Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
10.03.1957
Berufliche Qualifikation
Jurist, Ministerialrat
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Bundesinnenminister
Wohnort
Hof
Wahlkreis
Hof
Ergebnis
46,5%
Landeslistenplatz
14, Bayern
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(...) Die von Ihnen aus der FAZ zitierten Ausführungen zur Privatisierung der Bahn sind richtig. Wir verkaufen keine deutsche Infrastruktur – die Privatisierung des Schienennetzes hat die CSU mit verhindert. Aber das alles, was auf diesen Schienen fährt, unbedingt staatlich sein muss, ist nicht gesagt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Umwelt
09.12.2009
Von:

Hallo, Herr Dr. Friedrich,

trifft es zu, dass Sie es gemeinsam mit Ihren Kollegen Kauder und Homburger ablehnen, zusätzliche Finanzmittel für den Klimaschutz in Drittweltstaaten bereitzustellen und sie es damit billigend in Kauf nehmen, das gesamte Klimafinanzpaket der EU sabotieren?

Sind Sie sich der Vorbildrolle Deutschlands in dieser Frage bewusst?

Ist Ihnen auch bewusst, dass Sie damit arme Länder vor die Alternative Klimaschutz oder Gesundheit / Bildung stellen?

Befinden Sie sich dabei im Einklang mit Ihrer - wie ich mal vermute - christlichen Einstellung?
Antwort von Dr. Hans-Peter Friedrich
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29.01.2010
Dr. Hans-Peter Friedrich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage über abgeordnetenwatch.
Die umfassenden nachhaltige Unterstützung der Entwicklungsländer ist ein wichtiges Ziel, ebenso wie der globale Klimaschutz.

So, wie wir den Entwicklungsländern in den Bereichen Wirtschaft, Bildung/Ausbildung, Gesundheit, Frieden, Sicherheit und ländliche Entwicklung weiterhin zur Seite stehen werden, werden wir auch selbstverständlich den Umwelt- und Klimaschutz in diesen Ländern weiter vorantreiben. Die beiden Themen "Klimaschutz" und "Gesundheit/Bildung" lassen sich nicht voneinander trennen und es darf nicht der Versuch unternommen werden, das eine gegen das andere auszuspielen.

Sowohl für die Armutsbekämpfung als auch für den Klimaschutz stellt die Bundesregierung Hilfestellungen für die Entwicklungsländer bereit. Ausdrücklich hat sich die CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Aufnahme dieser bedeutenden Bereiche in den Koalitionsvertrag eingesetzt und wir werden diese wichtigen Belange auch umsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hans-Peter Friedrich MdB
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Frage zum Thema Integration
22.12.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Friedrich,

in Ihrem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur sprechen Sie sich für einen Euro-Islam ausgesprochen. "Das könnte auch ein Weg für die Zukunft sein: Ein Islam mit einem europäischen Gesicht, der dann nichts mehr mit Islamismus zu tun hätte. Ich halte den Islamismus für den größten Feind des Islam."

Wie bewerten Sie in diesem Zusammenhang die folgende Aussage des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan: "Diese Bezeichnungen [moderater Islam usw.] sind sehr hässlich, es ist anstößig und eine Beleidigung unserer Religion. Es gibt keinen moderaten oder nicht-moderaten Islam. Islam ist Islam und damit hat es sich."?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Hans-Peter Friedrich
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18.01.2010
Dr. Hans-Peter Friedrich
Sehr geehrter Herr ,

für Ihre Email-Anfrage vom 22.12.2009 danke ich Ihnen. Die von Ihnen als Zitat des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan gekennzeichnete Behauptung "Islam ist Islam und damit hat es sich" ist ganz offenkundig falsch. Es gibt Sunniten und Schiiten, verschiedene Rechtsschulen und viele nationale und regionale Traditionen und Unterschiede. Unser Ziel muss doch sein, dass die große Mehrheit der Muslime, die Gewalt aus Überzeugung ablehnt, endlich den radikalen Islamisten mit kraftvoller Stimme entgegentritt und ein Koranverständnis verbindlich verbreitet, das Gewalt eindeutig als Irrweg brandmarkt.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Dr. Hans-Peter Friedrich MdB
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
31.12.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Friedrich,

auf Ihrer Homepage kann man immer noch ihre Standpunkte aus dem Jahre 2007 zur Privatisierung der Bahn nachlesen.

www.hans-peter-friedrich.de

Darin gebrauchen Sie auch den Begriff der "Effizienzkontrolle der Kapitalmärkte" dem die Bahn unterworfen werden müsse. In der FAZ ist heute zu lesen, dass eine (Teil) Privatisierung der Bahn vor dem Hintergrund der "instablien Finanzmärkte" in absehbarer Zeit nicht in Betracht komme.

Sind Sie nach den Ereignissen des Jahres 2009 immer noch davon überzeugt, dass Unternehmen wie die DB unter die Kontrolle der Finanzmärkte gestellt werden müssen. Wie kann es sein den Hasardeuren in den Finanzmärkten, die allein den bayrischen Steuerzahler inzwischen mehrere Milliarden Euro an Steuergeldern gekostet haben, eine "Effizienzkontrolle" über ein Transportunternehmen mit Hilfe der Politik zugeschanzt werden soll? Ist das mit der "Effizienzkontrolle der Kapitalmärkte" immer noch Ihr Standpunkt? Wenn ja, wieviel % Effizienz für die Kapitalmärkte darf es den sein? 15 % oder gar 25 % Effizienz wie beim Ackermann in Frankfurt?

Als bayrischer Steuerzahler, der allein für das unsägliche HypoAlpeAdria Desaster viele Tage im Jahr wird arbeiten müssen, um die Effizienz der Kapitalmärkte und die dahinterstehenden politischen Fehlentscheidungen zu erwirtschaften, freue ich mich schon auf eine Antwort.

Mit freundlichem Gruss

Antwort von Dr. Hans-Peter Friedrich
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20.01.2010
Dr. Hans-Peter Friedrich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihren Eintrag bei www.abgeordnetenwatch.de vom 31. Dezember 2009 zum Thema Bahn.

Die von Ihnen aus der FAZ zitierten Ausführungen zur Privatisierung der Bahn sind richtig. Wir verkaufen keine deutsche Infrastruktur – die Privatisierung des Schienennetzes hat die CSU mit verhindert. Aber das alles, was auf diesen Schienen fährt, unbedingt staatlich sein muss, ist nicht gesagt. Tatsache ist jedoch, dass es für eine erneute Debatte über einen Börsengang zu früh ist. Für 2010 ist der Börsengang für uns kein Thema.

Ihren Ärger über die jüngsten Entwicklungen bei der Bayerischen Landesbank verstehe ich gut. Ich begrüße es deshalb sehr, dass der Bayerische Landtag einen Untersuchungsausschuss eingesetzt hat. Die Umstände, die zur damaligen Entscheidung geführt hatten, müssen schnell aufgeklärt und danach die nötigen Konsequenzen gezogen werden. Unabhängig davon ist darauf zu achten, dass die Landesbank den mit Steuergeldern finanzierten Kredit vollständig wieder zurückzahlt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hans-Peter Friedrich MdB
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Frage zum Thema Integration
22.01.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Friedrich,

Sie schreiben am 18.01.2010:
"Die von Ihnen als Zitat des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan gekennzeichnete Behauptung "Islam ist Islam und damit hat es sich" ist ganz offenkundig falsch."

Dieses Zitat stammt aus der Milliyet vom 21. August 2007, einer liberalen türkischen Tageszeitung.

Die Unterschiede zwischen Schiiten und Sunniten beschränken sich im wesentlichen auf das Innenverhältnis, d.h. das Verhältnis der Gläubigen untereinander (z.B. den Schwiegersohn und Vetter des Propheten Mohammed als erster Imam usw.), das Verhältnis gegenüber den Ungläubigen (Christen und Juden) ist weitestgehend identisch.

Ich würde Sie daher bitten, das mit dem Euro-Islam noch einmal etwas ausführlicher zu erklären, d.h. in welchen Punkten soll er sich vom "traditionellen" Islam unterscheiden, wer soll den Aufklärungsprozeß anregen und kontrollieren usw.?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Integration
02.02.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Friedrich,

der Botschaftsrat und Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), Sadi Arslan, hat im Gespräch mit der HÜRRIYET einen Euro-Islam abgelehnt. "Die Quellen des Islams sind der Koran und die Sunna des Propheten", sagte Arslan.
Quelle: www.hurriyet.de

Welche Auswirkungen hat das auf den von Ihnen geäußerten Wunsch, in Deutschland einen moderaten Islam einzuführen? "Das könnte auch ein Weg für die Zukunft sein: Ein Islam mit einem europäischen Gesicht, der dann nichts mehr mit Islamismus zu tun hätte. Ich halte den Islamismus für den größten Feind des Islam." (Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur)

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Hans-Peter Friedrich
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10.02.2010
Dr. Hans-Peter Friedrich
Sehr geehrter Herr ,

für Ihre E-Mail-Nachfragen vom 22.01. und vom 02.02.2010 danke ich Ihnen. Unterstreichen möchte ich nochmals: entgegen der Haltung, die Ministerpräsident Erdogan und Botschaftsrat Arslan in den von Ihnen angeführten Zitaten zum Ausdruck bringen, ist der Islam eine vielfältige Religion. Bosnische Muslime etwa vertreten zu vielen Fragen des Verhältnisses von Glauben und Gesellschaft beziehungsweise Glauben und Staat ganz andere Auffassungen als Muslime aus arabischen Ländern. Auch bei Zuwanderern nach Deutschland sind solche unterschiedlichen Traditionen deutlich erkennbar. Führende Köpfe aus den Reihen der in Deutschland lebenden Muslime setzten sich für einen europäischen Islam ein - einen Islam, der die Menschenrechte respektiert, der das Verhältnis von Männern und Frauen neu deutet, der Gewalt unmissverständlich ächtet. Nur als Beispiel nennen ich Professor Bassam Tibi. Dies ist auch der einzig mögliche Weg. Der Prozess der Entwicklung eines nach Europa passenden Islam kann nur aus den Reihen der Muslime selbst angestoßen und vorangetrieben werden. Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat mit der Islamkonferenz dazu Anregungen gegeben. Ein Ziel muss es sein, dass in den Moscheen immer mehr die deutsche Sprache Verwendung findet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hans-Peter Friedrich MdB
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