Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Gesine Lötzsch
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Philologin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Berlin-Lichtenberg-Hohenschönhausen
Landeslistenplatz
3, Berlin
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Ich habe keine Informationen über Terrorverdächtige in Charlottenburg und mir sind auch die Wohnorte der 5000 radikalen Islamisten, die angeblich in unserer Stadt wohnen, nicht bekannt. Ich glaube, selbst Herr Henkel (CDU) hat darüber keine Informationen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Wirtschaft
09.12.2006
Von:
Ben

Was halten Sie vom Flat-Tax-Konzept (Kirchhoff-Modell)?
Antwort von Dr. Gesine Lötzsch
3Empfehlungen
15.01.2007
Dr. Gesine Lötzsch
Sehr geehrter Herr ,

das Konzept von Paul Kirchhof, eine flat-tax für alle einzuführen hat den Vorteil, das Steuersystem radikal zu vereinfachen. Die Komplexität des deutschen Steuerrechts führt dazu, dass sich Besserverdienende und Unternehmen mit Hilfe von Steuerberatern "arm rechnen" können, während die Normalverdiener dies nicht können. Trotzdem ist eine progressive Steuergestaltung für die Linksfraktion unerlässlich. Die Geringverdiener werden durch die Mehrwertsteuererhöhung und die sinkenden Reallöhne seit Jahren überproportional belastet. Die Steuersenkungen für Unternehmen haben nicht zu mehr Beschäftigung geführt. Um dem Staat die Erfüllung seiner Aufgaben zu ermöglichen, ist die Linksfraktion für die Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 50%, die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und die Abschaffung zahlreicher Steuerbefreiungen. Für detaillierte Information können Sie unter www.linksfraktion.de/newsletter.php einen Newsletter zum Thema Steuern und Finanzen abonnieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Gesine Lötzsch
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Frage zum Thema Bundeswehreinsatz im Kongo
09.12.2006
Von:
Ben

Warum haben Sie dagegen votiert?
Antwort von Dr. Gesine Lötzsch
3Empfehlungen
15.01.2007
Dr. Gesine Lötzsch
Sehr geehrter Herr ,

ich habe gegen den Bundeswehreinsatz im Kongo gestimmt, da ich nicht überzeugt bin, dass allein die Sicherung der Wahlen das entscheidende Motiv für die Entsendung ist. Der langjährige Bürgerkrieg im Kongo ist nicht zuletzt das Ergebnis von jahrzehntelanger Einflussnahme europäischer Mächte, die die postkolonialen Strukturen nie aufgegeben haben. Auch heute ist der Rohstoffreichtum des Kongos das entscheidende Motiv den Ausgang der Wahlen militärisch abzusichern, um mit dem legitimierten Präsidenten lukrative Handelsverträge abzuschließen. Der sofortige Abzug der Truppen bis Jahresende zeigt, dass an eine langfristige Stabilisierung des Kongos kein Interesse besteht. Das Geld für den Einsatz von Truppen wäre in nachhaltigen Entwicklungsprojekten besser geeignet, den Menschen im Kongo zu helfen. Weitere Informationen finden Sie beispielsweise unter www.linksfraktion.de/Themen/Bundeswehr.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Gesine Lötzsch
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Frage zum Thema Finanzen
15.12.2006
Von:

Was meinen Sie zum ´Bedingungslosen Grundeinkommen´?
Antwort von Dr. Gesine Lötzsch
3Empfehlungen
22.12.2006
Dr. Gesine Lötzsch
Sehr geehrter Herr ,

Frau Dr. Gesine Lötzsch hat Ihre Email erhalten und mich gebeten, Ihnen zu anworten.

Die Frage nach einem bedinglosen Grundeinkommen für jeden lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten. Es handelt sich aber auf jeden Fall um eine diskutable Vision, über die es ernsthaft nachzudenken lohnt. Ich habe Ihnen eine Rede, die Frau Dr. Gesine Lötzsch zum Thema "Gesellschaft ohne Arbeit?" im Oktober diesen Jahres vor der Akademie forum masonicum e.V. gehalten hat, als Anhang beigefügt. Es könnten jährlich mehrere Milliarden Euro in der deutschen Verwaltung eingespart werden, die bis dato für die Berechnung von Sozialleistungen und dessen anschließender Kontrolle ausgegeben werden.

MfG

Stefan Linke (studentischer Mitarbeiter)
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Frage zum Thema Schulen
21.12.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Lötzsch,
meine jüngste Tochter besucht seit August diesen Janres die 7. Klasse eines Gymnasiums in unserer Region. Bei einem Blick auf ihren Stundenplan stelle ich nun fest, dass sie je eine Stunde Biologie und Physik in der Woche hat, dafür jedoch 2 Stunden des neuen Pflichtfaches Ethik. Angesicht der schlechten Ergebnisse deutscher Schüler bei der Pisa-Studie stellt sich mir die Frage, wie sinnvoll es ist, Erziehungsrückstände, die in der Gesellschaft und in Elternhäusern auftreten, auf die Schule abzuwälzen und welche Chancen mein Kind haben wird, wenn es zwar geforderte Lerninhalte im Fach Ethik brav wiedergibt, dafür aber in den Naturwissenschaften hoffnungslos hinter Gleichaltrigen anderer Bundesländer / Länder zurückbleibt? Meine Frage, ist nun:
Welche Haltung haben Sie, bzw. die Partei die Sie vertreten zur aktuellen Bildungspolitik in Berlin?
Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Schülerinnen und Schüler, sowie Lehrerinnen und Lehrer und sonstige Beschäftigte in den berliner Schulen vor Übergriffen zu schützen?
Haben Sie sich vor der Abstimmung über das neue Schulgesetz vor Ort, also an Schulen der Region über die aktuelle Lage, bzw. über Probleme oder Meinungen der Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer informiert?
Antwort von Dr. Gesine Lötzsch
3Empfehlungen
05.01.2007
Dr. Gesine Lötzsch
Sehr geehrte Frau ,

als Mitglied des Deutschen Bundestages bin ich nicht in der Lage, mich direkt an parlamentarischen Abstimmungen zu Bildungsinhalten der Stadt Berlin zu beteiligen. Bildung im Allgemeinen fällt in den Kompetenzbereich des Landes Berlin. Als Mitglied der Berliner Linkspartei und als Mitglied des Bundestages beteilige ich mich natürlich aktiv an den politische Diskussionen zu der Frage der Bildung. Die Naturwissenschaften halte ich zweifelsfrei für sehr wichtig, möchte aber das Fach Ethik an dieser Stelle gegenüber Vorbehalten verteidigen. Ethik ist die Lehre vom verantwortlichen Handeln innerhalb des mitmenschlichen Seins, so oder mit ähnlichem Wortlaut ist es in den verschiedenen Lexika nachzulesen. Betrachtet man nun die wachsende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen, die Amokläufe an deutschen Schulen oder die Bitte des Direktors der Rütli-Schule um Auflösung derselben, dann zweifle ich den Bedarf nach einem solchen Fach nicht an. Vielmehr sollte es im gesamten Bundesgebiet eingeführt werden. Das Pflichtfach Ethik soll, um zu Ihrer zweiten Frage zu kommen, genau diese Gewaltbereitschaft in den Schulen senken, zu einem friedlichen und freundlichen Miteinander führen und somit eine Verbesserung des Lernklimas hervorrufen. Durch allgemein verbesserte Bedingungen innerhalb der Schule führt das zu einer Steigerung der Leistungen in allen Fächern. Sie stellten die Frage inwiefern es sinnvoll sei, das Versagen des Elternhauses und der Gesellschaft bei der Erziehung nun auf die Schule abzuwälzen. Die Schule _ist_ Teil der Gesellschaft und spielt, das kann niemand bestreiten, eine wichtige Rolle in der Entwicklung junger Menschen. Nicht nur Biologie oder Physik, sondern "Den ganzen Menschen bilden".
Schwache Schulleistungen Berliner Schüler, können meiner Meinung nach nicht ausschließlich durch eine weitere Stunde Biologie und Physik verbessert werden. Die Linkspartei hat ein Konzept mit dem Namen "Skandinavisch-schlau" entworfen. Kern dieses Konzeptes ist ein gemeinsames Lernen aller Schüler bis zur 10. Klasse bzw. 12 Klasse, eine Verbesserung der Lehrkräftesituation an den Schulen und eine bessere Abstimmung der Lehrpläne der verschiedenen Fächer. Ich interessiere mich sehr für die Bildungseinrichtungen im Bezirk Lichtenberg. Seit einigen Jahren bin ich auch Mitglied der Schulkonferenz eines Lichtenberger Gymnasiums, erst als Elternvertreter, jetzt als externes Mitglied. Im vergangen Jahr habe ich ca. 27 Schulen, Kindergärten und die Fachhochschulen besucht. Vor Ort spreche ich mit den Schuldirektoren und Lehrern und werde, wann immer es möglich ist, aktiv. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Barther Straße vor der 10. Grundschule wurde früher häufig als Abkürzung genutzt. Das Verkehrsaufkommen stieg zu Stoßzeiten dramatisch an, wodurch besonders die jungen Schüler gefährdet wurden. Durch meine Initiative hat sich die Bezirksverordneten Versammlung mit diesem Thema befasst und der der Bau- und Verkehrsbehörde mit der Schaffung einer verkehrsberuhigenden Zone beauftragt.

Ich habe mich also "über Probleme oder Meinungen [...] der Lehrerinnen und Lehrer informiert" und werde das auch in Zukunft tun.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gesine Lötzsch, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
14.01.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Lötzsch.
Thema Aussiedlerpolitik.
Zuerst einmal : ich bin nicht fremdenfeindlich!
Ist es richtig, dass Aussiedlerfamilien (sie kommen ja nicht einzeln) bei Eintreffen in DE,sofern sie im arbeitsfähigen Alter sind, sofort Arbeitslosengeld erhalten? Werden die Qualifikationen gründlich geprüft oder kann es sein, dass ein höherer Titel angegeben wird und dementsprechend hoch Unterhalt gezahlt wird.Wird dieser Unterhalt (auch Rente) von dem Geld der Bundesbürger gezahlt, das diese für ihre Arbeitslosen- bzw. Rentensicherung eingezahlt haben? Wenn ja, dann sehe ich das als Veruntreuung der eingezahlten Gelder an. Ich möchte keinerlei Beleidung aussprechen, aber in der freien Wirtschaft würde dies sicherlich so bezeichnet werden.
Warum werden die Spätaussiedler immer jünger, hierbei kann es sich doch nur noch um die nachfolgenden Generationen der berechtigten Anspruchsnehmer handeln, also nicht diejenigen, die ursprünglich einmal davon betroffen waren. In welcher Höhe ist das Begrüßungsgeld, dass jeder hier in DE eintreffende Aussiedler bekommt? Ist es richtig, dass die Aussiedler zinsgünstige oder sogar zinslose Kredite erhalten, wenn ja warum (werden sie den deutschen Bundesbürgern gegenüber bevorteilt)? Warum bekommen sie im Vergleich zum deutschen Bundesbürger auch bei sonstigen Leistungen mehr und leichter(finanzielle) Unterstützung als der Bundesbürger selbst (Stichwort:Kuraufenthalte, medizinische Behandlungen wie Krankengymnastik, Massagen etc.)? Wie sieht die zukünftige Politik zu diesem Bereich aus (Facts & Figures).Besten Dank für Ihre baldige Stellungnahme.
Grüße

14.01.2007
Antwort von Dr. Gesine Lötzsch
3Empfehlungen
13.02.2007
Dr. Gesine Lötzsch
Sehr geehrte Frau ,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und bin froh, dass Sie mir die Gelegenheit geben, mit einigen Vorurteilen "aufzuräumen".

Leider erinnert bereits Ihr Eingangsstatement "ich bin nicht fremdenfeindlich!" an die Floskel "ich habe nichts gegen Ausländer...", der stets - und so auch in Ihrem Fall - ein großes ABER folgt.

Nun aber konkret: Die Behauptung, dass (Spät-)Aussiedler/innen zinsgünstige Kredite erhalten würden, dass sie gegenüber Bundesdeutschen bevorzugt würden (etwa bei Kuren, Behandlungen) usw. muss in das Reich der Mythen, Legenden und unbegründeten Vorurteile verwiesen werden! Mich überrascht, wie hartnäckig sich solche Gerüchte, die durchaus geeignet sind, Fremdenfeindlichkeit zu fördern, halten. Es gab zwar mal die Möglichkeit zinsverbilligter Einrichtungsdarlehen an Aussiedler/innen beim erstmaligen Bezug einer Wohnung - dies wurde jedoch bereits im Jahr 1992 (!) abgeschafft.

Die Höhe des "Begrüßungsgeldes" (eigentlich: "Betreuungsgeld") beläuft sich auf genau 11 Euro! Als Ausgleich für Umzugskosten werden maximal 102 Euro gezahlt. Bei Bedürftigkeit erhalten Aussiedler/innen von der Friedlandhilfe Sachleistungen (kein Geld) in Höhe von 25 Euro. Sie werden mir zustimmen, dass es hier nicht um große Summen geht.

Aussiedler/innen haben Anspruch auf eine halbjährige Sprachförderung - wogegen wohl niemand ernsthaft etwas einwenden kann.

Es gibt ein "Akademikerprogramm", nach dem Hochschulabsolventen und Wissenschaftler/innen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren unter bestimmten Bedingungen gefördert werden können. Dieses Programm ist sehr sinnvoll, denn Sie müssen sich vorstellen, dass das Wissen und die erworbene Qualifikation von Spätaussiedler/innen mit der Einreise völlig entwertet werden, da die Ausbildungssysteme von Deutschland und Russland nicht vergleichbar sind und ein ausländischer Hochschulabschluss unter Umständen nicht anerkannt wird. Die Betroffenen werden also nur insoweit gefördert, dass sie sich entsprechend deutscher Ausbildungsanforderungen "nachqualifizieren" können, damit sie anschließend in ihrem erlernten Beruf und entsprechend ihrer Qualifikation - häufig etwa als Ärzte/innen - arbeiten können, und das ist allemal sinnvoller, als wenn sie mit all ihren Kenntnissen und Berufserfahrungen arbeitslos blieben, weil ihre Qualifikation formal nicht anerkannt wird!

Bis zum 1.1.2005 erhielten Spätaussiedler/innen eine "Eingliederungshilfe" für die Dauer von bis zu 6 Monaten, wenn sie im Herkunftsland einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgingen und in Deutschland sich beim Arbeitsamt als arbeitssuchend meldeten und für eine Arbeitsvermittlung zur Verfügung standen (und über kein anderes Einkommen verfügten). Diese Hilfe entsprach in etwa der Sozialhilfe - sie wurde nicht ergänzend zur Sozialhilfe gezahlt. Auch diese Regelung gilt wohlgemerkt nicht mehr, aber auch sie war sicherlich keine unbotmäßige "Besserbehandlung" von Aussiedler/innen gegenüber Bundesbürger/innen.

Eine einmalige "Entschädigung" erhalten Spätaussiedler/innen, die vor 1956 bzw. 1946 geboren sind, nur dann, wenn sie wegen ihrer deutschen Volkszugehörigkeit politische Haft oder Verbannung erlitten haben (in Höhe von ca. 2.000 bis 3.000 Euro).

Aussiedler/innen - nicht aber ihre Familienangehörigen - haben in der Tat einen Rentenanspruch aufgrund des Fremdrentengesetzes, der sich jedoch in einem sehr "überschaubaren Rahmen" bewegt (die Berechnung ist kompliziert).

Es gibt darüber hinaus keine "aussiedlerspezifischen" "Sonderhilfen"! (vgl. die offiziellen Auskünfte unter: www.bmi.bund.de ).

Sehr geehrte Frau , soweit die Fakten.

Ich denke, die Menschen haben es verdient und ein Recht darauf, dass fair mit ihnen umgegangen wird, und ich würde mich freuen, wenn Sie auch in ihrem persönlichen Umfeld anhand dieser Fakten dafür sorgen, dass keine Missgunst, kein Neid und keine Fremdenfeindlichkeit gegenüber Aussiedler/innen entstehen. Und ich wünschte mir, dass Sie von nun an laut widersprechen, wenn Andere Gerüchte in die Welt setzen, wonach Aussiedler/innen ungerechtfertigt gegenüber Bundesbürger/innen bevorzugt würden, etwa bei der medizinischen Behandlung, bei Kuren, bei Krediten usw..

Wenn es allerdings um eine politische Bewertung des Umgangs mit (Spät-) Aussiedler/innen geht, so haben auch meine Fraktion und ich durchaus Kritik an der Regierungspolitik anzumelden: Insbesondere das völkische Konzept, das Grundlage der deutschen Aussiedler/innenpolitik ist, lehnen wir ab. Eine Bevorzugung von Einwander/innen, nur weil sie sich zum "deutschen Volkstum" bekennen (vgl. § 6 des Bundesvertriebenengesetzes), ist aus unserer Sicht nicht begründbar und fördert nationalistische und ausgrenzende Denkweisen. Wir treten dementgegen für eine Politik ein, die offen und vorurteilsfrei mit Einwander/innen gleich welcher Staatsangehörigkeit umgeht und die sich vor allem verantwortlich zeigt gegenüber Menschen in Not, gleich welcher Herkunft (etwa gegenüber Asylsuchenden, Kriegsflüchtlingen).

Es ist aus meiner Sicht besonders bitter, dass insbesondere in den 90er Jahren massiv gegen Asylsuchende und Flüchtlinge gehetzt und sogar der Anschein erweckt wurde, Deutschland würde von ihnen "überschwemmt" werden, während zugleich eine dauerhafte Einwanderung von (Spät-) Aussiedler/innen deutscher Volkszugehörigkeit in einem zahlenmäßig viel größerem Umfang aufgrund der geltenden Gesetze befördert wurde - worüber jedoch kaum in der Öffentlichkeit debattiert wurde. Das Regierungskalkül dieser Ungleichbehandlung war womöglich, dass sich CDU und CSU erhofften, die Spätaussiedler/innen würden ihnen für diese Politik mit "treuer" Wähler/innenschaft danken...

Inzwischen ist der Prozess der Einwanderung von Aussiedler/innen allerdings zahlenmäßig beinahe zu einem "Ende" gekommen. Bei 80% der Einreisenden handelt es sich mittlerweile um Familienangehörige nicht-deutscher "Volkszugehörigkeit", deren Einreisebedingungen sich seit dem 1.1.2005 allerdings ebenfalls erschwert haben. Es dürfte aktuell also eher darum gehen, eine "Integration" von Aussiedler/innen, die hier leben, in die Gesellschaft, Arbeitswelt usw. zu fördern.

So sehr wir auch im Grundsatz die völkisch begründete bisherige Aussiedlerpolitik der Bundesregierung kritisieren: Die Menschen, die aufgrund der geltenden Rechtslage nach Deutschland eingewandert sind, dürfen hierunter nicht leiden, nicht ausgegrenzt, benachteiligt oder verleumdet werden!

Ich hoffe, ich konnte Ihnen meine Position deutlich machen und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Dr. Gesine Lötzsch, MdB
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