Dr. Hans-Jürgen Gölz (SPD)
Abgeordneter Geislingen an der Steige
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Angaben zur Person
Dr. Hans-Jürgen Gölz
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Stellv. Schulleiter a.D.
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
73312 Geislingen
Wahlkreis
Geislingen an der Steige (Gemeinderat)
Landeslistenplatz
-
(...) Wenn ich am vergangenen Mittwoch gewusst hätte was ich heute weiß, dann hätte ich in der Gemeinderatsitzung gewiss anders reagiert. Erst nach der lokalen und darüber hinaus aufgetretenen Aufregung habe ich mich mit abgeordnetenwatch (AW) beschäftigt und im Internet recherchiert. Jetzt denke ich anders darüber und halte AW für eine nützliche Plattform. (...)
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.07.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Gölz, lieber Besbie,

du wirst heute in der Geislinger Zeitung von Herrn Roderich Schmauz zitiert mit den Worten "Ich habe im Gemeinderat dem nie zugestimmt, dass in abgeordnetenwatch meine Daten stehen" und weiter mit der Aussage, du hieltest ein Forum wie abgeordnetenwatch auf Ebene der Kommune "nachgerade für lächerlich", weil du das persönliche Gespräch bevorzugst, gerne auch am Telefon und über email. Wurdest du da korrekt zitiert?

Die einzigen persönlichen Daten, die ich von dir hier sehe, sind dein Name, dein Doktortitel, dass du pensionierter stellvertretender Schulleiter und derzeit für die SPD im Geislinger Gemeinderat bist, noch nicht mal deine Telefonnummer oder deine Email-Adresse. Sind das nach deinem Verständnis Daten, die nur mit deiner ausdrücklichen Zustimmung weiterverbreitet werden dürfen? Der Unterschied von z.B. abgeordnetenwatch zu einem persönlichen Gespräch ist, dass Frage und Antwort öffentlich zugänglich sind. Hältst du also Öffentlichkeit auf kommunalpolitischer Ebene generell für nachgerade lächerlich, weil sich doch alles besser in nichtöffentlichen Gesprächen regeln lässt? Ich denke: Sollte Öffentlichkeit für dein Amt tatsächlich lächerlich sein, wäre dein öffentliches Amt lächerlich, was ich nicht hoffe.

Falls du von der GZ falsch oder missverständlich zitiert wurdest oder ich diese Zitate falsch verstanden habe, solltest du es unbedingt hier und in der Geislinger Zeitung richtigstellen, wofür ich dir schon mal vorab danke!

Liebe Grüße
Antwort von Dr. Hans-Jürgen Gölz
4Empfehlungen
28.07.2011
Dr. Hans-Jürgen Gölz
lieber , lieber Werner Copray,

Ich gehe davon aus, dass ich eure Fragen in einem beantworten darf, da die Intention in beiden Fragen gleich bzw. sehr ähnlich ist.

Wenn ich am vergangenen Mittwoch gewusst hätte was ich heute weiß, dann hätte ich in der Gemeinderatsitzung gewiss anders reagiert. Erst nach der lokalen und darüber hinaus aufgetretenen Aufregung habe ich mich mit abgeordnetenwatch (AW) beschäftigt und im Internet recherchiert. Jetzt denke ich anders darüber und halte AW für eine nützliche Plattform.

Ich will den Ablauf aus meiner Sicht nochmal rekonstruieren: in der Tat hat Holger Schrag am Ende der Junisitzung des Gemeinderats erwähnt, der Geislinger Gemeinderat (GR) könnte doch bei AW mitmachen. Abgesehen davon, dass dies in der berühmten "Lämplesdebatte" am Ende der Sitzung geschah und insofern die Aufmerksamkeit auf ein Minimum reduziert war, wusste niemand sonst im GR was AW ist. Dann kam mir der Artikel in der Stuttgarter Zeitung in die Hände, in der der Geislinger Gemeinderat für uneinsichtig und einfältig erklärt wird. Das hat mich geärgert. Freilich ist die Reaktion von Stadtrat Peter Brendel unsinnig, höflich gesagt völlig verfehlt. Datenschutz ist bei AW ganz und gar kein Thema. Alle dort benutzten Daten sind jedermann zugänglich. Allerdings muss man sich mit AW beschäftigen und informieren. Auch meine spontane, von Unwissen gezeichnete Reaktion, war falsch.

Was wäre zu tun gewesen: wenn der Geislinger GR gemeinsam mitmachen soll, so die Absicht von Holger Schrag, dann muss man im Gremium mal darüber sprechen. Jemand muss uns informieren über AW, vielleicht beim einen oder anderen diffuse Ängste klären und die Ziele und Absichten von AW erläutern, etwa: was ist das - wozu - was sind die Vorteile - Gemeinderäte, die nicht internetfest sind, muss man mitnehmen und von Neuem überzeugen. Gerademal 14 Städte in Deutschland sind dabei, darunter nur die großen. Die Akzeptanz wäre gewiss erreicht worden, Neugier geweckt worden. So aber fanden sich alle Gemeinderäte unversehens in AW wieder, ohne etwas über die Plattform zu wissen - abgeordnetenwatch suggeriert ja schnell etwas wie kontrollierendes Beobachten ("Big Brother ist watching you"), Dialog mit den Bürgern ist etwas anderes. Es blieb eine private Initiative von Holger Schrag, abseits und ohne Kommunikation mit dem Gemeinderat. Also: wenn es den gesamten Gemeinderat betreffen soll, dann hätte man das im Gemeinderat besprechen sollen. 

Kein Geislinger Gemeinderat scheut die Öffentlichkeit, Bürgernähe praktiziert er jeden Tag auf verschiedenste Weise. Im Gegensatz zu den Parlamenten auf höherer Ebene (Europaparlament, Landtag, Bundestag, große Städte - da sind die Abgeordneten oft weit weg vom Bürger) kennt doch jeder, der es möchte, die Gemeinderäte in seiner Kleinstadt. Da findet Kommunikation mit und unter den Bürgern vielfältig und täglich statt, im Biergarten, in der Fußgängerzone, in der Kneipe, in der Presse, per mail, am Telefon ...  Da gibt´s keine großen Heimlichkeiten wie mancher der Kommentare jetzt vermutet. Gemeinderäte in einer Kleinstadt sind unter bester Kontrolle der Kleinstadt !

Ich halte auch heute abgeordnetewatch auf der Ebene der Kleinstadt für nicht wirklich dringend, der "watch" findet jeden Tag statt. Ich habe aber gelernt, dass solche Plattformen wie AW für manche Jugendliche interessant sind und von einigen gerne benutzt werden. Sie pflegen andere Kommunikationsformen als Ältere, ich persönlich nutze kein facebook, chatrooms und dgl. Wer das aber bevorzugt, der soll´s ruhig machen. Fazit: warum nicht - Wenn es Jüngere neugierig macht, dann ist das gewünscht, sofern es ernst gemeint ist.

Manche der Kommentare, die ich zu den Vorgängen in Geislingen lese, sind doch reichlich überzogen, da ist bei manchen schon die Demokratie bedroht, bitte nicht mit Kanonen auf Spatzen. Ein Geislinger Gemeinderat (27 000 Einwohner) steht unter immerwährender Kontrolle durch die Bürger, man kennt ihn und weiß, wofür er steht.

Weil notwendig, noch ein Wort zur Nichtöffentichkeit von Sitzungen. Vorberatungen sind im GR nach der baden-württembergischen Gemeindeordnung nichtöffentlich, das hat seinen guten Sinn. Da wird nicht gemauschelt wie manche Kommentatoren vermuten, dafür sorgt schon die Vielfalt der Fraktionen. Die Gemeinderatsitzung ist öffentlich, allerdings selten von den Bürgern besucht. Dieser Ablauf wurde auch von Holger Schrag und der GAL noch nie in Frage gestellt.

Ich will´s nicht in die Länge ziehen. Ich mach jedenfalls künftig bei abgeordnetenwatch gerne mit, es macht auch mich neugierig, und wenn es der Geislinger Kommunalpolitik dient, dann ist es gut !

beste Grüße
Hansjürgen Gölz  
 
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
25.07.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Gölz,

nun da man Ihnen die Möglichkeit gibt, in den Antworten auf Fragen der Bürger Ihren politischen Standpunkt dar zu legen, üben Sie heftige Kritik an diesem Instrument.
Als Demokrat bin ich fassungslos, dass ein Politiker nicht öffentlich mit der Polis kommunizieren will.

Was ist einzuwenden gegen Öffentlichkeit?

Ist es nicht die einzige Möglichkeit, weiteren großen Unsinn zu vermeiden?

Beispiel Atomkraft: können Sie sich vorstellen, dass dieser unsägliche Wahnsinn uns erspart geblieben wäre, wenn das Internet 40 Jahre früher zur Verfügung gestanden hätte?

Hier ist das Forum! Steigen Sie ein in eine Auseinandersetzung um Inhalte und Fakten!
Geheimgespräche in Hinterzimmern haben diese Demokratie ausgehöhlt.
Sprechen Sie öffentlich mit dem Volk dann wird es besser.

Mit demokratisch freundlichem Gruß

Antwort von Dr. Hans-Jürgen Gölz
13Empfehlungen
29.07.2011
Dr. Hans-Jürgen Gölz
Lieber Manfred, lieber ,

Ich gehe davon aus, dass ich eure Fragen in einem beantworten darf, da die Intention in beiden Fragen gleich bzw. sehr ähnlich ist.

Wenn ich am vergangenen Mittwoch gewusst hätte was ich heute weiß, dann hätte ich in der Gemeinderatsitzung gewiss anders reagiert. Erst nach der lokalen und darüber hinaus aufgetretenen Aufregung habe ich mich mit abgeordnetenwatch (AW) beschäftigt und im Internet recherchiert. Jetzt denke ich anders darüber und halte AW für eine nützliche Plattform.

Ich will den Ablauf aus meiner Sicht nochmal rekonstruieren: in der Tat hat Holger Schrag am Ende der Junisitzung des Gemeinderats erwähnt, der Geislinger Gemeinderat (GR) könnte doch bei AW mitmachen. Abgesehen davon, dass dies in der berühmten "Lämplesdebatte" am Ende der Sitzung geschah und insofern die Aufmerksamkeit auf ein Minimum reduziert war, wusste niemand sonst im GR was AW ist. Dann kam mir der Artikel in der Stuttgarter Zeitung in die Hände, in der der Geislinger Gemeinderat für uneinsichtig und einfältig erklärt wird. Das hat mich geärgert. Freilich ist die Reaktion von Stadtrat Peter Brendel unsinnig, höflich gesagt völlig verfehlt. Datenschutz ist bei AW ganz und gar kein Thema. Alle dort benutzten Daten sind jedermann zugänglich. Allerdings muss man sich mit AW beschäftigen und informieren. Auch meine spontane, von Unwissen gezeichnete Reaktion, war falsch.

Was wäre zu tun gewesen: wenn der Geislinger GR gemeinsam mitmachen soll, so die Absicht von Holger Schrag, dann muss man im Gremium mal darüber sprechen. Jemand muss uns informieren über AW, vielleicht beim einen oder anderen diffuse Ängste klären und die Ziele und Absichten von AW erläutern, etwa: was ist das - wozu - was sind die Vorteile - Gemeinderäte, die nicht internetfest sind, muss man mitnehmen und von Neuem überzeugen. Gerademal 14 Städte in Deutschland sind dabei, darunter nur die großen. Die Akzeptanz wäre gewiss erreicht worden, Neugier geweckt worden. So aber fanden sich alle Gemeinderäte unversehens in AW wieder, ohne etwas über die Plattform zu wissen - abgeordnetenwatch suggeriert ja schnell etwas wie kontrollierendes Beobachten ("Big Brother ist watching you"), Dialog mit den Bürgern ist etwas anderes. Es blieb eine private Initiative von Holger Schrag, abseits und ohne Kommunikation mit dem Gemeinderat. Also: wenn es den gesamten Gemeinderat betreffen soll, dann hätte man das im Gemeinderat besprechen sollen.

Kein Geislinger Gemeinderat scheut die Öffentlichkeit, Bürgernähe praktiziert er jeden Tag auf verschiedenste Weise. Im Gegensatz zu den Parlamenten auf höherer Ebene (Europaparlament, Landtag, Bundestag, große Städte - da sind die Abgeordneten oft weit weg vom Bürger) kennt doch jeder, der es möchte, die Gemeinderäte in seiner Kleinstadt. Da findet Kommunikation mit und unter den Bürgern vielfältig und täglich statt, im Biergarten, in der Fußgängerzone, in der Kneipe, in der Presse, per mail, am Telefon ... Da gibt´s keine großen Heimlichkeiten wie mancher der Kommentare jetzt vermutet. Gemeinderäte in einer Kleinstadt sind unter bester Kontrolle der Kleinstadt !

Ich halte auch heute abgeordnetewatch auf der Ebene der Kleinstadt für nicht wirklich dringend, der "watch" findet jeden Tag statt. Ich habe aber gelernt, dass solche Plattformen wie AW für manche Jugendliche interessant sind und von einigen gerne benutzt werden. Sie pflegen andere Kommunikationsformen als Ältere, ich persönlich nutze kein facebook, chatrooms und dgl. Wer das aber bevorzugt, der soll´s ruhig machen. Fazit: warum nicht - Wenn es Jüngere neugierig macht, dann ist das gewünscht, sofern es ernst gemeint ist.

Manche der Kommentare, die ich zu den Vorgängen in Geislingen lese, sind doch reichlich überzogen, da ist bei manchen schon die Demokratie bedroht, bitte nicht mit Kanonen auf Spatzen. Ein Geislinger Gemeinderat (27 000 Einwohner) steht unter immerwährender Kontrolle durch die Bürger, man kennt ihn und weiß, wofür er steht.

Weil notwendig, noch ein Wort zur Nichtöffentichkeit von Sitzungen. Vorberatungen sind im GR nach der baden-württembergischen Gemeindeordnung nichtöffentlich, das hat seinen guten Sinn. Da wird nicht gemauschelt wie manche Kommentatoren vermuten, dafür sorgt schon die Vielalt der Fraktionen. Die Gemeinderatsitzung ist öffentlich, allerdings selten von den Bürgern besucht. Dieser Ablauf wurde auch von Holger Schrag und der GAL noch nie in Frage gestellt.

Ich will´s nicht in die Länge ziehen. Ich mach jedenfalls künftig bei abgeordnetenwatch gerne mit, es macht auch mich neugierig, und wenn es der Geislinger Kommunalpolitik dient, dann ist es gut !

beste Grüße
Hansjürgen Gölz
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
15.05.2014
Von:

Sehr geehrter Herr Stadtrat Dr. Gölz!

Bei der Aktion "Mach 5" wurden einige interessante Vorschläge speziell zur Attraktivitätssteigerung der Stadt gemacht. Ich habe einige ausgewählt und möchte Sie befragen, was Sie davon halten:

1) Busverbindung zwischen den Einkaufszentren. Ein Kleinbus könnte die Einkaufszentren Sternplatz, Nel-Mezzo, Fabrikverkäufe und Fußgängerzone in angemessenem Takt und Preis miteinander verbinden.

2) Einbahnstraße B 10 vom Sternplatz bis zum Nel-Mezzo mit einer freundlicheren Gestaltung für Einkaufende. Führung des von oben kommenden Verkehrs auf die Werkstraße - Eybacher Straße - Rheinlandstraße bis zur Kreuzung Oberböhringer Str.
So würde die Verkehrsbelastung auch gerechter verteilt werden bis die Umgehungsstraße einmal fertig gestellt ist.

3) Schnellere Realisierung des Geislinger B 10 Abschnitts-Neu durch künftige Mauteinnahmen. 2 € wären vielleicht ein angemessener Preis für eine Ersparung der Geislinger Ortsdurchfahrt, die länger ist und dann auch verkehrsberuhigt sein könnte. Z.B. in Landeck/Tirol wurde dies schon so ähnlich realisiert.

4) Eine Seilbahn könnte die Menschen aus der Nähe Bahnhof / Stadtmitte auf die Albhochfläche (Nähe Helfenstein/Weiler) zu einem angemessenen Preis befördern. Durch die VVS-Integration kommen am Wochenende auch Erholungssuchende aus dem Stuttgarter Kernraum mit ihren Netztickets nach Geislingen.

Vielen Dank für die Beantwortung im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

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