Dr. Gerhard Schick (DIE GRÜNEN)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Angaben zur Person
Dr. Gerhard Schick
Jahrgang
1972
Berufliche Qualifikation
Volkswirt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
-
Wahlkreis
Mannheim
Ergebnis
12,6%
Landeslistenplatz
4, Baden-Württemberg
(...) Zunächst möchte ich gerne sagen, was ich auf jeden Fall nicht will: nämlich dass ab 2011 wieder zwei getrennte Behörden – Arbeitsagentur und kommunale Einrichtungen – für die Betreuung von Arbeitslosen zuständig sind. Für die rund sieben Millionen betroffenen Bürgerinnen und Bürger würde das nicht Hilfe aus einer Hand bedeuten, sondern unsinnige Doppelstrukturen mit einer Verdopplung der Behördengänge und der Antragsbürokratie - nicht nur in Krisenzeiten ein unhaltbarer Zustand. (...)
Fragen an Dr. Gerhard Schick
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Bildung und Kultur
11.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schick,

Nach den Erfolgsversuchen von München (und eigenen Erfahrungen) würde ich gerne Ihre Meinung zu freier Software und freier Lizensierung erfahren.

Wie beurteilen Sie die Bedeutung von freier Software für Gesellschaft und Politik? Und wie schätzen Sie Ihre Möglichkeiten ein, auf die Wahl der Software in Bundesämtern (und dem Bundestag) und auf Lizenzen von Auftragsarbeiten Einfluss zu nehmen?

Haben Sie eigene Erfahrungen mit freier Software, und was ist Ihre Vorstellung dazu, wie der Bund mit freier Software umgehen sollte? Wie gliedert sich diese Vorstellung in das Grüne Gesamtkonzept ein?

Als einen kleinen Blick auf größere Zusammenhänge wüsste ich gerne noch, wie sie allgemein zur Lizensierung von öffentlich bezahlten oder geförderten Werken stehen. Wäre für Sie die Verpflichtung zur freien Lizensierung solcher Werke (nicht nur Software) eine Option?

Für mich sind Sie der geeignete Ansprechpartner, weil ich dieses Jahr in Mannheim wähle und ich gerne weiß, wie diejenigen, die ich wählen will, zu den Themen stehen, die mir wichtig sind.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Gerhard Schick
2Empfehlungen
18.09.2009
Dr. Gerhard Schick
Sehr geehrter Herr ,

der Zugang zu digitalen Medien beziehungsweise zum Internet nimmt immer mehr den Charakter öffentlicher Daseinsvorsorge an. Wichtig ist aus meiner Perspektive, dass hier keine Märkte entstehen, die von Monopolen bzw. Kartellen kontrolliert werden. Freie Software leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass es nicht zu einer Marktdominanz einzelner Unternehmen kommt und sie ermöglicht einen breiten Zugang aller zu digitalen Medien. Die Politik ist angehalten diese Entwicklung vor Interessen einzelner Konzerne zu schützen.

Wir haben uns schon in rot-grüner Regierungszeit massiv für die Verwendung bzw. gegen die Diskriminierung von Open Source in Behörden des Bundes eingesetzt. Die Vorteile bei den Kosten und der Sicherheit sind deutlich spürbar. Das Auswärtige Amt, welches 2001 unter Rot-Grün mit der Nutzung von Open Source Software (OSS) begann, zieht beispielsweise eine äußerst positive Bilanz, die sie unter folgendem Link nachlesen können:
www.auswaertiges-amt.de . Heute
liegen die pro-Kopf-IT-Kosten dort, trotz der komplexeren Struktur des Auswärtigen Amtes, ein Drittel unterhalb des Durchschnitts für Ministerien.

Das Außenministerium ist längst nicht die einzige Behörde, die OSS nutzt. Zudem gibt es ein Kompetenzzentrum Open-Source-Software, welches zur Koordination von OSS in der Bundesverwaltung eingerichtet wurde. Durch solche Einrichtungen lassen sich in Zukunft die Hürden für freie Software weiter abbauen. Wir Grüne setzten uns auch bei der Ausschreibung von Forschungsprojekten für eine freie Lizensierung der mit öffentlichen Geldern finanzierten Forschungsergebnisse ein.

Auch ich persönlich nutze Open Source Programme, beispielsweise das E-Mail-Programm und der Browser auf den Rechnern meiner Büros. Auch diese Antwort erreicht abgeordnetenwatch.de also mit einem OSS-E-Mail-Programm.

Mit freundlichem Gruß
Gerhard Schick
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Außenpolitik
20.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schick,

In Afghanistan eskaliert die Gewalt immer mehr, und die Situation verschlimmert sich zusehends. Ganz offensichtlich ist die NATO gescheitert.

Aus den Reihen der Grünen kommt nun Robert Zions Vorschlag, das Expriment einer vom Westen aufoktroyierten Pseudo-Demokratie zu beenden, die NATO-Truppen zurückzuziehen und unter UN-Verwaltung zu stellen, mit einem robusten Mandat und beschützt von UNO-Truppen aus (möglichst muslimischen) Ländern ohne Hegemonialinteressen ( www.freitag.de ).

Unterstützen Sie diesen Vorschlag? Oder wenn nicht, was spricht aus Ihrer Sicht gegen diesen Vorschlag?

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr
Prof. Dr. (Leipzig)

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
X
Frage zum Thema Wirtschaft
21.09.2009
Von:

Zunächst einmal Lob für Ihre Erwähnung in der heutigen Wahlempfehlung der FTD: "Ihr Finanzpolitiker Gerhard Schick hat sich hier einen exzellenten Ruf erarbeitet." Von diesem Redaktionsteam für wirtschaftliche Kompetenz gelobt zu werden kommt ja einem Adelsschlag sehr nahe.

Meine eigentliche Frage dreht sich jedoch um die Wahltaktik, genauer um die Vergabe der Erststimme. Ich denke es ist realistisch anzunehmen, daß der Mannheimer Direktkandidat der Kandidat der SPD oder der CDU sein wird - wie wahrscheinlich in allen Wahlkreisen Westdeutschlands. Welchen Sinn macht es dann, seine Erststimme dennoch einem Kandidaten der ´kleinen Parteien´ zu geben, z. B. Ihrer Person?

Dieses soll keine provokative Frage darstellen, sondern sie ist durchaus ernst gemeint.
Antwort von Dr. Gerhard Schick
1Empfehlung
23.09.2009
Dr. Gerhard Schick
Sehr geehrter Herr ,

danke für Ihre Frage. Erstmal: Welche Partei klein und welche groß ist - das hat sich ja in der letzten Zeit etwas relativiert. Es gab bei der Europawahl und bei den letzten Kommunalwahlen eine ganze Reihe von Wahlbezirken, in denen die Grünen vor der SPD lagen. In Stuttgart stellen wir die größte Fraktion, lagen also bei der Kommunalwahl auch vor der CDU. Ähnliches gilt für Linkspartei und SPD in den ostdeutschen Bundesländern. In Sachsen ist die SPD nur ganz knapp vor der FDP. So ganz sicher kann man sich also mit der Prognose, dass nur CDU oder SPD gewinnen können, nicht mehr sein.

Manche Wählerinnen und Wähler gehen taktisch an ihre Wahlentscheidung heran, überlegen sich also, was bewirkt meine Stimme in der konkreten Entscheidungssituation. Das Risiko dabei ist, dass man die genaue Entscheidungssituation meist nicht kennt, weil es auf lokaler Ebene keine präzisen Umfragen gibt. Außerdem wird dann oft die Wahl bei der Erststimme zur Wahl des kleineren Übels. Aber man kann dann zum Beispiel in Baden-Württemberg Überhangmandate für die CDU verhindern, wenn man den SPD-Kandidaten wählt.

Andere wollen auf jeden Fall die richtige Person unterstützen, denjenigen, der am besten den eigenen politischen Überzeugungen entspricht. Wem zum in Mannheim Beispiel konsequenter Klimaschutz wichtig ist, der wird es schwierig haben zu entscheiden zwischen Herrn Jüttner und Herrn Rebmann, die beide für die Klimaschutzdiskussion abgesagt haben und beide für den Neubau des Kohlekraftwerks sind.

Wieder andere geben mit der Erststimme auch ein Zeichen persönlicher Unterstützung, wissend, dass natürlich innerparteilich, aber auch innerhalb einer Stadt auf Erststimmenergebnisse geschaut wird. Das ist dann nicht unbedingt identisch mit der Parteienpräferenz. Mir haben im Wahlkampf zum Beispiel nicht wenige Leute gesagt: "Herr Schick, ich finde Ihr Engagement in Mannheim und in Berlin klasse. Ich bin zwar eigentlich Sozialdemokrat / habe zwar eigentlich immer CDU gewählt. Aber ich will Sie als überzeugenden und engagierten Politiker unterstützen." Oder: "Ich finde es empörend, dass Herr Jüttner praktisch gar keinen Wahlkampf gemacht und sich vielen politischen Diskussionen durch Abwesenheit entzogen hat. Aber einen Gewerkschafter will ich nicht wählen. Sie kriegen diesmal meine Stimme."

Viele Grüße

Gerhard Schick
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Finanzpolitik
26.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Schick,

wie sollte sich die künftige deutsche Bundesregierung Ihrer Meinung nach auf eine massive Dollarabwertung und eine weltweite Inflation sowie Rezession vorbereiten? Ein solches Szenario hält Prof.Dr. Max Otte, der die gegenwärtige Finanzkrise vorausgesehen hatte, in seinem Buch "Der Crash kommt", für wahrscheinlich.

Aktueller Hintergrund:
"Die letzte Erhöhung der Geldmenge um eine Billion US-Dollar geschah innerhalb von viereinhalb Monaten. Was wird sein, wenn die Geldmenge einmal in wenigen Wochen, wenigen Stunden, wenigen Tagen, wenigen Minuten um diesen Betrag steigen wird? Das Resultat ist eine massive Geldentwertung, in anderen Worten: Eine hohe Inflation."
Dies fragt Jochen Stanzl, Chefredakteur von Rohstoff-Report.de, Quelle
www.cashkurs.com

Vielen Dank im Voraus für ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
X
Ihre Frage an Dr. Gerhard Schick
Sie befinden sich auf einer Archivseite. Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.