Dr. Markus Söder (CSU)

Dr. Markus Söder
Jahrgang
1967
Berufliche Qualifikation
Juristisches Staatsexamen, Promotion, Volontariat beim Bayerischen Rundfunk, anschl. Fernsehredakteur beim BR
Ausgeübte Tätigkeit
Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, MdL
Wohnort
-
Stimmkreis
Nürnberg-West
Landeslistenplatz
3, Mittelfranken
(...) Ihre Anfrage zum Bienensterben habe ich – wie Sie bestimmt zur Kenntnis genommen haben – zwischenzeitlich beantwortet. Ich hoffe, damit Ihre Erwartungen an die Kommunikation zwischen Bürgern und Mandatsträgern erfüllt zu haben. Jedoch bitte ich Sie um Verständnis: Nicht alle Anfragen können sofort beantwortet werden, vor allem dann nicht, wenn es sich um komplexe Themen handelt. (...)
 
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
29.08.2008
Von:

Sehr geehrter Dr. Söder,

ich kann nicht verstehen, warum Sie die Ihnen gestellten Fragen nicht beantworten.
  • Gibt es dafür einen Grund?

  • Wenn ja - welchen?

Antwort von Dr. Markus Söder
8Empfehlungen
10.09.2008
Dr. Markus Söder
Sehr geehrte Frau ,

Selbstverständlich nehme ich die Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern aus meinem Wahlkreis, aus ganz Bayern und auch aus dem restlichen Bundesgebiet sehr ernst. Ihre Anfrage zum Bienensterben habe ich – wie Sie bestimmt zur Kenntnis genommen haben – zwischenzeitlich beantwortet. Ich hoffe, damit Ihre Erwartungen an die Kommunikation zwischen Bürgern und Mandatsträgern erfüllt zu haben. Jedoch bitte ich Sie um Verständnis: Nicht alle Anfragen können sofort beantwortet werden, vor allem dann nicht, wenn es sich um komplexe Themen handelt. Es liegt mir daran, umfassend und inhaltlich korrekt zu antworten - das ist sicherlich auch im Sinne all derer, die sich - wie Sie - für politische Zusammenhänge interessieren.

Ich danke Ihnen für Ihr Interesse am politischen Geschehen und verbleibe mit freundlichen Grüßen Ihr

Dr. Markus Söder
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Frage zum Thema Europa
29.08.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Söder,

wenn die CSU wieder die Wahl gewinnt und Sie möglicherweise wieder das Amt des Staatsministers für Europaangelegenheiten inne haben - wie wollen Sie das Thema Europa "bürgernäher" verkaufen.

Meiner Ansicht nach fehlt - nicht nur in Bayern - der kommunikative Keilriemen zwischen der Europa-, Bundes- und Landespolitik.

Meiner Meinung nach ist es dem Bürger egal, wo die Richtlinie über die Krümmung von Bananen oder Gurken herkommt. Er möchte klare, einfache Regeln die er versteht und ein wirtschaftliches Umfeld, dass ihm die Chancengleichheit mit Wettbewerbern aus anderen europäischen Ländern bietet.

Wie könnten Sie sich eine "bürgernähere Europapolitik" im Zusammenspiel mit der bayerischen Landespolitik vorstellen? Wo wären Ihre Schwerpunkte - welche Projekte im Zusammenhang mit der "Entbürokratisierung" der EU sprechen Sie bei Herrn Dr. Stoiber aus bayerischer Sicht an?

Über eine schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen.

Ihnen noch ein schönes Wochenende und einen spannenden Wahlkampf (Sie werde ich wahrscheinlich die nächsten 5 Wochen mindestens 5x auf der 2 Seite des Frankenreports mit Bild sehen - das macht Sie so bürgernah)

Mit "anständigen" Grüßen aus Mittelfranken
Antwort von Dr. Markus Söder
4Empfehlungen
10.09.2008
Dr. Markus Söder
Sehr geehrter Herr ,

in der Tat ist es eine schwierige Aufgabe, Europapolitik erfolgreich zu kommunizieren, da die Materie oft komplex und die Akteure in Brüssel meist nicht so bekannt sind wie die politisch Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene. Mit diesen Rahmenbedingungen schwindet zuweilen auch das Interesse der Medien an europapolitischen Vorgängen. Dennoch halte ich mir zugute, dass ich in einer Vielzahl von Veranstaltungen und Presseberichten die öffentliche Aufmerksamkeit auf europapolitische Themen gelenkt und sie im Kontext der Landespolitik anschaulich und bürgernah dargestellt habe.

Zwei Beispiele: Ich habe mich massiv für die Förderung der deutschen Sprache in Brüssel eingesetzt und damit für verbesserte Wettbewerbsbedingungen für die bayerische Wirtschaft – insbesondere für den Mittelstand – gekämpft, der beispielsweise bei EU-weiten Ausschreibungen wesentlich bessere Startchancen hat, wenn die Ausschreibung auch in deutscher Sprache vorliegt. Beim Thema C02-Emissionen von PKW habe ich mich erfolgreich für die Belange der bayerischen Autoindustrie eingesetzt, indem ich europaweit um Unterstützung für bayerische Positionen geworben und den einseitig die bayerischen Premiumhersteller belastenden Kommissionsvorschlag bekämpft habe. Dabei habe ich versucht, den Bürgerinnen und Bürgern zu veranschaulichen, wie stark europäische Vorgaben auf die Landespolitik und die heimische Wirtschaft einwirken und weshalb deshalb ein frühzeitiges und engagiertes Eintreten für bayerische Belange in Brüssel notwendig ist.

Es ist für mich das zentrale Ziel, durch frühzeitiges Eingreifen in die Brüsseler Gesetzgebungsprozesse der europäischen Politik einen bayerischen Stempel aufzudrücken und dies den Menschen klar und ohne technokratischen Jargon zu kommunizieren. Ich trete dafür ein, dass Brüssel tatsächlich nur noch die Dinge regelt, die einer Lösung auf europäischer Ebene bedürfen (z. B. die "großen", übergreifenden Themen wie Klimawandel oder der Außenpolitik) und sich nicht in Dinge einmischt, die eindeutig besser auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene zu regeln sind. Das ist meines Erachtens ein wichtiger Schritt hin zu einer wieder stärkeren Akzeptanz der EU durch die Bürgerinnen und Bürger.

Bezüglich der "Entbürokratisierung" hat die Bayerische Staatsregierung Vorschläge entwickelt, die wir auch Ministerpräsident a. D. Dr. Stoiber als Leiter der High Level Group zum Bürokratieabbau übermittelt haben. Insbesondere Vorschläge, die auf die Reduzierung von Statistikpflichten abzielen, kommen dabei den kleinen und mittleren Unternehmen zugute.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Dr. Markus Söder
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Frage zum Thema Verkehr, Infrastruktur und Stadtentwicklung
02.09.2008
Von:

Ich bin ausschließlicher Nutzer von ÖPNV und Fahrrad. Wie werden Sie zukünftig den städtischen und ländlichen Verkehr - abseits des Autos - optimieren? Mir ganz besonders wichtig: Radwegenetz, Verzahnung von Taktzeiten oder auch der Ausbau des P&R Systems. Um auch Bürgern ohne Auto eine größtmögliche Flexibilität im Alltag, auch auf dem Land, zu ermöglichen.

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Frage zum Thema Kultur und Medien
08.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Söder,

das von Dr. Beckstein geforderte totale Verbot von sogenannten "Killerspielen" kann ich nicht nachvollziehen. Nach meiner Meinung stellt ein solches Verbot einen deutlichen Eingriff in die Privatsphäre eines volljährigen Bürgers dar. Desweiteren kann ich mir nicht vorstellen das Spiele dieser Art nicht über das Internet verbreitet werden könnten. Wie stehen Sie zu diesem Thema? Für Ihre Zeit meine Frage zu beantworten möchte ich mich recht herzlich bedanken.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Markus Söder
5Empfehlungen
29.09.2008
Dr. Markus Söder
Sehr geehrter Herr ,

unter "Killerspielen" verstehen wir Produkte von abstoßender Brutalität und Grausamkeit, bei denen es darum geht, am Bildschirm grausame oder die Menschenwürde verletzende Gewalttätigkeiten zu begehen und die mit zunehmendem technischen Fortschritt immer realistischere Darstellungen enthalten. Der derzeitige Jugendschutz ist bei Computerspielen völlig unzureichend. Die von der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK) ausgesprochene Einschränkung "Keine Jugendfreigabe" bietet leider keine Gewähr dafür, dass Kinder von der Nutzung abgehalten werden. Es ist zunächst natürlich Sache der Eltern, sich darum zu kümmern, was ihre Kinder spielen. Jedoch darf hier die Politik nicht die Augen verschließen und tatenlos zusehen.

Erforderlich ist deshalb unseres Erachtens ein Bündel von Maßnahmen, die Bayern zur Umsetzung des Koalitionsvertrages bereits im Februar 2007 in den Bundesrat eingebracht hat:

  • Bei den Alterseinstufungen im Rahmen der Freigabeentscheidungen darf nicht mehr das Interesse der Spieleindustrie im Vordergrund stehen, sondern der Jugendschutz ohne Wenn und Aber.

  • Hinzukommen muss aber auch ein gesetzliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot menschenverachtender Killerspiele. Die Amokläufe von Erfurt bis Emsdetten haben gezeigt, dass sich die Hemmschwellen für die eigene Gewaltbereitschaft auch in der realen Welt verringern, wenn man über mehrere Stunden ständig in einer virtuellen Welt Gewalt ausübt.

Mit dem angestrebten Verbot will Bayern in keiner Weise das Spielen am Computer generell verbieten. Wir wissen, dass es zahlreiche intelligent gemachte Computerspiele gibt, die eine attraktive und herausfordernde Freizeitbeschäftigung darstellen. Verbote allein können sicher nicht alle Probleme lösen, die von menschenverachtenden Computerspielen ausgehen. Es ist aber ein unverzichtbares Mittel zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen.
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Frage zum Thema Gesundheit und Verbraucherschutz
16.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Söder,
mit großer Sorge mußte ich bei www.standortregister.de lesen, daß in Unterfranken mehrere Felder mit Genmais Mon810 geplant waren und auch einige angebaut wurden.

Wer hat das Kontrollrecht über diese sogenannten Großversuche??? Das Land, der Bund oder Europa??? Lt. Hörensagen haben Frankreich, Östereich, Rumänien... den Anbau dieser GMO-Organismen verboten. Können Sie das bestätigen?
Welche Bedingungen müssten erreicht sein, damit Bayern gentechnikfreie Zone bleiben könnte, bevor die Vermischung und Auskreuzung zu stark werden würde???

Ich bitte Sie, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten sich weiter für ein gentechnikfreies Bayern zu engagieren und dieses Signal auch parteiunabhängig an andere weiterzugeben.
mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Markus Söder
4Empfehlungen
23.09.2008
Dr. Markus Söder
Sehr geehrte Frau ,

Ihre Bedenken gegen die Grüne Gentechnik teile ich. Großversuche, wie Sie sie in Ihrem Brief erwähnen, finden in Bayern nicht statt. Es gibt allerdings zur Sicherheitsforschung und Wertprüfung einen Versuchsanbau der Bayer. Landesanstalt für Landwirtschaft von Mais mit dem Genkonstrukt MON 810 auf einer Fläche von 1,92 ha. Dieser neutrale und objektive staatliche Versuchsanbau ist meines Erachtens vertretbar, da es sich nur um eine relativ kleine Fläche handelt und so gewährleistet ist, dass Bayern sich bei der Gentechnik nicht auf Ergebnisse Dritter stützen muss, die möglicherweise wirtschaftliche Interessen verfolgen.

Die EU hat den Anbau zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen möglich gemacht. Die Staatsregierung kann sich nicht über geltendes EU-Recht hinwegsetzen. Ich werde mich aber auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass diese Rechtslage geändert wird: Bayern soll künftig selbst über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen entscheiden. Deshalb habe ich mich als bayerischer Europaminister bereits mit Mitgliedern der EU-Kommission und Vertretern anderer EU-Mitgliedstaaten in Verbindung gesetzt und sie um Unterstützung dieses Anliegens gebeten. Ferner werde ich mich im Ausschuss der Regionen, in dem die Regionen Europas auf EU-Ebene vertreten sind, für dieses Ziel stark machen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Markus Söder
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