Dr. Lale Akgün (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Dr. Lale Akgün
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Diplom-Psychologin, approbierte Psychotherapeutin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Köln II
Landeslistenplatz
28, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
(...) Ob bestimmte Vertreter muslimischer Verbände auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, messe ich nicht an den von Ihnen zitierten Koranversen, sondern wie ich bereits ausgeführt habe, an der Interpretation dieser Verse in der Praxis der Verbände. Um es ganz deutlich zu sagen: ich verurteile alle Äußerungen, die antidemokratischen, sexistischen, rassistischen oder gar antisemitischen Inhalt haben. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Lale Akgün
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Integration
09.02.2007
Von:

Inwieweit ist das Thema Integration für Türken überhaupt noch ein Thema? Meine Frage stelle ich vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Aufnahme der Türkei in die EU, welche den hier lebenden Türken de facto die gleichen Rechte wie einem deutschen Staatsbürger einräumt (mit Ausnahme des Wahlrechts) und ihn damit der Notwendigkeit enthebt, Deutscher werden zu müssen. Von hier lebenden Italienern, Spaniern, Griechen u.a. EU-Europäern ist auch nicht bekannt, daß sie sich um die deutsche Staatsbürgerschaft bemühen und Deutsche werden wollen. Warum sollen dann die Türken es wollen und sich auch noch assimilieren?

Außerdem ist mir bekannt, daß die hier lebenden Türken anstreben als eigenständige Volksgruppe - vergleichbar den Ostfriesen und den Sorben - anerkannt zu werden, u.a. mit der Folge, daß Türkisch neben deutsch, ostfriesisch und sorbisch als die 4. Amtssprache in Deutschland eingeführt wird. Angesichts der numerischen Relationen - es gibt mehr als 3 Mio Türken aber weniger als 500 Tausend Ostfriesen und Sorben - ein, wie ich anerkennen muß, durchaus legitimes Verlangen. Meine Frage: was sagen Sie dazu? Das beißt sich ja mit ihren Vorstellungen!

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen. Um eine Nachricht zu erhalten, sobald eine Antwort eintrifft, tragen Sie sich bitte über die untenstehende Benachrichtigen-Funktion ein.

Auf diese Antwort warten bisher 2 Interessierte
X
Beim Eintreffen einer Antwort benachrichtigen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.02.2007
Von:
de

Sehr geehrte Frau Dr. Akgün,

Seit ein paar Monaten schreibe ich an einer Facharbeit über das Thema: "bedingungsloses Grundeinkommen".In einem ihrer Kommentare haben sie geschrieben, dass sie diesem Konzept kritisch gegenüber stehen. Mich würde es jedoch interessieren, welche Aspekte sie befürworten bzw. für positiv halten. Oder haben sie vielleicht ein allternatives Konzept? Sie sie überhaupt der Meinung, dass ein solches Grundeinkomen überhaupt realisiebar ist oder ist das alles reine Utopie?

Mit freundlichen Grüßen

de
Antwort von Dr. Lale Akgün
2Empfehlungen
23.03.2007
Dr. Lale Akgün
Sehr geehrte Frau de ,

es gibt sicher gute Gründe, die für ein Modell des bedingungslosen Grundeinkommens sprechen. Wir wissen, dass wir offenbar über die Technologie, das Wissen, die Erfahrung verfügen, die es uns ermöglichen, den gesellschaftlichen Reichtum mit immer weniger Arbeitskraft zu reproduzieren. Eine Vollbeschäftigung wie in früheren Jahrzehnten wird es daher nicht mehr geben.

Auf der anderen Seite müssen wir uns jedoch darüber im Klaren sein, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen auch eine indirekte Lohnsubventionierung bedeuten kann und teilweise den Druck von Arbeitgebern nimmt, angemessen bezahlte Arbeitsplätze anzubieten. Ich begrüße es, dass Menschen wie Sie die notwendige Diskussion über eine zukunftsgerechte Gestaltung unseres Sozialstaates vorantreiben. Die Modelle eines Grundeinkommens (von denen es inzwischen ja bereits viele verschiedene gibt) sind dabei wichtige Bausteine und Anregungen. Ich halte sie nicht für reine Utopie, bin aber davon überzeugt, dass die Umsetzung ein sehr langfristiger Prozess sein wird. Meine Skepsis beruht darauf, dass ich nicht möchte, dass die Frage "pro oder contra Grundeinkommen" zu einer Glaubensfrage gemacht wird, über die wir die unmittelbar notwendigen politischen Veränderungen vernachlässigen.

Die solidarische Finanzierung unseres Gesundheitswesens und der Altersversorgung, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen (Stichwort Mindestlöhne) und die Schaffung von mehr Chancengleichheit in unserem Bildungssystem haben für mich daher zur Zeit absolute Priorität.
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Familie
06.03.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Akgün,

wie wollen Sie erreichen, dass die Diskussion um die Krippenplätze nicht wieder dieser Parteiprofilierungssucht der grossen Parteien zum Opfer fällt, wie die Gesundheitsreform, für die sich alle schämen sollten? Das Problem wird von allen erkannt. Nur der Profilierungswahn der Parteien führt wieder dazu, dass nun wieder endlos über den Finanzierungsweg gestritten wird. Einmal konsequent parteiübergreifend eine Lösung erreichen, ohne diese zermürbenden und unsinnigen Debatten!!! Meine Politikverdrossenheit rührt genau von da her: Grosse Koalition zerredet trotz satter Mehrheit alle wichtigen Themen, anstatt Lösungen herbeizuführen.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Dr. Lale Akgün
1Empfehlung
23.03.2007
Dr. Lale Akgün
Sehr geehrter Herr ,

das Thema Kinderbetreuung ist eines der wichtigsten und drängensten Themen, die in Deutschland angegangen werden müssen. Deutschland ist leider, jedenfalls im Vergleich zu den skandinavischen Ländern oder Frankreich, trotz zunehmender Bemühungen in den letzten Jahren, ein "Entwicklungsland" in diesem Bereich.

Es ist daher um so wichtiger, dass die jüngst intensivierte Debatte um Krippenplätze nicht in Absichtserklärungen versandet, sondern tatsächlich zu einer konkreten und massiven Ausweitung einer qualifizierten Kinderbetreuung führt.

Die SPD hat gerade deshalb ein konkretes Konzept vorgeschlagen, wie ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung umgesetzt und finanziert werden könnte. Das Konzept kann unter familienpolitik.spd.de eingesehen werden.

Die SPD will nach der Durchsetzung des Elterngeldes, nach dem Start des Ganztagsschulprogramms und dem Einstieg in den Betreuungsausbau einen weiteren Meilenstein erreichen: Wir wollen den Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung ab dem ersten Geburtstag. Wir wollen dieses Recht verbinden mit einem entschlossenen Ausbau und einer Qualitätsverbesserung der Krippen und Kindergärten. Diese Investition muss in den kommenden Jahren Priorität haben. Das entspricht dem Wunsch einer überwiegenden Zahl von Eltern. Und wir wollen diese Angebote Schritt für Schritt gebührenfrei machen. Erst dann können wir davon sprechen, dass alle Eltern in Deutschland echte Wahlfreiheit haben zwischen häuslicher oder außerhäuslicher Betreuung ihrer Kinder. Erst dann übrigens haben Eltern eine echte Wahl zwischen der Rückkehr in den Beruf oder einer längeren Erziehungszeit.
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.03.2007
Von:
Ute

Sehr geehrte Frau Dr. Akgün,

wie Sie wissen, wird jetzt das Rentenalter auf 67 Jahre angehoben – nicht aber für Beamte. Damit werden die Menschen, denen die Politik ohnehin schon das totgeborene Kind "Generationenprinzip der Rentenversicherung" untergeschoben hat, erneut bestraft, nämlich mit einer versteckten Rentenkürzung. Wird ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig berufsunfähig, ohne sich zum Beispiel durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung rechtzeitig wie hochgradig abgesichert zu haben, droht nicht selten ein bodenloser Sturz in die Armut und in die Sozialsysteme, obwohl früher fleißig in die Kassen eingezahlt wurde. Beamte hingegen behalten nach wie vor auch bei vorzeitiger Pensionierung - aus welchem Grund auch immer - den vollen Pensionsanspruch.

Stichwort "Gesundheitswesen": Während sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Krankheitsfall bei ihrer Krankenkasse um Leistungen betteln oder immer tiefer in die Taschen greifen müssen, erhalten Beamte über die Beihilfe eine "Versorgung à la Privatversicherter". Zuzahlung oder Zusatzversicherung? Nicht nötig, dafür halten Steuermittel her, und notfalls wird eben einfach neu verschuldet.
Viele weitere Beispiele, in denen Beamte deutlich besser gestellt sind, könnten hier noch angeführt werden.

In Zeiten knapper Kassen, so der bekannte Slogan, ist Solidarität von allen gefordert. Nach meinem Verständnis betrifft das auch die Beamten, deren Lobby in den Parlamenten ein erdrückendes Übergewicht hat, was der allgemeinen Politikverdrossenheit gewiss auch mit Vorschub leistet. Steuergelder müssen denen zugute kommen, die sie eingezahlt haben, und nicht insbesondere denen, die sie u.a. verwalten. Es sollten also endlich auch die Beamten in Sachen "private Vorsorge" mit in die Pflicht genommen werden, um Löcher im Gesundheits- und vor allem im Rentensystem zumindest teilweise stopfen zu können!

Was halten Sie von dem hier beschriebenen Solidaritätsprinzip?
Antwort von Dr. Lale Akgün
1Empfehlung
23.03.2007
Dr. Lale Akgün
Sehr geehrte Frau ,

sie sprechen die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre an. Diese soll nach dem Beschluss des Bundestages von vergangener Woche ja nicht sofort und in einem Schritt erfolgen, sondern ab 2012 stufenweise bis zum Jahr 2028 in Kraft treten.

Inwieweit dieser Schritt wirklich realistisch und sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren des Arbeitsmarktes ab, weshalb wir auf drängen der SPD-Fraktion auch eine Klausel in das Gesetz hineingebracht haben, nach der das Gesetz ab 2010 jährlich auf seine Machbarkeit überprüft werden muss. Insbesondere wir zwei Dinge erreichen:

  • dass überhaupt Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer verstärkt zur Verfügung gestellt werden
  • dass die Arbeitsbedingungen in den Betrieben so gestaltet werden, dass Arbeitnehmer die Renteneintrittsgrenze auch erreichen können.

Hierzu ist noch ein erheblicher Umdenkprozess in den Unternehmen notwendig. Ihrem Begriff von Solidarität stimme ich vollkommen zu.

Wie sie wissen, ist es Ziel der SPD Politik, alle Bürgerinnen und Bürger mit allen Einkommensarten an der Finanzierung der solidarischen Sozialversicherung zu beteiligen. Das gilt insbesondere für die Einführung des "Bürgerversicherungs-Prinzips" im von Ihnen angesprochenen Gesundheitswesen.

Ich hätte mir gewünscht, in der jüngsten Gesundheitsreform diesem Ziel einen erheblichen Schritt näher gekommen zu sein, was aber leider aufgrund der völlig gegensätzlichen Ansichten der CDU/CSU und der Notwendigkeit zu Kompromissen in der Koalition nicht gelingen konnte. Es wäre nun jedoch unredlich, die Beamten pauschal zu kritisieren. Auch für diese Personengruppe gab es in den vergangenen Jahren schmerzhafte Einschnitte, z.B. bei Pensionszahlungen, steuerfreibeträgen und Arbeitszeit.

Ich halte es nicht für zielführend, wenn sich verschiedene Gruppen (Beamte, Arbeiter, Angestellte) gegenseitig ihre vermeintlichen Privilegien in Teilbereichen des Systems neiden. Ich bitte Sie stattdessen darum, uns bei dem politischen Ziel zu unterstützen, eine solidarische Finanzierung der Sozialsysteme zu schaffen, an der sich alle beteiligen und an der alle gleichermaßen profitieren, Angestellte, Beamte, aber auch Abgeordnete und Selbstständige.

Dr. Lale Akgün
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
16.03.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Akgün,

Wie stehen Sie zu der eingefahrenen Reformträgheit in unserem Land?

Jedes Bundesland "kocht sein eigenes Süppchen"
Gerade im Hinblick auf Nichtraucherschutz oder Rechtschreibreform wurde dies wieder sehr deutlich.
Seit langem wird eher Flickwerk betrieben als die wahren Probleme direkt anzugehen.
Ich denke das es die Aufgabe der Politik ist Zukunftsorientiert zu handeln auch wenn das nicht gerade Publikumswirksam ist.
Demokratie ist eine gute Sache, aber nicht wenn sie zur Handlungsunfähigkeit führt.
Antwort von Dr. Lale Akgün
bisher keineEmpfehlungen
23.03.2007
Dr. Lale Akgün
Sehr geehrter Herr ,

ich stimme mit ihnen überein, dass die Entscheidungsstrukturen im deutschen Föderalismus häufig kompliziert sind und somit Reformvorhaben zum Teil langsam bzw. manchmal auch nicht bundeseinheitlich umgesetzt werden können.

Um die Entscheidungsstrukturen zu erleichern, hat die Koalition im vergangenen Jahr die sog. "Föderalismusreform" auf den Weg gebracht, die die Aufgaben zwischen Bund und Ländern entflochten und zu einer deutlichen Reduzierung der Zahl der im Bundesrat zustimmungspflichtigen Gesetze geführt hat.

Im Zuge dieser Reform mussten jedoch auch Kompromisse gemacht werden, die für den Bund schmerzlich sind. Ich persönlich bedauere am meisten, dass sich der Bund vollständig aus der Rahmgesetzgebung für die Bildung zurückziehen musste.

Über den Gaststättenbereich trifft die Kompetenzverlagerung auf die Länder indirekt auch den Nichtraucherschutz. Ich gehöre zu denjenigen Bundestagsabgeordneten, die den Gruppenantrag für einen umfassenden Nichtraucherschutz unterstützt haben. Ich hätte mir daher auch eine bundeseinheitliche , weitgehende Regelung gewünscht, ohne Ausnahmebereiche für einzelne Bundesländer.
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Lale Akgün
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.