Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Hans-Peter Friedrich
Jahrgang
1957
Berufliche Qualifikation
Jurist, Ministerialrat a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Hof
Landeslistenplatz
13, Bayern
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(...) Ermittlungsinstrumente sollten deshalb aus Sicht der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nicht weiter beschränkt werden, als dies verfassungsrechtlich geboten ist. Die sogenannte Vorratsdatenspeicherung ist ein solches Ermittlungsinstrument, das für die wirksame Aufklärung gerade schwerer Straftaten unabdingbar ist. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
02.03.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr.Friedrich,

Im Namen vieler schimpfendenden Mitbürger in Hof stelle Ich Ihnen hiermit eine Frage:
Wann werden endlich die Straßen in Hof restauriert die teilweise Buckelpisten ähneln?

Es gibt soviel Straßen in Hof die kein Segen für Bandscheiben der Menschen und Stossdämpfer der Fahrzeuge sind. Um nur e i n Beispiel zu nennen: Wunsiedlerstraße. Die Kanaldeckel müssten eben mit dem Straßenbelag gemacht werden und Bodenwellen ausgeglichen werden. Auch Fremde die zum ersten mal nach Hof kommen,vergleichen diesen Komfort mit dem Osten der 80er Jahre. Man nehme sich nur ein Beispiel von Rehau und Oberkotzau wo hervorragende Arbeit auf diesen Sektor geleistet wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Hans-Peter Friedrich
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07.03.2008
Dr. Hans-Peter Friedrich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 2. März 2008.

Wie Sie wahrscheinlich festgestellt haben, hat gerade im letzten Jahr der Straßenbau in Hof eine erfreuliche Entwicklung genommen. Aber Sie haben natürlich Recht, es bleibt viel zu tun. Mit Ihnen hoffe ich, dass der Oberbürgermeister und sein Stadtrat in den nächsten Jahren so viele Mittel zur Verfügung haben, dass sie die Renovierung unserer Hofer Straßen vorantreiben können. Insgesamt hat sich die Finanzlage der Kommunen in Deutschland in jüngerer Zeit ja positiv entwickelt und so bleibt zu hoffen, dass auch Hof davon profitiert und neue Spielräume erhält.

Soweit der Bund seinen Beitrag leisten kann, tut er dies. Zwar obliegt dem Bund nicht der städtische Straßenbau, allerdings hat er mit Programmen wie "Soziale Stadt" oder "Stadtumbau West" – gerade in Hof – Positives erreicht.

Ihr Einverständnis vorausgesetzt, habe ich Ihre E-Mail auch dem Oberbürgermeister Dr. Fichtner sowie dem Fraktionsvorsitzenden der CSU im Hofer Stadtrat, Herrn Anton zur Verfügung gestellt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hans-Peter Friedrich
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.05.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Friedrich,
gerade habe ich gelesen dass sich die Abgeordneten eine Gehaltserhöhung von 6 % gönnen wollen, die letzte Erhöhung war erst im Januar diesen Jahres, ich bin hier ein kleiner Ergotherapeut, der in einem Altenheim Angestellt ist, mein Arbeitgeber ist die Diakonie, mein Gehalt reicht nicht aus um meine Familie zu ernähren, alle Kosten steigen in das unermessliche, die Bürger sollen sparen, an allen Ecken und Enden, sollen auch noch etwas für das Alter zurücklegen..... Herr Dr. Friedrich..... von was, alles was früher gerade bei den Lebenshaltungskosten DM Beträge waren sind fast eins zu eins jetzt Eurobeträge..... aber die Gehälter sind auf dem Stand von 1986.... und bis jetzt mussten wir kleinen Leute jedes Jahr Reallohnkürzungen hinnehmen.
Wir liefern, gerade in den Altenheimen, hochqualifizierte Arbeit, tragen höchste Verantwortung für unsere Bewohner. Jeder Arbeiter im produzierenden Gewerbe der Ausschuß produziert, diesen dann einfach in den Müll wirft, bekommt mehr Lohn als wir.
Wir dürfen keinen Ausschuß produzieren, weil es könnte ein Leben davon Abhängen....
Sie und Ihre Kollegen in der Politik brauchen sich über so etwas keine Sorgen machen, weil Sie das nicht betrifft, mit Ihren Pensionen werden sie nie in die Verlegenheit kommen solches am eigenen Körper zu erleben.
Und bei jeder neuen Reform im Sozialwesen wird die Situation schlechter für uns.... überall wird gespart.... sogar am qualifizierten Fachpersonal...
Wir gehen 40 Stunden die Woche arbeiten, haben unsere ganzen Kosten zu tragen, müssen aber schon jeden Tag Angst um unsere Arbeitsplätze haben, und da werden auch vom Staat dann die Pendlerpauschale gekürzt, trotzdem Steigen Gesundheitskosten... Energiekosten... Lebenshaltungskosten.... nur die Gehälter bleiben so wie sie sind.... bei uns, nicht bei Ihnen.... Versuchen Sie bitte eine Familie mit 1500 Euro im Monat zu ernähren, Ich würde gerne mal für 3 Monate mit Ihnen tauschen.... Können Sie für uns etwas tun?????
Antwort von Dr. Hans-Peter Friedrich
2Empfehlungen
09.05.2008
Dr. Hans-Peter Friedrich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 6. Mai, in der Sie auf die schwierige finanzielle Situation von Familien hinweisen, die trotz Fleiß und Leistung immer mehr Probleme haben, mit dem Geld auszukommen. Wenn Sie allerdings glauben, dass sich Abgeordnete dafür nicht interessieren, so täuschen Sie sich! Im Gegenteil, mit unserem CSU-Steuerkonzept wollen wir mehr Netto für alle erreichen.

Familien, Arbeitnehmer und Mittelstand sind die Leistungsträger in unserem Land. Sie zu stärken, sieht die CSU als zentrale Aufgabe ihrer Wirtschafts- und Steuerpolitik an. Der Ertrag von Arbeit muss so weit wie möglich in den Händen der Arbeitnehmer bleiben. Die CSU arbeitet daher für ein einfaches, gerechtes und wettbewerbsfähiges Steuersystem. Mit dem Steuerkonzept "Mehr Netto für alle" legen wir einen wirksamen Vorschlag für eine echte Entlastung für alle Leistungsträger vor: für die Familien, Arbeitnehmer und den Mittelstand. Das CSU-Steuerkonzept soll in den Jahren 2009 bis 2012 in drei Stufen umgesetzt werden. Entlastungen sind bereits ab 2009 möglich und können, ohne Gefährdung des Konsolidierungsziels, bis 2012 voll umgesetzt werden. Wir wollen gerechte und soziale Entlastungen, die den Normalverdienern mehr Netto vom Brutto lassen.

Viele Arbeitnehmer spüren nicht, dass der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland bei ihnen persönlich ankommt, die Tarifabschlüsse der letzten Monate haben für viele Beschäftigte eine nennenswerte Erhöhung des Bruttolohns gebracht. Aber Lohnerhöhungen werden vielfach durch Preissteigerungen bei den Ausgaben des täglichen Bedarfs und vor allem bei Strom und Benzin aufgezehrt, deshalb will die CSU: Jeder Einzelne muss von Lohnerhöhungen wirklich profitieren: Familien, Arbeitnehmer und Mittelstand brauchen mehr Netto vom Brutto! Der Staat darf nicht auf Kosten seiner Bürgerinnen und Bürger Gewinner der Inflation sein.

Zusätzliche Steuereinnahmen, die aus nominalen Lohnerhöhungen resultieren, müssen an die Bürger zurückgegeben werden. Denn ihnen stehen vielfach Reallohnverluste gegenüber. Es ist nicht in Ordnung, wenn der Staat Scheineinkommen besteuert, indem er den Lohn- und Einkommensteuertarif über Jahre hinweg unverändert lässt und auf diese Weise die Bürger immer stärker zur Kasse bittet.

Die CSU will vor diesem Hintergrund deutliche Entlastungen bei Steuern und Abgaben, vor allem für Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen. Die dazu notwendige Senkung des Einkommensteuertarifs soll nicht durch den Abbau von Abzugsmöglichkeiten gegenfinanziert werden. Vielmehr sollen die haushaltspolitischen Spielräume genutzt werden, um eine echte Entlastung für Jedermann zu erreichen.

Auch den steigenden Energiekosten muss dringend Einhalt geboten werden. Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger steigen die Wohnneben- und Mobilitätskosten unverhältnismäßig an. Besonders in kalten Wintern tritt immer mehr mangelnde Sozialverträglichkeit auf. Dies beruht auch auf dem erheblich angestiegenen Staatsanteil an den Energiekosten. Beim Strom liegt er mittlerweile bei 40%. Gleichzeitig werden Umweltbelastungen wahrnehmbarer und bürden Schöpfung und nachfolgenden Generationen große Lasten auf. In der energieintensiven Wirtschaft wächst die Gefahr von Arbeitsplatz- und Standortverlagerungen. In dieser Gemengelage sind für uns sozial- und standortverträgliche Energiepreise Richtschnur. Weitere Einzelheiten zum Energiekonzept der Union würde an dieser Stelle zu weit führen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, bitte ich, diese direkt an mich zu stellen und hierfür das Kontaktformular auf meiner homepage www.hp-friedrich.de zu nutzen. Auch für ein persönliches Gespräch stehe ich Ihnen bei Bedarf gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hans-Peter Friedrich MdB
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Frage zum Thema Umwelt
22.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Friedrich,
fast schon reflexartig haben Sie heute mit Vehemenz den Vorschlag des Bundesumweltministers Gabriel abgelehnt, die Steuervorteile für Dienstwagen an deren CO2-Ausstoß zu koppeln.
Warum denn?
Wieso sollten "Großkopferte" und Millionen-verdienende Top-Manager steuerlich besser gestellt bleiben als Otto Normalverbraucher? Eine Streichung des Steuervorteils für Dienstwagen trifft doch keine Armen, sondern diejenigen, die es sich leisten können, und die dadurch sicherlich in einer besseren Lage sind, zum Gemeinwohl beizutragen (was übrigens elementarer Bestandteil eines funktionierenden demokratischen Gemeinwesens ist, um Sie noch einmal daran zu erinnern).
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass 1. Umweltschutz und insbesondere eine Reduzierung des CO2-Ausstosses dringend und wichtig ist.; 2. der große "Rundumschlag" aufgrund von persönlichen Eitelkeiten und Besitzstandwahrung politisch nicht durchzusetzen ist. Also bedarf es der kleinen Schritte, und einen finanziellen Anreiz, CO2-ärmere Autos zu kaufen, sehe ich - und viele Wähler - als solch einen Schritt.
Springen Sie also als Abgeordneter und stv. Fraktionsvorsitzender endlich mal über den eigenen Schatten und stellen Sie die Weichen Richtung Umweltschutz und nachhaltiger Politik!
Antwort von Dr. Hans-Peter Friedrich
1Empfehlung
11.07.2008
Dr. Hans-Peter Friedrich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht über das Portal "abgeordnetenwatch".

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir darlegen könnten, wo es in Deutschland die angeblichen "Steuervorteile für Dienstwagen" gibt. Tatsache ist: Wer einen Dienstwagen privat nutzt, muss dafür hohe Steuern zahlen. Tatsache ist aber auch, dass den Unternehmen durch die Bereitstellung von Dienstwagen Kosten entstehen, die die Gewinne mindern.

Herr Gabriel schlägt vor, dass Unternehmen fiktive Gewinne versteuern sollen, die gar nicht entstanden sind. Dies lehne ich ab.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hans-Peter Friedrich MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
05.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Friedrich,

sie scheinen eine kompetente Persöhnlichkeit zu sein. Was haltet sie von der Idee in Deutschland auf der Bundesebene ein Mehrheitswahlrecht einzuführen, um klare Mehrheiten zu bekommen und um keine Zwangskoalition bilden zu müssen wie jetzt der Fall ist.

Ich meine das Mehrheitswahlrecht wo man nach Präferenzen wählt. Siehe de.wikipedia.org

Dieses IRV-Mehrheitswahlsystem wird sehr erfolgreich schon in Australien und einigen US-Bundesstaaten angewendet und funktioniert sehr gut.

Was haltet sie davon?

Mfg
Antwort von Dr. Hans-Peter Friedrich
4Empfehlungen
07.08.2008
Dr. Hans-Peter Friedrich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht auf abgeordnetenwatch.de, in der Sie mich nach meiner Einschätzung zu Ihren Wahlrechtsänderungsvorschlägen hinsichtlich des Wahlrechts zum Deutschen Bundestag bitten. Konkret schlagen Sie vor, in Deutschland auf der Bundesebene ein Instant-runoff-Mehrheitswahlrecht einzuführen, so wie es beispielsweise in Australien angewandt wird.

Die Hauptaufgabe des Parlaments in demokratisch verfassten Staaten besteht darin, zwischen den Konfliktpotentialen, die täglich zwischen vielen widerstreitenden Interessen einer pluralistischen Gesellschaft bestehen, immer wieder aufs Neue tragfähige Kompromisslinien zu vermitteln. Nur so wird auf Dauer die Legitimität unseres demokratischen politischen Systems erhalten und gestärkt.

Da im deutschen Fall das personalisierte Verhältniswahlrecht diese Aufgabe der Konsensfindung bisher sehr gut erfüllt und den gesellschaftlichen Konsens seit Beginn der Bundesrepublik hervorragend befördert hat, sehe ich keinen Grund, dieses bewährte Wahlrechtsystem durch ein anderes zu ersetzen.
Es wäre unter den gegebenen Umständen keinesfalls legitim, das Wahlrecht so massiv zu ändern, wenn dadurch die gewachsenen und durch den Souverän legitimierten, im Parlament vorherrschenden Machtverhältnisse quasi per Gesetz durch die Parlamentsmehrheit selbst durch ein neues Bundeswahlgesetz verändert würden.

Wie oben beschrieben, besteht die Hauptaufgabe der Politik in demokratischen Systemen darin, widerstreitende gesellschaftliche Interessen miteinander in Einklang zu bringen und einem Kompromiss zuzuführen. Im Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland spiegelt sich dieser konsensdemokratische Austausch auch in der Bildung von Koalitionen wider. Durch ein gemeinsames Regierungshandeln wird erreicht, dass bereits im Vorfeld politischer Entscheidungen möglichst viele Betroffene verschiedener Gesellschaftsgruppen in die Entscheidungs- und Gesetzgebungsprozesse einbezogen werden können. Koalitionen haben dadurch eine fruchtbare Wirkung auf die Bundespolitik und steigern die Effektivität der Politikergebnisse.

Dabei stellen Koalitionsverträge seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland stets auf die Dauer einer Legislaturperiode ab. Nur in wenigen Beispielen wurde eine Koalition vor dem offiziellen Ende der Legislaturperiode beendet. 11 von 15 Legislaturperioden wurden mit klaren Regierungsmehrheiten begonnen und genau so abgeschlossen. Dass ist ein Ausdruck der außerordentlichen Stabilität unserer Demokratie, auf die das personalisierte Verhältniswahlrecht keine negativen, sondern positive Auswirkungen hat. Die Regierungsfähigkeit war dabei zu jeder Zeit gegeben. Im Gegensatz zu anderen Verhältniswahlsystemen verhindert die 5%-Klausel bei uns zugleich eine Zersplitterung des Parlaments und unterstützt so die Bildung eindeutiger Mehrheiten durch eine begrenzte Anzahl von Koalitionspartnern mit einer notwendigen Mindestgröße und Repräsentativität. Mir ist bewusst, dass dieser sachorientierte Meinungsbildungsdiskurs zwischen den Koalitionspartnern einer Regierung in der Öffentlichkeit oftmals als Zeichen mangelnder Entscheidungsfähigkeit angesehen wird. Doch ohne diese Diskussion der verschiedenen einzubindenden Fachexpertisen und Meinungen wären die Politikergebnisse lange nicht so effektiv, wie sie in Deutschland nachweisbar sind.

Alle demokratischen Parteien, die ihr Handeln auf das Grundgesetz aufbauen und auf seiner Grundlage Politikkonzepte zum Wohle aller Bürger umsetzen möchten, müssen in der Lage sein, den Wählerwillen zu akzeptieren und gemeinsam den bestmöglichsten Kompromiss zur Lösung politischer Herausforderungen und Probleme zu finden. Zwar gibt es dabei je nach Partei und Fraktion unterschiedliche Herangehensweisen bei den Sachfragen, aber von Zwangskoalitionen kann nicht im Entferntesten die Rede sein.

Auch wenn das Instant-runoff-voting die Vergabe von Präferenzen zulässt, und es dadurch - zumindest theoretisch - einigen wenigen Vertretern kleinerer Parteien in diesem Szenario u.U. noch möglich sein könnte, in den Bundestag gewählt zu werden: Eine radikale Umstellung auf ein Mehrheitswahlsystem würde den kleineren demokratisch legitimierten Parteien im Deutschen Bundestag schaden.

Aus der Vielzahl der oben genannten Gründe und den damit einhergehenden Vorteilen, die Koalitionsregierungen für Deutschland bringen und von denen wir alle tagtäglich profitieren, kann ich mich mit Ihrem Vorschlag nicht anfreunden.

Zwar wird gegenwärtig über eine Änderung des Bundeswahlgesetzes diskutiert. Jedoch aus ganz anderen Gründen. Hauptaufgabe der Politik kann und muss es gegenwärtig sein, die Verfassungswidrigkeit der Ausgestaltung der Überhangmandate, die das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, zu lösen, ohne die Repräsentativität und Legitimität der im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen in Frage zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Hans-Peter Friedrich MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
05.08.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Friedrich,

der Kampf gegen die Korruption ist immer wieder Thema in Deutschland – aktuelle Stichworte sind etwa der Prozess gegen den früheren Sportchef des Hessischen Rundfunks (HR) Jürgen Emig oder natürlich Siemens. Korruption ist in allen Bereichen der Gesellschaft ein Thema, in den Medien, in der Wirtschaft, im Gesundheitswesen – aber eben auch in der Politik. In diesem Zusammenhang fehlt mir in der aktuellen politischen Debatte und auch in den Medien ein wichtiges Thema: die ausstehende Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption durch Deutschland.
Bereits seit Dezember 2005 ist die UN-Konvention gegen Korruption in Kraft, die auch Deutschland unterzeichnet, allerdings bis heute nicht ratifiziert hat. Grund für die noch nicht erfolgte Ratifizierung ist die notwendige Neufassung des § 108 e StGB zur Abgeordnetenbestechung. Der Deutsche Bundestag müsste dieses Gesetz gemäß den Anforderungen der Konvention verschärfen – doch bislang kam es zu keinem gesetzgeberischen Vorstoß aus den Reihen der Abgeordneten. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Abgeordneten kein Gesetz auf den Weg bringen möchten, das ihre strafrechtliche Verantwortung für Bestechlichkeit stärken würde. Ich glaube nicht, dass unsere Poli-tiker den Ruf verdient haben, alle korrupt zu sein. Auch aus diesem Grund – um den Ruf ehrlicher unbestechlicher Politiker zu schützen - ist es nötig, die gesetzliche Regelung zur Abgeordnetenbestechung zu verschärfen. Zudem geht es hier schlicht um die Glaubwürdigkeit Deutschlands auf internationaler Ebene. Wie steht die CSU zur etwa von Transparency International geforderten Neufassung des § 108 e StGB? Wird aus Ihrer Partei ein Vorstoß kommen, dieses Gesetz den Standards der UN-Konvention anzupassen?

Mit freundlichen Grüßen
, München

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