Dr. Harald Terpe (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Harald Terpe
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Doktor der Medizin, Arzt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Rostock
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Mecklenburg-Vorpommern
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(...) Für die Aufnahme von Stätten in die UNESCO Welterbeliste haben in Deutschland die Bundesländer das Vorschlagsrecht. Das Schloss in Ludwigslust wurde bislang nicht von der Landesregierung bzw. dem Kultusministerium vorgeschlagen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Senioren
08.01.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Terpe,

wie stehen Sie zu
a) der Tatsache, daß Rentner trotz ständig steigender Kosten
jahrelang keine Erhöhung bekommen, und
b) zu der Ungerechtigkeit, daß der Rentenwert Ost immer noch erheblich unter dem Rentenwert West liegt und seitens der Bundesregierung nach Aussage von Minister Müntefering auch in absehbarer Zeit keine Angleichung vorgesehen ist. Dieser Zustand soll also offenbar noch weitere viele Jahre bestehen bleiben.

Danke und freundliche Grüße
Antwort von Dr. Harald Terpe
2Empfehlungen
08.02.2007
Dr. Harald Terpe
Sehr geehrter Herr ,

Verständlicherweise beschäftigt das Thema Rente seit langer Zeit die Gemüter. Die Rentner bemängeln die aus ihrer Sicht zu geringe Höhe der Rente oder die fehlende Rentenanpassung. Die junge Generation stellt sich die Frage, ob die Rente noch sicher ist und kritisiert die steigenden Beiträge für die Rentenversicherung. Diese unterschiedlichen Positionen sind für sich genommen sicher berechtigt. Nachhaltige Rentenpolitik muss aber immer beide Positionen im Auge behalten. Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

A) Der Rentenwert richtet sich nach der Lohnentwicklung und den Beitragseinnahmen. Bleiben diese Zahlen konstant oder sinken gar, dann ist eine Rentenerhöhung nicht gerechtfertigt. Aufgrund der positiven Lage auf dem Arbeitsmarkt wird es allerdings in diesem Jahr wie zuletzt 2003 wahrscheinlich wieder eine moderate Rentenerhöhung geben. Ich plädiere dafür, die Rentenversicherung zu reformieren. Wir müssen auf der einen Seite die Beitragsbasis verbreitern und so gerechter gestalten (acuh Bundestagsabgeordnete und Minister sollten für ihre Altersicherung aufkommen) und auf der anderen Seite die private Vorsorge (z.B. Riester-Rente) stärker fördern. Das impliziert auch mehr Ehrlichkeit in der Rentendebatte. Schon heute zahlt der Bund knapp 80 Mrd. EURO jedes Jahr als Steuerzuschuss in die Rentenkasse. Der Gesamthaushalt beträgt etwa 260 Mrd. EURO. Sie sehen, dass da die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist.

B) Es ist nachvollziehbar, dass Sie auf eine schnelle Angleichung der Rentenwerte Ost und West dringen. Auch ich halte das für wünschenswert. Auch der Rentenwert Ost muss sich an der Lohn- und Beitragsentwicklung im Osten orientieren, vor diesem Hintergrund ist eine Anhebung des Rentenwertes im Osten derzeit ausgeschlossen. Zumal das Verhältnis zwischen Ost und West bei der Rente ohnehin deutlich günstiger ausschaut als bei Löhnen und Gehältern.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Harald Terpe
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Frage zum Thema Arbeit
07.03.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr.Terpe,

als freischaffende Diplom-Sozialpädagogin, Gestaltherapeutin; Clownin versuche ich nun schon seit ca. 1 Jahr beruflich in NVP Fuß zu fassen (Zuwanderin von Nürnberg nach NVP). Ich werde gut unterstützt von MV4you und der Existenzgründerberatung "Leinen Los"-Herr Kozian. Da für mich auch eine Honoraranstellung interessant wäre zB. in der Kinder-und Jugendpsychiatrie Stralsund habe ich mich auch in diese Richtung beworben und mußte leider feststellen daß zwar Interesse an einer Zusammenarbeit besteht aber keine Gelder dafür da sind. Da das Land engagierte und qualifizierte Fachkräft braucht frage ich Sie wie Gelder zb. für Honorarstellen organisiert werden könnten? Ich wäre Ihnen für Informationen hierzu dankbar!

Vielen Dank im voraus,
herzliche Grüße Shalna Carla Kimpling
Antwort von Dr. Harald Terpe
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20.03.2007
Dr. Harald Terpe
Sehr geehrte Frau Kimpling,

leider kann ich Ihnen zu der Frage nach Finanzierungsmöglichkeiten für Honorarstellen in Ihrem Bereich keine konkreten Vorschläge machen. Da müßten die Stellen, die Sie bereits begleiten, mehr Erfahrungen haben als ich.

Derzeit werden die EU-Srukturfonds für Mecklenburg-Vorpommern neu ausgerichtet. Der ESF - Europäische Sozialfonds dient insbersondere der Qualifikation von Arbeitnehmern, wird aber auch für kleinere andere Projekte genutzt, u.a. durch das ASP im Bereich Jugendarbeit und Soziales (schulergänzende Angebote, Schulsozialarbeit). Hier wäre es ggf. sinnvoll, sich frühzeitig über neue Förderrichtlinien zu informieren und dabei Ihre Angebote einzubringen. Partner könnten dabei Weiterbildungseinrichtungen, aber auch Jugendprojekte sein.

Daneben bemühen sich zahlreiche Akteure um den Aufbau von Angeboten im Rahmen des "Gesundheitslandes M-V", wobei dies vor allem auf Diensteistung und Tourismus ausgerichtet ist. Vielleicht bestehen in diesem Rahmen auch Tätigkeitsmöglichkeiten für Sie.

Genauere Informationen zu entsprechenden Projekten müßten Sie bei mv4you oder beim Wirtschaftsministerium in Schwerin erfragen: Zentrale der Landesregierung 0385/588-0.

Ein interessanter Kontakt könnten auch die RAA sein: Regionale Arbeitsstellen für Jugendhilfe, Schule und interkulturelle Arbeit in M-V (www.raa-mv.de). Diese betreuen u.a. das Programm Schule+ mit Angeboten,
welche die schulische Bildung ergänzen, aber auch vielen anderen Projekten.

Vielleicht treffen Sie auch bei Veranstaltungen der GRÜNEN im Kreisverband Stralsund/Rügen/Nordvorpommern interessante Partner für eine Zusammenarbeit: www.gruene-stralsund.de. Ende Februar gründete sich z.B. in der Dorfgemeinschaft Hohenwieden bei Grimmen eine Nordvorpommern-Gruppe von Bündnis 90/Die Grünen. Hohenwieden ist ein SOS-Kinderdorf mit ökologischem Landbau und anderen Aktivitäten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und hoffe, mit meinen Hinweisen auf ein paar Kontakte dazu beitragen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Harald Terpe
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Frage zum Thema Soziales
21.03.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Terpe,

herzlichen Dank für Ihre umfangreiche und inhaltsvolle Antwort!! Können Sie mir einen Ansprechpartner für das
für das Projekt der Grünen bezüglich der Dorfgemeinschaft in Grimmen benennen?

Herzliche Grüße und einen zauberhaften Frühlingsanfang
wünscht Shalina Carla Kimpling
Antwort von Dr. Harald Terpe
3Empfehlungen
28.03.2007
Dr. Harald Terpe
Sehr geehrte Frau Kimpling,

Mehr über die Dorfgemeinschaft insbesondere zu den Kontaktmöglichkeiten erfahren Sie hier:

www.gruene-stralsund.de

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Harald Terpe
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Frage zum Thema Gesundheit
03.04.2007
Von:

Sehr geehrter Dr. Harald Terpe,
Sie sind Mitglied im Gesundheitssausschuss des Deutschen Bundestages. Deshalb frage ich sie nun:
Wie sieht es nun mit der Legalisierung von Cannbis (bzw. weiche Drogen) in Deutschland aus?
Die Argumente sprechen ja klar dafür und unser Nachbarland macht es ja nur vor.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Harald Terpe
7Empfehlungen
19.04.2007
Dr. Harald Terpe
Sehr geehrter Herr ,

Das Einstiegsalter bei Cannabis ist in den letzten Jahren stetig gesunken, der Konsum hat weiter zugenommen und die Zahl der Jugendlichen mit cannabisbedingten Störungen steigt an. Vor diesem Hintergrund drängt sich der Eindruck auf, dass die bisherige Cannabispolitik, die allein auf Repression und Abstinenzprävention setzt, gescheitert ist. Auch Gefahren durch zunehmend verunreinigte Cannabisprodukte verlangen einen akzeptierenden Ansatz bei der Ansprache der Konsumenten. Ich persönlich bin daher der Meinung, dass Mittel und Wege gefunden werden müssen, den Cannabiskonsum zu entkriminalisieren. Auch über eine (staatlich) kontrollierte Abgabe muss nachgedacht werden. Allerdings glaube ich nicht, dass sich dies aufgrund der bestehenden parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse derzeit realisieren läßt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Harald Terpe
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Frage zum Thema Gesundheit
11.05.2007
Von:

Guten Tag Herr Dr. Terpe,

in der Ostsee-Zeitung habe ich kürzlich erst gelesen, daß bereits ca. 20 Prozent der Bienenvölker in M-V an einer rätselhaften Erkrankung gestorben sind (sog. Bienen-AIDS). Wie weiter zu lesen war, vermuten Wissenschaftler als Verursacher dieser Immunerkrankung bei den Bienen den genmanipulierten Mais (Pollen) des amerikanischen Gen-Saatgutlieferanten Monsanto (MON).

Meine Fragen an Sie, Herr Doktor Terpe:
Ist völlig auszuschließen, daß der Honig von bereits erkrankten Bienen in die (menschliche) Nahrungskette gelangt?

Können gesundheitliche Schäden für den Menschen durch einen Honig, gewonnen aus genmanipulierten Pflanzen in der Landwirtschaft, völlig ausgeschlossen werden? Reichen die von Bundesminister Seehofer mit einer Gesetzesvorlage eingebrachten 150m Sicherheitsabstand zwischen Gen-Pflanzen und Öko-Pflanzen wirklich aus? Bienen fliegen doch unbestreitbar erheblich weiter.

Wie ich anderen Fragen an Abgeordnete entnehme, betrachten christliche Parteien die Genmanipulation in der Landwirtschaft sogar als Gottes heiligen Willen und stützen sich dabei auf Fundstellen in der Heiligen Schrift ab. Denken Sie auch, dass sich eine ausdrückliche Legitimierung zur Genmanipulation aus der Bibel ergibt? In der OZ stand in dem genannten Artikel weiter, daß in Kanada und den USA bereits ca. 80 Prozent der Bienenvölker dort verstorben sind, wo genmanipulierte Saat (GVO) ausgebracht wurde. Müssen wir diese Entwicklung auch in M-V befürchten, denn es wurden ja bereits Zulassungen für eine Vervielfachung des Gen-Anbaus durch die Landesregierung (Dr. Backhaus/SPD) erteilt? Kann man wirklich noch von einem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sprechen, wenn man diese trostlose und unselige Entwicklung sieht? Der Papst nannte die Genmanipulation an der Schöpfung: SÜNDE. Wie kommt es, daß die CDU SÜNDE in ihr Parteiprogramm aufnimmt? Wie wollen die Grünen diese Natur-SÜNDE in der Landwirtschaft wirksam bekämpfen?

Hochachtungsvoll
R.
Antwort von Dr. Harald Terpe
38Empfehlungen
24.05.2007
Dr. Harald Terpe
Sehr geehrter Herr ,

die Ursachen für das rätselhafte Verschwinden ganzer Bienenvölker bei uns aber auch in anderen Teilen Europas und in Nordeuropa sind bislang noch nicht abschließend geklärt. Möglicherweise haben diejenigen Forscher recht, die gentechnisch veränderten Mais für die Ursache halten. Davon abgesehen halten wir den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen wie zum Beispiel den Mais der Sorte MON 810 (Monsanto) grundsätzlich für gefährlich. Auch das Bundesamt Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat daher de facto ein Handelsverbot für diese Maissorte verhängt. Allerdings sind die praktischen Auswirkungen dieses Verbots bislang nicht klar, denn das Bundesamt hat seine neuen Bestimmungen pünktlich zum Ende der Maisaussaat 2007 veröffentlicht.

Der Mais, dessen Handel nun faktisch zunächst untersagt wurde, produziert in jeder Zelle der Pflanze mit Hilfe eines artfremden Gens ein Gift (Bt-Toxin), das den Maiszünsler töten soll. Das Problem ist jedoch, dass das Gift möglicherweise auch anderen Insekten, Bienen und Schmetterlingen zum Verhängnis wird, die den Pollen der Pflanzen fressen. Darüber hinaus reichert sich das Toxin auch im Erdreich an, wo es Bodenlebewesen beeinträchtigt und zur weiteren Verarmung der Böden beiträgt.

Aus all diesen Gründen klagen mehrere Imkerinnen und Imker in ganz Deutschland derzeit zu Recht gegen den Anbau von MON810-Sorten. Einen ersten Erfolg gibt es bereits: Das Verwaltungsgericht Bayern hat Anfang Mai beschlossen, dass der Honig eines Imkers vor Gentech-Maispollen geschützt werden muss. Die Landwirtschaftsverwaltung des Freistaats Bayern muss ihr Versuchsfeld (rund 50 ha) nun vor der Blüte abernten oder die Pollenfahnen während der Blütezeit abschneiden.

"Neu" sind die nun vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vorgebrachten Erkenntnisse nicht. Seit der Zulassung von MON810 durch die EU-Behörden vor rund zehn Jahren wurden immer wieder neue wissenschaftliche Studien vorgelegt, die Zweifel an der gesundheitlichen und ökologischen Unbedenklichkeit aufkommen ließen. Bekannt ist schon länger, dass das von dem Gentech-Mais produzierte Gift nicht nur Mais-Schädlinge, sondern auch andere Insekten wie zum Beispiel Schmetterlinge, Fliegen, Wespen oder Spinnen schädigt. Hierzu hatte die Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen im Herbst 2006 bereits ein umfassendes Gutachten anfertigen lassen.

Um die von Ihnen geschilderten Folgen abzuwenden, fordern wir von Minister Seehofer und von Minister Backhaus, nicht nur den Handel sondern auch den Anbau dieser Maissorte zu untersagen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Dr. Harald Terpe
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Ihre Frage an Dr. Harald Terpe
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