Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Gesine Lötzsch
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Philologin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Berlin-Lichtenberg-Hohenschönhausen
Landeslistenplatz
3, Berlin
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(...) Nein, nur aufgrund des Druck der LINKEN wurde das ALG I verlängert, wird die Rente, das Wohngeld, der Kinderzuschlag erhöht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Familie
19.02.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Lötzsch,

in vielen Fällen werden Vätern mit Kindern, die aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit auf ALGII angewiesen sind, von den Berliner JobCentern offenbar systematisch die notwendigen Möglichkeiten verweigert, um einen kindgerechten Kontakt mit den Kindern zu leben. Familiengerichtliche Umgangsurteile werden schlichtweg ignoriert.

Diese Väter werden als "alleinstehend" behandelt und zum Umzug in 1-Raum-Wohnungen aufgefordert. Wie soll man aber z.B. drei Töchter im Pubertätsalter in einer 1-Raum-Wohnung unterbringen?

Was sollen diese Kinder essen, während sie beim Vater sind, der nur den Regelsatz für eine Person erhält?

Ist aktive Vaterschaft nur für zwei Wickelmonate erwünscht und soll man ältere Kinder vergessen, falls man arbeitslos wird?

Ist die grundgesetzliche Elternverantwortung erloschen, sobald man ALGII-Bezieher wird? Gilt der Sozialstaat nur für Mütter?

Warum haben Sie als Politiker keinerlei gesetzliche Grundlagen geschaffen, um die aktive Elternschaft von Vätern auch bei Arbeitslosigkeit zu gewährleisten?

Mit freundlichen Grüßen
M.
Antwort von Dr. Gesine Lötzsch
24Empfehlungen
11.03.2009
Dr. Gesine Lötzsch
Sehr geehrter Herr ,

Gerne antworte ich auf Ihre Frage zur Ausübung einer aktiven Vaterschaft bei Hartz IV. Mütter wie Väter sollten im Trennungsfall – wenn dies von den Kindern gewünscht wird – an deren Erziehung teilhaben haben dürfen. Sie haben völlig Recht, dass die Fürsorge aber nur dann gewährleistet werden kann, wenn das Elternteil auch finanziell dazu imstande ist.

Am 01.03.09 wurden durch den Senat von Berlin die neuen Ausführungsvorschriften zur Gewährung von Leistungen gemäß § 22 SGB II und §§ 29 und 34 SGB XII (AV Wohnen) in Kraft gesetzt. Hier sind unter anderem die Mindestgrößen für Wohnraum entsprechend der Personenzahl in der Bedarfsgemeinschaft geregelt. (Abschnitt 7,Ziffer 7.2, Absatz 5 f - Seite 10 der AV ).
Entsprechend ist auch angemerkt, dass ein angemessener Bedarf für Kinder zu berücksichtigen ist und der Umfang des erforderlichen angemessenen Wohnraumes entsprechend des speziellen Einzelfalles bewertet werden soll ( Alter der Kinder, Geschlecht etc.)
In diesem Zusammenhang ist auch zu prüfen, ob Kinder nach Trennung der Eltern zeitweise bei einem Elternteil wohnen.

Gemäß der Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes ( B 7b AS 14/06R ) kann auch nur ein zeitweiser oder teilweiser Aufenthalt eines Kindes bereits zur Annahme einer zeitweisen BG führen.

Als einheitliche Richtlinie für diesbezügliche Entscheidungen der Berliner JobCenter wurde im zuständigen Arbeitskreis der Senatsverwaltung zum Thema Wohnen beschlossen, dass ein höherer Wohnbedarf zum Kindeswohl zu berücksichtigen ist, wenn schriftliche Sorgerechts- oder Umgangsrechtsverpflichtungen vorliegen, aus denen regelmäßige Übernachtungen, z.B. an Wochenenden oder auch darüber hinaus hervorgehen.

Ich denke, dass der Aufenthalt Ihrer Kinder in Ihrer Wohnung zu einer Anpassung des Regelsatzes führen kann.

Bitte setzen Sie sich diesbezüglich noch einmal mit Ihrem JobCenter in Verbindung. Verweisen Sie dort auf die genannten gesetzlichen Grundlagen und gerichtlichen Entscheidungen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern für die Zukunft alles Gute!


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gesine Lötzsch
Ergänzung vom 14.04.2009
Sehr geehrter Herr ,

Sie fragen, warum die Politiker keine gesetzlichen Grundlagen geschaffen haben, um die aktive Elternschaft von Vätern auch bei Arbeitslosigkeit zu gewährleisten.Politiker von SPD, Grünen und CDU/CSU haben die Hartz-Gesetze geschaffen und offensichtlich solche Fragen nicht berücksichtigt. Die LINKE hat die Hartz-Gesetze generell abgelehnt. Ihr Fall zeigt, dass diese Gesetze an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen
vorbei geht, doch das scheint die Konstrukteure dieses Gesetzes nicht zu interessieren. Ich kann nur hoffen, dass möglichst viele Menschen am 27. September keine Hartz-Parteien wählen.

Mit freundlichen Grüßen

Gesine Lötzsch
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
04.03.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr.Lötzsch!
Mein Insolvenzverfahren wurde am 07.11.2001(3 Wochen vor dem neue InsOGesetz) eröffnet.Bis heute ist dieses noch nicht abgeschlossen.Dem steht der Art.103aEGInsO entgegen.Wann wird die Reform des Insolvenzgesetzes endlich auf den Weg gebracht und die Ungleichbehandlung der Bürger durch diesen Art.103a trotz Art.3,Abs.1 GG beendet?Sollte meine Anfrage in Ihrer Partei Interesse wecken,so bin ich zu weiteren präziseren Auskünften jederzeit bereit.Ich danke Ihnen.Hochachtungsvoll
Antwort von Dr. Gesine Lötzsch
12Empfehlungen
14.04.2009
Dr. Gesine Lötzsch
Sehr geehrter Herr ,

leider kann ich Ihnen nicht sagen, wann die Bundesregierung oder die Regierungsfraktionen eine Reform des Insolvenzrechtes durchführen wollen. Da wäre ein Anfrage an die zuständigen Abgeordneten von CDU und SPD sinnvoll.

Mit freundlichen Grüßen

Gesine Lötzsch
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Frage zum Thema Internationales
20.03.2009
Von:

Sehr geerhrte Frau Dr. Lötzsch,

meine erste Frage an Sie wäre, ob Sie wissen, wie es um die Beitrittsverhandlungen der EU mit Kroatien steht.
Meine zweite Frage hat mit der ehemaligen DDR zu tun: In einer kürzlich erschienen Umfrage waren 41 % der Ostdeutschen der Ansicht, dass die DDR kein Unrechtsstaat war. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Gesine Lötzsch
36Empfehlungen
21.04.2009
Dr. Gesine Lötzsch
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Mail!

Zu Ihrer ersten Frage: Wie Sie sicherlich wissen, ist Kroatien seit dem Jahr 2004 offizieller Beitrittskandidat für die Europäische Union. Das Land hat seitdem in vielen Bereichen, wie z.B. wirtschaftlicher Tragkraft, im Bildungssektor oder bei der Transparenz im Justizwesen, um nur einige Beispiele zu nennen, beträchtliche Fortschritte gemacht. Den Fortschrittsbericht 2008 kann ich Ihnen gern zusenden. Wann Kroatien aufgenommen wird, hängt von den weiteren Verhandlungen zwischen der EU und Kroatien ab.

Zur Ihrer zweiten Frage: Ob die DDR ein Unrechtsstaat war, wird z.Z. heftig in den Medien diskutiert. Ich habe den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages gebeten, ein Gutachten zu diesem Thema zu erstellen. Daraus möchte ich kurz zitieren:: "Eine wissenschaftlich haltbare Definition des Begriffs "Unrechtsstaat" gibt es weder in der Rechtswissenschaft noch in den Sozial- und Geisteswissenschaften." und weiter " … es (geht) zumeist darum, die politische Ordnung eines Staates, der als Unrechtsstaat gebrandmarkt wird, von einem rechtsstaatlich strukturierten System abzugrenzen und moralisch zu diskreditieren." Das sind klare Worte. Es geht also nicht um eine sachliche Aufarbeitung der DDR-Geschichte, sondern um einen Kampfbegriff in der politischen Auseinandersetzung. Ich bin dafür, dass wir 20 Jahre nach dem Fall Mauer mit einer neuen Sachlichkeit an die Aufarbeitung der Geschichte der DDR gehen. DIE LINKE ist dazu bereit.

MfG

Dr. Gesine Lötzsch
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Frage zum Thema Umwelt
26.04.2009
Von:

Guten Tag,

in unserem Städtle sind am 7. Juni 3 Wahlen, OB- Europa- u. Gemeinderat.
Alles ist schon zugekleistert mit Plakaten der vielen Parteien.
Wie findet grade die LINKE die Idee zur Bundestagswahl das für Plakate bestimmte Geld sozialen Zwecken zukommen zu lassen???
1. Sinnvoll ausgegeben
2. Umwelt geschont
3. Helfen überhaupt Plakate??

Ich finde, das wäre ein sehr positives Zeichen und vor allem glaubwürdig und würde der Linkspartei zu Stimmen verhelfen.
Und sie wäre ein Vorreiter für neues Verhalten im Wahlkampf!!
Antwort von Dr. Gesine Lötzsch
20Empfehlungen
28.04.2009
Dr. Gesine Lötzsch
Sehr geehrte Frau ,

das wäre doch eine gute Idee: Wir sparen einfach die Plakate von CDU, SPD, FDP, und Grüne ein. Das eingesparte Geld wird stattdessen für soziale Zwecke ausgegeben. Danach gewinnt DIE LINKE die Wahl und die Bürgerinnen und Bürger, die seit Jahren von den gegnerischen Parteien geschröpft und entrechtet werden, kommen wieder ins Blickfeld der Politik. Das sind dann ziemlich viele soziale Zwecke auf einmal!

Nun aber im Ernst, Frau ! Die Kosten eines Wahlkampfes, die sich in den Plakaten ihrer Stadt manifestieren, sind wahrscheinlich jene Kosten, die ein demokratisches System mit sich bringt. Um sich als Partei in einer Wahlauseinandersetzung bemerkbar zu machen, ist die Plakatwerbung wohl unerlässlich. Natürlich gibt es an einigen Orten - wie bei Ihnen - einen exzessiven Gebrauch dieser Wahlkampfmethode. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass die daraus entstehenden Kosten nicht das gesellschaftliche Problem sind. Skandalös ist doch, dass gerade in der Krise öffentliches Geld für Banken und Großkonzernen im Eiltempo bereitgestellt wird, aber wenn es darum geht, Arbeitsplätze zu sichern, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen oder eine Erhöhung des Hartz-IV-Satzes durchzusetzen, nichts passiert.

Wenn Wahlplakate dagegen protestieren, sind sie auch ihr Geld wert!

Mit den besten Wünschen für Ihre Zukunft und mit freundlichen Grüßen verbleibt

Ihre Gesine Lötzsch
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Frage zum Thema Umwelt
29.04.2009
Von:
und

Hallo Frau Lötzsch....

nun aber im Ernst Frau Dr. Lötzsch (wir beziehen uns auf die Antwort, die Sie Frau Robinson gegeben haben), über welche Summe reden wir denn da, die so ein demokratisches System mit sich bringt, mit anderen Worten: Was kostet denn so eine gigantische Plakatwerbung ?

Können Sie da Beträge nennen?

Sind da die Steuerzahler gefragt oder zahlen das die Parteimitglieder aus eigener Tasche?

Um sich als Partei bemerkbar zu machen muß doch wohl eher die Leistung stimmen als Plakatwerbung die von vielen Bürgern als "(so hart es sich auch anhört) Altpapier" wahr genommen wird.

mfg
und
Antwort von Dr. Gesine Lötzsch
15Empfehlungen
29.04.2009
Dr. Gesine Lötzsch
Sehr geehrte Frau und Herr ,

ich kann Ihnen nicht sagen, wie viel Geld für die Wahlwerbung ausgegeben wird. Ich weiß nur, dass es wohl keine Einigung zwischen den Parteien geben wird, auf Plakatwerbung ganz zu verzichten. Natürlich wollen die Parteien möglichst viele Wählerinnen und Wähler über die Plakate erreichen. Ein Verzicht auf die Plakatwerbung würde die kleinen Parteien auch schlechter stellen als die großen Parteien. SPD und CDU sichern sich ihren Zugang zum Wähler über die Medien. Die LINKE hat diesen Zugang nur sehr begrenzt. Wenn Sie die Medien verfolgen, werden Sie auch nur wenig über unsere Vorschläge erfahren.Dafür umso mehr über angebliche Skandale und Konflikte in unserer Partei. Ich glaube, wir werden auf die Wahlplakate nicht verzichten können.

Mit freundlichen Grüßen

Gesine Lötzsch
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