verlängerung von AKW-Laufzeiten
NEIN
18.06.2010
Reduzierung der Wehrpflicht
NEIN
17.06.2010
Bundeswehr ohne Wehrpflicht
JA
17.06.2010
Reform der Jobcenter
NEIN
17.06.2010
Verlängerung des Darfur-Einsatzes (UNAMID)
NEIN
17.06.2010
Verlängerung des Libanon-Einsatzes (UNFIL)
NEIN
17.06.2010
Verlängerung des Sudan-Einsatzes (UNMIS)
enthalten
10.06.2010
Austritt aus der Kernfusion (ITER)
JA
10.06.2010
Verlängerung Kosovo-Einsatz (KFOR)
NEIN
21.05.2010
Euro-Rettungsschirm
NEIN
07.05.2010
Notkredit für Griechenland
nicht beteiligt
06.05.2010
Mindestsicherung statt Hartz IV
JA
06.05.2010
Schnellere Absenkung der Einspeisevergütung im EEG
NEIN
22.04.2010
Beibehaltung der Steuerfreiheit bei Feiertags- und Nachtarbeit
JA
25.03.2010
Abschaffung der reduzierten Mehrwertsteuer für Hotels
JA
19.03.2010
Bundeshaushalt 2010
NEIN
26.02.2010
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
NEIN
18.12.2009
Bundeswehreinsatz in Bosnien Herzegowina
NEIN
18.12.2009
Kampf gegen Piraten (ATALANTA)
NEIN
04.12.2009
Verzicht auf Mehrwertsteuersenkung für das Hotelgewerbe
enthalten
04.12.2009
Wachstumsbeschleunigungsgesetz
NEIN
03.12.2009
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
NEIN
03.12.2009
Verlängerung des Anti-Terror-Kampfes (OEF)
NEIN
03.12.2009
Verlängerung Libanon-Einsatz (UNFIL)
NEIN
Fragen an Dr. Martina Bunge
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.02.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Bunge,

Für mich ist die Grenze überschritten, wenn die Anfragenden rechtsextremistisches Gedankengut vertreten. Ich bin empört, dass Sie mich unterschwellig als Rechtsextremen bezeichnen. Wie können Sie mich als Rechtsextremer einstufen? Warum müssen kommunistische Denkende immer gleich die Faschisten keule auspacken? Ich als Demokrat möchte von Ihnen nur wissen warum Sie an solchen Veranstaltungen teilnehmen, obwohl Sie wissen müssten dass dort ewig gestrige die Errungenschaften der DDR nachweinen.

Ich bitte Sie noch mal als Demokrat meine Frage zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Dr. Martina Bunge
bisher keineEmpfehlungen
18.02.2013
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

es war nicht meine Absicht, Sie als rechtsextrem zu bezeichnen. Meine Antwort lautete:

"ich komme meiner Informationspflicht als Abgeordnete allen Betroffenen oder Verbänden gegenüber nach, die Auskunft über das Geschehen im Bundestag oder zu Renten bzw. Gesundheits- und Pflegepolitik wünschen. Für mich ist die Grenze überschritten, wenn die Anfragenden rechtsextremistisches Gedankengut vertreten."

Mit die "Anfragenden" sind Organisationen, Gruppen oder Verbände gemeint, die mich bitten, zu Fragen Vorträge zu halten oder mich anderweitig zur Renten- oder Gesundheitspolitik zu äußern. Dies war nicht auf Sie, sondern auf Ihre Frage bezogen. Ich stimme aber zu, dass die Antwort auch in anderem Sinn gedeutet werden kann, wenn man beide Sätze isoliert betrachtet.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bunge
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Frage zum Thema Soziales
18.04.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Bunge,

vielleicht können Sie mit erklären, wie die Rentenerhöhungen von 0,25% West und 3, 29% Ost zustande kommen. Für die 17 Millionen Westrentner ist dieses Ergebnis faktisch eine Rentenkürzung und nicht nachvollziehbar. Die Lebenshaltungskosten sind im letzten und in diesem Jahr um ca. 2% gestiegen!!! Für einen Westrentner, der 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, ist dieses Ergebnis eine Verhöhnung. Wenn es darum geht die Abgeordneten Diäten zu erhöhen (z.B. zuletzt in Bayern) ist man sich in den Parteien unisono einig. Die 17 Millionen Westrentner werden sich genau überlegen, wen sie bei der nächsten Wahl ihre Stimme geben.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Martina Bunge
bisher keineEmpfehlungen
06.05.2013
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

dieser beachtliche Ost-West-Unterschied bei der bevorstehenden Rentenanpassung ist tatsächlich erklärungsbedürftig, und die 0,25 Prozent Erhöhung sind für die Rentnerinnen und Rentner im Westen tatsächlich eine Zumutung.
Der Vorgang zeigt nicht zuletzt, wie kompliziert das Rentenrecht ist. Oder genauer, wie kompliziert es durch die zahlreichen Eingriffe seitens verschiedener Bundesregierungen vor allem in den vergangenen Jahren geworden ist. Und nicht nur kompliziert, sondern auch negativ mit seinen Auswirkungen auf die Versicherten.
Da war einmal die Einführung der "Riester-Rente" samt "Riester-Faktor" durch Rot-Grün. Diese Privatversicherung sollte die Absenkung des Rentenniveaus auffangen. Dass dies nicht funktionieren wird, war voraussehbar, denn gerade diejenigen, die darauf angewiesen sind, haben oft gar nicht das Geld für eine zusätzliche Versicherung. Die teuren Verwaltungskosten, die miesen Renditen und die mangelnde Dynamisierung der Leistungen machen Riester-Sparen nicht viel besser, als das Geld in den Sparstrumpf zu stecken.
Wie jetzt eine vielbeachtete Studie des Renten-Experten Dr. Johannes Steffen aufdeckte, war der Riester-Faktor zudem seinerzeit auch noch viel zu hoch angesetzt worden. Durch diesen Faktor ist die Rente heute um fünf Prozent niedriger als sie es ohne diesen Faktor wäre. Denn viel zu wenige Beschäftigte haben tatsächlich einen Riester-Vertrag abgeschlossen, und sie zahlen zudem statt der kalkulierten vier Prozent nur ein Prozent ihres Bruttoverdienstes dafür ein.
Zusätzlich beschnitten wurde die Rentenformel mit dem "Nachhaltigkeitsfaktor", ebenfalls von SPD und Grünen eingeführt. Er berücksichtigt das Verhältnis zwischen Rentnern und Beitragszahlern. Die heutigen Rentnerinnen und Rentner werden quasi dafür bestraft, dass die Menschen immer älter werden und dass weniger Kinder geboren werden.
Beide Faktoren dämpfen die Rentensteigerung in diesem Jahr, und zwar gleichermaßen in Ost und West: der Riester-Faktor mit 0,26 Prozent und der Nachhaltigkeitsfaktor mit 0,72 Prozent.
Der Ost-West-Unterschied kommt vor allem über die sogenannte Lohnkomponente. Das heißt aber nicht unbedingt über besonders hohe Lohnsteigerungen im Osten, wie man jetzt häufig lesen konnte:
Erstens zeigte die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze im Osten Wirkung. Diese wurde 2011 um 1.800 Euro erhöht (aufs Jahr bezogen). Allein daraus ergibt sich ohne jede Lohnerhöhung eine höhere beitragspflichtige Entgeltsumme. Diese ist die Grundlage für die Berechnung der Rentenanpassung. Im Westen dagegen blieb die Beitragsbemessungsgrenze konstant.
Zweitens machte sich für die Rentenanpassung im Westen noch die während der Krise massenhaft angewandte Kurzarbeit bemerkbar. Diese hatte eine dämpfende Wirkung auf die Rentenerhöhung West (im Ergebnis einer komplizierten Berücksichtigung der Aufstockungsbeiträge der Bundesagentur für Arbeit bei der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung).
Hinzu kommt der sogenannte "Nachholfaktor" für in der Vergangenheit unterbliebene Rentenkürzungen. "Nichts ist umsonst", heißt es. Und so müssen die Älteren zurückzahlen, was ihnen nach Meinung der Bundesregierung eigentlich nicht zustand. Da im Osten der Ausgleichsbedarf bereits im vergangenen Jahr vollständig abgebaut war, kommt er in diesem Jahr nur noch im Westen zum Tragen- nämlich mit der Halbierung der Erhöhung.
Im nächsten Jahr, so ließ die Bundesregierung schon wissen, soll es auch im Westen eine deutlich höhere Rentenanhebung geben.

Das war eine lange Erklärung, die eigentlich viel zu kurz ist für diesen ebenso komplizierten wie unerfreulichen Tatbestand.

Nun werden Sie noch wissen wollen, wie ich, wie Die Linke, dazu steht.
Wir wollen einen Kurswechsel in der Rentenpolitik: Die gesetzliche Rente muss wieder zum Zentrum der Alterssicherungspolitik werden und den Lebensstandard im Alter sichern. Menschen, die lange Jahre Beiträge gezahlt haben, müssen wieder Renten erhalten, die einen deutlichen Abstand zur Grundsicherung aufweisen. Die Rente muss wieder der Lohnentwicklung folgen.
Dazu müssen sämtliche Kürzungsfaktoren (wie oben kurz beschrieben) aus der Rentenanpassungsformel gestrichen werden Außerdem ist es nötig, prekäre Beschäftigung, schlechte Löhne und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Denn aus guter Arbeit und guten Löhnen ergibt sich auch eine gute Rente.
Die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre lehnen wir ab. Sie ist nichts außer einer weiteren Kürzung der Renten. Stattdessen wollen wir flexible Übergänge in die Rente vor dem 65. Lebensjahr ermöglichen.
Das alles ist finanzierbar, wenn die Arbeitgeber wieder paritätisch an den Kosten der Alterssicherung beteiligt und künftig alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Auch Selbständige, Beamte und Abgeordnete zum Beispiel sollen dort einzahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze wollen wir aufheben und die hohen Rentenansprüche abflachen.
Den Solidarausgleich wollen wir erweitern, damit Phasen der Erwerbslosigkeit, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder niedrigen Löhnen nicht in die Altersarmut führen.
Schließlich meinen wir, dass 23 Jahre nach der deutschen Einheit die Ostrenten endlich an das Westniveau angeglichen werden müssen.
Womit ich noch einmal an den Ausgangspunkt zurückgekommen bin: die Ost-West-Unterschiede bei der Rentenanpassung im Juli. Dabei kommen zwar die Ost-Rentnerinnen und -Rentner im Vergleich zu ihren Altersgefährten West gut weg. Aber nach wie vor klafft eine größere Lücke zwischen dem Rentenwert Ost und dem Rentenwert West. Für ein Jahr mit durchschnittlichem Verdienst gibt es ab Juli in Westdeutschland 28,14 Euro Rente, in Ostdeutschland hingegen nur 25,74 Euro. Über 45 Arbeitsjahre hinweg macht das 1.266,30 Euro im Westen und 1.158,30 Euro im Osten. Nach Adam Ries ein Unterschied von 108 Euro!
Angesichts dessen bleiben wir bei unserer Forderung "Gleiche Rente für gleiche Lebensleistung". Dies soll aber keineswegs in Konfrontation zu der älteren Generation in Westdeutschland erfolgen. Ich finde es sehr bedauerlich, wenn die bevorstehende Rentenanpassung (weiter) dazu genutzt wird, einen Keil zwischen Ost und West zu treiben.
Dazu zählen auch die Versuche, mit den durchschnittlich in Ost und West gezahlten Rentenbeträgen Stimmung zu machen. Bei der Veröffentlichung entsprechender Statistiken wird selten gesagt, dass die höheren Durchschnittszahlungen im Osten nicht allein aus längerer Erwerbszeit resultieren. Das ist nur ein Teil der Wahrheit (und von abnehmender Bedeutung, weil viele Menschen in Ostdeutschland seit 1990 durch Arbeitslosigkeit häufig große Lücken in ihrer Erwerbsbiografie haben). Hinzu kommt vor allem: Mit der Rentenüberleitung sind sämtliche Berufsgruppen der DDR in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen worden - ob Köchin, Schlosser, Lehrerin, Architekt oder Professorin, auch wenn manche eigentlich zusätzliche Anwartschaften hatten. Folglich sind alle Menschen, auch die, die etwas mehr verdient haben (allerdings nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze) einbezogen. Sie alle gehen in den Durchschnitt der Ostrenten ein und heben ihn an.
Diese Berufsgruppen mit höheren und im Westen wirklich hohen Einkommen sind aber in der Bundesrepublik zumeist gar nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert, sondern haben eigenständige Versorgungswerke. Und die Beamtinnen und Beamten mit ihrer Pension gehen ebenfalls nicht in die Statistik der Deutschen Rentenversicherung ein.
Außerdem ist der Fakt wichtig, dass für die meisten Älteren im Osten nach wie vor die Rente das einzige Alterseinkommen ist.

Abschließend noch eine Bemerkung zu den Abgeordnetendiäten, die Sie in Ihrer Mail angesprochen haben:
Die Linksfraktion hat, seit sie im Bundestag ist (2005), geschlossen alle Diätenerhöhungen abgelehnt. Ihre Abgeordneten, so auch ich, spenden den monatlichen Nettobetrag der zusätzlichen Diäten für einen guten Zweck.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und hoffe, dass es eines nicht so fernen Tages gelingt, eine auskömmliche, solidarische Rente für alle zu erreichen. In Ost und West.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Martina Bunge
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Frage zum Thema Gesundheit
23.04.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Bunge,

Herr Gysi hat mir mitgeteilt, das meine Anfrage an sie Weitergeleitet wurde.
Ich wiederhole deswegen meine Frage in Kurzform:

Wieso wird die Umweltmedizin nicht von den Krankenkassen getragen!
Umwelterkrankungen sind offensichtlich auf dem Vormarsch, selbst ganze Behörden werden Umweltopfer:
www.berliner-zeitung.de

Wieso übernimmt keiner Verantwortung, zum Beispiel nach einem Arbeitsunfall mit Tonerstaub!
Alle ducken sich, die Berufsgenossenschaft, die Krankenkassen, das Versorgungsamt, die DRV, sowie der Arbeitgeber sehen sich nicht in der Verantwortung!

Die fehlende zielgerichtete medizinische Unterstützung führte zu einem Leben welches gezeichnet ist durch Qualen und Schmerzen.

Da auch das Job Center meine Aufwendungen für Medikamente nicht ansatzweise würdigt, bin ich de facto zum Tod verurteilt, wenn ich in Q3 Kunde des Job Centers werde, da die DRV meine Leiden nicht anerkannt, obwohl mir das Arbeitsamt längst eine nicht mehr vorhandene Erwerbsfähigkeit bescheinigt hat.

Ich bin schutzlos dieser systematischen Verweigerung der Hilfeleistung ausgeliefert, und versuche nun mit einer Online Petition aufzuzeigen, dass ich kein Einzelfall bin, und versuche im Namen aller Umwelterkrankten einen Ausweg zu finden.

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
26.04.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Bunge,

durch meine Anfrage vom 26.01.2013 und Ihre Antwort vom 25.04.2013 sind wir zu einer sehr interessanten Stelle des Rentenproblems gekommen. Sie sagen, es ist vollkommen klar, mit dem §256a (3a) sind die westberliner Eisenbahner gemeint, die in Westberlin gelebt und "gleichzeitig" für eine DDR-Firma gearbeitet und Beiträge zur DDR-Rente gezahlt haben. Recht haben Sie, aber Sie brauchen dazu das Wort "gleichzeitig", das im Gesetzestext nicht vorkommt. Übersiedler aus der DDR haben auch vor dem 1. Juli 1990 im Westen gewohnt und auch Beiträge in der DDR gezahlt. Das Wort "gleichzeitig" hat also eine enorme Bedeutung, es kommt nur im Gesetzestext nicht vor. Der Gesetzgeber wird sich etwas dabei gedacht haben. Und wenn er sich nichts dabei gedacht hat, dann handelt es sich um eine ganz triviale Gesetzeslücke, die ausgenutzt werden kann, solange sie besteht. Wir müssen uns auf den wörtlichen Text von Gesetzen verlassen können. Das Thema meiner Anfrage an Sie war nicht "Soziales", sondern "Demokratie und Bürgerrechte".
In Ihren weiteren Ausführungen gehen Sie davon aus, dass alle das Gesetz zu unserer Enteignung kennen. Ich kenne das Gesetz nicht, was auch an meiner Begriffsstutzigkeit liegen kann. Aber Sie finden in der gesamten sozialrechtlichen Literatur seit 1990 nichts, das ein Gesetz dieser Wirkung beschreibt. Können Sie sich ein "Gesetz" vorstellen, das 300000 Menschen enteignet, das Grundgesetz verletzt und das keiner kennt?
Es gilt der gesetzesnormative Staatsvertrag vom 18.05.1990, der für die Bürger der DDR eine neue Eingliederung in das bundesdeutsche Rentensystem vorschreibt. Die bereits im Westen lebenden sind nicht betroffen, die sind eingegliedert. Lesen Sie Artikel 20 (7), klarer geht es nicht.
Wie soll der von Ihnen favorisierte gesetzliche Weg aussehen?Sollten wir nicht besser die bestehenden Gesetze einhalten und nachforschen, wer diese so brutal verletzt hat?
Danke für Ihre Mühe!

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Martina Bunge
11Empfehlungen
06.05.2013
Dr. Martina Bunge
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre erneute Frage. Auch und gerade wenn es um die Beseitigung einer Ungerechtigkeit geht, ist den Tatsachen ins Auge blicken. Und dazu gehört leider, dass der Bezug auf den §256a (3a), der für die Westberliner Eisenbahner gilt, m. E nicht gegeben ist. Da ich keine Juristin bin, habe ich eine solche zu Rate gezogen. Sie hat mir bestätigt, dass das "und" in Gesetzestexten eine Parallelität zweier Sachverhalte (man kann auch sagen eine Gleichzeitigkeit) beschreibt.
Im Internet gibt es den Beck´schen Online-Kommentar. Er enthält auch Kommentierungen zum SGB VI und speziell auch zum §256a:
beck-online.beck.de
Dort heißt es u. a.: "Für Zeiten vor dem 1.7.1990 regelt Abs 3a die Ermittlung von Entgeltpunkten für Versicherte, die Beiträge zur Sozialversicherung der DDR zahlten und gleichzeitig ihren Wohnsitz im alten Bundesgebiet hatten (Rn 10)."
Sie sehen, hier taucht das Wörtchen gleichzeitig eigens auf, um den Sachverhalt zu beschreiben.
Mir scheint, dass aus diesem Paragrafen - so wünschenswert es wäre - keine Gesetzeslücke abzuleiten ist, und ich sehe daher eine Lösung nach wie vor nur in einer gesetzlichen Neuregelung, die Vertrauensschutz auch für nach 1936 geborene einstige DDR-Flüchtlinge bietet.
Sie fragen nach denjenigen, die das Dilemma um die Renten der Flüchtlinge zu verantworten haben. Da kann ich nur darauf verweisen, dass Anfang der 90er Jahre eine Koalition von Union und FDP unter Helmut Kohl das Land regiert hat.
Ich möchte Ihnen nochmals versichern, dass meine Fraktion, Die Linke, sich im Bundestag für eine schnelle Lösung zugunsten der Betroffenen einsetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Martina Bunge
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