Von:


Sehr geehrte Frau Dr. Akgün,
derzeit ist das Thema "Kinderporno-Sperren" in dem Medien sehr aktuell da ja morgen ein entsprechender Gesetzesentwurf vom Bundeskabinett beschlossen werden soll.
Mich würde Ihre Meinung zu diesem Thema interessieren, halten Sie es für den geeigneten Weg das Problem zu bekämpfen? Die SPD hat Ihren eigenen Vorschlag ja zurückgezogen.
Sehen Sie vielleicht mit dem Aufbau dieser Sperren den Grundstein zu einer Internetzensur gelegt wie von Vielen befürchtet?
Ich selber arbeite im IT-Bereich und kann mich nur über die Naivität dieser Maßnahme wundern:
Jeder der mit den Grundlagen von Netzwerken vertraut ist wird diese Sperren umgehen können, diejenigen die keine entsprechende Kenntnis haben können sich wahrscheinlich nach kurzer Zeit eine Vielzahl von Anleitungen über diverse Suchmaschinen beschaffen.
Gäbe es denn nicht bessere Möglichkeiten gegen Kinderpornos vorzugehen?
Die Internetadressen (jedenfalls eine gewisse Zahl) scheinen ja beim BKA bekannt zu sein, warum schaltet man nicht die Server ab bzw. lässt diese Abschalten wenn sie im Ausland stehen.
Ich kann mir keinen Staat der Welt vorstellen der Kinderpornos als legal ansieht und es muss doch Mittel und Wege geben um entsprechende Abkommen zu treffen.
Als Nutzer kann ich beim Aufruf einer Webadresse nicht wissen, ob diese auf der vom BKA erstellten Sperrliste verzeichnet ist oder auf ein entsprechendes Angebot weiterleitet.
Geplant ist ja dann auch die Speicherung der Daten und die Weitergabe an dass BKA falls ich auf eine gesperrte Seite zugreife, wie soll man sich von diesem Verdacht befreien können?
Wer kontrolliert also die Sperrlisten und das BKA an dieser Stelle? Kann garantiert werden das diese Listen morgen nicht einfach ausgeweitet und "unbequeme Seiten" gesperrt werden (20 Seiten mehr oder weniger fallen dabei bestimmt auch nicht mehr auf)?
Die technischen Grundlagen sind dafür ja vorhanden.
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,
