Dr. Hermann Ott (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
15.05.1961
Berufliche Qualifikation
Dr. jur. Rechtswissenschaft
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Wuppertal I
Ergebnis
9,3%
Landeslistenplatz
12, Nordrhein-Westfalen
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Nach unseren Informationen ist eine Photovoltaik-Anlage auf Denkmälern nicht grundsätzlich verboten, wird in der Regel aber nur genehmigt, wenn die Anlage von der Straße nicht einsehbar ist. Allerdings werden die entsprechenden Denkmalschutzgesetze von den einzelnen Bundesländern erlassen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
03.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Ott !

Fragenkomplex:
Das Problem des ESM, in einer Frage hier schon angesprochen und von Ihnen noch nicht beantwortet, scheint mir von Ihnen nicht in seiner Brisanz und Dringlichkeit ernstgenommen zu werden. Liege ich da falsch ? Warum verhalten Sie sich dabei und Ihre Fraktion im Allgemeinen so passiv und scheinbar angepasst ?
Sie müssen doch wissen, dass der ESM DAS Instrument ist, unser Wirtschaftssystem zu entdemokratisieren.
Warum wird das Thema von der Politik -- und Ihnen -- nicht bewußt öffentlich diskutiert ?
Warum ist der Vertrag nicht öffentlich zugänglich ?
Er ist nur über die undichte Stelle eines MdB´s öffentlich geworden.
Warum machen Sie nicht auf die äußerst bedenklichen Passagen/ Verhältnisse dieses Vertrages aufmerksam ? Als Demokrat müssten Sie das doch - und als GRüner erst recht -- liege ich da falsch ?
Da Sie ja, wie es scheint, für den ESM sind, wird Ihnen eine plausible Antwort wahrscheinlich nicht leicht fallen, zudem in der Öffentlichkeit immer deutlichere Fragen dazu gestellt werden.
Es kann ja durchaus sein, dass Sie das "Ding" unterschätzt bzw. sich nur oberflächlich damit beschäftigt haben. Fehler sind menschlich und korrigierbar.Das Eingestehen eines solchen steigert die Wertschätzung ! Ich bitte Sie höflichst darum, zu diesem Komplex Stellung zu nehmen und sich nicht zu drücken. Sie können sicher sein ,dass Ihr Verhalten in dieser Sache in W´tal für die nächste Bundestagswahl einen gewissen Ausschlag gebe dürfte.
In der Hoffnung einer recht schnellen Antwort
grüße ich Sie herzlich !

Ihr

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Frage zum Thema Kinder und Jugend
11.05.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Ott,

ich habe letzte Woche im Gesundheitsbericht 2011 der AOK Plus für Sachsen und Thüringen gelesen, dass es für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen Verordnungen von Ritalin in Höhe von 3,5 Millionen Euro gab, das entspricht einer Menge von 1,1 Tonnen Ritalin! Das hat mich schon sehr erschreckt. Und das allein in 2 Bundesländern und einer Krankenkasse!
Ich habe immer noch den Eindruck, dass Ritalin oft sehr schnell verabreicht wird, obwohl es auch noch einige andere Methoden gibt, die den Kindern helfen. Vor allem Methoden, die den KIndern in der Schule direkt helfen, wie zum Beispiel ein Konzentrationstraining.

Sehen sie politische Möglichkeiten, diesem scheinbarem Trend der schnellen Medikamentenverordnung entgegenzuwirken oder besteht da kein politisches Interesse?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen


Fachtrainer für soziale Kompetenz
Wuppertal
Antwort von Dr. Hermann Ott
bisher keineEmpfehlungen
14.05.2012
Dr. Hermann Ott
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Verordnung von Ritalin.

Ich teile Ihre Befürchtung, dass verhaltensauffälligen Kindern viel zu häufig Ritalin verabreicht wird. Seit 1993 hat sich der Verbrauch von Methylphenidat - das ist der Wirkstoff, der Ritalin zugrunde liegt - auf mehr als das 20fache erhöht. Das hängt sicher auch mit den veränderten Lebensumständen von Kindern zusammen. Der Druck in Schule und Ausbildung sowie neue Formen von Armut machen sich hier bemerkbar. Die Vervielfachung des Verbrauchs ist aber auch unzureichenden Anforderungen an die Verordnung dieses Medikaments geschuldet.

Eine Verschreibung von Psychostimulianzien sollte bei Kindern nach meiner Auffassung immer erst nach einer qualifizierten Diagnostik durch Kinder- und Jugendtherapeuten erfolgen dürfen. Und dies umso mehr, als wir wenig über die Langzeitwirkungen einer solchen Therapie im Kindesalter wissen. Zudem müssen nichtmedikamentöse Präventions- und Therapiemaßnahmen in die Behandlung eingebunden werden. Denn eine Therapie im eigentlichen Sinne, d.h. eine Auseinandersetzung mit den Ursachen der Verhaltensstörung, kann ein Medikament nicht leisten.

Und nicht zuletzt sollten wir uns fragen, ob wir möglicherweise nicht falsche Maßstäbe an kindliches Verhalten anlegen. Hat sich beim kindlichen Verhalten tatsächlich etwas verändert? Oder wird beispielsweise etwas, was vor 40 Jahren noch als typisches Jungenverhalten gewertet wurde, nunmehr als Störung diagnostiziert? Wenn Kinder nicht in der Lage sind, die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen, kann dies auch bedeuten, dass etwas mit den Anforderungen oder den Bedingungen, unter denen sich die Kinder entwickeln, nicht stimmt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Hermann Ott
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